Google kauft Motorola

Schöne neue Handywelt

Kommentar | Helmut Spudich, 15. August 2011, 20:40

Die Übernahme von Motorola Mobility scheint logisch - Profitieren könnte Apple und Facebook

Wenn Riesen shoppen gehen, stehen große Dinge auf der Einkaufsliste. Mit dem 12,5-Milliarden-Dollar-Kauf von Motorola Mobility (die Handysparte Motorolas) bringt Google einen Stein ins Rollen, der zu einer völligen Neuordnung im Handymarkt führen wird.

Der Kauf gilt als eine Verteidigungsstrategie: Google hat zu wenig Munition im "Patentkrieg" mit Apple und Microsoft, um den raschen Aufstieg seines Android-Betriebssystems abzusichern. Motorola, der Erfinder des modernen Mobiltelefons, ist patentreich, aber nach seinem Fast-Tod zu schwach, um Apple und Samsung zu widerstehen.

Logisch

Also scheint die Übernahme logisch. Wäre da nicht die Kleinigkeit, dass Motorola einer von 39 Herstellern ist, der Googles Android verwendet. Damit wird Google gleichzeitig zum größten Konkurrenten seiner bisherigen Kunden. Der Letzte, der das probierte, war Nokia, das derzeit um das Überleben kämpft und dazu in Microsofts Arme flüchtete. Gut möglich, dass aus dieser Partnerschaft noch eine Fusion wird. Und auch Blackberry-Hersteller RIM, dem es an Software für seine Plattform mangelt, scheint nach dem Google-Zug reif für eine Übernahme zu sein.

Google jedenfalls wird mit seinem ungewohnten Ausritt von der Werbebranche in das ungewohnte Geschäft mit Handy- und Table-Hardware und lästigen Konsumenten schwer beschäftigt sein. Sehr zur Freude seiner beiden Hauptkonkurrenten Apple und Facebook. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.08.2011)

Richtiger wäre falsch?
02
16.8.2011, 11:32
Table-Hardware

nach handys jetzt auch möbel??

-blos so-
00
16.8.2011, 11:29
man wird es sehen ob Google es nur um die Patente geht oder ob sie auch Handys produzieren

letzteres liegt ja nicht im Interesse von Google...

"Der Letzte, der das probierte, war Nokia, das derzeit um das Überleben kämpft und dazu in Microsofts Arme flüchtete."

die Ironie an der Sache ist, daß Nokia nicht in die Hände von MS flüchten müsste wenn sie sich für Android entschieden hätten.

Ich hätte mir garantiert ein Android-Smartphone von Nokia mit größtem Interesse angesehen, weil ich früher auch immer von der Qualität der Nokia-Handys überzeugt war.
Ich habe Nokia erst nicht mehr gekauft, als sie aus Profitgier die Produktion nach Rumänien verlagert haben...

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
16.8.2011, 08:11
Wenigstens hat das unfähige Motorola-Management nun einen Vormund

Seit damals das Razr den Markt abräumte, und in allen Farb- und Oberflächenkombinationen bis zum Exzeß in den Markt gepumpt (und am Ende verschenkt) wurde, hat Motorola mit seiner Modellpalette den Anschluß verpaßt. Der CEO hat damals gewackelt, und der Finanzchef stattdessen als Bauernopfer gefeuert (er hätte gewinnwarnen müssen). Google hat Motorola faktisch gerettet. Die armen Nokias haben nicht so einen tollen Retter.

Queen of Sheba
 
00
16.8.2011, 05:14
Kannibalismus einer stagnierenden Branche.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kannibalismus

anyuser
 
00
16.8.2011, 02:51
eine freude für die freunde der totalen überwachung

leider sorgen sich die depperten leser über patente

Reich sein muss sich lohnen!
01
15.8.2011, 22:25
Austritt aus der Werbebranche?

Welcher Austritt aus der Werbebranche?

Und was Motorola angeht:
Das ist ja ein laufender Laden und soll auch weiterhin ein eigenständiges Unternehmen bleiben. Die haben damit also erstmal keinen zusätzlichen Aufwand.

Was bleibt ist die verbesserte Position von Google bzw. Android da Google Patent-Angriffen nun reichlich entgegenzusetzen hat.

unterm Standard
00
16.8.2011, 07:35

hehe, ich habs anfangs auch gelesen. Es steht aber eigentlich Ausritt da

Er staunt
00
15.8.2011, 21:27

Zwei Kleinigkeiten wurden im Artikel leider übersehen:

1) Motorola hat nicht "nur" Patente, sondern verfügt auch über eine eigene Hardware-Entwicklung bis hin zur Serienreife. Google kann dadurch nun inhouse, und völlig unbeobachtet von den asiatischen Fertigungsbetrieben, an komplett neuer Hardware werken und gewinnt dadurch extrem wertvolle Zeit gegenüber der Konkurrenz.

2) Google hat deutlich mehr finanzielle als personelle Resourcen. Es ist daher nur logisch, einen erfahrenen "Entwickler" komplett zuzukaufen und die betreffende Sparte intern an dieses Konzernunternehmen zu delegieren. Ich denke daher, daß wahrscheinlich eher das genaue Gegenteil dessen eintreten wird, was im letzten Absatz angedeutet wurde...

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