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Von oben nach unten: Werke ohne Worte von Malgorzata Lazarek, Grzegorz Szumowski und Marek Raczkowski sowie die Interpretation des "Europarlamentariers" von Andrzej Mleczko.
Polen führt derzeit nicht nur den EU-Ratsvorsitz, es ist auch das Mitgliedsland mit den konstant höchsten Zustimmungsraten der Bevölkerung zur Europäischen Union. Wie das in der traditionell bunten polnischen Karikaturistenszene gesehen wird, zeigt eine Ausstellung in Warschau.
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Polen sind begeisterte EU-Anhänger. Auch die polnischen Satiriker und Karikaturisten machen da keine Ausnahme. So wirbt ein in die Höhe geschossenes Hexenhäuschen für die Ausstellung Europäische Impressionen im Karikaturenmuseum der Hauptstadt Warschau. Das zwölfstöckige windschiefe Häuschen steht für den Turm von Babel. Doch statt in Panik vor dem Sprachenchaos zu fliehen, parlieren alle Turmbewohner bunt durcheinander und kommen mit den Nachbarn bestens klar. Wer für den Frieden sorgt, ist auch klar: Oben auf dem Dach weht die EU-Flagge mit den zwölf goldenen Sternen.
Wer das Karikaturenmuseum in einer stillen Seitenstraße mitten im Zentrum Warschaus betritt, steht plötzlich sich selbst gegenüber - erst mit einem giraffenlangen Hals, dann als zusammengequetschtes Menschenpaket. Es dauert ein paar Sekunden, bis man begreift: ein Zerrspiegel. Sich vorsichtig abtastend, ob auch alles an seinem Platz ist, geht man zur Kasse, die sich wiederum als Tür zu einem Kämmerchen mit Bücherverkauf erweist.
So eingestimmt - "Vorsicht, in diesem Museum könnte die Welt kurzzeitig aus den Fugen geraten" - folgt man den Stimmen, die aus einem der Ausstellungsräume dringen. Der Raum ist leer. Nur auf einer großen Leinwand erzählen Polens bekannteste Karikaturisten und Satiriker, was sie mit der Europäischen Union verbindet. Der große Besucheransturm, so die Kassiererin, komme erst später. Gleich die erste Karikatur zeigt einen verwunschenen Märchenwald, durch den die Heiligen Drei Könige gehen. Auf der Suche nach dem neugeborenen Messias halten sie Ausschau nach dem Stern von Bethlehem, der ihnen den Weg weisen soll. Stattdessen steigt am Firmament der Sternenkranz der EU auf. Fragt einer der Könige: "Gehen wir weiter oder kehren wir um?"
Das pralle Leben
Anders als Janusz Stanny (79), der das aktuelle Geschehen gern im Spiegel von Religion und Märchen zeigt, bevorzugt Andrzej Mleczko (62) das pralle Leben und die Absurditäten des Alltags (siehe Interview). "Sagen Sie" , fragt ein polnischer EU-Parlamentarier den neben ihm sitzenden Belgier: "Wie ist das eigentlich? Ein normaler Politiker in einem normalen Land zu sein?" Oder er greift das Wort "EU-Abgeordneter" , im Polnischen "europarlamentarzysta" , auf und zeigt einen polnischen Politiker, der gierig und glücklich die Hände nach den Euro-Bergen von Straßburg ausstreckt."
Ganz anders wiederum Marek Raczkowski (52), der liebevoll-bissig die Komplexe seiner Landsleute aufs Korn nimmt. Polen lieben die EU-Hymne, doch die Kleinsten der Kleinen lassen doch den Kopf hängen, als ihre matronenhafte Lehrerin die Hausaufgabe gibt: "Bis morgen lernt ihr die ganze Ode an die Freude auswendig!" Die Europabegeisterung der Polen hat sich inzwischen zwar schon herumgesprochen, doch die große unerfüllte Liebe der Polen sind nach wie vor die Vereinigten Staaten von Amerika. So zeichnet Raczkowski einen kleinen Polen in blauem EU-T-Shirt, der ein Fähnchen schwenkt, daneben eine große US-Flagge, der eine kleine Ecke fehlt - die weiß-rot-gestreifte polnische Fahne.
Die Karikaturen von Malgorzata Lazarek (51) kommen ohne Worte aus: das Hexenhäuschen von Babel wie auch die europäische Flagge, die von EU-Bürokraten-Feuerwehrmännern wie ein Sprungtuch gehalten wird. Es ist das letzte Bild, bevor man das Karikaturenmuseum verlässt. Vom Himmel fallen goldene Sterne. Sie verlöschen nicht und zerschellen auch nicht am Boden, sondern landen sicher und weich im Sprungtuch der Europäischen Union. (Gabriele Lesser aus Warschau/DER STANDARD, Printausgabe, 16.8.2011)
"Europäische Impressionen", Warschauer Karikaturenmuseum, ul. Kozia 11. Bis 18. 9. 2011.
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Seit dem Beitritt Polens zur EU ist die deutsch-polnische Interessengemeinschaft zum Stillstand gekommen. Polen beteiligte sich am Irak-Krieg, jedoch Deutschland und Frankreich lehnten dies ab. Polen sah in dem EU-Verfassungsentwurf einseitig deutsch-französische Interessen vertreten und wurde deswegen auch zu unrecht als generell EU-feindlich dargestellt.
"führte die globale Finanzkrise der liberalen Regierung in Warschau vor Augen, welche Vorteile eine eigene Währung haben kann. Um die Exporte anzukurbeln, wertete Polen den Zloty damals um mehr als 50 Prozent ab – mit sensationellem Erfolg: Während sich europaweit die ökonomischen Kennziffern verfinsterten, verzeichnete Polen 2009 als einziges EU-Land Wachstum. Das Wirtschaftswunder setzt sich bis heute fort."
http://www.fr-online.de/wirtschaf... index.html
Gr, It, Sp, Por können das nicht mehr. D, A, etc. bezahlen dafür.
1 Euro entsprach am
1.1.2005 4,0778 zloty
1.1.2006 3,8610 zloty
1.1.2007 3,8279 zloty
1.1.2008 3,5975 zloty
1.1.2009 4,1721 zloty
1.1.2010 4,0924 zloty
1.1.2011 3,9622 zloty
12.8.2011 4,1509 zloty
Quelle: http://kursy-walut-archiwum.mybank.pl/
klar, ohne euro, ohne risiko, kein mitschleppen von hilfspaketen, dafür förederungen der eu in hülle und fülle, billige Arbeitskräfte usw.
Alles auf Kosten der alten bis dahin seriös wirtschaftenden Staaten wie BENELUX, D und A. Übrigens: Auch in Wien wird die Immoblase in Kürze platzen.
"förederungen der eu in hülle und fülle, billige Arbeitskräfte usw."
Das ist doch die Idee der EU, alle Länder auf ein ähnliches Niveau heranzuführen.
Polen befindet sich z.Zt. in einem Aufbaustadium, wie Ö. vielleicht vor 30 - 40 Jahren. Breite Bevölkerungsschichten hackeln rein, was geht.
In das Stadium "seriöser Staaten", wo man gemütlicher agiert und die Märkte gesättigt sind, wird auch Polen kommen. Bei Lohnzuwächsen von bis zu 10% eher früher als später.
Bester Beweis dafür ist die heraufbeschworene aber ausgebliebene "Billig-Arbeiter-Lawine" nach der Öffnung des Arbeitsmarktes im Mai.
"ohne euro, ohne risiko"
Bis vor Kurzem war gerade der Euro ein sicherer Hafen und die Nationalwährung Wechselkursschwankungen und Spekulationen ausgesetzt.
Dem Euro beizutreten ist kein einfacher Prozess: Man muss Jahre lang Kriterien erfüllen und Polen ist als frühestmöglicher Termin das Jahr 2013 genannt worden.
Dass man sich in Zeiten zögerlicher zeigt, wo alteingesessene Staaten über die Zukunft des Euro laut nachdenken, sollte nicht wundern. Alles andere wäre aus politischer und rationaler Sicht Schwachsinn gewesen.
selten so gelacht...
Welcher seriöse Staat war das nochmal, der damit anfing sich nicht an die Maastricht-Kriterien zu halten und sein Haushaltsdefizit nicht auf die Reihe gekriegt hat? Damit hat doch der ganze EU/EURO/Schuldenkrise-Schlamassel angefangen..
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