Pläne

Linux Kernel: Jedes Jahr eine "Long Term"-Release

Andreas Proschofsky, 15. August 2011, 16:28
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    foto: henrique vicente / flickr

    Kein Grund zur Panik: Der Kernel soll künftig fix jedes Jahr eine "Long Term Release" bekommen.

    Image: Kernel panic, a Creative Commons Attribution (2.0) image from henriquev's photostream

Soll dann zwei Jahre lang mit Update gepflegt werden - Greg Kroah-Hartman mach Vorschlag für fixen Zeitplan

Mit einem geradezu rasanten Tempo wird in den letzten Jahren der Linux-Kernel vorangetrieben. Ungefähr alle drei Monate gibt es eine neue Release, die Mal für Mal signifikante Änderungen mit sich bringt. So erfreulich diese Aktivität für die EndbenutzerInnen des Systems ist, für die Hardwarehersteller stellt dieses Tempo ein gewisses Problem dar. Bleiben doch ältere Versionen der Software schnell auf der Strecke, der Wartungsaufwand an den Drittherstellern selbst hängen.

Stabil

Aus dieser Erkenntnis pflegt Novell-Entwickler Greg Kroah-Hartman schon seit einiger Zeit "Long Term"-Releases des Kernels, die dann über einen längeren Zeitraum mit Bugfixes versorgt werden. Bei der Version 2.6.16 sei dieser Umstand noch aus den einzelnen Bedürfnissen seines Arbeitgebers entstanden, bei der Version 2.6.32 dann schon als Konsequenz eines Treffens einiger EntwicklerInnen unterschiedlicher Firmen. Gerade letztere Release habe sich als voller Erfolg erwiesen, basieren doch praktisch alle aktuellen Enterprise-Linux-Angebote auf dieser Release, zeigt sich der Entwickler überzeugt.

Ausblick

In einem Blog-Eintrag macht sich Kroah-Hartman nun Gedanken über weitere Optimierungen an diesem Prozess - und wie dieser für die Zukunft auf feste Füße gestellt werden kann. Demnach soll es künftig jährlich genau eine Long-Term-Release des Kernel geben, die dann zwei weitere Jahre lang mit Updates versorgt wird. In Konsequenz werden also immer zwei solcher Versionen parallel gepflegt.

Vorschlag

Für die notwendigen Arbeiten meldet sich Kroah-Hartman dann gleich selbst, sei dies doch ohnehin das, was er jetzt schon für sein Unternehmen mache. Entsprechend habe er auch bereits die nötigen Skripte und den zugehörigen Workflow parat. (apo, derStandard.at, 15.08.11)

Kommentar posten
18 Postings
WeltEnSTurm
00
16.8.2011, 10:34

Ich hatte heute schon 3 kernel panics...
Blöd wenn der USB-Stecker der Platte, auf der das Betriebssystem ist, ein wenig locker sitzt :v

Schlafsackerl
00
16.8.2011, 16:35
Blöd ist...

meiner Meinung nach, die Systemplatte extern zu haben :) Aber man wird schon seine Gründe dafür haben :)

WeltEnSTurm
00
22.8.2011, 09:53

Man hat halt gern abwechselnd das gesamte Betriebssystem plus Daten auf dem Stand-PC und dem Laptop.

/dev/urandom
00
16.8.2011, 16:49
Warum?

eSATA verwenden, und Betriebssystem nach Wahl booten. Zwar würde ich mir das nicht antun, das Szenario halte ich aber für nicht so abwegig.

Arminius
00
16.8.2011, 13:28

Mit dem neuen Langzeitkernel?

WeltEnSTurm
01
16.8.2011, 15:10

Dürft egal sein was für ein Kernel das ist, wenn man einfach so root unmounted.

All Rites Reversed
01
16.8.2011, 19:13

Unmount würde ich das nicht nennen ... in leichter Abwandlung der Metapher, von der der Begriff Mount eigentlich kommt, passt wohl eher Unhorse :-)

Ein Mann der alten Schule
10
16.8.2011, 10:19
ich spürs irgendwie

daß jetzt doch bald das "Jahr des Linux-Desktops" kommen wird... stay tuned...

Foo Bar Baz und Lorem Ipsum
01
16.8.2011, 13:57

Diejenigen, die Linux schon (lange) (auch am Desktop) verwenden verstehen den Satz "Jahr des Linux Desktops" sowieso nicht. Macht für andere Sinn die auf Marketingsprüche wie "das beste Linux das es jemals gab" warten! ;)

Herman Toothrot
00
16.8.2011, 10:35

irgendwann wirds gewesen sein und keiner wirds gemerkt haben

Niemand & Keiner
00
16.8.2011, 09:17

Die Kurzlebikeit vieler Distris ist für etliche Bekannte von mir das Hinderniss schlechthin auf Linux zu wechseln.

Hagbard.Celine
00
16.8.2011, 18:35

Das als Hindernis zu betrachten... Naja.

Debian, Redhat/Fedora, Slackware, und neuerdings Ubuntu.

Ist doch genug Auswahl.

h 90
00
17.8.2011, 17:00

Ja wenns nur 2 gaebe und die perfekt funktionieren wuerden. Wo alles einheitlich aussieht, keine Menues wo man nichts verstellen kann weil das jetzt woanders ist....etc...etc.
Dann waere es besser.

WeltEnSTurm
00
16.8.2011, 10:35

Es gibt auch genug langlebige Distributionen, oder nicht?

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
00
15.8.2011, 22:46
schneller besser?

meine Erfahrung (mit Ubuntu) ist dass zwar die Releases schneller kommen, aber die Zahl der unterstützten Platformen abnehmen. Also ich habe nichts von 11.04 weil das Mounting der Harddisk beim Upgrade (eigentlich Neuinstallation ohne Formatierung) bei einem Atom-basierten aber nicht mobilen System fehlschlägt...
Kein Wunder dass Microsoft Linux nicht mehr als Konkurrenten sieht.

Arminius
00
16.8.2011, 13:27

Welche Plattform wurde denn aus dem Langzeitkernel entfernt?

mlau
01
16.8.2011, 07:59

Das ist ein Problem mit der Distribution, nicht des kernels.
Support für Hardware wird sehr sehr selten entfernt, meist
nur wenn sich niemand mehr findet der Hardware zum Testen, Datenblätter oder Interesse am funktionieren des Treibers hat.

n3x47
00
15.8.2011, 21:42
... und noch länger

Ergänzend: Willy Tarreau hat auf LKML Interesse bekundet Long-Term-Releases über die zwei Jahre hinaus noch weiterzupflegen, und will in einem halben Jahr 2.6.32 von Greg übernehmen. Er sagt er braucht das für seine Netzwerkteile. Greg hat das erfreut zur Kenntnis genommen.

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