Fahrrad

Opferbereitschaft beim ÖAMTC

12. August 2011, 17:45
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    foto: öamtc

    Nur das Dreieck in vier Metern Höhe verrät, dass man hier als Radler Nachrang hat.

Für Verein sind Radwege statt Parkplätzen akzeptabel

Wien - Der Verkehr in Großstädten wie Wien ist grundsätzlich ein Kundenreservoir für die Anbieter von Anti-Aggressions-Trainings. Autofahrer gegen Radfahrer, Radfahrer gegen Fußgänger lauten die beliebtesten Konfrontationskonstellationen. Was auch an der teilweise äußerst seltsamen Gestaltung des Straßenraums liegt, wie der ÖAMTC kritisiert. Und um sein Image vom Autofahrer- hin zum "Mobilitätsklub" zu ändern, wäre der Verein sogar bereit, Autofahrerinteressen zugunsten jener anderer Verkehrsteilnehmer hintanzustellen.

Bei einer Rundfahrt durch das Wiener Zentrum zeigt Jurist Martin Hoffer Journalisten einige der Problemstellen und erläutert Lösungsvorschläge. Beispielsweise bei der Oper. Dort ist die Situation tatsächlich brandgefährlich. Am Aufgang der U-Bahn führt direkt der Ringradweg vorbei, der dort extrem schmal wird. Und über den wenige Meter danach auch ein Schutzweg führt und anschließend eine Straße gequert werden muss. Konflikte sind vorprogrammiert.

"Hier können wir uns durchaus damit abfinden, dass Parkplätze geopfert werden. Wenn der Radweg schon 100 Meter vorher auf die Nebenfahrbahn verlegt wird, vermeidet man die Gefahrenstelle", meint Hoffer. Bisher stößt man damit aber auf taube Ohren.

Einen Weg, den die Stadt auch bei der U-Bahn-Station Schottentor beschreiten wird, wie der Verkehrsjurist sagt. Auch dort grenzen U-Bahn-Aufgang und Radweg unmittelbar aneinander, durch ein leichtes Gefälle sind Zweiradbenutzer oft hurtig unterwegs. "Angedacht ist, die Nebenfahrbahn hier quasi in eine Sackgasse zu verwandeln und dort einen Radweg anzulegen. Auch damit können wir leben - es geht bei der Verkehrsplanung schließlich auch darum, die besten Lösungen zu finden."

Rot, aber kein Radweg

Die manchmal durchaus einfach sein könnten - wenn man nur wolle. Ein Beispiel sei die Kreuzung Zedlitzgasse mit dem Parkring. Erreicht man diese auf dem Radweg vom Donaukanal kommend, erkennt man anhand des rotgefärbten Straßenbelages, wo der Radweg weitergeht. Was wie eine Radfahrerüberfahrt aussieht, ist allerdings keine. Es fehlen die weißen Quadrate links und rechts der Fläche.

"In vier Meter Höhe ist ein Nachrangzeichen angebracht, das aber kaum wahrgenommen werden kann. Hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, da Radfahrer glauben, sie haben Vorfahrt." Der Grund des Kuriosums sind die Wiener Linien. "Die haben argumentiert, dass ihr Bus hier nicht warten kann", erzählt Hoffer. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14./15. August 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
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rorschach
00
14.5.2012, 20:09
BITTE was soll das? wer braucht die kommentare vom öamtc zum fahrradverkehr?

da kann ich doch gleich den vcö fragen der sagt das mit den nebenfahrbahnen schon lange und hat noch mehr ... mich interessiert nicht was ein autofahrerclub zu sagen hat der erst vor 2-3 Monaten Fußgänger kritisiert hat weil sie des nächtens zu dunkel (und damit für autofahrer nicht so gut sehbar) gekleidet sind ....

Ben Hemmens
00
31.8.2011, 06:42
In vier Meter Höhe ist ein Nachrangzeichen angebracht, das aber kaum wahrgenommen werden kann.

Auch, weil diese bei Radfahranlagen die Ausnahme sind. Zu urgieren wäre:

1. Sondervorrangregeln a la "Verlassen einer Radfahranlage" streichen und die normalen Vorrangsregeln verwenden (wie hier).

und

2. "Vorrang geben" ggf. mit der Bodenmarkierung eines spitzen Dreiecks ergänzen - wird oft besser wahrgenommen als das Verkehrszeichen.

rorschach
20
17.8.2011, 20:54
warum kommt im standard immer der öamtc zu wort wenn es ums radfahren geht?

warum nicht der vcö?

Ben Hemmens
01
31.8.2011, 08:30
ist doch ein vernünftiger beitrag, oder?

also es könnte wohl schlimmeres geben, als einen öamtc-juristen, der (offenbar radelnd) sanierungsbedürftige stellen erklärt.

keine panik, die gegensätze mit dem öamtc werden uns wohl trotzdem nicht ausgehen ;-)

Just N. Opinion
 
02
26.8.2011, 00:15
Warum kommt im Standard immer der VCÖ zu Wort,

wenn's ums Autofahren geht - eine Materie, von der dieser dubiose Verein rein gar keine Ahnung hat?

R. Lexer
01
21.8.2011, 14:19

Grober Anhaltspunkt mit Google:

krone.at/derstandard.at/kurier.at/oe24.at

ÖAMTC: 79.000 / 31.800 / 4.150 / 66.400
VCÖ: 1.610 / 14.700 / 124 / 298

R. Lexer
00
21.8.2011, 14:12

Gerade im Standard kommt der VCÖ eh noch oft zu Wort, wenn auch gerne durch die APA verhackstückelt.

Schauen's mal in die (Print-)Krone ...

Ruskij
10
17.8.2011, 16:37
Der ÖAMTC als Mobilitätsclub?!?

Das sah in der letzten AutoTouring Ausgabe aber ganz anders aus. Da hatte ich eher den Eindruck, als wolle man den Autofahrern zeigen, dass sie quasi immer gegenüber den Radfahrern Vorrang hätten, wenn es die Verkehrssituation erfordere.

R. Lexer
12
21.8.2011, 14:07

Im ÖAMTC hocken an sich durchaus einige fähige Leute, wenn man sich etwa die Stellungnahmen in parlamentarischen Verfahren ansieht.

Nur kompensiert das leider nicht die boulevardesken Rundumschläge in der allgemeinen Kommunikation. Die Editoriale der Autotouring und die Presseaussendungen stehen den Rechtspopulisten um nicht viel nach.

Zitronenbaum
20
17.8.2011, 07:42

Hätte außerdem gerne mal Überführungen für Fußgänger, statt Unterführungen. Unterführungen können gefährlich sein, außerdem stinkts dort immer. Und wenn mal das Licht ausfällt hat man Pech gehabt. Auch tagsüber. D: Stiegen steigen muss man sowieso, also ist eine Überführung sicher nicht schlecht.

Flash Flash
00
27.3.2012, 17:35

Das 70er-Jahre Konzept "Stecken wir die Fußgänger in den Keller, damit der Fortschritt ungehindert durch die Straßen donnern kann" ist eigentlich schon lange überholt. Sowohl Unter- als auch Überführungen sind für Fußgänger äußerst unangenehm und sollten im Stadtgebiet nur im äußersten Notfall angewendet werden. Ansonsten ist eine niveaugleiche Kreuzung immer die bessere Alternative.

Woodpecker
00
Laster, hohe Busse, O-Leitungen ...

Leider müssen aus diesen Gründen Überführungen deutlich höher gebaut werden als Unterführungen.
Durch die Notwendigkeit, auch schon die 1. Fahrspur mit voller Höhe zu überqueren, und die gegebene Steigung der Treppenstufen braucht ein Übergang deutlich mehr Raum und läßt sich in der Stadt in bereits verbautem Gebiet selten nachträglich unterbringen.

BraS
 
00
17.8.2011, 10:34

Überführung: 5m Höhenunterschied
Unterführung: 3m Höhenunterschied

sollte erklären, warum ersteres eher selten angewendet wird.

Monopoly mit Hut
00
17.8.2011, 13:59

Meinst Du dabei jetzt die Material- und Herstellungskosten?

Solltest Du dann nicht eher so rechnen?

Überführung: 3m Breite, 20 cm Dicke. das Ganze in 5m Höhe, Leichtbauweise aus Holz, Metall, etc.

Unterführung: Aushub von 4-5m Tiefe, 4m Breite, Betonwanne, Drainage, Beleuchtung, Betondecke

BraS
 
00
18.8.2011, 10:22

ich meine den Aufwand für die Benutzer.

raff1
00
16.8.2011, 23:46
die Idee ist nicht schlecht.

Tiefgaragen her, und die Parkplätze in Radwege umbauen.
Würde die Stadt verschönern.

legal eagle
 
01
16.8.2011, 06:45
gute sache -

hoffentlich passiert an den u-bahn-stationen endlich was. dass dort nicht mehr menschen was passiert, ist eigentlich ein beweis dafür, dass beiderseits umsicht und vernunft vorherrschen...

yotix
 
05
14.8.2011, 10:34

Es ist ja selten genug, dass man vom ÖAMTC Sinnvolles zum Thema Fahrrad hört.

R. Lexer
01
21.8.2011, 14:10

Verglichen mit der WKO ist ÖAMTC fast noch zahm. Die Wirtschaftskammer hat bezüglich Auto oft noch viel extremere Ansichten, insbesondere wenn es um Parkplätze geht.

obibiber
05
14.8.2011, 10:03

ich bin nicht rad-, sondern autofahrend in wien unterwegs, allerdings schaun manche radwege auch ohne drauf gefahren zu sein so aus, als wollte die stadtverwaltung radfahrer loswerden: zb fahradweg fährt rechts entlang der (noch) einspurigen straße, die sich meter später zwei-spurig in gerade-aus- und abbiege-spur teilt. an dieser stelle wird der fahrradweg zwischen diese beide spuren gesetzt, sprich: radfahrer und abbieger queren je radweg und abbiegespur.
da können's radfahrer gleich auf die straße stellen und 5 leute fahren mit dem auto drüber. verantwortungslose verkehrsplanung, die im schlimmsten fall menschenleben kostet; in dem fall sind das radfahrer eher als autofahrer.

Cpt Caveman
00

super kommentar, danke! die gefährlichsten situationen entstehen wenn ich mich auf den radfahranlagen fortbewege. unübersichtlich und wenig platz, dadurch muss ich langsamer fahren was die autofahrer noch grantiger und gefährlicher macht.

vorschlag:
1. auf schmalen straßen die mit längsparkern begrenzt sind, keine radwege. sondern die radfahrer (wie mopeds) als zu autos gleichwertige verkehrsteilnehmer behandeln (stichwort: autotüren, sichtbarkeit von passanten, entschleunigung des autoverkehrs..). noch besser: das shared space konzept (http://de.wikipedia.org/wiki/Shared_Space)
2. bike boxes wie in dieser broschüre auf S.12 dargestellt. http://www.wien.gv.at/stadtentw... 008177.pdf
eine wunderbare sache!

Flash Flash
00
16.8.2011, 16:10

Gerade diese Radstreifen, die rechts von den Geradeausfahrenden, aber links von den Rechtsbbiegenden sind, sind sinnvoll. Die leider übliche andere Variante, rechts von Rechtsabbiegenden geradeausfahren zu müssen ist wesentlich gefährlicher.

Amish Bob
 
01
15.8.2011, 18:57
Wie würden Sie ...

... das denn lösen? Den geradeaus fahrenden Radfahrer rechts am Rechtsabbieger vorbei. Ihnen sind wohl trotz der schlechten Radwege immer noch zu viele Radfahrer unterwegs, oder?

obibiber
00
22.8.2011, 08:58

kleinere autos, keine riesendinger, mehr platz für alle, damit müssen zb radwege auch nicht zwischen spuren...
"Ihnen sind wohl trotz der schlechten Radwege immer noch zu viele Radfahrer unterwegs, oder?"
erklären sie bitte, wie sie zu dieser aussage kommen können, wenn sie mein post gelesen haben.

Amish Bob
 
00
24.8.2011, 01:44
Also auch kleinere Autos ...

... müssen rechts abbiegen. Die verschiedenen Verkehrsstöme kann man früher entflechten, so wie das mit den Radstreifen passiert, oder sie kommen sich an der Kreuzung in die Quere, wie das mit Radwegen der Fall ist. Da Sie anscheinend letzteres bevorzugen und dies gefährlich ist, nehme ich an, es sind Ihnen zu viele Radfahrer unterwegs.

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