Eine Umfrage zeigt, wie selbstverständlich digitales Leben für die meisten ist
Ist der Computer alles in allem eher ein Segen oder ein Fluch? Diese Frage ließ der Standard in der Vorwoche 400 repräsentativ ausgewählten Österreichern stellen - und eine Zweidrittelmehrheit entschied sich für "Segen" . Allerdings gibt es bei dieser Frage einen deutlichen Gender-Gap: Männer sind von den Segnungen des Computers viel stärker überzeugt; jede vierte Frau hält den Computer für einen Fluch. Auffallend an den von Market erhobenen Daten ist auch, dass die Segnungen des Computers umso deutlicher wahrgenommen werden, je länger die Befragten selbst einen PC im Haushalt haben.
Altersgefälle
Befragte unter 30 können sich mehrheitlich gar nicht vorstellen, wie man früher ohne Handy und Internetzugang gelebt hat. Hier gibt es ein starkes Altersgefälle: 67 Prozent der Menschen über 50, aber nur 44 Prozent der unter 30-Jährigen können sich ein Leben ohne Internet vorstellen. Ein Leben ohne Handy ist nur für jeden vierten Befragten über 50 unvorstellbar.
Weitere Aussagen der Market-Umfrage für den Standard:
- Computer haben den Druck in der Arbeitswelt verschärft: Das meinen 75 Prozent, noch stärker die Menschen mit hoher Bildung.
- Wer viel am Computer sitzt, vertrödelt viel Zeit mit Surfen und Spielen: 77 Prozent, besonders jüngere und weibliche Befragte, stimmen dieser Aussage zu.
- Durch das Internet kann man Wissen erwerben, das man früher nur schwer in Büchern finden konnte: Ein Vorzug, den 85Prozent sehen - besonders Grün-Wähler und Angehörige der mittleren Altersschicht.
- Dass man durch Computer und Internet leichter Verbrechensopfer wird, vermuten 79 Prozent - am stärksten sind diese Ängste bei Leuten, die kürzer als vier Jahre einen Computer daheim haben.
- Mehr Gerechtigkeit in der digitalen Welt, weil sie Männer und Frauen gleich behandelt, erwarten 37 Prozent der Frauen - ebenso viele meinen, dass es auch in der digitalen Welt keine Geschlechtergerechtigkeit gäbe. Grüne und SPÖ-Wähler haben diesbezüglich höhere Erwartungen als andere.
- 65Prozent der Männer und 52 Prozent der Frauen versuchen, an einzelnen Wochentagen oder im Urlaub keine Computer zu nutzen.
(Conrad Seidl/DER STANDARD Printausgabe)