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Vom Niemandsding zum Herzding

12. August 2011, 17:43
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    foto: tony gigov

    "Das Internet hilft, Fernbeziehungen am Leben zu erhalten" - Luca Hammer

    Foto: Tony Gigov/Blog: http://tonygigov.com

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    STANDARD-Schwerpunkt Digital leben

Das Internet ist nicht immer so schnelllebig wie sein Ruf. Es kann durchaus Vorteile für die Liebe mit sich bringen - körperliche Nähe ersetzen kann es jedoch nicht

Wenn ich jemandem erzähle, dass ich meine Freundin im Internet kennengelernt habe, ernte ich meist mitleidige Blicke. Partnerbörsen gelten als Restehaufen für alle, die zu lange am Markt waren. Dabei gibt es gute Gründe dafür, etwa Zeit. Meine Geschichte beginnt jedoch woanders. Beim Bloggen.

Blogs sind Kommunikation. Jeder Beitrag ein Gespräch, an dem Bekannte und Fremde teilnehmen können. Manchmal fühlt es sich an, wie am Morgen nach einer Party mit Freunden heimzugehen und über das Leben zu philosophieren. Manchmal wie das Gespräch im Supermarkt, wo sich immer mehr Personen beteiligen. Die Themen werden weitergetragen - im Gegensatz zur Offline-Welt meist mit Referenz auf ihren Ursprung.

Es passierte vor vier Jahren. Damals bloggte ich seit knapp einem Jahr. Eines Tages stolperte ich in einem Blog namens "Daily Me" über einen Link zum Blog "niemandsdinge" . Wie so oft las ich erst einmal ein paar Beiträge quer, freundete mich recht schnell mit dem Schreibstil an und abonnierte den Blog.

Das Internet ermöglicht asynchrone Kommunikation in vielen Bereichen. Ideal für Menschen, denen der perfekte Satz erst am nächsten Tag einfällt. Aber auch für viele andere. Der Klassenclown findet Platz für seine Späßchen, der Schüchterne kann erst einmal nur zuschauen.

Irgendwann habe ich Mia in einem Beitrag verlinkt, und ab diesem Zeitpunkt haben wir uns gegenseitig gelesen. Also die Blogs. Und gelegentlich kommentiert. Als sie auf dem Blog gefragt hat, ob sie jemand bei einem Podcast unterstützen könne, bot ich ihr meine Hilfe an. Via E-Mail oder Skype (die Handynummer im Internet). Zu Beginn schrieben wir vor allem, früher wären es Briefe gewesen, heute oft SMS, bei uns waren es Skypenachrichten. Mitten in der Nacht gestand man sich die gegenseitige Sympathie.

Das Internet öffnet einen weltweiten Pool an möglichen Partnern. Theoretisch. Wir hatten nicht gesucht, waren glückliche Singles. Erst nur befreundet, wir halfen uns gegenseitig und hatten Spaß. Bis es irgendwann mehr wurde.

Das Internet ist keine eigene Welt, sondern verknüpft die Welt in der wir leben. Ermöglicht, dass wir mit Menschen kommunizieren, mit denen wir offline nie in Kontakt gekommen wären. Bringt neue Perspektiven mit sich und verändert das Denken. Manchmal.

Das Internet gibt vor, Entfernungen zu überbrücken, tut dies jedoch nur teilweise. 800 Kilometer. Mit dem Zug sieben bis neun Stunden. Bei Verspätung auch zwölf. Am Tag, nachdem wir uns nähergekommen waren, wollte ich es wieder beenden. Mein damaliger Projektpartner hat mir von seinen gescheiterten Fernbeziehungen erzählt, und ich hatte Angst, dass es vor allem Schmerzen bringen würde.

Mia verstand mich, meinte aber, dass wir es einfach probieren sollten. Nicht hineinsteigern, nicht die Liebe fürs Leben erschaffen, sondern mit einem Menschen zusammen sein, den man gernhat. Und wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr.

Das Internet hilft, Fernbeziehungen am Leben zu erhalten

Vom ersten Kennenlernen bis zum Näherkommen vergingen vier Monate. Bis wir uns das erste Mal sahen, weitere sechs. Ich hatte Urlaub und wollte ein paar Tage bei ihr bleiben. Es wurde fast ein Monat daraus. In den folgenden Jahren vergingen oft mehrere Monate, bis man sich wiedersah. Die Abschiede waren unglaublich schmerzhaft.

Das Internet hilft, Fernbeziehungen am Leben zu erhalten. Nahezu jeden Tag zwischen einer und drei Stunden miteinander reden. Die restliche Kommunikation fand meist öffentlich statt. Viele Blogs haben tagebuchähnlich begonnen, so auch meiner. Menschen geben Dinge aus ihrem Leben preis, ermöglichen ein Miterleben. Man kann dadurch keinen Menschen komplett kennenlernen, aber es gibt einen Einblick, ein Gefühl. Im Internet weiß man über das Gegenüber oft mehr, als wenn man es nur offline kennenlernt.

Neben Skype fand ein Großteil unserer Kommunikation öffentlich statt. Wir ließen und lassen andere Menschen an unserer Beziehung teilhaben. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Mehrdeutige Nachrichten auf Twitter, Blogbeiträge und indirekte Kommunikation. Für jemanden, der uns nicht kennt, sind viele Nachrichten unverständlich, für andere reicht ein Wort, und sie wissen, worum es geht.

Vier Jahre Fernbeziehung. Das Internet hilft, jedoch kann es körperliche Nähe nicht ersetzen. Es hilft zu überbrücken, doch nach einer gewissen Zeit braucht man ein greifbares Ende der Entfernung. Zumindest am Horizont. Vor drei Wochen bin ich zu ihr gezogen.

Jetzt hilft mir das Internet, in Kontakt mit meinen Freunden zu bleiben. Wir haben einen gemeinsamen Blog gestartet, wo es für jeden möglich, ist unsere Beziehung zu verfolgen: http://herzding.net

Luca Hammer (22) ist Innsbrucker und laut Eigendefinition Blogger, Sprachspieler, Webentwickler, Autor, Denker, Mensch, Student, Realist und Idealist.

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Mahtrix
00
11.11.2011, 13:25

apropos stalker LOL

Mahtrix
00
10.11.2011, 14:29
auch die bemerkung "mit menschen

spielen" ... fand ich interessant, da es genau das ist, was auch Sie praktizieren ...

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 14:34

Weil ich nicht weiß, wie ich sonst mit solchen Kommentaren umgehen soll.

Mahtrix
00
10.11.2011, 14:36

Sie wussten es aber ganz genau, als man Sie beim MQ um Hilfe gebeten hat.

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 15:07

Nachdem man mich um Rat fragte, habe ich nichts mehr gepostet.

Mahtrix
00
10.11.2011, 15:14

Nachdem er wusste, dass es Bekannte waren, die User an der Nase herumführten, hat er nichts mehr gepostet. Das nennt man auch Hilfe. Sie wissen schon, auf wessen Seite Sie sich schlagen.

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 15:17

Auf welche denn?

Mahtrix
00
10.11.2011, 15:24

Auf die andere

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 15:35

Welche ist die andere?
MQ
Agentur
Page Ersteller
Erzürnte Menschen
Verständnisvolle Menschen
Trolle

Mahtrix
00
10.11.2011, 15:41

Auf die Seite, die mit Erfolg gezeigt hat, wie man Social Media instrumentalisiert, um antidemokratische Aktionen umzusetzen.

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 16:28

#unibrennt

Mahtrix
00
5.12.2011, 22:37

jaja, die regeln, nur nach welchen regeln.

Mahtrix
00
6.12.2011, 11:25
jo

kompliment, ich steh auf ihre sottisen .-)

Mahtrix
00
6.12.2011, 21:26

allein stapfen, always se best eidia

Mahtrix
00
10.11.2011, 14:15
... und andere ...

... indirekt als attention whores abqualifizieren. herrlich ...

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 14:19

Kleiner Stalker?

Mahtrix
00
10.11.2011, 14:21

Dann müsste ich ja Ihr Tagebuch lesen. Ich aber lese nur das, was Sie der Welt so jeden Tag mitteilen.

Luca Hammer
 
00
10.11.2011, 14:22

Und warum schreiben Sie dann kein Kommentar zum zugehörigen Blogpost oder eine Reply? Sondern stattdessen in diesem halbverstaubten Forum?

Mahtrix
00
10.11.2011, 14:24

Ich finds hier angenehmer.

Mahtrix
00
23.8.2011, 22:48
julius c.

alle, die nicht von mir begeistert sind, sind trolle. redakteure, die meine artikel auf fehler hin korrigieren, kürzen ihn

Luca Hammer
 
00
24.8.2011, 08:31

Dass er gekürzt wird, war abgemacht, da mein Text zu lang war. Dass Fehler ausgebessert werden, sollte bei einer Onlinezeitung selbstverständlich sein.

Und Trolle füttert man bekanntlich nicht. Stop. Egal.

Mahtrix
00
24.8.2011, 08:41

Natürlich, es ist völlig normal, dass in einer Online -Zeitung ein "Artikel" "zu lang" ist. Das haben Sie sicher recht.
Wenn Sie Trolle nicht füttern wollen, dann lassen Sie es doch. Wenn es Ihnen egal ist, dann lassen Sie es doch.

Luca Hammer
 
00
24.8.2011, 08:55

Es ist mir eben nicht egal, was Menschen unter einen emotionalen Text von mir schreiben. Ich schaue nicht weg, weil es vielleicht unangenehm ist oder ich schlecht dastehen könnte. Ich bin der Meinung, dass man negativen Postings die Kommentarbereiche nicht überlassen sollte.

Und achten Sie doch bitte auf meine Sprache.

Mahtrix
00
24.8.2011, 10:05

Eventuell sollten Sie auf Ihre Sprache achten.
Ihre Einstellung zu denjenigen, die kommentieren, ist lächerlich. Sie unterteilen die Welt in Ihre Freundchen, die Ihnen via Twitter, Google+ etc. Mut zusprechen, und dann gibt es die Trolle, die vielleicht nicht ganz so begeistert sind, und egal, was sie schreiben, sie sind zuerst einmal Trolle, die mit dem billigsten aller Sprüche "Don't feed the trolls" gefüttert werden. Das ist etwas billig, aber vielleicht gesünder für Sie.

Luca Hammer
 
00
24.8.2011, 10:11

Zuallererst bedeutet wohl am Ende. Alle sind einige. Das billigste ist etwas billig.

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