Schuldenkrise bringt laut EHL neuen Nachfrageschub auf dem Sektor - Sekundärmarkt wird immer wichtiger
Die Nachfrage privater Anleger nach Immobilien hier insbesondere nach Vorsorge- und Anlegerwohnungen bleibt weiter stark. Laut einer Studie von EHL Immobilien wurden im ersten Halbjahr 2011 in Wien rund 280 Vorsorgewohnungen verkauft, was einen Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeute.
Die Zahl der tatsächlichen Kaufabschlüsse spiegle die steigende Nachfrage aber nur in Ansätzen wider, meint Sandra Bauernfeind, Leiterin der Wohnungsabteilung von EHL Immobilien. "Der limitierende Faktor ist derzeit eindeutig die Angebotsseite. Es gibt einfach zu wenige in Frage kommende Liegenschaften, und bei diesen gibt es immer stärkere Konkurrenz durch Projekte, in denen von den Käufern selbst genutzte Eigentumswohnungen entstehen." Dies sei vor allem in den teuren Wohnlagen innerhalb des Gürtels der Fall, da hier die Preise für Eigentumswohnungen deutlich stärker als die Mieten gestiegen sind. "In diesen Lagen ist Vermietung als Vorsorgewohnung einfach nicht mehr rentabel."
Verkehrsanbindung entscheidend
Als Konsequenz daraus würden die Entwickler von Vorsorgewohnungen immer stärker in etwas weiter vom Stadtzentrum befindliche Lagen ausweichen. "Hier gibt es dann qualitativ große Unterschiede", man könne deshalb definitiv nicht alle Projekte empfehlen, so Bauernfeind.
Entscheidend für die Beurteilung seien letztlich öffentliche Verkehrsanbindung und die lokale Infrastruktur. "Vorsorgewohnungsobjekte in U-Bahn-Nähe in einem intakten Wohnumfeld mit ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und Lokalen sowie vielleicht noch nahegelegenen Grünzonen kann man bedenkenlos kaufen, auch wenn sie in einem Bezirk mit etwas weniger gutem Image, aber hohem Wertsteigerungspotenzial liegen." Wo diese Voraussetzungen aber nicht oder nur sehr unzureichend gegeben sind, sollte man "lieber die Finger davon lassen".
Sekundärmarkt wird ein Faktor
Eine immer wichtigere Rolle spiele mittlerweile der "Sekundärmarkt", also Vorsorgewohnungen, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten gebaut wurden und von den ursprünglichen Käufern nun wieder veräußert werden. Bei immer mehr Vorsorgewohnungen laufe nun die steuerlich bedingte 10-jährige Behaltefrist aus, daher steige das Angebot. "Die Käufer können hier zum einen höhere Renditen als bei neuen Vorsorgewohnungen erzielen, zum anderen haben sie auch den Vorteil, dass die angebotenen Wohnungen bereits großteils vermietet sind; auch das Risiko, bei Folgevermietungen nicht mehr die gleichen Erträge zu erzielen, ist bei älteren Wohnungen geringer", so Bauernfeind, die für den weiteren Jahresverlauf mit weiter steigender Nachfrage rechnet. Insbesondere die Griechenland- und Eurokrise lassen Investitionen in Immobilien nämlich weiterhin als besonders attraktiv erscheinen. "Für sicherheitsorientierte Privatinvestoren gibt es kaum vergleichbar gute Alternativen zu Wohnungseigentum." (red)