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"Liebe Politiker, ihr müsst endlich davon wegkommen euch gegenseitig zu blockieren. Es passiert gar nichts."
Martin Schott ist seit wenigen Wochen Vizevorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft. Der 25-jährige Student der Biotechnologie zeigt sich im derStandard.at-Interview von Minister Töchterle enttäuscht und mahnt mehr Mittel für die Universitäten ein. "Das ist leider unsere Hauptaufgabe", sagt Schott. Die Fragen stellte Sebastian Pumberger.
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derStandard.at: Der designierte Rektor der Universität Wien stellt Studienschließungen in den Raum, die Situation bei der Uni-Finanzierung ist dramatisch. Was hat die ÖH dem entgegenzusetzen?
Schott: Der Fokus liegt in den letzten zwei Jahren wieder auf der Bildungspolitik. Einerseits wegen der Studierendenproteste, auf der anderen Seite wegen der wirklich dramatischen Situation an den Universitäten, aber auch an den Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Es ist schade, dass wir mit diesen Themen Aufmerksamkeit auf die Bildungspolitik lenken müssen, aber es wird auch weiterhin unsere Aufgabe sein, aufmerksam zu machen, dass der Hochschulsektor mehr Geld braucht. Das ist leider unsere Hauptaufgabe. Liebe Politiker, ihr müsst endlich davon wegkommen, euch gegenseitig zu blockieren. Es passiert gar nichts. Es braucht viel mehr Geld um sich weiterentwickeln zu können. Die geforderten 300 Millionen Euro braucht man nur um den Status Quo aufrechterhalten zu können. Dann fangen wir erst an, von einer Weitentwicklung zu reden.
derStandard.at: 300 Millionen für den Status Quo. Was braucht es wirklich?
Schott: Die Studienplatzfinanzierungskommission hat es ja ausgerechnet. Wir brauchen 900 Millionen Euro mehr. Wenn wir sagen, wir wollen zwei Prozent des BIP erreichen, dann braucht es eine Bildungsmilliarde.
derStandard.at: Wie beurteilen Sie die Studienplatzfinanzierung?
Schott: Das ist schwierig. Für Töchterle und die ÖVP bedeutet die Studienplatzfinanzierung sofort Kapazitätsgrenzen und Zugangsbeschränkungen. Das ist das erste, das ihnen einfällt. Es ist sicherlich interessant, sich auszurechnen, was ein Studienplatz kostet und wie viel die Universitäten benötigen um sich ausreichend zu finanzieren. Es geht von Seiten der ÖVP nicht um eine Finanzierung, sondern es geht um eine Beschränkung von Studierendenzahlen. Das ist der falsche Zugang.
derStandard.at: Innerhalb der SPÖ gab es in den letzten Wochen einige Stimmen, die den freien Hochschulzugang infrage gestellt haben. Zum Beispiel die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die sagte der freie Hochschulzugang ist eine Lüge. Erfolgt hier gerade ein Schwenk?
Schott: Ich hoffe sehr, dass sich die SPÖ auch weiterhin für offene Hochschulen einsetzt. Sie würde ihren ureigenen Idealen widersprechen. Bei Burgstaller färbt die große Koalition in Salzburg etwas ab. Es ist schade, weil es diesen Kräften in der ÖVP Auftrieb gibt. Wir werden sehr darauf bedacht sein, die SPÖ daran zu erinnern, wenn es ein Schwenk werden sollte. Ich glaube aber nicht, dass es die bestimmenden Kräfte in der SPÖ sind, die auf Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren umschwenken werden.
derStandard.at: Die ÖH hat Minister Töchterle anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt scharf kritisiert. Bislang gab es auch noch kein Treffen mit der neuen ÖH-Führung. Warum?
Schott: Ich war positiv überrascht, als Töchterle Minister geworden ist. Als ehemaliger Rektor einer Universität kennt er das kollegiale Zusammenarbeiten zwischen ProfessorInnen, Mittelbau und Studierenden. Ich war von seinen ersten Aussagen und seinem Motto "viribus unitis - mit vereinten Kräften" überrascht, aber jetzt ist dieses Motto weit weg von seinen tatsächlichen Aktionen. Er hat sich noch nicht erbarmt, sich mit uns zu Treffen. Wir haben natürlich versucht einen Termin für einen Antrittsbesuch zu bekommen. Er hat erst am 1. September für uns Zeit und richtet uns indessen in Medien und Presseaussendung aus, was er so vorhat. Die Studienplatzfinanzierung wird alleine ausgearbeitet, da ist niemand dabei. Hochschulraum mit Weisenrat - keine Einbindung der Studierenden. Das Studiengebührenmodell will er alleine ausarbeiten, mit nirgend wem. Von dem gemeinsamen Anspruch ist er sehr, sehr weit entfernt. Das enttäuscht schon ziemlich.
derStandard.at: Vizekanzler Spindelegger tritt für Studiengebühren ein. Sein neuester Bildungspolitischer Vorschlag: Je nach Studienrichtung unterschiedliche Gebühren, die sich nach dem Bedarf der Absolventen zusammensetzten.
Schott: Der Vorschlag hat mich ziemlich überrascht. Es ist wirklich abstrus auf Zuruf der Wirtschaft die Studiengebühren zu regeln. Es zeigt das wahre Gesicht der ÖVP. Sie wollen mit Studiengebühren lenken. Bisher war das vorgeschobene Argument, dass jeder seinen Beitrag leisten soll.
derStandard.at: Die TU Graz ruft sogar zu Spenden auf. Wie beurteilen Sie das?
Schott: Das ist nicht neu, alle Unis schreiben an ihre Alumni und an Firmen. Dass es nun ein öffentlicher Spendenaufruf ist, zeigt wie dramatisch die Lage wirklich ist. Das ist ein Armutszeugnis für die Politik. Die Unis haben schon recht, wenn sie auf allen Wegen versuchen, Mittel zu lukrieren. Wenn ich Wissenschaftsminister wäre, wäre das schon traurig.
derStandard.at: Zur PädagogInnenausbildung: Die Universitäten hätten die gerne komplett in ihrer Hand gesehen. Wie ist da die Position der ÖH?
Schott: Das ist klassisch österreichisch. Ein bisschen Länder gegen Bund, ein bisschen Rot gegen Schwarz und am Ende passiert gar nichts. Da müsste man sich zu einem Weg bekennen. Unserer Meinung nach braucht es eine gemeinsame PädagogInnenausbildung für alle Bereiche. Es wird mehr über den Namen als über den Inhalt diskutiert. Es braucht einen Gesamtplan für die Hochschulen, der auch die Fachhochschulen miteinschließt. Eine PädagogInnenausbildung ohne Wissenschaft wird aber auch nicht funktionieren.
derStandard.at: In den letzten Tagen wurde wieder viel über den "Ansturm" der deutschen Studierenden gesprochen. Wie schätzen Sie die Situation ein?
Schott: Es war in den letzten Jahren nicht nur aus Deutschland ein europäischer Austausch der Studierende. Das sollte nicht als Problem gewertet werden, sondern als Chance. Wir wollen den europäischen Hochschulraum. Wenn es diesen geben soll, dann soll dieser auch europäisch finanziert werden. Anders als beim Agrarbereich ist es der Regierung vollkommen egal, ob dies gerecht ist oder ob es Ausgleichszahlungen gibt. Es braucht hier eine europäische Lösung und nicht Zugangsbeschränkungen. (derStandard.at, 16.8.2011)
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Effekt = für Studenten, deren Eltern in Österreich Steuern zahlen sogar ein Einommensplus.
Für Studenten, deren Eltern in Österreich keine Steuern zahlen = endlich wird unserem Staat die Leistung abgegolten.
Wäre doch fair, oder?
reaktionär regiert - aber bei uns plärren die selbsternannten herrenmenschen nach eliminierung der ärmeren schichten aus allen ebenen der bildung und mitbestimmung.
und faymann nickt es ab. ihm gefällt es.
wir werden erst noch sehen, ob das konsequente nein zu studiengbühren und zugangsbeschränkungen bleibt, oder ob es ein versuch ist, taktisch zu agieren. die spö muss sich ihr vertrauen erst einmal verdienen.
wenn die parteien sich jetzt blöd anstellen, wird 2013 ein denkwürdiges wahljahr. die schwarzen werden nicht die erwartete freude mit den nationalsozialistisch gesinnten blauen haben - vor allem werden sie keine freude mit dem unmut des volkes haben, wenn sie dann, völlig losgelassen, den staat nach ihren vorstellungen beherrschen
Entweder es gibt mehr Geld für die Unis oder die Republik in dieser Form sieht ihren letzten (brennenden) Tagen entgegen.Diese jahrelange Verzögerungstaktik ist ein gefährliches Spiel und vollkommen unverantwortlich gegenüber der Bevölkerung, schließlich sind die Studenten die größte zukünftige Innovationsressouce und die direkten und indirekten Multiplikatoren der politischen Meinungsbildung unter Jugendlichen <35
Man könnte auch - statt die Unis auszuhungern und junge Leute mit allen nur erdenklichen Schikanen vom Studium fern zu halten - endlich massiv in die Bildung investieren.
Junge Deutsche kommen zu uns? Lasst sie! Studierende zahlen Miete, kaufen Bier und Bücher und so weiter, und fördern so die Wirtschaft des Gastlandes. Zudem lernt man im Laufe eines Studiums zahlreiche Leute in verwandten Sparten kennen, von denen oft nicht wenige irgendwann Manager werden - Österreichs Absolventen besser international zu vernetzen, und einen Hauch der weiten Welt in unsere Käffer von Universitätsstädten zu bringen, kann auch nicht ganz schlecht sein.
[Australien bietet jährlich Stips für Zehntausende Asiaten - wo bleiben "unsere" Afrikaner oder Irakis?]
...ohne unsere Unis jetzt mit öffentlichen Toiletten vergleichen zu wollen, aber... ;-) Jede Gesellschaft hat eine bestimmte Anzahl von Individuen. Aufgrund menschlicher Bedürfnisse kommt es zu einem Bevölkerungsdruck. Bei den öffentlichen Toiletten, schaut sich der Planer an, wie viele er davon aufstellen muss um diesen menschlichen Bedürfnis gerecht zu werden. Dann gibt's entweder Warteschlangen, oder es gibt keine...es gibt verschmutzte Klos, auf denen sich die Kacke bis über den Brillenrand stapelt, oder halbwegs saubere...
Auch Hochschulbildung ist ein menschliches Bedürfnis.
Sie - im Einklang mit den unfähigen konservativen PolitikerInnen - proklamieren immer nur über die 50 Cent und den vollautomatischen Schranken. DAS IST ZUWENIG!
Blödsinn - den Wiener Durchschnittsprolo interessiert das nicht. Gestern und morgen nicht. Ö. ist ziemlich immer noch bildungsresistent, forschungs- und wissenschaftsfeindlich tendenziell sowieso; es geht ja den sozialstaatsverwöhnten Depperten ja auch ziemlich gut.
Aber auch abgesehen vonder speziell hiesiegen Situation ist der Satz ein Unfug.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wäre absolut FÜR einen freien Hochschulzugang, vorausgesetzt die Finanzierung ist gegeben, aber wir haben derzeit nicht das Geld, um diesen mit annehmbarer Qualität der Ausbildung zu gewährleisten und daher halte ich es für lächerlich, unbedingt daran festhalten zu wollen. Klar, Zugangsbeschränkungen alleine können nicht die Lösung sein, aber der freie Hochschulzugang ist es eben nunmal (leider) auch nicht.
Markieren Sie bitte nicht den Realo, das ist doch lächerlich zu behaupten, dass "wir derzeit nicht das Geld haben". Das die ÖVP-FinanzministerInnen nicht in die Bildung investieren wollen liegt an deren Bildungs(un)verständnis. Da sitzen halt Leute drinnen, die gesellschaftliche Zusammenhänge, Fragen nach Leistung(szwang), und materielle Verteilung auf das Faktum "JUS" reduzieren und alles andere dem lieben Gott überlassen. Gefährlich ist das allemal, werden doch hier nicht nur die Zukunftsvisionen tausender junger Leute von einer (...) PolitikerInnenkaste ausradiert, sondern auch eine intellektuelle Schicht - als Garant für die österreichische Demokratie - nachhaltig dezimiert.
(außerdem: wer ist "wir"?)
Mit "wir" meine ich den Staat.
Gut, haben oder nicht ist ansichtssache, jedoch ist es unrealistisch zu glauben, dass die werten Damen und Herren sich so weit von ihrer derzeitigen Position wegbewegen, dass am Ende ein ausreichendes Budget für einen freien Hochschulzugang zur Verfügung gestellt wird. Klar, für die Zukunft wäre es wünschenswert, aber das wird sich leider (politisch) nicht machen lassen.
Was soll man als Österreicher derzeit sagen, Leute wie die Fekter entscheiden über Dinge, von denen sie keine Ahnung haben. Ist halt blöd, wenn einem der Unterschied zwischen BWL und VWL nicht bekannt ist. Aber immerhin weiß sie, dass die Finance was anderes ist als die Kieberei. Vermutlich müssen wir dafür schon dankbar sein..
Leider ist die SPÖ-Politik eh so ausgerichtet: Während man dem VSSTÖ vorlog, eh etwas für die Studierenden unternehmen zu wollen, installierte man den Hardliner und Studentenhasser Sigurd Höllinger (SPÖ) im Bildungsministerium. Er war hauptverantwortlich für alle der studentenfeindlichen und teuren Regeln, mit denen man systematisch Studierende mit Nebenjobs aus der Uni drängen und das Absolvieren eines Studiums so unangenehm und unpraktisch wie möglich machen wollte.
...vorrangig einen lenkungseffekt haben, hat nie jemans bestritten und das hab ich bereits vor 2 jahren gepostet...wenn man mal ein bisschen versuchen würde, die systeme zu verstehen, müsste man nicht immer so verwundert über alles sein...ein lenkungseffekt ist übrigens absolut notwnedig, auch wenn der vorschlag nach wirtschaftsgelenkten gebühren mehr als dumm ist
"Für die Jahre 2011 bis 2015 (...) im Rahmen des Hochschulpakts 9,7 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln für Unis und Fachhochschulen (FH) zur Verfügung [stellt]."
9,7 Milliarden ZUSÄTZLICHE Mittel. Also wo ist da die Relation, zu den österreichischen Verhältnissen, die noch dazu unter Gehrer ausgehungert wurden?
ES BRAUCHT EINE BILDUNGSMILLIARDE UND ZWAR JETZT!
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