Rektor gefeuert

Hunderte fiktive Studenten an Moskauer Uni angemeldet

12. August 2011, 13:55

Wollte mit Zulassung hunderter fiktiver Studenten an der Pirogow-Uni neuen landesweiten Aufnahmetest umgehen

Moskau - Der Rektor der angesehenen Moskauer Pirogow-Universität für Medizin ist wegen der Aufnahme von "Phantomstudenten" gefeuert worden. Bildungsministerin Tatjana Golikowa habe den Hochschulleiter Nikolai Wolodin entlassen, teilte ihr Ministerium am Mittwoch mit. Grund war die Zulassung hunderter fiktiver Studenten an der Pirogow-Universität, um einen neuen landesweiten Aufnahmetest zu umgehen.

Durch die einheitliche Aufnahmeprüfung sollte der Zugang zu den staatlichen Hochschulen in Russland eigentlich transparenter und weniger anfällig für Korruption werden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ließ die renommierte Medizin-Universität Ende Juli 626 Studenten mit guten Noten zu, die es in Wahrheit gar nicht gab. So wollte die Hochschule erreichen, andere Studenten mit schlechteren Zensuren nachrücken zu lassen, wenn die fiktiven Kandidaten nicht zum Studienbeginn erschienen. Aufgedeckt hatte den Skandal der Blogger Viktor Simak. Er war bei der Überprüfung der Testergebnisse stutzig geworden und hatte seine Analyse unter anderem auf der Internetseite der Hochschule veröffentlicht.  (APA)

oregani
00
15.8.2011, 02:05

Was bringt es dem Rektor wenn Leute mit schlechten Noten nachrücken können? Geht aus dem Artikel nicht wirklich hervor, aber gehts um Korruption?

Trollblume
00
13.8.2011, 15:14

Sofort einbürgern, vielleicht fällt ihm für die Misere an unseren Un is auch etwas ein!

florus flagrantius
02
12.8.2011, 16:27
das hat in russland tradition : man lese: die toten seelen von nikolai gogol (1842)

damals hatte schon ein reichsverweser seine einwohnerzahl erhöht, um zu geld zu kommen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.