Soll unerlaubterweise Code-Teile in Verfahren gegen Motorola an Dritte weiter gereicht haben
Hatte man in vergangenen Jahren oft noch höflich den Respekt gegenüber dem "Mitbewerb" herausgestrichen, werden die Töne zwischen den diversen Playern im Smartphone-Umfeld aktuell immer schärfer. Neben der - zum Teil erfolgreichen - Klagewelle von Apple gegen so ziemlich jeden, der im Android-Umfeld tätig ist, darf nicht übersehen werden, dass Microsoft hier ebenfalls noch eine Wörtchen mitzureden hat.
Handelskommission
So führt man etwa derzeit bei der US-Handelskommission (ITC) ein Verfahren gegen Motorola, einmal mehr geht es dabei um die Vorwurf des Patentverstoßes. Wenig geheimes Ziel von Microsoft: Motorola zu Lizenzzahlungen zu zwingen (und so die Kosten der Android-Nutzung nach oben zu treiben). Im Gegensatz zu anderen Unternehmen wie HTC, die solche Abmachungen bereits unterschrieben haben, wehrt sich Motorola aber mit allen rechtlichen Mitteln gegen Microsofts Ansinnen.
Vorwurf
Genau dieses Verfahren führt nun zu weiterer Aufregung: Google wirft Microsoft nämlich vor "äußerst geheimen", durch einen Gerichtsbeschluss erhaltenen Android-Code widerrechtlich an Dritte weitergegeben zu haben, dies berichtet Paidcontent. Mit der Übergabe des betreffenden Codes habe Microsoft gegen die Auflagen des Gerichts verstoßen, da man selbst der Einspruchsmöglichkeit gegen den Experten beraubt wurde, zeigt sich Google überzeugt.
Überlegungen
Um welchen Code es genau geht, bleibt allerdings vollkommen offen, auch was diesen "äußerst geheim" macht, immerhin ist Android grundsätzlich Open Source. Denkbar wäre allerdings, dass es um Teile von Android 3.x geht, das bislang ja - bis auf die GPL-Komponenten, wie den Linux-Kernel - noch nicht im Quellcode veröffentlicht wurde. Ebenfalls möglich wäre, dass es um die diversen proprietären Apps geht, die im Default-Install von Android enthalten sind, also etwa der Android Market, Google Maps oder GMail. Bei diesen ist aber wiederum eher unwahrscheinlich, dass Google den Source Code überhaupt an seine Partner weitergibt. (apo, derStandard.at, 15.08.11)