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Tallinn - Der von Sondereinheiten der estnischen Polizei am Donnerstagnachmittag nach einer Schießerei mit Geiselnahme im estnischen Verteidigungsministerium getötete Karen Drambjan könnte ein politisches Motiv gehabt haben. Das berichtete die Tageszeitung "Eesti Päevaleht" am Freitag unter Berufung auf einen ungenannten Psychologen. Zuvor hatte auch Ministerpräsident Andrus Ansip einen politischen Hintergrund für den Vorfall vermutet.
Der in dem estnischen Blatt zitierte Psychologe verwies auf eine von Drambjan im Vorfeld der EU-Wahlen im Jahr 2009 veröffentlichte "Proklamation" und zog daraus Parallelen zum sogenanntem "Manifest" des norwegischen Attentäters. Drambjan hatte in seiner Wahlkampfschrift die estnische Regierung beschuldigt, einen "Bürgerkrieg" gegen die russische Minderheit im Land zu führen und hatte Estland als moralisch bankrottes, am Rande des Neo-Faschismus stehendes Land charakterisiert. Gleichzeitig warf er der russischen Minderheit angesichts der seiner Meinung nach systematischen Diskriminierung Unterwürfigkeit vor und rief die estnischen Russen zum Widerstand auf.
Laut dem Psychologen zeigt die Schrift von Drambjan, dass dieser seine Tat über einen längeren Zeitraum hinweg geplant habe. Es gebe daher Grund anzunehmen, dass es sich bei dem Mann um eine Person mit psychopathischen Neigungen ähnlich jenen des norwegischen Massenmörders Breivik handle.
Der Regierungschef hatte am Vortag den für den mutmaßlichen Attentäter tödlichen Vorfall in der Tallinner Altstadt mit den Terroranschlägen in Norwegen und dem Attentäter Anders Behring Breivik in Verbindung gebracht. Ansip hatte seine Einschätzung mit der Feststellung untermauert, dass Drambjan bei seiner Attacke große Mengen an Munition und Sprengmittel in das Amtsgebäude gebracht hatte.
Seit 1993 Este
Der in Armenien geborene Drambjan war nach dem Jus-Studium in Kaliningrad und dem Zerfall der Sowjetunion nach Estland emigriert, wo er 1993 die Staatsbürgerschaft erhielt. Der Rechtsanwalt trat vor vier Jahren als Fürsprecher der russischsprachigen Aktivistengruppe "Nachtwache" (Nochowi Dozor) ins Rampenlicht. Nach den blutigen Unruhen in Tallinn im April 2007 in Folge der Verlegungen eines sowjetischen Kriegerdenkmals engagierte sich der 57-Jährige in mehreren außerparlamentarischen, russischsprachigen Parteien.
Zuletzt kandidierte er 2009 als Vertreter der Vereinigten Linkspartei sowohl bei den Europa- als auch bei den Regionalwahlen in seinem Wahlkreis Maardu, wo er auch eine Anwaltskanzlei besaß. Zuletzt geriet Drambjan laut estnischen Medienberichten in finanzielle und private Schwierigkeiten. Nach einer Scheidung wurde dieses Jahr seine Wohnung im Tallinner Vorort Maardu gepfändet und zwangsversteigert. Der bekannte russisch-estnische Minderheitsaktivist und Politiker Dmitry Klenski vermutete in einer Reaktion auf den Vorfall darum eher private Verzweiflung anstelle eines politischen Motivs. (APA)
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War diese Linkspartei grad im Umfragehoch?
Wollte man dem Nachbarn Lettland einen Dienst erweisen, damit das Harmoniezentrum an zulauf verliert?
Die Balten sind schon schräg; zumindest kommt das einem vor, wenn man Halb-Russe ist und die das rausfinden!
Nach plausibleren Angaben war das aber die prorussische und klar linke Konstitutsioonierakond. Insgesamt scheint da vieles spiegelverkehrt, quasi ein Anti-Breivik - Linksradikaler - Rechter Marxistenhasser: Minderheit - Mehrheit; National-Christkonservative - Linke als Feindbild; UdSSR-Nostalgie - EU-Hass usw. Bin gespannt, ob da jetzt auch Ursachenforschung betrieben werden wird, auch wenn alles gottlob halbwegs gut ausgegangen ist.
Neben Parallelen in der Vorgangsweise gibt es auch sonstige Ähnlichkeiten - gebildet, aber beruflich (wie politisch) eher gescheitert, Einzeltäter, unbescholten, aber etwas auffällig geworden; Manifest/Proklamation, Gedanke an Bürgerkrieg, jahrelanger Vorlauf. Aber vielleicht stellt es sich bald anders dar.
nur, dass "links" im baltikum in der regel alles ist, was russisch ist, egal ob die betreffenden nicht ebenso knallharte nationalisten wie die "rechte" gegenseite der estnischen/lettischen/litauischen nationalisten sind; und da kann man ruhig auch die sowjet-nostalgiker dazurechnen, die der versunkenen UdSSR großteils nicht wegen ihres gescheiterten sozialismus nachweinen, sondern wegen ihrer privilegien;
natürlich gibt es zB bei den estnischen sozialdemokraten oder auch beim harmoniezentrum in lettland echte mitte-links-ansätze, aber vereinfacht betrachtet herrscht im baltikum eine starke, ethnisch separierte rechts-rechts-polarisierung die mich immer wieder staunen lässt, warum dort bisher nicht mehr passiert ist .. obwohl die "bronze-nä
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