Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion
Während über Alkoholkraftstoffe (Ethanol) und Biodiesel lautstark diskutiert wird und immer öfter auch die Erkenntnis reift, dass die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion massive ethische Probleme aufwirft, und nicht einmal ein klarer Vorteil in der CO2-Bilanz ausgewiesen werden kann, hört man von Biogas nur wenig.
Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Es kann, entsprechend aufbereitet und gereinigt, direkt in das Erdgasnetz eingespeist oder auch in die Tanks von Erdgasautos gefüllt werden. Folglich ließe sich auch damit die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas verringern und die CO2-Bilanz verbessern.
Während nämlich an Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation seit Jahrzehnten geforscht wird - und offenbar nicht viel weitergeht - ist Biogas längst verfügbar. Es gibt in Österreich rund 300 Biogasanlagen, die durch Verstromung rund ein Prozent des Strombedarfs unseres Landes decken. In mehreren Pilotanlagen wird derzeit daran geforscht, die Prozesse mit höherem Wirkungsgrad und zu geringeren Kosten ablaufen zu lassen.
Risiken sind allerdings auch mit dieser Energiebereitstellung verbunden: Das Vergasen der Abfälle hat wiederum Abfälle (gasförmig, flüssig, fest) zur Folge, die sorgsam behandelt werden müssen. Und es gibt keine Garantie, dass nur land- und forstwirtschaftliche Abfälle und nicht auch Überschüsse verwertet werden. Biogas ist nach wie vor teurer herzustellen als fossile Energieträger. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.08.2011)