Autofahren mit Biogas

12. August 2011, 16:45
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    foto: apa

Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

Während über Alkoholkraftstoffe (Ethanol) und Biodiesel lautstark diskutiert wird und immer öfter auch die Erkenntnis reift, dass die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion massive ethische Probleme aufwirft, und nicht einmal ein klarer Vorteil in der CO2-Bilanz ausgewiesen werden kann, hört man von Biogas nur wenig.

Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Es kann, entsprechend aufbereitet und gereinigt, direkt in das Erdgasnetz eingespeist oder auch in die Tanks von Erdgasautos gefüllt werden. Folglich ließe sich auch damit die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas verringern und die CO2-Bilanz verbessern.

Während nämlich an Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation seit Jahrzehnten geforscht wird - und offenbar nicht viel weitergeht - ist Biogas längst verfügbar. Es gibt in Österreich rund 300 Biogasanlagen, die durch Verstromung rund ein Prozent des Strombedarfs unseres Landes decken. In mehreren Pilotanlagen wird derzeit daran geforscht, die Prozesse mit höherem Wirkungsgrad und zu geringeren Kosten ablaufen zu lassen.

Risiken sind allerdings auch mit dieser Energiebereitstellung verbunden: Das Vergasen der Abfälle hat wiederum Abfälle (gasförmig, flüssig, fest) zur Folge, die sorgsam behandelt werden müssen. Und es gibt keine Garantie, dass nur land- und forstwirtschaftliche Abfälle und nicht auch Überschüsse verwertet werden. Biogas ist nach wie vor teurer herzustellen als fossile Energieträger. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/12.08.2011)

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Posting 1 bis 25 von 39
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Sebastian103
 
00
16.8.2011, 11:08
Autofahren mit Biogas ?

unbedingt!
Ich habe eh solche Blähungen, die könnte ich dann direkt in den Tank einleiten!

Steinbock1959
00
14.8.2011, 12:21

Was ist mit diesem e-Methan, wäre das wirtschaftlich?

Ja bitte
00
14.8.2011, 23:34
Kommt vor allem daruf an wie wirtschaftlich

der Strom hergestellt wird.
Bei 300€/1000qm kostet die kwh Erdgas ~3ct/kwh im Großhandel Wasserstoff 4-5ct/kwh. Wenn sie Strom und/oder Hochtemperaturwärme(~800°C) für <=3ct bereitstellen können kann man Ihnen wirtschaftlich sicher einiges herstellen (z.b. Hochtemperaturelektrolyse) wenn aber die Primärenergie von der Sie ausgehen schon 2-8x zu teuer ist(von Kleinwasserkraft bis PV) was heist dann "wirtschaftlich"? Die Energie kann ja immer nur weniger werden (<100% Wirkungsgrad) demenstsprechend kann die Umgewandelte Energie auch nur teuerer werden, wenns sehr effizent ist und günstige hochverfügbare Anlagen(80-90% Jahresauslastung!) verwendet werden vieleicht nur "ein bischen teurer" sonst halt SEHR VIEL mehr.

Heavyweather
00
15.8.2011, 19:31

Wenn es reine Gasanlagen sind bei denen man die Investitionen in das Leitungsnetz spart.
Als Energiespeicher würde das Erdgasnetz dienen mit einer Kapazität von ca. 500GWh für D.
Pumpspeicher haben sie nur einen Bruchteil.
Die Gaskraftwerke gibt es schon. Wenn sie länger laufen ist das auch wirtschaftlicher.

Wenn dann noch die Windtechnologie stimmt kostet der Strom nur 1cent.
https://www.facebook.com/pages/Kit... 738?ref=ts

Auch an Windgas bzw. 3. Gen. Biosprit. wird heftig geforscht, nicht zuletzt in AT.
http://www.youtube.com/watch?fea... TR0Y#at=65

Don schlau on
00
13.8.2011, 22:44
Das Biogas mußt erst mal Entschwefel

für das Auto, der Kat mag das nicht gerne,
falls er es doch nimmt wird aus SO2 > SO3 und aus SO3 mit Wasser Schwefelsäure, es lebe der saure Regen!

Parkschwein
12
13.8.2011, 20:47

"dass die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion massive ethische Probleme aufwirft"
aber biokunststoffe sind ok. also sackerln aus stärke statt aus erdöl sind voll super, weil plastiksackerln sind ja so böse.
wir haben sowieso überproduktion. das ganze war aber eigentlich ne geniale marketingaktion von den ölproduzenten.

Jabberwock
01
13.8.2011, 16:54
"Biogas ist nach wie vor teurer herzustellen als fossile Energieträger."

Wenn Dinosaurier dafür bezahlt werden müssten, dass sie über Millionen von Jahren den Boden vollgeschissen haben, wären fossile Energieträger absolut unbezahlbar! ;-)

dem Stefan seine Meinung
06
13.8.2011, 11:59
aus landwirtschaftlichen "Abfällen"

Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.
In Deutschland ist es bereits zu einem deutlichen Anstieg der Pachtpreise kegkommen, weil es dort sehr viel Biogasanlagen gibt, die gefüttert werden wollen.
Somit muss auch der Bauer für das Futter seiner Kühr, Schweine... mehr bezahlen.
In Bayern wird teilweis Mais aus dem über 150 km entfernten Tschechien mit LKWs zu den Biogasanlagen transportiert...
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch was mit Abfallverwertung zu tun hat.

MondXicht
02
13.8.2011, 14:43
Wie wahr

Außerdem sind landwirtschaftliche "Abfälle" kompostierbare Biomasse welche auch zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit wieder in den Zyklus eingeführt werden kann.

A ndreas Bogeschdorfer
16
14.8.2011, 13:00
Die Überreste aus Biogasanlagen (wenn richtig gefüttert) sind für die Bodenfruchtbarkeit ungemein wertvoll.

Und außer einem ewigen Problemsuchereflex kommt in solchen Debatten v vielen Leuten nichts Substanzielles.

Dass in D Biogasanlagen in vielen Fällen mit Mais aus Monokulturen gefüttert werden, bedeutet nicht, dass Bganlagen und deren Nutzung schlecht sind, sondern dass es d aktuellen Konzepte zu deren Nutzung sind.

Biogasanlagen lassen sich auch Vielfaltkulturen füttern, die abgesehen von hohen Erträgen auch f d Boden hohen Nutzen bringen.

Die Leute sollten sich erstmal mit d Materie u mit Lösungsvorschlägen beschäftigen, bevor sie immer drauf los lästern.

Denn was ist d "Alternative"? Warten bis uns d fossilen Fetzen um d Ohren fliegen? Warten bis alle freiwillig zu Fuß gehen?

Wir brauchen Lösungen u nicht plumpe Blockierermentalität.

MondXicht
00
14.8.2011, 16:15

Sie haben meinen Kommentar etwas falsch verstanden, bzw er war auch nicht gut formuliert.
Im Prinzip haben sie hiermit formuliert, was auch ich mir dazu denke: solche Gschichten wollen durchdacht sein, man muss Prioritäten setzen und immer schauen was unterm Strich rauskommt.
Es wird halt bei neuen Konzepten oft recht schnell ein Stein der Weisen erwartet.

A ndreas Bogeschdorfer
14
14.8.2011, 20:59
Stein der Weisen

Ja da haben Sie recht. Meist wird der Stein der Weisen besonders von denen gesucht, die bestehende Probleme mit fossilen und atomaren Ideen ignorieren bis der Hut brennt.

Dann will man schnell die alles lösende Technologie (die es gar nicht gibt, sondern nur den Mix aus neuen Angeboten) aus dem Hut zaubern und hat keine Ahnung von sozialen oder ökologischen Auswirkungen, weil man ja ein Problemfeld beackert, das man lange nicht wahrgenommen hat.

Z.B. auch bei Biotreibstoffen: Statt integrierter Produktion (Mischkultur) Monokultur, anstatt regionaler Angebote (und damit natürliche Potentialauschöpfung) globale Vermarktung mit künstlichen Mengenforderungen. Auswirkungen bekannt.

systemfehler1
01
13.8.2011, 09:53
"Einmal den Tank vollfurzen, bitte!"

sanjoaquin
 
23
13.8.2011, 08:56
Der leidige Zwang zur Nachhaltigkeit

scheint manch einem Artikelschreiber schon gewaltig im Nacken zu sitzen. 1 % des heimischen Strombedarfs aus Biogas? Da scheint das Komma ganz gewaltig verrutscht zu sein. Biogas direkt in Autotanks, quasi der Bauernhof als Tankstelle? Porsches müssen zu Hühnermastbetrieben, Opel zum Schweinebauern, wegen des unterschiedlichen Methangehaltes. Und falls der Autor einmal Lust hat zum Recherchieren, dann sollte er versuchen festzustellen, wieviele der heimischen Biogasanlagen mit extra angebautem Mais betrieben werden, was nachweislich den größten ökologischen und -nomischen Unfug darstellt.

h 90
00
14.8.2011, 08:56

und wahrscheinlich auch noch voll drauf mit dem Kunstduenger der aus Erdoel gemacht wurde.

gomaxgo
 
01
12.8.2011, 22:56
da in OE immer zuerst nach den risiken geforscht wird wuede ich den verantwortlichen sagen

verbietet den OEsis einfach das schei....en dann gibts keine abfaelle, keine gasemissionen und um die sache zu ende zu denken, schlachtet alle kuehe, die sind die wildesten methanemissionenten usw. anschliessend verbietet das autofahren, es gibt doch die boesen raser die in einer 30kmh zone 35 fahren, wie von den lasergun schwingenden polizisten kundgetan wird und die justiz autofahrer anschliessend wie schwerverbrecher behandelt aber einbrecher laesst man frei wenn die einen festen wohnsitz haben usw. summa sumarum es ist was oberfaul in diesen staat und ich hab immer geglaubt leute sind denkfaehig, hab ich mich geirrt? schoenen gruss vom kafkas schloss, meine probleme dieser art sind schon lange weg, bin ausgewandert.

MondXicht
10
13.8.2011, 14:47
Was für ein sachlicher Kommentar

Ich hoffe sie sind möglichst weit weg ausgewandert, denn für mich gelten sie hiermit schon ein bisschen als geistiger Schwerverbrecher.
Sinnvolle Alternativen zum jetzigen Status Quo zu finden ist absolut brauchbar bevor alles hier immer enger und überlasteter wird, man muss halt bei jeder Maßnahme das Für und Wieder abwägen.
Bei "Bio"-diesel zB überwiegt für mich meilenweit das Wieder.

h 90
00
14.8.2011, 08:57

Gomaxgo (und ich uebrigens auch) sind ausgewandert und wenn man was von der welt gesehen hat, vor allem boomende Wirtschaft, dann versteht man Oesterreich einfach nicht mehr.

MondXicht
00
14.8.2011, 16:11

Ich mag ihnen das gerne glauben, ich bin ja auch grad ganz wo anders, finde aber undifferenziertes Schimpfen über das Land zum Teil zu einseitig.

In den USA zB kann ich mir gut vorstellen dass man als qualifizierter Mensch ganz andere Möglichkeiten zu leben hat wie bei uns, aber dafür als Mensch der unteren Klasse auch ganz andere Härten.

Die Philippinen zB haben eine boomende Wirtschaft, nicht schlecht was ich da sehe, aber auch eine ganz andere Qualität von Armut als man bei uns kennt.
Wenn man natürlich genug Geld mitbringt, dann ist es auf jeden Fall ein kleines Paradies!

h 90
00
14.8.2011, 16:30

Verstehens mich nicht falsch, bei mir und vielleicht auch bei Gomaxgo ist es eher die Trauer, ausgedrueckt in Zynismus.
Ich leb in Thailand, gut 10 % Industrie Wachstum. Trotz Korruption, schlechter Schulbildung, gibts fast monatlich hoere Gehaelter wegen Vollbeschaeftigung. Sachen veraendern sich schnell und zum Besseren.
Dann schaut man nach Oesterreich uns es wird nur rumgeeiert, am Bildungssystem gespart und irgendwelche nichtexistenten Risken erforscht.
Da wird man einfach zynisch. Wenn es so weitergeht wird Thailand und China bald hoehere Gehaelter als Oesterreich zaheln (jetzt kommt eine 50 % Erhoehung der Mindestgehaelter und eine Verdoppelung der Gehaelter fuer Uni Absolventen)

MondXicht
00
15.8.2011, 15:12

Ja, ich schätze wir haben in Österreich unseren Zenith wohl schon überschritten.
Als Problem sehe ich auch die Überbürokratisierung in der EU und den USA, wo unter dem Deckmäntelchen von Hygiene und Konsumentenschutz hirnrissigste Auflagen verordnet werden, um kleinen Betrieben das Wirtschaften unmöglich machen, denn es ist unerwünscht. Darum werden Krabben auch durch ganz Europa im LKW gekarrt, nur um "hygienisch" geschält zu werden.

Würde in Thailand oder den Philippinen solche Spielereien mit den Leuten ausprobiert - da würd's was geben....

h 90
01
13.8.2011, 05:47

Typische Zeichen von Degeneration halt.

Mary Nosch
21
12.8.2011, 22:18
Der Biogas-Boom

steht erst bevor, in Form von Biomethan, also gereinigtes Biogas in Erdgasqualität, das in die Erdgasleitungen gepumpt wird. In spätestens fünf Jahren, meine ich.
Schon heute(!) könnte man 10 % des Erdgasbedarfs von Wien mit Biomasse aus der Umgebung produzieren, die nicht der Lebens- oder Futtermittelproduktion entzogen wird.
Was sagen die Energieriesen dazu: "Wenn nicht wir dieses Geschäft in der Hand haben, kommt so eine Schnapsidee nicht in Frage!" Wenn sie es dann selber machen, wird es plötzlich grundvernünftig sein. Bei der Windenergie ist's genauso gelaufen.

Ja bitte
20
14.8.2011, 16:08
Wenn Leute wie Sie, die soetwas ja umbedingt haben wollen

die Kosten dafür auch 1:1 selbst bezahlen, hätte ich wenig Probleme damit. Allerdings ist Energie aus Biogas ~4x so teuer wie die heute marktfähigen Energiequellen, also kalorisch, Großwasserkraft und Atomkraft und sogar noch teurer als die ökologisch und Versorgungssicherheithalber schon recht bedenklichen Wind- und Kleinwasserkraftwerke!
Ich lehne es aber massiv ab hier auf Kosten der Lebensmittelpreise und damit aller Geringverdiener und solcher die auf den Weltmarkt für Getreide angewiesen sind, neue Subventionen "zu erfinden" die nur den Bauern und Ökoprofiteuren nützen aber kaum der Umwelt: 10% könnten - theoretisch... Sie sagen es ja selber! 80% der fossilen Energieträger müssen ersetzt werden um das Klima zu schützen!

Ja bitte
10
14.8.2011, 16:00
Teil2

Das heißt 7/8 des Probelms können keinenfalls so gelöst werden, selbst wenn wir alle Produktionsreserven der Landwirtschaft für Mais, Raps usw nützen. - Die Folge sind niedrigere Versorgungsicherheit, höhere Preise (damit hungernde Kinder in der 3.Welt!) und der Verlust von ökologisch wertvollen Bracheflächen und extensiv bewirtschafteten Heuwiesen - denn all diese müssen Sie ja in intensiv bewirtschaftete und gedüngte Mais, Getreide, Sonnenblumen usw. Felder umwandeln.
Fazit: Enorme Kosten, monströse hunanitäre und finanziell nicht bewertbarer Umweltschäden - wozu das alles?- um ein Problem nicht zu lösen, dass sich anders und billiger sehr wohl lösen ließe??

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