Sinti und Roma

Ein Campingplatz für die Unerwünschten

12. August 2011, 17:50
  • Artikelbild
    foto: reuters/mahe

    Illegale Campingplätze der Roma, wie hier in Nantes, Frankreich, ärgern die Anrainer.

Eigene Campingplätze für die Volksgruppe sollen Konflikte vermeiden helfen

Salzburg - 30 Wohnwagengespanne von Roma und Sinti parkten Anfang Juni sechs Tage lang beim Schwimmbad Bergheim im Salzburger Flachgau. Wie auch schon in den Vorjahren habe es massive Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben, erklärt Polizeikommandant Helmut Naderer. Um Konflikte mit der Bevölkerung zu vermeiden, initiierte Naderer ein Lösungsgespräch, wie man mit der Situation künftig umgehen solle.

Um der Problematik des wilden Campens entgegenzuwirken, soll mittelfristig ein Campingplatz für Roma und Sinti in Salzburg errichtet werden, schlägt Rosa Gitta Martl vom Verein "Ketani für Sinti und Roma" vor. Gleichzeitig werden künftig bei Konflikten die Mitarbeiter des Vereins "Ketani" als Mediatoren auftreten, um eine Eskalation zu vermeiden. Die meisten Konflikte würden entstehen, da es an den Plätzen keine Sanitäranlagen und Mülltonnen gebe. Deshalb werden die Plätze meist schmutzig hinterlassen, und "da sind Probleme vorprogrammiert", erklärt Martl.

2001 wurde in Braunau in Oberösterreich der erste Durchreiseplatz für Roma und Sinti errichtet. Gegen eine Gebühr von zehn Euro pro Tag und Gespann steht den durchziehenden Roma und Sinti Wasser, sanitäre Anlagen, Müllentsorgungsplätze und Strom zur Verfügung. 20 Gespanne können auf dem Durchreiseplatz in Braunau campieren. Weitere 25 Gespanne haben am Linzer Pichlinger See Platz. Dort wurde im Sommer 2008 - im Zuge der Kulturhauptstadt Linz 09 - der zweite Campingplatz für Roma und Sinti errichtet. Auch in Innsbruck, Wels und St. Pölten würden derzeit Gespräche geführt, um Plätze zu schaffen, sagt Martl.

Viele Roma würden wild campieren, weil sie auf Campingplätzen nicht erwünscht seien, erläutert Martl. 2005 reichte die Gleichbehandlungskommission deshalb eine Beschwerde gegen einen Tiroler Campingplatzbesitzer ein. Er brachte ein Schild mit der Aufschrift "Kein Platz für Zigeuner" am Eingang seines Platzes an. "Da stoßen zwei Welten aufeinander", erklärt Martl. Die Urlauber wollen sich auf Campingplätzen erholen, und Roma und Sinti sind eben ein sehr umtriebiges Volk, deshalb ist es auf öffentlichen Campingplätzen oft auch schwierig. Beim wilden Campieren wiederum verstoßen die Roma und Sinti gegen das Campierverbot und haben mit einer Verwaltungsstrafe zu rechnen. Deshalb seien eigens für die Volksgruppe errichtete Durchreiseplätze eine gute Alternative.

Nun müsse die Politik entscheiden, wann und wo in Salzburg ein Campingplatz errichtet werde, erklärte Naderer. Nicht nur in Bergheim gebe es Probleme mit campierenden Sinti und Rom, auch in Puch und in der Stadt Salzburg. Die Salzburger Politik reagiert zurückhaltend auf den Vorschlag. Aus dem Büro der Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) heißt es, zur Lösung des Problems werde in alle Richtungen überlegt. Zu einem eigenen Campingplatz gebe es aber noch keine offiziellen Überlegungen. (Stefanie Ruep/DER STANDARD, Printausgabe, 13./14./15. August 2011)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 120
1 2 3
LGL
00
28.11.2011, 07:24
Auf Campingplätzen in Finnland konnte ich in der dort in mehreren Sprachen angebrachten Platzordnung lesen dass am Platz nur Personen mit festem Wohnsitz nächtigen dürfen

Also kein "Rassismus" sondern eine klare Benachteiligung von Obdachlosen.

sonja1978
10
30.9.2011, 19:00

ich möchte am campingplatz meine ruhe haben - und egal wer von Ihnen hier dort herumlärmt, jeder wird zurechtgewiesen und um Ruhe gebeten.

Das gilt für ALLE. Wie ist die Compliance aller Campingplatzbesucher? Von Ihnen? Von mir? Von den Roma? Von den Holländern? Von den Wienern? Von den.... wem auch immer!!

Wer passt sich an?? Was sagen die Erfahrungen und die Statistik?

raff1
37
19.8.2011, 00:54
gibt's denn im

6ten oder 8ten keine fuzo's, wo die campen könnten?

Barbarin
61
22.9.2011, 17:41
Können Sie bitte Ihr mangeldes Selbstwertgefühl und Hass, weil Sie..

..ungebildet und rassistisch sind, im Krone-Forum outen?

Raff1, geht das bitte?

wrkskrfzk
211
17.8.2011, 16:20
Gut dass es so viel Mitleid gibt.....

Wenn ein Nichtromasinti (ich vermute Zigeuner darf man nicht mehr schreiben) mit z.B. dem Wohnmobil unterwegs ist und wo Rast macht wo nicht zufällig ein Mülleimer aufgestellt ist, packt dieser seinen Müll zusammen und entsorgt diesen bei der nächsten Gelegenheit (z.B. Autobahnraststelle). Eine Roma/Sinit Karawane macht das häufig nicht. Begründung - wie im oa Artikel zu lesen - es waren keine Mülltonnen aufgestellt, auf dem wilden Campingplatz.
Dort, wo so eine Karawane einfällt und ein paar Tage 'rastet', verbleibt - in den allermeisten Fällen - eine Müllhalde. Und das ist noch das kleinste Problem.
Vielen Postern ist es aber unverständlich, warum man denen nicht hilft, sie nicht unterstützt und die Anrainer mit diesen Zuständen ein Problem

melora
00
28.9.2011, 11:39
Ein Nichtromasinti (was immer das ist), packt vielleicht seinen Müll zusammen.

Die Österreicher tun das leider sehr oft nicht. Entsprechend sieht es auch aus bei uns.

Barbarin
10
22.9.2011, 17:35
Nicht-Roma und Sinti (mit normalem Meldezettel)....

....machen das mit Ihren so heiß gelieben Haustieren...wegwerfen...

und mit Essen - tonnen und bergeweise

Müll ist harmlos...und gesund im Vergleich zu Tieren und Nahrung!

M L3
00
3.10.2011, 21:01
Warum soll Müll harmlos im Vergleich zu Nahrung sein?

Selbst wenn er Nahrung enthält ist die meist verdorben.

Emil Sacklinger
 
02
30.8.2011, 14:53

... beispielsweise vor'm mcdonald am liesinger platz befindet sich tag für tag ein beachtlicher müllberg.

(dass roma und sinti dessen urheber sind, darf bezweifelt werden)

noricum82
01
16.8.2011, 17:19

Eine interessante Arte Dokumentation zum Thema die man sich ansehen sollte:

http://youtu.be/wGfJqCQZxOU

spacedakini
00
24.9.2011, 16:19

"Zigeuner" deshalb, weil nach manchen "Zigeunern" die eigene Sprache ihresgleichen vorbehalten sein soll.
Ist umstritten, ich weiß, aber nur zur Erklärung....

Musezahn
04
18.8.2011, 19:14
Klischees

"Filmemacher Stanislaw Mucha versucht ihnen auf einer 30-tägigen Reise durch die Ostslowakei näher zu kommen und will dabei auch mit vielen Klischees aufräumen."

habe mir alle teile angesehen: mit klischees wurde da nicht aufgeräumt, eigentlich eher bestätigt.
das mädchen dass sich bewirbt, wirkt als einzige motiviert ihr leben zu verbessern, daran aber leider scheitert. sie hat mir leid getan

derElch
83
15.8.2011, 15:18

fangen wir jetzt wieder mit einer art "rassentrennung" an? irgendwie bedenklich.

armin delmenhorst
 
212
14.8.2011, 11:50
Helfen?? Glaube, Sie differenzieren

zu wenig. Diese "Gruppen", die zu den Treffen nach Frankreich unterwegs sind, brauchen nicht bemitleidigt zu werden, als ginge es um die "Hundefresser" aus Markus Gauß seine Geschichten. Diese Menschen touren seit dem Fall des Eisenen Vorhangs einfach wieder durch ganz Europa und leben nach ihren Sitten. Hygienestandards detto. Trauig für mich war, zu sehen, dass 50 Jahre Kommunismus die Kulturen (gleiches gilt für die Völker in der UDSSR) keinen Deut an die westliche Kultur herangeführt hat.

Für Nostalgiker: Zu K.K. Zeiten zogen sie zwar herum und boten ihre Dienste an (Scherenschleifen, Pferdehandel,etc.), Selbstverständlich mussten sie den Bauern um Erlaubnis für den Rastplatz bieten. Bei Nichtbeachtung schritt die Exekutive ein.

Halbmond
204
14.8.2011, 08:47
HELFEN .

Die menschen die dort leben oder beim schwimmbad ihre freizeit opfern solten einmal hingehen und denen Sinti und Romafamillien ihr zeit opfern und eine hilfe leisten.

Und nicht kritisieren,eine egoistische einstellung haben wir und das macht es noch trauriger.

M L3
00
3.10.2011, 21:03
Warum?

Du kannst das ja machen, wenn du Freude daran hast. Aber das von anderen zu fordern???

quod licet Iovi2
10
27.8.2011, 00:52

den anderen Teil von Halbmond ist wohl schon gespendet??

dr. satanas
115
15.8.2011, 13:26
und denen Sinti und Romafamillien ihr zeit opfern

wenn ich irgendwo ferien mache und mich erholen will, bleibt es aber immer noch mir überlassen, wem und was ich meine zeit opfere!

Halbmond
183
15.8.2011, 16:14

egoistisch eben...

wolfgang1120
00
15.9.2011, 08:57
arbeiten sie eigentlich ehrenamtlich bei der FF, RK oder ähnlichen vereinen?

wenn nicht würde ich das an ihrer stelle schleunigst angehen - sie würden sonst in die kategorie "degoist" fallen!

freiheitdermeinung
118
13.8.2011, 12:19
Ach, es geht doch eigentlich nur um Eines

naemlich ob alle vor dem Gesetz gleich sind. Unabhaengig davon ob reisender deutscher Tourist oder reisender Sinti, Roma o.ae. Es hilft Sinti und Roma wenig wenn sie von Behoerden ermuntert oder unterstuetzt werden Ausnahmeregelungen zu beantragen oder zu bekommen. Es nuetzt dem Zusammenleben auch nicht wenn das Ausleben kultureller Eigenheiten andere Bevoelkerungsteile negativ beruehrt werden oder als politisch gewollte Bevorteilung angesehen wird. Jawohl ich bin gegen Diskriminierung aber auch dafuer dass sich JEDER den Regeln eines geordneten Zusammenlebens verpflichtet fuehlt. Wer vorschlaegt es solle sich doch jeder so verhalten wie er will der leistet asozialem Verhalten Beistand.

der gärtner
156
13.8.2011, 11:56

schon lustig, das es in österreich im jahre 2011 rassentrennung am campingplatz gibt.

Brel
00

Ich behaupte, dass jene, die hier mit grün bewerteteten, keine Ahnung haben, was Rassentrennung bedeutet. Im besten Fall verstehen sie wahrscheinlich darunter die Trennung von Hunden und Katzen.

quod licet Iovi2
28
14.8.2011, 16:37

Rassentrennung? Rasse der Roma und Sinti getrennt von Rasse der Camperelite?
Rassismuskeule - auch hier?!?!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 120
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.