Wegen Verbrechen in der Zeit nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl
Abidjan - In Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) sind 62 Militärs von
Ex-Präsident Laurent Gbagbo wegen Verbrechen in der Zeit nach der umstrittenen
Präsidentschaftswahl angeklagt worden. Von ihnen seien 40 in Gewahrsam genommen
worden, sagte Militärstaatsanwalt Ange Kessi am Donnerstag. Darunter sei auch
der frühere Chef der republikanischen Garde, General Brunot Dogbo Ble. Die
Militärs wurden in der Wirtschaftsmetropole Abidjan und in der nordivorischen
Stadt Korhogo inhaftiert. Einige von ihnen waren bereits vor mehreren Wochen
festgenommen und in Militärlagern untergebracht worden.
Zu den Anklagepunkten zählen unter anderem illegale Festnahmen,
Vergewaltigung, Freiheitsberaubung mit Todesfolge, Diebstahl, Veruntreuung und
die Bildung von Milizen. Zuvor waren bereits 37 Mitglieder der früheren
Gbagbo-Regierung angeklagt worden. Nach der Präsidentschaftswahl im November
hatte es in Cote d'Ivoire einen monatelangen blutigen Machtkampf zwischen dem
bisherigen Amtsinhaber Gbagbo und dem Wahlsieger und neuen Präsidenten Alassane
Ouattara gegeben. (APA)