VP vermisst Information und Baugenehmigung bei Reha-Zentrum der Vamed
Wien - Wer Ausschusstermine im Sommer einberuft, der macht sich bei den Gemeinderatskollegen nicht unbedingt beliebt - die VP-Abgeordnete Ingrid Korosec hat dennoch genau das vor: Sie will noch im August den Gesundheitsausschuss des Gemeinderates zusammentrommeln, um den Umbau auf dem Areal des Otto-Wagner-Spitals zu besprechen.
Ohne Genehmigung
Erst im April wurde ein Grundstück im östlichen Teil des Geländes auf der Baumgartner Höhe an die Vamed verkauft, die dort ein Reha-Zentrum errichten will. Vor einigen Wochen fuhren bereits die Bagger auf. Ohne Genehmigung, wie Korosec und der nicht amtsführende Stadtrat Wolfgang Gerstl (VP) monieren. Das stimme nur zum Teil, heißt es aus dem Büro des zuständigen Stadtrats Michael Ludwig (SP): Die Genehmigung liege zwar erst seit gestern, Donnerstag, vor, bisher seien aber großteils nichtgenehmigungspflichtige Vorarbeiten durchgeführt worden - in dem Wissen, dass das Projekt nicht gegen die Wiener Bauordnung verstoßen werde. Bloß einmal sei die Baupolizei eingeschritten und habe die Arbeiten gestoppt, weil sie zu weit gegangen seien.
VP-Bezirkspolitiker aus Penzing und Ottakring beklagen außerdem mangelnde Bürgerinformation über das Projekt; Gerstl sagt, er habe gehofft, die "Betonpolitik" in der Stadt ändere sich mit der Regierungsbeteiligung der Grünen, die sei aber nicht der Fall. Sabine Gretner, Planungssprecherin der Grünen, sagt dazu, gemeinsam mit Bürgerinitiativen habe man bereits "das Gröbste verhindert", am wichtigsten sei, dass das Areal weiterhin zugänglich bleibe. Die Info-Politik der Vamed hält sie für "ungeschickt". (hei, DER STANDARD Printausgabe, 12.8.2011)