Mehr als 240 Opfer der Stroessner-Diktatur entschädigt

11. August 2011, 18:46
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    foto: reuters/adorno

    Massengräber auf einem Polizeigelände in Asuncion.

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    1988 besuchte Vatikan-Chef Karol Wojtyla Diktator Stroessner (rechts) in Asuncion.

3,5 Millionen Euro werden ausgezahlt

Asuncion - Paraguay zahlt 244 Opfern der Diktatur des deutschstämmigen Militärmachthabers Alfredo Stroessner eine Entschädigung. Wie Präsident Fernando Lugo am Mittwoch mitteilte, werden insgesamt umgerechnet 3,5 Millionen Euro ausgezahlt. Trotz all seiner Bemühungen könne der Staat nie genug tun, um den verfolgten und getöteten Menschen "ihre Würde zurückzugeben", erklärte Lugo in einer Nachricht an die Angehörigen der Opfer. Nach Angaben von Finanzminister Dionisio Borda zahlt die Regierung in Asuncion in diesem Jahr insgesamt 6,4 Millionen Euro an Entschädigungen aus.

Nach Angaben des Obmudsmanns Manuel Maria Paez Monges, der die Beschwerden von Opfern der Diktatur von 1945 bis 1989 überprüft, haben insgesamt mehr als 10.000 Paraguayer eine Entschädigung beantragt. Die Regierung will demnach in den kommenden fünf Jahren insgesamt mehr als 28 Millionen Euro auszahlen.

Putsch 1954

Stroessner war 1954 durch einen Putsch an die Macht gelangt und hatte Paraguay bis 1989 mit harter Hand regiert. Nach seinem Sturz ging er nach Brasilien ins Exil. Dort starb er 2006 im Alter von 93 Jahren. Paraguays Justiz hatte mehrfach die Auslieferung Stroessners verlangt. Ihm wurden Ermordungen, Verschleppungen und Folterungen politischer Gegner vorgeworfen.

Stroessners 35-jährige Diktatur gilt als die brutalste in dem kleinen südamerikanischen Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1811. Nach offiziellen Angaben verschwanden oder starben unter seiner Herrschaft mindestens 1.000 Menschen, die Opposition spricht von 3.000 Opfern. Aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen gingen zwischen 1954 und 1989 mehr als zwei Millionen Paraguayer ins Exil, das entspricht gut einem Drittel der Bevölkerung. (APA)

nAK
00
17.8.2011, 19:04
"Vatikan-Chef Karol Wojtyla Diktator Stroessner "

Endlich mal einer, der den Chef des internationalen Pädophilenverbandes korrekt bezeichnet.

Robert Fien
00
12.8.2011, 10:39
Lula hatte 3 Jahre Zeit ihn auszuliefern... die Archive der Militärdiktatur hat er auch nicht öffnen lassen.. Lula lässt die Verbrechen der lateinamerikanischen Militärdiktaturen ungesühnt, seine Nachfolgerin Dilma tut dasselbe! WARUM?!?!

Raphael Hythlodeus
00
12.8.2011, 16:14
weil das militär in brasilien immer noch viel macht hat.

...und sowohl lula als auch dilma nicht über eine absolute verfügen, sondern auf koalitionen angewiesen waren/sind.

Noxventa
18
12.8.2011, 07:04
Der ehem. CEO des Vatikans

Karol Wojtyla, Künstlername Johannes Paul der II war also auf Besuch bei'm Diktator. Dass der Katholizismus Mord und Totschlag nicht so eng sieht ist ja eh bekannt.

www.apartamentos-santamarta-rodadero.co.cc
40
12.8.2011, 05:50
"unter seiner Herrschaft mindestens 1.000 Menschen, die Opposition spricht von 3.000 Opfern. Aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen gingen zwischen 1954 und 1989 mehr als zwei Millionen Paraguayer ins Exil, das entspricht gut einem Drittel..."

Das hat die NATO in Libyen in einem Monat geschafft!

onlooker
02
11.8.2011, 22:09
hauptsache der papst ist bei ihm,

die offizielle kirche hat sich in südamerika immer sehr zurückgehalten, man darf sich nur wundern, welche massstäbe diese kirche anlegt, sehr selten hat man sich mit der bevölkerung solidarisch erklärt, wenn überhaupt, nur die wirklichen kirchenmänner sind hinter dieser armen bevölkerung gestanden, und wurden auch ermordet, auch der papst hat nicht geholfen, es wird sich auch in weiteren 2000 jahren nichts ändern

Adolf Ogi
10
12.8.2011, 00:03
Hauptsache

der Standard macht eine gute Bildauswahl und schreibt auch noch seinen ethnischen Background hin, was in der Rubrik "Panorama" konsequent vermieden wird.

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