Ouattara geht weiter brutal gegen Gbagbo-Anhänger vor - Auch Massengräber entdeckt
Abidjan - In der Elfenbeinküste hat es in den vergangenen Wochen
nach Angaben der UNO Dutzende außergerichtliche Hinrichtungen und willkürliche
Verhaftungen gegeben. Der für Menschenrechtsfragen zuständige Vertreter der
UN-Mission im Land, Guillaume Ngefa, berichtete am Donnerstag in Abidjan von "26
Fällen außergerichtlicher oder willkürlicher Hinrichtungen" zwischen dem 11.
Juli und dem 10. August. Zudem habe es "85 willkürliche Festnahmen und illegale
Inhaftierungen" gegeben.
Verantwortlich für die Übergriffe seien vor allem die Republikanischen
Streitkräfte von Präsident Alassane Ouattara, teilte die UNO unter Berufung auf
Opfer und Einwohner der Orte mit, in denen sich die Vorfälle abgespielt haben
sollen. Ungeachtet seines Versöhnungsversprechens geht damit Ouattara weiter
rigoros gegen frühere Vertraute seines abgewählten und erst nach einem
monatelangen verlustreichen Machtkampf niedergerungenen Amtsvorgängers Laurent
Gbagbo vor.
Massengräber
Die Hinrichtungen hätten vor allen in Dörfern nahe Abidjan sowie bei Duékoué
und Daloa im Westen des Landes stattgefunden, in denen Anhänger von Ex-Präsident
Gbagbo wohnten, hieß es weiter. Zudem seien in dem Stadtteil Yopougon in Abidjan
"acht Massengräber" entdeckt worden, sagte Ngefa. Dazu, wieviele Leichen dort
gefunden wurden, äußerte er sich zunächst aber nicht.
Die Elfenbeinküste war zu Beginn des Jahres von einem blutigen Machtkampf
zwischen Anhängern Gbagbos und Ouattaras erschüttert worden. Auslöser dafür war,
dass Gbagbo seine Niederlage bei den Wahlen im November nicht eingestehen
wollte. Im April dieses Jahres wurde er in Abidjan festgenommen. (APA)