FPÖ in der Krise

Problemfälle im blauen "Minimundus"

11. August 2011, 17:32
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    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache klammert sich derzeit an das Credo "Jede Krise eine Chance". So gesehen tun sich zurzeit besonders viele Chancen in seiner Partei auf.

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    Norbert Steger votierte als ORF-Stiftungsrat gegen die FP-Linie.

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    Werner Königshofer fiel durch radikale Aussagen in Ungnade.

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    Muss wegen Verhetzung vor Gericht: Gerhard Kurzmann.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bemüht das Bild der geeinten Partei - Doch ORF-Stiftungsrat Norbert Steger rebelliert, Uwe Scheuch erntet parteiintern Kritik und mit Gerhard Kurzmann steht wieder ein FP-Landesrat vor Gericht

Wien/Graz - In Umfragen rasselt die FPÖ wieder nach unten - einer aktuellen Studie des STANDARD nach hat sie in den vergangenen Wochen drei bis vier Prozentpunkte verloren. Parteichef Heinz-Christian Strache versucht dennoch, die innerparteilichen Turbulenzen kleinzureden: Das seien "Minimundusprobleme" angesichts der Finanzkrise, sagte er am Donnerstag. Sein Credo dieser Tage: "Jede Krise ist eine Chance."

Zum jüngsten Problemfall ist Norbert Steger geworden. Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat hatte für den alten, neuen ORF-Generalsekretär Alexander Wrabetz gestimmt - und damit gegen die Parteilinie. Es sei besprochen gewesen, dass Steger "sich zumindest der Stimme enthält", ärgert sich Strache über den angeblichen Wortbruch. Nach der Wahl sei Strache "enttäuscht und entsetzt" gewesen. Die FPÖ versucht nun Steger als Stiftungsrat loszuwerden, nur: Der will nicht weichen. Von parteischädigenden Verhalten Stegers wollte der FPÖ-Chef nicht reden. Er hofft auf ein klärendes Gespräch mit dem Alt-Obmann der FPÖ "in den nächsten zehn Tagen".

Keine Gnade gab es für den einstigen FPÖ-Abgeordneten Werner Königshofer. Aus dem Parlamentsklub ist er bereits geflogen, der Rauswurf aus der Partei soll im September bei einer Vorstandssitzung folgen.

Kurzmann zu Königshofer: "Gebildet und belesen"

"Er hat ein so dermaßen nicht zu tolerierendes, parteischädigendes Verhaltensmuster gelebt", erklärte Strache, sodass er "sich selbst aus der Gesinnungsgemeinschaft herausgenommen hat". Wie genau sich Königshofer aus der Gesinnungsgemeinschaft nahm, kann der steirische FPÖ-Chef und Landesrat Gerhard Kurzmann dem STANDARD nicht erklären. Ob es der Vergleich des Massakers in Norwegen mit Abtreibungen war oder radikale Äußerungen seiner Facebook-Freunde, die es ja auch auf der Facebook-Seite Straches gibt? "Das weiß ich nicht, da ich weder das Facebook des Bundesparteiobmannes lese, noch das von Königshofer", betont Kurzmann: "Ich habe den Wahlkampf ohne Facebook geschlagen. Wenn mir jemand ein ordentliches E-Mail schickt, kriegt er eine ordentliche Antwort."

Zu Königshofer habe er derzeit keinen Kontakt, doch während der gemeinsamen Zeit im Nationalrat mit dem Tiroler habe er "keine Eskapaden bei ihm feststellen können". Im Gegenteil: "Dr. Königshofer ist aus meiner Sicht ein sehr gebildeter, sehr belesener Mensch, der sehr engagiert seinen Standpunkt vertritt."

Blaue Meinungsvielfalt

Eine Parteispaltung sehe Kurzmann nicht, aber "es gibt halt verschiedene Meinungen, wo verschiedene Leute arbeiten". Über den Ausschluss Königshofers werde der Parteivorstand beraten.

Sicher habe Strache Gründe gehabt, Königshofer auszuschließen, doch sakrosankt sei keine Entscheidung, so Kurzmann: "Wir sind eine demokratische Partei, da vertritt jeder ohne Angst seine Meinung."

Strache hält zu Scheuch

Dann wäre da noch der in erster Instanz wegen Korruption verurteilte FPK-Chef Uwe Scheuch. Ihm hält Strache weiter die Stange. Ein krasses Fehlurteil sei es gewesen, sagte er und verweist auf die zweite Instanz. Dass mit dem Abgeordneten Harald Jannach einer aus den eigenen Reihen Scheuch indirekt den Rücktritt nahegelegt hatte ("Ich würde, wenn mir so etwas passiert, am nächsten Tag zurücktreten."), irritiert Strache nicht. "Jannach hat halt seine Meinung gesagt. Und die freie Meinung gilt bei uns als wichtiges Gut", sagte Strache.

Auch Kurzmann stellt sich hinter Scheuch: "Wenn sein Nicht-Rücktritt der Partei schaden würde, würde er nicht so handeln." Die Frage, ob Kurzmann selbst zurücktreten werde, sollte er im Herbst wegen Verhetzung wegen des Internetspiels Moschee baba verurteilt werden, weist er als "spekulativ" zurück. Kurzmann, dem im Falle der Höchststrafe zwei Jahre Haft drohen: "Ich rechne im Prinzip mit Freispruch, das ist ein harmloses Spiel. Die Anzeige war nur Wahlkampftaktik der Grünen." (Peter Mayr, Colette M. Schmidt, STANDARD-Printausgabe, 12.8.2011)

Kommentar posten
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Ewiggestrige sind Abzocker des Bürgers!
01
Straches Trost

Tröste Dich, die Stimmen schwinden,
und was all Du leugnen magst,
Auch noch schlimmer wird es werden,
wenn Du es noch mehr vertagst.

In dem ewigen schwindeln, leugnen, hetzen
und dem Schmerz des Volks liegt auch ein Glück,
und auch angeheiterte Bilder finden
Ihren Weg zu Dir zurück.

Harre, hoffe, nicht vergebens
zählst Du der Stunden Schlag,
Wechsel ist das Los Deines Lebens,
Du wirst bemerken, dass Dich niemand mag!

Wirft man Dich hinaus aus der Partei,
und keine andere will Dich so, Dich Ei,
war Dein Hetzen voll vergebens,
vergeudet hast Du den Teil des Lebens.

Tu Buße, was Du hast verbrochen,
dumm und sinnlos hast versprochen,
bist kein Retter aller Erden,
und Saubermann wirst auch nicht werden.

Magnus13
03
14.8.2011, 23:24
Weltverschwörungstheorien

der FPÖ/FPK. Sie sind jetzt die politisch Verfolgten.
Alle sind böse außer der FPÖ/FPK. Das war schon die Strategie der Nazis.

Da die bösartige Justiz gerne mit den Linken Hand in Hand arbeitet, um Scheuch zu ärgern, wurde er bereits mehrmals angeklagt, meistens natürlich wegen lächerlicher Unterstellungen wie versuchter Korruption, versuchten Versicherungsbetruges.

Eine rechtskräftige Verurteilung ist für die Partei der politisch Verfolgten kein Rücktrittsgrund. Es war ja ihrer Meinung ein politisches Urteil bzw. ein krasses Fehlurteil eines parteigefärbten Richter.

nekromancer
08
12.8.2011, 16:01

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, aber wenn ich mir die Bilder so anseh:

Was für Arischgesichter.
Karl Kraus

zabia
 
04
12.8.2011, 15:35
Und die freie Meinung gilt bei uns als wichtiges Gut",

...

Ach. Und wieso darf dann der Steger seine Meinung nicht öffentlich demonstrieren?

Verbrecher schreibt man mit F!
02
23.8.2011, 17:32
Die haben eine eigene Geschichte und

ein eigenes Freiheitsgefühl!
Es gilt die Unschuldsvermutung!

Marlon62
00
15.8.2011, 17:22
Weil Strache die Meinung Stegers

nicht frei gegeben hat.

che ernesto himmelfreundpointner
01
12.8.2011, 21:16
weil der herr steeger

nicht die freie meinung des gröfaz vertritt

Marlon62
11
15.8.2011, 17:23
Der Norbert hat mit der Ingrid aber nix zu tun -

- soweit ich weiß.

werwolfi
02
12.8.2011, 14:46

FP aktuell in der krise?

mitnichten - die partei ist seit jahren ein krisenherd und brodelnder sündenpfuhl, die einzigen (!) die das nicht schnallen sind 25-30% der wahlberechtigten...

Skeptiker_
41
12.8.2011, 13:58
Die Finanz und Schuldenkrise steuert auf den Höhepunkt zu

daher wird in den nächsten Jahren europaweit bei den Sozialausgaben gespart. Das wiederum betrifft zu einem großen Teil Migranten. Diese werden sich aber, anders als die biederen Österreicher, mit allen Mitteln dagegen zu Wehr setzen. Unruhen sind daher vorprogrammiert. Das werden auch Häupl und Vassilakou mit ihrem "Wort zum Sonntag" nicht wegreden können, weil ihnen schlicht das Geld für eine weitere Runde "Brot und Spiele" ausgehen wird.

Und Strache wird die Gunst der Stunde nützen, egal wie viele Skandale man der FPÖ noch nachweist :-)

FalscherProphet
03
12.8.2011, 14:41
Wenig intelligente "FPÖ-Skeptiker" wissen leider nicht,

dass DIE REKORDZUWANDERUNG der letzten zwanzig Jahre in Österreich die Haider-FPÖ mitverantwortete -
nämlich die Saldozuwanderung in den Jahren 2003/2004: Jeweils um die 50.000 Leute.

Quelle: www.statistik.at/web_de/st... 22920.html

Fazit: Die Anti-Ausländer Haider-FPÖ versorgte die noch extremere Anti-Ausländer Strache-FPÖ mit einem Wachstum ihres Feindbildes - von den unzähligen Part-of-the-game Russen-Einbürgerungen Haiders (mit Komplizen Schüssel) einmal ganz abgesehen:
http://derstandard.at/1313024096835

Diesen "Migranten-Trick wird der FPÖ-Skeptiker bis zu seinem nächsten Posting wieder "vergessen" haben, nicht wahr?

Alfred Fux
14
13.8.2011, 14:09
Egal

Was bitte sind 50.000 Menschen? 10.000 Österreicher migrieren jedes Jahr ins Ausland. Netto zahlen die Migranten mehr ein als die Österreicher bei gleicher Kopfzahl, entnehmen aber nicht mal ein Viertel. Man sollte nicht den opportunistischen Quatsch zuhören, den diese Gesinningsgemeinschaft absondert. Denn was auch immer ein Viertel der Österreicher stören wird, es wird ihr Wahlkampfthema sein. Und wenn's zuwenig Migranten gäbe, würden sie eben für Zuwanderung sein. Die FPÖ ist eine Partei die auf Kosten der Steuerzahler und im Namen Unterbelichteter das Maul aufreißt. Völlig unfähig konstruktive Beiträge zu liefern.

Skeptiker_
20
12.8.2011, 14:50
wenn die ÖVP die Mehrheit in einer Koalition hat

dann werden sie doch wohl als halbwegs intelligenter Mensch nicht annehmen, dass die FPÖ ihre Forderungen durchsetzen kann.

Was hat denn Herr Gusenbauer von seinen Wahlversprechen in der Koalition umgesetzt?

FalscherProphet
11
12.8.2011, 15:08
Na geh, jetzt lenken'S doch nicht schon wieder

von Ihrer Schandpartei ab, Sie FPÖ-Epileptiker.

Sie gehören als Strache-Anhänger dem österreichischen Polit-Bodensatz an.

Skeptiker_
30
12.8.2011, 15:12
sehr fundierte, inhaltlich gut begründete Argumentationslinie

dem habe ich nicht's mehr hinzuzufügen gggggg

ALLE ACHTUNG !!!!

FalscherProphet
15
12.8.2011, 15:15
Bitte nicht gleich weinen:

Es reicht doch wenn Euer Hassprediger St.Rache ständig in die Kamera winselt.

Erbärmlich ist das: Unter der Gürtellinie austeilen aber nicht einstecken können.

Skeptiker_
21
12.8.2011, 15:20
ggggg ist das Sysnomym für *lachen*

das kann einerseits bedeuten, etwas lustig zu finden, oder jemanden nicht ernst zu nehmen ;-)

Trollblume
01
13.8.2011, 14:02

facepalm

Gerhard Schwarz6
 
18
12.8.2011, 12:37

Die FPÖ HAT nicht eine Krise, sondern sie IST die Krise. Die Sumpfblüte der prinzipienlosen Politik insbesondere der Sozialdemokratie, deren neoliberale Infektion und das Anpasslertum an die Bedürfnisse der Konzern- und Finanzmarktherrschaft den blaunen Lemuren Unterstützer und Wähler zutreibt.

silberstreif65
02
12.8.2011, 12:29

Gestern auf der Facebook Seite vom HC: da wird sinngemäß geschrieben, dass man doch die FPÖ mal an die Macht lassen sollte, da es schlimmer ja nicht werden kann.

Köstlich. Hier mein Sloganvorschlag für die nächste Wahl:

FPÖ - Schlimmer kann es mit uns auch nicht mehr werden.

Yeah!

Alfred Fux
03
13.8.2011, 14:18
Auch hier irrt sie wieder

die notorische Irrtumspartei FPÖ. Es kann sehr wohl schlimmer werden. Ich weiß auch gar nicht, was hier in Österreich schlimm sein soll. Unsere Wirtschaft ist in bestem Zustand, bezüglich Sicherheit sind wir an Weltweit unter den ersten 3 und niemand muß verhungern. Krankenversorgung, Altenpflege, alles da. Die FPÖ versucht nur alles schlechtzureden, damit sie eine Existenzberechtigung für sich ableiten kann. Das Einzige was in Österreich stört sind ÖVP und FPÖ. Deren Mitglieder sind mehr in kriminelle Handlungen verstrickt als der Rest Österreichs.

aiuto
00
13.8.2011, 13:14
das wären ja schöne Ausssichten ....

aereo
03
12.8.2011, 12:04

Ein bisserl seltsam find ich ja die schwachen Werte der VP. Wer sich (anders als ich) zu dieser Partei zugehörig fühlt wird seit ewig bestens vertreten. Die VP macht reine Klientelpolitik.
Enttäuschte SP-Wähler kann ich hingegen gut verstehen:). Diese Partei hat jede Orientierung verloren. Wie man als solcher aber zur FP hinüberfrusten kann ist mir ein ewiges Rätsel.

A ndreas Bogeschdorfer
05
12.8.2011, 12:48
Natürlich bedient die ÖVP ihre Klientel perfekt...

...aber die Adressaten schrumpfen an Zahl. Viele Kleinbauern werden von Großbauern ersetzt, große Betriebe schnupfen die kleinen weg, Beamte werden abgebaut.

So ist die ÖVP zwar mit mächtigen Kreisen verbunden, deren zahlenmäßige Basis aber sukzessive wegschmilzt.

aereo
01
12.8.2011, 13:56

Stimmt. Dafür schrumpft die SP auf Grund der Altersentwicklung. Irgendwie fangen alle wieder von vorne an, mit neuen Karten, ein richtig gutes Blatt hat aber niemand.

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