Sprengsatz explodierte in ihren Händen - Weitere Person schwer verletzt
Beirut - Zwei Männer sind am Donnerstag in der Nähe von Beirut
bei dem Versuch ums Leben gekommen, unter einem Auto eine Bombe zu legen. Der
Sprengsatz explodierte noch in ihren Händen. Das bestätigten libanesische
Ermittler am Schauplatz. Das Fahrzeug, das Ziel des Anschlags war, gehöre dem
Sohn eines Richters, hieß es.
Eine weitere Person wurde bei der Explosion in einem Geschäftsviertel des
christlich bewohnten Ortes Antelias schwer verletzt. In ersten Meldungen war von
einer Handgranate die Rede gewesen, die detoniert sei.
Hintergründe unklar
Die beiden getöteten Männer stammten aus den südlichen Vororten von Beirut,
einer Hochburg der Schiitenbewegung Hisbollah. Die weiteren Hintergründe der Tat
blieben vorerst unklar. So auch die Motivlage: Diese könnte politischer,
konfessioneller oder krimineller Natur sein oder eine Kombination dieser
Beweggründe darstellen.
Der Libanon wurde in den Jahren von 2005 bis 2008 von einer Serie politisch
motivierter Anschläge erschüttert, die sich gegen syrien-kritische Journalisten
und Politiker richteten. Der tödliche Anschlag auf den ehemaligen
Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005 hatte eine beispiellose
Protestwelle gegen Syrien ausgelöst, in deren Folge das Nachbarland nach fast
drei Jahrzehnten seine Truppen aus dem Libanon abziehen musste.
Vier Hisbollah-Funktionäre waren Ende Juni vom UNO-Sondertribunal für den
Libanon wegen der damaligen Attentate angeklagt und zur Fahndung ausgeschrieben
worden. Sie dürften sich aber schon längst ins Ausland abgesetzt haben. (APA/Reuters)