"Hackler" könnten höhere Pension erhalten

26. Mai 2003, 15:01
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Schüssel: Bei mehr als 45 Beitragsjahren kann Pension sogar durch Zuschläge steigen - Altersunabhängig - Mit Infografik

Wien - Die von der Regierung zuletzt beim vierten Runden Tisch in den Verhandlungen mit den Sozialpartnern vorgeschlagenen Änderungen bei der so genannten "Pensionssicherungsreform" bringen erstmals auch die Möglichkeit, dass künftige Pensionisten sogar mehr erhalten können als bisher. Dies ist dann der Fall, wenn jemand über 45 Beitragsjahre aufweist, also unter die so genannten "Hackler" fällt.

Dann soll - und zwar unabhängig vom Pensionsantrittsalter - für jedes Jahr, das länger gearbeitet wird, ein Zuschlag von 4,2 Prozent zur Pensionshöhe schlagend werden. Konkret würde dies bedeuten, dass ein 62-jähriger mit 47 Betragsjahren auf seine ihm bisher zugestandene Pensionshöhe noch für die beiden zusätzlichen Arbeitsjahre 8,4 Prozent als "Bonus" bekommt.

Diese Zahlen gelten aber offenbar lediglich für die männlichen Erwerbstätigen bzw. künftigen Pensionisten. Bei Frauen müsste damit beispielsweise das Modell 40-60-80 gelten, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Also nach 40 Beitragsjahren und mit 60 Jahren müsste dann eine Frau 80 Prozent ihres durchschnittlichen Lebensverdienstes als Pension erhalten. Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner (F) verlangte zuletzt in Anlehnung an die "Hackler-Regelung", dass Frauen, die 40 Jahre gearbeitet haben, ohne Abschläge in Pension gehen können sollen.

Konkret bedeutet der Regierungsplan zumindest bei den Männern, dass hier gegenüber Hacklern eine deutliche Besserstellung bei der Pensionshöhe erzielt wird. Nimmt man als Beispiel einen heute 62-jährigen "Hackler" mit 47 Beitragsjahren, so beträgt seine Pension derzeit 80 Prozent der Bemessungsgrundlage. (Berechnung: Maximal sind theoretisch 90 Prozent erreichbar, von denen dann die Abschläge abgezogen werden. Theoretisch käme dieser Mann bei Abschlägen von neun Prozent für drei Jahre vor dem 65. Lebensjahr auf 81 Prozent, tatsächlich gibt es bis dato eine Obergrenze von 80 Prozent). Künftig würde derselbe Mann zu den 80 Prozent Bemessungsgrundlage, die er nach 45 Beitragsjahren (Steigerungsbetrag neu nur mehr 1,78 statt zwei Prozent - 45 mal 1,78 machen zwar 80,1 Prozent aus, es gilt als Obergrenze aber trotzdem wie bisher nur 80 Prozent) im Alter von 60 Jahren erhält, zwei Mal 4,2 Prozent dazu erhalten und damit auf 88,4 Prozent kommen. Er erhielte also eine um 8,4 Prozent höhere Pension als vorher.

Das Modell für Frauen

Überträgt man das Modell auf die Frauen, erhielte eine heute 57-jährige Frau, die in Pension geht, nach 42 Versicherungsjahren künftig noch wesentlich mehr Pension als bisher. Im Gegensatz zu den Männern fiel die Abschlagsregelung im Fall der Frühpension bei den Frauen wesentlich schärfer ins Gewicht. Durch den zweiprozentigen Steigerungsbeitrag war ein Mann nach 45 Beitragsjahren auf 90 Prozent Bemessungsgrundlage gekommen, von der dann maximal 10,5 Prozent durch Abschläge im Fall der Frühpension abgezogen wurden. Er kam also immer noch auf satte 79,5 und damit praktisch auf die 80 Prozent Höchstbemessung. Eine Frau hatte nach 40 Beitragsjahren aber "nur" 80 Prozent Bemessungsgrundlage erreicht, von der ihr dann nach maximalen Abzug von 10,5 Prozent nur mehr 69,5 Prozent blieben. Also um zehn Prozent weniger als Männer.

Wenn Haubner ihre Forderung durchbringt, käme eine 57-jährige Frau nach 42 Versicherungsjahren künftig auf 83,16 Prozent (74,76 Prozent für 42 Versicherungsjahre durch neuen Steigerungsbetrag von 1,78 Prozent jährlich - plus zwei Mal 4,2 Prozent Zuschläge) anstatt wie bisher auf 75 Prozent (84 Prozent minus 9 Prozent Abschläge für drei Jahre vor Regelpensionsalter). (APA)

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    Regierungsvorschlag: Höhere Pensionen für "Hackler"

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