Bartensteins Pharmagruppe kränkelt

25. Mai 2003, 21:58
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Familien-Unternehmen des Wirtschaftsministers muss eklatantes Umsatz-Minus hinnehmen - Der Chef: "Ohne Kündigungen wird es nicht abgehen"

Wien - Die Pharmagruppe der Familie von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) büßt heuer mehr als ein Viertel des Gruppenumsatzes von 103 Millionen Euro (2002) ein. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Grund ist das Auslaufen der Vertriebslizenz für das Anti-Thrombose-Mittel Lovenox mit Ende 2002. Bisher hatte den Vertrieb des Aventis-Präparats die Wiener Bartenstein-Firma Gerot inne - nun übernimmt ihn Aventis Österreich selbst.

Die Tochter des deutsch-französischen Pharmakonzerns budgetiert für Lovenox 2003 einen Umsatz von 27 Millionen Euro, beruft sich der "trend" auf Angaben von Aventis. Die Suche nach Ersatzprodukten war bei Gerot wenig erfolgreich, bestätigt Gerot-Geschäftsführerin Ilse Bartenstein: "Realistisch ist für dieses Jahr ein Gruppenumsatz von 80 Millionen Euro."

Ein "Durchläufer"

Bartenstein will den Umsatzschwund aber nicht überbewerten: "Lovenox war eher ein Durchläufer." Neben den zwölf Gerot-Mitarbeitern, die mit Lovenox zu Aventis gewechselt sind, kommt es dennoch - vor allem durch Produktionsverschiebungen - zu einem Mitarbeiterabbau. So soll die Feststoffabteilung in Wien geschlossen und ins steirische Lannach, wo im September eine neue Fabrik offiziell eröffnet wird, verlegt werden. Mittel- bis langfristig rechnet Bartenstein mit einer Reduktion der derzeit 200 Produktionsmitarbeiter auf 180: "Ohne Kündigungen wird es nicht abgehen."

Erfreuliches aus dem Stammhaus

Äußerst erfolgreich ist hingegen die Lannacher Heilmittel GmbH, gewissermaßen das Stammhaus der Gruppe: Sie legte von 2001 auf 2002 um 20 Prozent auf knapp 27 Millionen Euro Umsatz zu. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Steigerungen im Export. (APA)

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Aventis
  • Wirtschaftsminister und Pharma-Unternehmer Martin Bartenstein.
    montage: derstandard.at

    Wirtschaftsminister und Pharma-Unternehmer Martin Bartenstein.

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