Chat-Nachlese

ÖBB-Chef: Westbahn muss erst Pudding-Test bestehen

11. August 2011, 12:31

Christian Kern will erst das Angebot der ÖBB verbessern, dann erst über Preiserhöhungen nachdenken

Mit der Liberalisierung des Schienenverkehrs rollt mit Anfang 2012 zum ersten Mal heimische Konkurrenz auf den bisherigen Monopolisten ÖBB zu. ÖBB-Chef Christian Kern zeigt sich im derStandard.at-Chat vorerst gelassen: "Das einzige, was wir derzeit wirklich kennen, ist eine Reihe von Marketingsprüchen. Bekanntlich heißt es aber 'the proof of the pudding is in the eating' ", so Kern.

Gegen eine mögliche Privatisierung der Bundesbahnen spricht laut Kern vor allem, dass die ÖBB nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen zu erfüllen hätten. Die Frage stelle sich zum jetzigen Zeitpunkt also nicht, glaubt Kern. Die ÖBB investierten derzeit massiv in den Ausbau der Südbahn, schließlich boome der Nahverkehr. Die eine oder andere Nebenbahn werde es aus "soziodemografischen Trends" heraus aber durchaus nicht mehr geben.

Auf die Userfrage, ob denn die ÖBB ein ähnliches Schicksal wie die AUA erleiden könnte, zeigt sich der ÖBB-Chef optimistisch. Die These sei zwar nicht ganz abwegig, aber man setze alles daran, dass das nicht passiert: "Natürlich sind die Finanzverbindlichkeiten ein wichtiger Punkt, allerdings stehen diesen langfristige Finanzierungspläne gegenüber, für die die Republik Österreich garantiert."

Preiserhöhungen sind zumindest im Fernverkehr derzeit nicht geplant, sagt der ÖBB-Chef. "Aus unserer Sicht ist es zunächst einmal wichtig an der weiteren Verbesserung des Angebots zu arbeiten. Erst danach werden wir uns mit Preiserhöhungen auseinandersetzen.“

Auf was Bahnkunden in Zukunft nicht mehr verzichten müssen, ist Chris Lohners Stimme am Bahnsteig. "Chris Lohner am Bahnhof ist ein Stück Österreich. Die Fehleinschätzung, sie durch Blechgequieke zu ersetzen, haben wir korrigiert." (rom, derStandard.at, 11.8.2011)
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