Finanznot

Engl erwägt Einstellung einzelner Studienrichtungen

Interview | S.Pumberger, R. Winkler-Hermaden, 11. August 2011, 10:04
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    "Die Deutschen sind nicht das dominierende Element des Zuwachses."

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    "Der Staat muss sagen, ob er den Universitäten das Geld gibt. Er könnte es leicht tun, denn im Vergleich zu anderen Dingen, die in Österreich finanziert werden - Tunnels oder was weiß ich - ist das eigentlich nicht so viel Geld."

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    "Vielleicht muss man dann den Weg gehen und sagen, wir können uns nicht mehr jede Studienrichtung leisten. Das überlegen wir durchaus."

  • Heinz Engl im Wordrap über: Deutsche Studierende, Audimax, Studiengebühren, Spenden für Unis, Karlheinz Töchterle, Janine Wulz, Technische Mathematik.

Designierter Rektor der Universität Wien: "Politik zwingt uns, solche Maßnahmen zu setzen"

Noch hat der Mathematiker Heinz Engl sein Büro im Vizerektorat. Er steht wenige Wochen vor einem Karrieresprung. Am 3. Oktober wird Engl offiziell neuer Rektor der größten Universität des Landes, der Uni Wien. In dieser neuen Funktion erbt Engl mannigfaltige Probleme. Vor allem bei der Finanzierung klafft eine Lücke zwischen Bedarf und Wirklichkeit. Im Gespräch mit derStandard.at fordert Engl Investitionen in den Hochschulsektor und malt ein düsteres Bild: Bleiben diese aus, müsse die Uni Wien so weit gehen, einzelne Studienrichtungen zu schließen um bei stagnierenden Mitteln mit einem wachsenden Studierendenansturm fertig zu werden. "Mit jeder Fakultät führen wir Gespräche über fünf Prozent Personalkürzungen", sagt Engl. Die Fragen stellten Rosa Winkler-Hermaden und Sebastian Pumberger.

***

derStandard.at: Seit 4. Juli kann man sich online für ein Studium an der Universität Wien anmelden. Wie ist der Stand der Dinge?

Engl: Bisher haben sich mehr als 20.000 Personen angemeldet. Manche auch mehrfach, wir haben Anmeldungen für insgesamt 27.000 Plätze. Es war immer schon so, dass sich Leute für mehrere Studienrichtungen eingeschrieben haben. Das ist auch ok. Wir wissen aber nicht, wie viele von diesen Personen sich möglicherweise auch an anderen Universitäten angemeldet haben. Das ist durchaus anzunehmen, gerade im naturwissenschaftlichen Bereich, in den Lebenswissenschaften, wo auch die TU und die Boku aktiv sind. Das ist der Grund, warum diese Zahlen nicht wirklich einen Prognosewert haben.

derStandard.at: Die Planbarkeit ist für die Universität Wien nicht gegeben?

Engl: Nein. Würden alle 20.000 im Herbst zu uns kommen, hätten wir natürlich ein Problem. Mehr Studenten zu haben, ist keine Katastrophe, aber das Problem ist, dass die Uni Wien für 20.000 neue Studierende einfach nicht ausgestattet ist. Sowohl was die Hörsaalkapazitäten, als auch was das Lehrpersonal betrifft. 

Wir überlegen durch Anmietung von Kinosälen am Vormittag Kapazitäten zu schaffen, aber das ist keine sehr attraktive Lösung. Wir haben in den Wirtschaftswissenschaften eine Verdoppelung der Voranmeldungen. Was noch dazu kommt: Das sind Zahlen von Mitte August. Die Anmeldung ist noch offen bis 31. August. Und wir vergleichen immer mit der Gesamtinskriptionszahl bis Ende November. Selbst da sind wir im Vergleich zum Vorjahr in einzelnen Studien bereits um mehr als 50 Prozent drüber.

derStandard.at: An der TU Wien hat man sich entschieden, das Anmeldesystem gar nicht zu machen, weil es nicht viel bringt. War das auch an der Uni Wien eine Überlegung?

Engl: Wir haben auch gewarnt, dass die Planbarkeit schwierig wird. Aber das Anmeldesystem ist schließlich durch ein Bundesgesetz verordnet worden, das schon einzuhalten ist. Zu sagen, tun wir nicht, weil wir es nicht für sinnvoll halten, haben wir im Gegensatz zur TU nicht für möglich gehalten. Es mag auch sein, dass nicht jede Universität EDV-mäßig so gut aufgestellt ist, dass sie das auch gut hinkriegt. Es war ein relativ großer Aufwand für unsere Verwaltungsabteilungen, für den zentralen Informatikdienst, das so schnell umzusetzen.

derStandard.at: In den Studienrichtungen Publizistik und Psychologie ist die Anmeldefrist schon vorbei. In Publizistik gab es weniger Anmeldungen als verfügbare Plätze. Wieso das?

Engl: Es ist bereits das zweite Jahr, in dem das so ist. Wir haben, wie von der Bundesregierung beschloseen, 1123 Plätze angeboten auf Basis der durchschnittlichen Zahlen der letzten Jahre. Möglicherweise hat bereits die Ankündigung eines Auswahlverfahrens dazu geführt, dass sich weniger Leute anmelden. Wir haben die Gründe nicht untersucht. Jetzt machen wir das Aufnahmeverfahren natürlich nicht, im Gegensatz zur Uni Klagenfurt.

derStandard.at: Liegt das geringe Interesse am frühen Termin?

Engl: Jeder, der wirklich Publizistik studieren will, muss das gewusst haben. Die gesamten Anmeldetermine sind von uns und auch vom Ministerium sehr intensiv beworben worden. Ich selbst habe vom Minister einen Brief erhalten: wenn ich studieren will, muss ich mich anmelden. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich studierende Kinder habe.

derStandard.at: In Psychologie gibt es mehr als 2000 Anmeldungen für 600 Plätze. Wieso ist hier das Interesse so groß?

Engl: Das ist dramatisch. Psychologie ist natürlich ein sehr attraktives Fach, es ist deutlich attraktiver geworden. Wir haben in interdisziplinäre Fächer wie Kognitionsforschung investiert. Psychologen haben gute Berufschancen, ich verstehe, dass sich Leute dafür interessieren, und zwar deutlich mehr als wir Plätze haben. Wir würden natürlich gerne alle Geeigneten nehmen können. Aber wir haben die Kapazität für maximal 600. Gerade Psychologie ist ein sehr experimentelles Fach. Es gibt Labors, man muss lernen, mit Testpersonen umzugehen. Das ist ja alles ein Aufwand. Wir bräuchten grob gesagt die doppelte Personalausstattung.

derStandard.at: Sie haben die Studienplatzfinanzierung gefordert. Was sind konkret Ihre Forderungen?

Engl: Derzeit wird die Finanzierung der Universitäten alle drei Jahre mit dem Ministerium verhandelt und ist stark historisch orientiert. Die Unterschiede von einer Periode zur anderen, wie viel Prozent des gesamten Universitätsbudgets jede einzelne Universität bekommt, sind äußerst gering. Es gibt nur kleinere Verschiebungen. Den einzigen Unterschied macht das sogenannte formelgebundene Budget, das auf Leistungsindikatoren beruht. Aber die Grundfinanzierung ist so, wie sie immer war. Die Studienplatzfinanzierung wäre ein anderes Konzept, das es ja in anderen Ländern gibt. Die Finanzierung einer Universität würde nach realen Kosten berechnet werden: was kostet ein Studienplatz? Wie viel Geld können wir in einen Studenten investieren? Was soll der Studienplatz kosten? Das hängt natürlich auch stark vom Fach ab. Die Kosten für einen Studienplatz in der Geisteswissenschaften sind geringer als in der Physik zum Beispiel.

derStandard.at: Was würde die Einführung eines solchen Konzepts konkret ändern?

Engl: Wenn man die Studienplatzfinanzierung auf Basis der derzeitigen Studierendenverteilung in Österreich ausrechnet - nach Sätzen die jenen guter deutscher und Schweizer Universitäten entsprechen - dann bräuchten wir rund 900 Millionen Euro mehr für alle österreichischen Universitäten. Das ist eine Zahl, die das Ministerium selbst berechnet hat. Das sind für die Uni Wien etwa 150 Millionen Euro, das ist eine Zahl die ich immer schon genannt habe. Man merkt, wir sind deutlich unterfinanziert. Das ist der Regierung bekannt.

derStandard.at: Es gibt einen neuen Wissenschaftsminister, Karlheinz Töchterle. Was sagen Sie zu seiner Performance?

Engl: Man kann noch zu wenig sagen. Das Positive ist sicher - und ich werde auch nichts Negatives sagen - dass er Experte ist. Er hat zahleiche Forderungen, die wir jetzt stellen, bis April selbst noch gestellt. Das in der neuen Rolle umzusetzen, ist schwierig, aber positiv ist, dass er weiß, was notwendig ist. Das Geld hat jedoch nicht er in der Hand. Wenn wir nicht mehr Geld bekommen, werden die Bedingungen auf den Unis unzumutbar.

derStandard.at: Vielerorts wird der „Ansturm der Deutschen" befürchtet. Wie ist das an der Uni Wien?

Engl: Die Deutschen sind bei uns nicht das dominierende Element des Zuwachses. Es waren im Vorjahr in etwa dreizehn, vierzehn Prozent der Angemeldeten. Derzeit in den Voranmeldungen sind es ungefähr 20 Prozent. Der Studierendenzuwachs kommt zum größeren Teil aus Österreich selbst. Es ist begrüßenswert, dass mehr Leute studieren wollen. Im Gegensatz zu den Universitäten, die näher an der Grenze liegen, ist der Trend nicht auf Deutschland zurückzuführen. Man weiß natürlich nicht, wie sich das bis Ende August entwickeln wird, ich nehme aber an, deutsche Studierende, die die Entscheidung treffen, nach Wien studieren zu kommen, würden sich relativ bald anmelden. Wissen werden wir es nach dem 31. August.

derStandard.at: Macht man es sich zu leicht, wenn man das Problem bei den Deutschen zu suchen?

Engl: Bei uns ist es nicht so. Natürlich muss man sich etwas überlegen. Das Prinzip der EU sieht vor, dass man frei studieren kann, wo immer man will. Das macht die Attraktivität des europäischen Hochschulraums aus. Wir haben nur die Problematik, dass wir ein Nachbarland haben, das zehnmal so groß ist und die gleiche Sprache spricht und es dort andere Zugangsregelungen gibt. Im Prinzip wollen wir ausländische Studierende. Eine bunte Studierendenpopulation macht auch die Qualität einer Universität aus.

derStandard.at: Was halten sie von dem Vorschlag von Vizekanzler Spindelegger, je nach Andrang unterschiedlich hohe Studiengebühren einzuheben?

Engl: Ich habe diesen Vorschlag als unausgegoren bezeichnet. Schon in der Bewerbung um das Rektorat habe ich aber gesagt, ich werde mich nicht zu Studiengebühren äußern. Nicht weil ich nicht eine persönliche Meinung hätte, sondern weil wir Universitäten sind, die vom Staat finanziert werden. Der Staat hat damit die Aufgabe übernommen, die Universitäten zu finanzieren. Wie der Staat jetzt die Mittel auftreibt - ob über das Steuersystem, Studiengebühren oder Kredite - ist eine Entscheidung der Politik.

derStandard.at: Ebenfalls oft gefordert werden Zugangsbeschränkungen. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sagt, dass der freie Hochschulzugang eine Illusion ist. Wie sehen Sie das?

Engl: Das ist schon richtig. Wenn wir Studierende aufnehmen, dann sollen sie auch ein Anrecht darauf haben, dass sie eine gute Ausbildung genießen. In ungefähr 90 Prozent unserer Fachrichtungen ist das ohnehin der Fall. Wir haben ein paar Problembereiche, die im Verhältnis zur Kapazität stark nachgefragt sind. Wir müssen die Betreuungsverhältnisse dort verbessern. Ich verweise wieder auf die Studienplatzfinanzierung. Ich trete in erster Priorität nicht für Zugangsbeschränkungen ein. 

Der Staat muss sagen, ob er den Universitäten das nötige Geld gibt. Er könnte es leicht tun, denn im Vergleich zu anderen Dingen, die in Österreich finanziert werden - Tunnels oder was weiß ich - ist das eigentlich nicht so viel Geld. Für uns normale Bürger klingt eine Milliarde viel, aber im Vergleich zu anderen Budgets ist das ein Klacks - wenn man es will. Es ist Verantwortung des Staates zu sagen, wie viele Studierende er sich leisten kann und will.

derStandard.at: Die Finanzierung stellt seit Jahren oder Jahrzehnten ein Problem dar. Kann es noch schlimmer werden?

Engl: Es ist viel gravierender geworden. Die Universität Wien hat Kapazitäten für 60.000 Studierende, wir hatten jahrelang um die 60.000 Studierende. Nach Abschaffung der Studiengebühren ist die Zahl stark angestiegen. Ich will aber nicht sagen, dass es da einen Zusammenhang gibt. Wenn die 20.000 kommen, die sich vorangemeldet haben, haben wir heuer 95.000 Studierende. Das Budget ist seit 2002 vielleicht um fünf Prozent real gestiegen. Das verkraften wir nicht. Ab 2013 ist das Budget eingefroren, das bedeutet aber real 8 bis 10 Prozent weniger. Wenn der Trend gleich bleibt, und wir haben weniger Budget, dann müssen wir Personal kürzen. Mit jeder Fakultät führen wir Gespräche über fünf Prozent Personalkürzungen. Wenn das so kommt, müssen wir ab 2013 30 bis 40 Millionen Euro järhlich einsparen.

derStandard.at: Die Betreuungsverhältnisse werden noch schlechter werden. Gibt es keine anderen Möglichkeiten?

Engl: Vielleicht muss man dann den Weg gehen und sagen, wir können uns nicht mehr jede Studienrichtung leisten. Das überlegen wir durchaus. Ich wüsste aber nicht, welche Studienrichtung wir einstellen sollten. Die Politik zwingt uns aber solche Maßnahmen zu setzen, wir können nicht 30 Millionen Euro einsparen, ohne dass man es merkt. Wir haben jetzt zu wenig Personal und können dann mit 10 Prozent Budget weniger nicht einfach weiter machen wie bisher. Dann hätten wir jetzt gelogen. Ein Blick in das Audimax zu Semesterbeginn belegt die getroffenen Aussagen.

derStandard.at: Wenn Studierendenzahlen steigen, das Betreuungsverhältnis sich verschlechtert, dann steigt auch der Unmut der Studierenden. Bei ihrem Vorgänger reichte der Protest von der Besetzung des Rektorats bis zu einer Tortung. Warum tut man sich so ein Rektorenamt an?

Engl: Aus Verantwortung. Und es ist eine interessante Herausforderung. Es muss ja irgendwer machen. Solche Jobs sind in Phasen der Expansion noch attraktiver, man muss aber auch in solchen Phasen, wie wir sie jetzt haben, seinen Beitrag leisten. Gerade die Studienanfänger und das Personal sind am meisten betroffen. Ich verstehe, dass die Studierenden protestieren. Die Wurzel der Proteste war ja klar verständlich. Wo ist aber der Adressat dieser Proteste? Der sitzt am Ballhaus- und am Minoritenplatz und im Finanzministerium. (derStandard.at, 11.8.2011)

HEINZ ENGL (57) ist Professor für Mathematik und lehrte lange Zeit in seiner Heimatstadt Linz. 2007 kam er als Quereinsteiger an die Uni Wien und wurde Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung. Im Herbst tritt er sein neues Amt als Rektor der Uni Wien an und folgt damit Georg Winckler.

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somussesnichtsein
00
4.10.2011, 17:07
wenn er den job nicht schafft

dann soll er gleich wieder gehen
so einfach ist das

Langschluss
02
12.8.2011, 15:26

Ich wuesst auch noch wo man sparen könnte: Bundesrat, Anzahl der Nationalratabgeordneten, Landtage,...
Da bringen wir die 900 Millionen Euro mehr innerhalb von ein paar Monaten auf...

Gert Bachmann
 
02
12.8.2011, 14:50
Warum tut man sich so ein Rektorenamt an?

"Aus Verantwortung. Und es ist eine interessante Herausforderung. Es muss ja irgendwer machen"..no ja, in dubio pro....
Es mag noch einen weiteren Grund geben: aus der Leistungsbilanz 2010 der Uni Wien (Mitteilungsblatt im WWW) geht hervor das das Rektoratsteam in dieser Periode in Summe knapp 1M€ brutto bezog. Also konservativ geschätzt 300k€ für den Rektor.
Nur keinen Neid, am meisten verdient an der UNI Wien allerdings die Raika, bei der nun alle wichtigen Konten der Uni Wien liegen (samt Projektdrittmitteln konservativ geschätzte 1500 M€, davon rund 100 M€ langfristiger oder gar als Aktien/Kreditunterbeteiligung).
Da sind 150 M€, die die UNI mehr braucht, im Bereich des Eckzinssatzes.
Mehr privat, weniger Staat?

Jürgen H0
00
12.8.2011, 12:33

MMn. wäre es eine Möglichkeit der Finanzierung, Studiengebühren wieder einzuführen, bei gleichzeitiger Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens. (http://www.grundeinkommen.at/index-def... ition.htm) Vorausgesetzt die Gebühren sind dem Grundeinkommen angepasst, bzw im Grundeinkommen berücksichtigt.
So kann sich jeder ein Studium leisten und die Unis haben Geld um den Studierenden was dementsprechendes zu bieten (sinnvolle Investition vorausgesetzt).
Ob und wie das Grundeinkommen finanziert werden kann ist dann aber eine andere Frage... (http://www.grundeinkommen.at/mitte-gru... erbar.htm)

Jürgen H0
00
12.8.2011, 12:39

Bei den Links bitte die Klammer am Schluss weglassen, sonst ist die Adresse falsch.
Ich weiß leider nicht wie man Beiträge editiert bzw ob das geht.

Annamaria Herz
16
12.8.2011, 12:30
diese gesamte diskussion

ist einfach unglaublich. Bildung ist ein freies Gut und doch bitte nicht Eigentum der Wirtschaft. Wem steht es zu beurteilen zu dürfen welche Studienrichtungen von Nutzen für die Geselllschaft sind und weshalb steht das überhaupt jemandem zu? Jeder kann doch bitte selbst entscheiden worüber er sich bilden möchte. Es ist wirklich nur noch eine bodenlose Frechheit, dass die Politik nicht endlich genügend Geld für die Universitäten zur Verfügung stellt...Aber wie so oft in diesem Land schauen alle zu und niemand macht was. Traurig einfach nur.

Gert Bachmann
 
03
12.8.2011, 15:14
Peanuts

Völlig richtig! Und die Kosten zur Bedeckung dieses Luxus, der in Wirklichkeit (incl. der unten geschmähten Fächer) die Basis künftiger Innovationen ist, sind in Relation zu vielen wie bereits geposteten wirklich Sparpotential bietenden Fehlinvestitionen oder Geldversenkungen klein...nur fürchtet die schwarze Reichshälfte samt der Stakeholder des Profitkuchens nichts so sehr wie aufgeklärte BürgerInnen und echtes Innovationspotenzial, da dies die Renditen verkleinerte. Noch Fragen? Also dann weg mit dieser verlogenen Geldmangelheuchelei, es geht um Machterhalt des obersten 1%, und dazu soll eine frei zugängliche Bildung abgestochen werden.
Aus Verantwortung für ganz Europa: Widerstand aller Universitätsmitglieder und Eltern!

Mr.URNs
13
12.8.2011, 10:38
ich hab eine tolle idee: das mr.urns-learning modell

/ironie on

1. jede lehrveranstaltung wird ausgeschrieben
2. es werden vorlesungs-videos eingereicht
3. die besten werden ausgewählt und für ihre videos bezahlt
4. die videos werden vormittag in der lugner city im kino gezeigt (oder als stream im web)
5. natürlich gegen eintrittskarte / kostenpflichtiges livestream abo
6. zwischenfragen gibts nicht
7. am ende der videoreihe wird der stodd auswendig gelernt und schriftlich abgeprüft - in der wiener stadthalle
8. wenn man genug prüfungen gemacht hat, gibt einen ba,ma, oder phd

fertig, kostet nicht viel und produziert genau die akademikerInnen, die der staat will - solche für die oecd statistik.

/ironie off

Hans Funkelfels
00
12.8.2011, 17:11

Für das Einführungssemester ist das im Grunde nicht mal so blöd/ironisch. Die vorlesungsvideos braucht man nicht einreichen/auswählen, die Uni hat schon Personal dass das kann. Eintrittskarte braucht man nicht, sondern eine Inskription. Kein Kino, sondern einfach daheim einen Webstream.

Für darüber hinausgehende Semester sind in vielen Studien die Seminare und Übungen das A und O, dass die Ausbildung ausmacht, daher wirklich nur fürs erste Semester. Dann ists aber auch fairer als jede Aufnahmeprüfung/Auswahlverfahren.

Wilhelm Guschlbauer
00
12.8.2011, 11:48
Hier eine deutsche Petition

über einen franz. Blog erhalten
http://www.petitiononline.com/sntcu3/pe... ition.html

thomas1231
05
12.8.2011, 10:02

Die ÖBB offensive kostet mindetsens 53 mrd €, wohl eher dann an die 60 MRd, fürn koralm und semmerng tunnel und neuen hauptbahnhof... und da wird weegen 90 million herumgeschissen ?

kleiner Schelm
30
12.8.2011, 09:49
Sparen UND Qualität steigern

könnte man, wenn man mutig einfach offensichtlich sinnvolle Konzepte durchzieht, z.B.

- Bachelor primär an FHs, die entsprechend auf den Lehrbetrieb fokussiert werden müssten.

- hochwertige, anspruchsvolle Master und Dissertation NUR an Unis, die entsprechend fokussiert werden müssten.

Hans Maier7
 
02
12.8.2011, 09:54

und die FHs können pro € mehr Bachelors produzieren als die Unis??

kleiner Schelm
30
12.8.2011, 10:14

Man müsste halt die FHs auf preiswerte Lehre fokussieren, weniger Fächer mit mehr Studenten pro Fach --- und nicht so viele Exotenfächer. Dann könnte man bei gleichen finanziellen Mitteln die #Studenten erhöhen.

Hans Funkelfels
01
12.8.2011, 10:49

Nach der Logik ist die Uni größenordnungen effizienter als jede FH. Tausend Anfängerinnen in einem Jahr. 600 ins Audimax. Ein Lehrer.

Gerade die FHs haben ja sehr viele "spezialisierte" Fachrichtung - auf der UNi würde mans "Exotenfächer" nennen. Denke nur an manche FH-Richtungen wie Sportgerätetechnik... etc. davon gibts duzende

Mr.URNs
00
12.8.2011, 10:42

was die rahmenbedingungen angeht, sollten sich unis an den fhs orientieren. dort ist die betreuungssituation nämlich super. (ich sprech jetzt nicht von der verschultheit einer fh, sondern von dingen wie computerabeitsplätze, hörsaalplätze, gruppengrößen)

aber fhs haben halt studienplatzfinanzierungen und unis müssen mit dem arbeiten, was sie pauschal kriegen.

letztlich schauts so aus, dass einfach eine klare ansage des staates fehlt: 1. wieviele uni-absolventInnen wollen wir? 2. in welcher qualität? 3. was ist uns das wert?

momentane antwort: 1. möglichst wenige, 2. so niedrig wie möglich, 3. nix!

sa but true... :-(

kleiner Schelm
00
12.8.2011, 14:05

Man sollte es je nach Bedarf -- Bachelor: viel Betreuung ala FH, verschult, um möglichst viele Studenten zu qualifizieren; Master: Betreuung durch renommierte Wissenschaftler, aber eher frei und selbstbestimmt wie an UNIs (im Idealfall).

Eine entsprechende Fokussierenung des Ausbildungssystems wäre ohne zusätzliche Ausgaben möglich; Unis könnten entlastet und FHs stärker ausgelastet werden. Man müsste nur Master an Unis bringen und Bachelors an FHs fokussieren, dazu halt dann die Studienplatzfinanzierung an FHs reduzieren, aber gesamtsumme konstanthalten (ergibt mehr Plätze also). Voilà.

Hans Funkelfels
02
12.8.2011, 10:51

Stimmt. Wobei die ÖVP-Vorstellungen etwa sind:

* möglichst wenige
* die dafür super elitär
* möglichst wenig.

Was auch nicht zusammen kommt.

Mr.URNs
00
12.8.2011, 11:03
:-)

Midway
11
12.8.2011, 09:46
zugangsbeschränkungen + studiengebühren

solange es nicht anders funktioniert!

hätte kein problem damit im jahr 1000 euro gebürhen zu zahlen, solange ich für mein geld auch was geboten bekomme, natürlich wäre ich nicht angetan wenn sich nichts ändern würde.

so ein beitragssystem sollte gestaffelt organisiert werden, denn menschen die sich solche beiträge nicht leisten könnten, sollten in solch einem fall auf jeden fall vom staat zu einem gewissen teil oder auch gänzlich entlastet werden um auch ihnen den unizugang zu ermöglichen!!!

ich denke sowas wäre nur fair und den unirankings würde es bestimmt auch nicht schaden!

Gert Bachmann
 
02
12.8.2011, 10:03
solange ich für mein geld auch was geboten bekomme,

..bekommen Sie aber sicher nicht, da damit nicht mal die dringendsten Lücken gestopft werden könnten...wie die Erfahrung zeigte.
Ein funktionierendes Stipendiensystem, wo das Geld rechtzeitig zum zahlen der Wohnungs/Heimmiete das ist, gibt und gab es nicht.
Jene Eltern, welche sich eine Gebühr vorstellen können: spenden und vor den Vorhang, bitte!

Hans Maier7
 
01
12.8.2011, 09:57

Mit dem Argument der UniRankings haben sie sich komplett ins aus geschossen. Die sind _nichts_ wert. Die UniWien ist nur deshalb über 100 Plätze gefallen, weil die MedUni selbstständig geworden ist, und beide sich ihre Nobelpreisträger jetzt teilen müssen. Für der der jetzt zwei Unis ist die Qualität irgendwie schlechter geworden, die eine verrückung von 100 Plätze rechtfertigen würde...

Wolfgang56
01
12.8.2011, 09:41
Die 50 Mille,

können ja vom BK Schüssel seinerzeit verdoppelten Beitrag nach Brüssel abgezogen werden. Wenn es sich im eigenen Land nicht mehr ausgeht, ist auch nicht einzusehen, daß wir vielleicht noch Schulden machen, um die Kohle dorthin zu schicken.

dasandere
01
12.8.2011, 09:40
Würde die Uni Wien

wieder back to the Mittelalter-roots runterkürzen, gäbs nur mehr Philosophie vs. Theologie. Dieser Disput hätte allerdings echt Potential die braun-schwarz-pseudo-christlichen Krusten in diesem Land mal aufzubrechen...

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