Unterschriftenaktion

Kinderlärm: SPÖ für mehr Toleranz

10. August 2011, 15:48

Rechtslage erlaubt derzeit Klagen gegen Kindergärten - Burgenländische Gemeinden müssen Lärmschutzwände errichten

Eisenstadt  - Lärm, wie er entsteht, wenn Kinder spielen oder sich im Kindergarten aufhalten, ließ jüngst in zwei burgenländischen Gemeinden die Wogen hoch gehen. Anrainer zogen erfolgreich vor Gericht, in beiden Orten müssen nun bei Kindergärten Lärmschutzwände errichtet werden. Mit einer Gesetzesinitiative auf parlamentarischer Ebene wollen die SPÖ Burgenland und die Kinderfreunde künftig Klagen in solchen Fällen einen Riegel vorschieben.

Unterschrifteaktion gestartet

Bundesrätin Inge Posch-Gruska und SP-Klubobmann Christian Illedits präsentierten am Mittwoch in Eisenstadt eine Unterschriftenaktion für eine Petition an den Bundesrat unter dem Motto: "Kinderlärm ist Zukunftsmusik". "Verständnis für Kinder oder für Eltern zu haben, ist in unserer Gesellschaft nach wie vor nicht sehr gegeben", so Posch-Gruska.

In Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) und Burgauberg (Bezirk Güssing) sei in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Errichtung von Zubauten wegen Lärms aus dem Kindergarten geklagt worden. Diese Vorfälle nehme man zum Anlass für die Initiative.

"Es ist nach wie vor so in Österreich, dass aufgrund von Kinderlärm, der genauso behandelt wird wie der Lärm eines Lkw und wie Umweltlärm, geklagt werden kann", sagte Posch-Gruska. Mit ihrer Unterschrift würden die Bürger ein Gesetzesinitiative unterstützen, "mit welcher Klagen gegen Kinderlärm erschwert sein werden und dass es in Österreich mit dem Argument, die Kinder sind zu laut, nicht mehr möglich sein soll, vor Gericht zu ziehen", erläuterte die Bundesrätin.

"Es geht um das Recht des Kindes"

Es gehe um das Recht des Kindes, sich äußern, spielen und Lärm entwickeln zu können: "Ein Kind lernt im Spielen und ist dabei manchmal laut. Das muss man akzeptieren." Sicher könne es hier auch Lärmquellen geben, aber diese seien "ganz sicherlich in einem erträglichen Ausmaß", meinte Posch-Gruska. Zusätzlich zur Petition an den Bundesrat soll im Herbst im Burgenländischen Landtag ein Entschließungsantrag eingebracht werden. Man wolle auch die anderen Landtage einladen, entsprechende Beschlüsse zu fassen, so SP-Klucbchef Christian Illedits.

Sie sei zuversichtlich, dass es zu einer Gesetzesänderung "im Sinne der Kinder" kommen werde, so Posch. Bundesweit gebe es mehrere Beispiele für Klagen gegen Kinderbetreuungseinrichtungen. In Kärnten habe man sich in einem Fall einigen können. Anders in Forchtenstein und Burgauberg. In beiden Gemeinden müssten nun "mitten im Ortsgebiet" bei Kinderbetreuungseinrichtungen Lärmschutzwände errichtet werden, schilderte Illedits. Messungen hätten bestätigt, dass nach der aktuellen Gesetzeslage der Dezibelwert zu hoch sei. Das erfordere "Schutzmaßnahmen für Anrainer".

Breite Unterstützung

Im Bundesrat ortet Posch bei dem Thema "wirklich breite Unterstützung". Auch mit der Kinder- und Jugendsprecherin der SPÖ im Nationalrat habe sie bereits gesprochen. Juristen müssten sich nun genau anschauen, welche Gesetzesbestimmungen geändert werden müssten. Die Materie sei im öffentlichen Recht verankert und strahle auch ins Nachbarschaftsrecht aus. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 73
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NickKnarrkarton
21
31.8.2011, 01:08
"Ganz sicher in einem erträglichen Ausmaß"

Dann sollte sich die Frau vielleicht mal in einer Wohnhausanlage ein Bild von der Realität machen. Von erträglich kann da nicht mehr die Rede sein, weil ganze Hausordnungen zu Flugzetteln degradiert werden.
Ich frage mich ernsthaft, wie es denn eigentlich mit dem Recht auf Ruhe aussieht - wo kann man denn heute bitte noch Ruhe haben, wenn das nicht mal in den eigenen 4 Wänden möglich ist ?

skip intro
00
10.1.2012, 08:45

Lassen Sie Lärmschutzfenster einbauen. Oder ziehen Sie auf die Alm.

eze eze
 
01
13.8.2011, 10:06

An alle, die die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von durch lärmende Kinder erzeugten Lärm verleugnen:
http://www.grundkurs-physik.de/laerm/Aus... kungen.htm

In Gruppen von 25 Kindern im Vorschulalter herrscht ein konstanter Lärmpegel im obersten Bereich der (im Link werden die erwiesenen gesundheitsschädlichen Auswirkungen genauestens dargestellt) Lärmstufe 2,
immer wieder kommt es zudem zu Spitzen der Lärmstufe 3.

Dies gilt für jene Gruppen - leider oft anzutreffen, die von der Größe her nicht aktuellen pädagogischen Standards (angemessen wären max. 16 Kinder) entsprechen, in denen keine pädagogischen Lärmmaßnahmen ergriffen werden (z.B. Lärmampel), und in denen bereits beim Bau nicht auf entsprechenden Schallschutz geachtet wurde.

eze eze
 
02
13.8.2011, 10:10

Schon wenn man nur an e i n e m der oben genannten Hauptfaktoren ansetzt, lässt sich Lärm und die damit verbundene Belästigung und gesundheitliche Beeinträchtigung aller Beteiligten (es ist ja nicht so, dass die die sich subjektiv nicht gestört fühlen, dadurch vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen gefeit sind!) ganz erheblich reduzieren. Auch dazu gibts Modellbeispiele.
Das eigentliche Motiv, das dahinter liegt, ein objektiv messbares gravierendes Problem in ein inexistentes umzudefinieren, ist, weil man Aufwand, Mühe und Kosten scheut, die nötig wären, um ein gedeihliches Zusammenleben aller Beteiligten, bei denen keine/r zu Schaden kommt, zu ermöglichen.

sonne-licht
 
00
13.8.2011, 09:01
nur in burgenland?

das die menschen in österreich gegen kinder feindlich eingestellt sind, zeigt sich auch in wels immerhin 60.000 ew. lärmschutzwand bei neubau kindergarten laahen und anzeige gegen skateboardfahrende kinder.

das genau dies die spö-klientel an erwachsenen ist wird verschwiegen - laahen ist ein neuer geldiger bezirk.

es sind die erwachsenen die gegen alles sind und formen damit kinder zu krawallmachern wie in england!

was macht bei uns die spö reden schwingen, werbung in regionalzeitungen schalten bevors mit ihrer kundschaft persönlich reden und hinweisen wie unmenschlich solche erwachsene agieren.

immerhin werden die lärmschutzwände ja vom magistrat spö in wels genehmigt.

eze eze
 
11
13.8.2011, 09:45

Was ist daran unmenschlich, wenn Menschen sich vor den erwiesenen gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lärm schützen wollen? Es gibt genug Untersuchungen dazu, ua. auch zu den Arbeitsbedingungen von KindergartenpädagogInnen, Stress durch Lärm, häufige Berufskrankheit Schwerhörigkeit, es gab auch schon zigfach Messungen, die bestätigten, dass Werte zwischen 80-85 db die Norm sind (lies mal nach, welche Werte für geistig anspruchsvolle Tätigkeiten eigentlich angemessen sind!), und es auch immer wieder zu Spitzen weit über 100 db kommt. Schon die konsequente Anwendung bereits geltender ganz normaler Arbeitsschutzgesetze hätte zur Folge, dass KindergartenpädagogInnen Gehörschutz tragen müssten.

eze eze
 
00
13.8.2011, 09:50

Aber man kann sich natürlich taub und blind stehen, und real existierende gesundheitliche Beeinträchtigungen von AnrainerInnen einzig deren subjektiver Empfindlichkeit zuschreiben.
Angesichts der vorliegenden Fakten ist es natürlich leicht, anstelle die naheliegenden (aber halt kostenintensiven) Maßnahmen durchzuführen wie baulichen Lärmschutz, Einhaltung gewisser Minimalstandards der Bauakustik schon in der Planungs- und Errichtungsphase, Gruppengrößen, die aktuellen pädagogischen Standards entsprechen (z.B. nicht 25, sondern maximal 16 Kinder)
jede/n, der/die sich zu Recht über Lärm beschwert (wird ein gemessener Dezibelwert denn herabgesetzt, nur weil es sich beim Verursacher um Kinder handelt?) als kinderfeindlich hinzustellen.

Franz Bim
 
32
12.8.2011, 11:13
Hier geht es nicht um Kinder,

hier geht es darum, dass die SPÖ sparen möchte. Und zwar am Lärmschutz und damit eigentlich vorallem an ihrer eigenen Klientel.

Und wieder gibt's ein paar Stimmen mehr für Strache :-(

Der Ferdl
15
12.8.2011, 10:13
Sie werden erstaunt sein wieviel Schichtarbeiter es in dieser Welt gibt.

Die für Sie arbeiten - während Sie sich Ihren im Wirtshaus wohlerworbenen Rausch im NachtBus auf der schneegeräumten Strasse auf den Weg in Ihre ferngewärmte, erleuchtete Wohnung mit funktionierendem Radio, Fernsehprogramm und Internetanschluss ausschlafen.

Und die haben Ihre Wohnungen oft schon auf Schulden gekauft bevor erziehungsunfähige Eltern (es gilt die Unschuldsvermutung) in der Umgebung beschlossen haben Ihre Kinder "ganz ungezwungen" aufwachsen zu lassen.

Liebe Eltern, Rücksichtnahme ist von beiden Seiten gefordert. Eine Seite davon sind Sie!

GE
44
11.8.2011, 21:25

schon wieder diese Kotze wegen Aufregen bei Kinderlärm, wer lärmende Kinder (normal) nicht aushält sollte in das Altersheim ziehen oder Einsiedler werden, oder andere restirkitve Maßnahmen vorziehen.

ich hab keine Kinder, aber Kinderlärm ist unschädlich tut mir nichts und ist total ok und willkommen!

ascafirithion
00
11.8.2011, 19:11

Wohnungen in direkter Nähe von Kindergärten vorzugsweise an arbeitende Menschen vermieten, das gibt weniger Reibungspunkte.

QuoderatDemonstrandum
22
11.8.2011, 19:20

und was wenn diese menschen nachts arbeiten und untertags ihre ruhe brauchen?
aber schon klar... das system muss sich weiterdrehen....arbeiten... nicht zu hause sein...kinder abschieben...

ascafirithion
13
11.8.2011, 20:16

Ich bin überzeugt, dass sich in Österreich genug Menschen finden lassen, die normale Arbeitszeiten haben.

Franz Bim
 
12
12.8.2011, 11:14
Und die sollen gefälligst nur Leute heiraten / verpartnern, welche die selben Arbeistzeiten haben

oder wie?

hagane
00
13.8.2011, 18:07

solche beziehungen funktionieren sowieso nicht, ebenso wie fernbeziehungen.

A. Sieberer
05
11.8.2011, 18:42

Vorab, ich mag Kinder und habe selbst Kinder!

Gerade deshalb sollte man sich fragen, wie solche Beanstandungen zustande kommen. Ich habe nichts gegen Kinderlachen und -geschrei. Unzumutbar ist aber das oft lautstarke Gezänke, das in manchen Kindergärten den ganzen Tag untermalt.
Hat sich mal jemand Gedanken gemacht, wie es einem sensiblen Kind geht, dass es inmitten dieses Geplärres den ganzen Tag aushalten muss?
Die haben nicht mal den Abstand, der für Nachbarn, die Belastung abmildert!

Natürlich sollen sich Kinder entfalten können, aber nicht auf Kosten anderer!
Auch Kinder genießen es, wenn es in ihrer Umgebung ruhig zugeht und sie sich auf wirklich interessantes konzentrieren können.

byron sully
73
11.8.2011, 15:21

endlich, wurde auch seit langem zeit! die aktion hat meine volle unterstützung (falls man auch in wien unterschreiben kann, tu ich das selbstverständlich). ich find es skandalös, wie man kindern das recht auf kindergemäße lautstärke immer wieder vorenthält bzw. gar die polizei ruft. mit autolärm hat hingegen niemand ein problem, der gilt in unserer gesellschaft (im unterschied zu spielenden kindern) als "natürlich".

NickKnarrkarton
11
31.8.2011, 00:59

Ich lade sie mal herzlich in die Wohnanlage eines Bekannten ein. Da wird ein paar Meter vor seinen Schlafzimmerfenstern stundenlang Fußball gespielt und herumgeplärrt - bis 22:00 nachts - vorzugsweise am Wochenende, weil da haben die Eltern ja "am wenigsten Zeit".
Wenn Sie da am Abend müde von der Abend heimkommen oder Samstag/Sonntag Früh durch einen Schuß gegen den Gartenzaun aufgeweckt werden, dann werden Sie "sicher" nach einigen Monaten auch noch relaxt dasitzen und sich darüber beschweren, wie garstig man mit Kindern umgeht.

byron sully
00
31.8.2011, 15:58

sie schreiben ja selber: BIS 22:00 - und nicht NACH 22:00.

byron sully
12
12.8.2011, 13:47

anhand meiner strichbewertung nehme ich zur kenntnis, daß die mehrheit hier kinder haßt.

eze eze
 
00
12.8.2011, 18:59

Ich hab dir weder rot noch grün gegeben, aber wenn es ein Teil der Menschen in die eine Richtung übertreibt, heißt das noch lang nicht, dass das Ausschlagen des Pendels in die entgegengesetzte Richtung dann die angemessene Antwort darauf ist.
Dass Verkehrslärm niemanden stört, stimmt nicht - sonst gäbe es auch heute noch keine Lärmschutzwände. Lärm wird zwar (u.a. auch abhängig von der Lärmart) subjektiv unterschiedlich empfunden, was die tatsächlichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen betrifft, hat Lärm aber kein Mascherl - so wurde z.B. bei Messungen festgestellt, dass bei jenen, die selbst angaben, den Verkehrslärm vor ihrem Fenster gar nicht mehr wahrzunehmen, genauso starke lärmbedingte Beeinträchtigungen auftraten wie bei Jammerern.

eze eze
 
01
12.8.2011, 19:24

Natürlich sind Kinder manchmal laut, aber es ist sicher nicht "naturgegeben", dass Kinder über lange Zeiträume so laut sind, dass mehrere AnrainerInnen davon massiv gestört werden.
Was ich vermute, ist, dass diese Lautstärke ganz stark damit zusammenhängt, wie Kinder bei uns oft "gehalten" werden - nämlich z.B. zu 25t in einer Gruppe auf engstem Raum (da auch nur gelegentlich genutzte Flächen in die Berechnung der 3m2 pro Kind eingehen, steht einem Kind im Gruppenraum real noch weniger Platz zur Verfügung), mit seltenen Spaziergängen in die Natur, und Aufenthalt im Freien maximal in einem kleinen Kindergarten-Garten - oft alle Gruppen gleichzeitig, wodurch es noch enger wird. In natürlichen Kulturen gibt es keinen vergleichbaren Kinderlärm.

eze eze
 
00
12.8.2011, 19:28

Sorry, ich war an die Zeichenbegrenzung gestoßen. Dass es keinen vergleichbar dauerhaft lauten Lärmpegel bei Kindern in natürlicheren, naturverbundeneren Kulturen, die Kindern auch mehr Freiheiten lassen, gibt, habe ich vor einigen Jahren einmal gelesen - ich kann mich aber leider nicht mehr erinnern, wo genau.

eze eze
 
00
12.8.2011, 19:37

Außerdem ist "natürlich" alleine, so wie wir es gebrauchen, einfach wertneutral. Um mal ein Beispiel zu nennen: ich habe als Kind einmal aus nächster Nähe miterlebt, wie ein Kleinkind auf einer Hotelterrasse unter dem Tisch eine Wurst gelegt hatte. (Und damit meine ich nicht die, die man isst ;-). Ein völlig natürlicher Vorgang, trotzdem wäre niemand auf die Idee gekommen, dass die da einfach liegenbleiben darf, weil es ja ein süßes Kind ist, und hätte behauptet, dass diese Wurst sogar noch wunderschön ist und duftet. Die Eltern haben sie dann so diskret wie möglich eingewickelt und sofort entsorgt, und das wars dann auch - niemand hat etwas gesagt, obwohl es einige mitbekommen hatten. Aber wenn die Eltern nichts gemacht hätten, ...

eze eze
 
00
12.8.2011, 19:46

Auch wenn's ideologisch verpönt ist, darauf hinzuweisen, dass auch "gute" Geräusche in entsprechender Lautstärke schädlich sind (kaum jemand weiß wie oft es bei OrchestermusikerInnen zu massiven Gehörproblemen kommt, die bis zur Berufsunfähigkeit führen können!), aber ab einer gewissen Dezibelgrenze ist es völlig egal, wodurch Lärm verursacht wird, er ist einfach schädlich und es gibt auch Lärmarten, die per se als besonders unangenehm empfunden werden (z.B. sehr ungleichmäßige mit häufigen und deutlichen Wechseln von laut zu leise). Zudem gibt es bei den Rezipienten individuelle Unterschiede, ein großer Teil der Jungen ist schon nachweislich stark gehörgeschädigt (Quelle: Musterung), die merken nicht, was denen mit intaktem Gehör wehtut.

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