Diamant und Mikrowellen als Herz eines künftigen Quantencomputers

10. August 2011, 15:41
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    foto: tu wien

Wissenschafter der TU koppeln völlig verschiedene Quantensysteme, um deren Vorteile zu nutzen

Herz eines herkömmlichen Computers sind Prozessor und Arbeitsspeicher. Für einen zukünftigen Quantencomputer, der die seltsam anmutenden Eigenschaften der Quantenwelt für besonders schnelle Berechnungen nutzen könnte, sucht man schon lange nach physikalischen Bausteinen, die diese Funktionen übernehmen könnten. Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien haben nun in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" gezeigt, dass sich Diamanten mit Störstellen als Quantenspeicher eignen und sich die zu speichernde Information über einen Quantenzustand mit Hilfe von Mikrowellen übertragen lassen.

Ja/Nein oder 0/1

In der herkömmlichen Informationstechnologie ist das Bit die kleinste Informationseinheit, das zwei Zustände - etwa Ja/Nein oder 0/1 - einnehmen kann. Beim Quantencomputer sollen Quantenzustände als kleinste Einheit - genannt Quantenbit (Qubit) - dienen. Weil dabei die Gesetze der Quantenwelt gelten, kann ein solcher Quantenzustand den Schwebezustand zwischen zwei Möglichkeiten einnehmen, also nicht nur den Wert 0 oder 1, sondern auch alle Werte dazwischen. Mit mehreren solcher Quantenbits könnte man deshalb bestimmte Probleme wesentlich schneller lösen als in einem klassischen Computer.

Dort führt der Prozessor die Berechnungen durch, über einen sogenannten Datenbus werden die Ergebnisse zum Speicher geleitet, wo sie möglichst dauerhaft erhalten bleiben sollen. Auf dem Weg zum Quantencomputer werden für Prozessor und Speicher verschiedene Ideen verfolgt, "allerdings gibt es kein Quantensystem, das alle Anforderungen gleichzeitig erfüllt", erklärte Johannes Majer vom Atominstitut der TU Wien am Mittwoch in einer Aussendung. Aus diesem Grund haben die Wiener Forscher zwei völlig verschiedene Quantensysteme - nämlich Mikrowellen und Diamant - gekoppelt, um deren Vorteile zu nutzen.

Ein solcher auf einem Chip realisierter Schaltkreis lasse sich wie ein künstliches Atom manipulieren

Ziel sei es, so der Erstautor der Studie, Robert Amsüss, im Gespräch mit der APA, einen Quantenzustand mit Hilfe eines supraleitenden Schaltkreises zu erzeugen. Ein solcher auf einem Chip realisierter Schaltkreis lasse sich wie ein künstliches Atom manipulieren und könnte beispielsweise einen gewünschten Quantenzustand in Form eines Photons mit einer Wellenlänge im Mikrowellenbereich emittieren. In der nun veröffentlichten, am "Vienna Center for Quantum Science and Technology (VCQ)" durchgeführten Arbeit haben die Wissenschafter theoretisch gezeigt, dass ein Mikrowellen-Resonator, der die ankommenden Mikrowellen aufnimmt, an eine dünne Diamantschicht angekoppelt werden kann.

Damit fungiert der Mikrowellen-Resonator wie ein Datenbus in einem herkömmlichen PC, der die Information zum Speicher - im konkreten Fall der Diamant - weitertransportiert. Die dabei verwendeten Diamanten dürfen nicht perfekt sein, der Kristall darf nicht nur aus Kohlenstoff-Atomen bestehen. Vielmehr müssen Fremdatome - konkret Stickstoff - sowie Leerstellen im Kristallgitter eingebaut werden. In den Stickstoff-Atomen kann dann die Quanteninformation gespeichert werden. Als nächsten Schritt wollen die Wissenschafter Quantenbits mit Hilfe supraleitender Schaltkreise erzeugen und im Diamant abspeichern. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 31
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leaping frog
00
12.8.2011, 08:11
von relativitätstheorie zu quantenphysik

manchmal glaube ich auch endlich die relativitätstheorie zu begreifen, so richtig zu verstehen und als logisch zu betrachten.

ja manchmal glaube ich ... fast ... a bissl noch dann habe ich es ... oder vielleicht auch nicht.

und jetzt weiß dann bin ich bei der quantenphysik angelangt.

dieter tiefensteppe
00
11.8.2011, 16:51

"also nicht nur den Wert 0 oder 1, sondern auch alle Werte dazwischen."

sprich ein endloses spektrum?

Llort
00
11.8.2011, 17:18

nein - ein endliches Spektrum aufgrund des Planckschen Wirkungsquantums

Schnapphahn
00
11.8.2011, 16:00
Wie

definiert man dann ein vielleicht?

Parsec10
01
11.8.2011, 13:07
Ja/Nein oder 0/1

Sollte wohl heißen

Ja/Nein oder 1/0

oder gelten da andere Gesetze

Nitram1988
11
11.8.2011, 15:08
Man kann das definieren wie man will.

Einer neuer Nick, um jeden Preis!
11
11.8.2011, 15:42

Nachdem es meines Wissens ja ursprünglich meint Strom fließt /nicht oder Spannung ist (nicht) angelegt, also Ein (1) oder Aus (0), nein.

Nitram1988
00
13.8.2011, 22:59
Ich kann das definieren wie ich will, es gibt positive und negative Logikpegel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Negative_Logik

Deswegen gibts ja auch für jede Schnittstelle eine Norm.

Mathias
 
00
11.8.2011, 12:58
Wissenschafter der TU koppeln völlig verschiedene Quantensysteme, um deren Vorteile zu nutzen.

Wer zieht den Stecker, wenn der Computer zu denken anfäng?

Standardnormalverteilung
00
11.8.2011, 14:51

Da hilft nur noch der Baseballschläger.

Mit der Gesamtsituation unzufrieden
06
11.8.2011, 08:43
Haha. Stell mit schon die geekigen Diskussionen vor.

Ich hab einen superunreinen 4-Karäter vom Elfenbeinküsten Südhang ;-)

Zitronenbaum
00
11.8.2011, 07:17
Faszinierend!

Richtig spannend wirds aber, sollte der Diamant durch eine weniger seltene Ressource ersetzt werden können.

Standardnormalverteilung
00
11.8.2011, 14:59

Industriediamant.
Is nit so teuer.
(In der Schweiz gibts schon Beerdigungsinstitute, wo man die Asche seiner Verblichenen zu Diamanten pressen lassen kann, ohne Schmäh).
Und wow, dann lässt man sie in den PC einbauen...
Na lass ma das. ;-)

Schrei
01
17.8.2011, 15:36

Ja aber du willst doch nicht dass dein Urgrossvater in deinem PC landet oder ?

Randalf X.
01
11.8.2011, 12:49
Diese Diamanten sind sicher künstlich hergestellt

Sonst wären diese Stickstoffverunreinigungen, die ich in einer genau definierten Konzentration benötige gar nicht möglich.

Zwischen Grafit (Kohlenstoff) und Diamant gibt es ein Gleichgewicht, das bei einem bestimmten Druck und Temperatur eingestellt werden kann. Wenn das ganz jetzt noch mit einer bestimmten Stickstoffkonzentration geschieht habe ich als Ergebnis einen Quantentauglichen Diamanten.

Heutige bzw. zukünftige Nanotechnologie.

Nicht Sicher
02
11.8.2011, 11:12

diamanten kann man e künstlich herstellen ... und so einen grossen wirds wohl nicht brauchen

MrBurns
 
00
19.11.2011, 03:31

Künstliche Diamanten sind aber wegen dem Herstellungsverfahren noch teurer als natürliche...

Dr. Dee Kay
03
11.8.2011, 06:41
In Zukunft dient also der Ehering als Schlüssel für einen Computer...

"Schatz, bitte borge mir deinen Ring, ich will meine Emails checken"

awsd
00
10.8.2011, 21:29

"...nicht nur den Wert 0 oder 1, sondern auch alle Werte dazwischen..."
alle? also unendlich viele? oder doch nur die zehntel-werte?

C2H6O
00
11.8.2011, 10:18
Meines wissens nach...

...sollte das wohl eher "beide Zustände gleichzeitig" heißen, und nicht "alle Werte dazwischen".

Quark
00
10.8.2011, 23:03
alle

es handelt sich um Wellenfunktionen, die zum Zeitpunkt der "messung", also in diesem Fall Berechnung, "zusammenbrechen" und das Ergebnis ausgeben.

awsd
00
11.8.2011, 01:01

ah, danke...
theoretisch könnte man die 281 billonen farben eines herkömmlichen hdr-pixels in einem qubit definieren?

MrBurns
 
00
19.11.2011, 14:41

Nein, "beide Zustände gleichzeitig" stimmt schon, mit einem Qubit kann man daher 2 Zustände gleichzeitig berechnen, in 32 Qubits aber schon über 4 Milliarden, in 64 Qubit ca. 1,8*10^19. Für das HDR-Pixel brauchts zum definieren 48 Qubits. Praktisch wirds aber erst bei viel mehr als 48 Qubits, weil man mit 4 Qubits nur sehr spezielle Probleme lösen kann, nämlich welche, wo keine Werte mit über 48 bits vorkommen. Gespeichert werden kann in einem Qubit aber immer nur ein Wert auf einmal, daher in 48 Qubits können 48 bits gespeichert werden, nich 2^48 bits. Warum das so ist kann ich hier nicht erklären, wegen der Zeichenbeschränkung, daher poste ich einen Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Quan... encomputer

awsd
011
10.8.2011, 21:26

und wie siehts mit dem unendlichen uwahrscheinlichkeitsdrive aus?

<!-- 42 -->
01
11.8.2011, 02:04
scheitert leider noch am flux-kompensator,...

hoffentlich wird sich das holodeck noch mit dem binärsystem lösen lassen ;)

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