GEMA

YouTube: Musikindustrie gegen Verwertungsgesellschaft

10. August 2011, 15:22
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    foto: derstandard.at/screenshot

    Ein Bild das deutsche YouTube Nutzer oft zu sehen bekommen

Im Streit um die Vergütung von Musiktiteln auf YouTube stellt sich die Musikindustrie nun auf die Seite des Videoportal

Deutsche YouTube-User haben es schwer. Wenn es sie nach Musik dürstet und sie auf der Suche nach dem Lied auf YouTube sind, dass sie einfach nicht aus dem Kopf bekommen, stoßen sie immer wieder auf den Hinweis „ Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat. Das tut uns leid."

Musikindustrie verärgert

Schon lange befindet sich die GEMA, die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musik, mit YouTube in Verhandlung über die Musikrechte. Dass die deutschen Nutzer frustriert darüber sind, dass Musikvideos, die anderswo gesehen werden können, bei ihnen nicht zugänglich sind, kann man nachvollziehen. Doch auch die Musikindustrie ist zunehmend verärgert über die schleppenden Verhandlungen der GEMA, wie heise.de berichtet.

Vor Gericht

Im März 2009 war ein Lizenzabkommen zwischen GEMA und YouTube ausgelaufen. Die Verhandlungen wurden von der GEMA abgebrochen, da es keine zufriedenstellende Lösung gegeben hat, und ging die Verwertungsgesellschaft, gemeinsam mit der AKM und anderen Verwertungsgesellschaften, vor Gericht.

Der Vorsitzende des Bundesverband für Musikindustrie (BVMI), Dieter Gorny, sagte gegenüber Financial Times Deutschland: „Das geht so nicht mehr." Für den Vertreter der Musikindustrie ist „das Fatalste im Bereich der digital Entwicklung (...) die Langsamkeit, das Beharren, das Abwarten."

"GEMA ist Bremsklotz"

Lange waren BVMI und GEMA Partner im Kampf gegen Musik aus dem Internet. Doch durch das langwierige Verfahren, um die Ausstrahlung von Musikvideos auf YouTube, beginnt die Beziehung zu bröckeln. Auch die Deutschland-Chefs von Universal und Sony haben sich öffentlich über die zähen Verhandlungen geäußert. Edgar Berger von Sony Music sieht die GEMA als Bremsklotz bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und er bezeichnet Deutschland als Entwicklungsland am digitalen Musikmarkt.

GEMA rechtfertigt sich

Die GEMA hat sich zu den Vorwürfen geäußert und sieht in der Einblendung des Textes eine einseitige Entscheidung YouTubes, um Stimmung gegen die GEMA zu machen. Die GEMA habe YouTube nicht die Rechte verweigert, sondern YouTube hat sie bislang nicht erworben. Die Verwertungsgesellschaft sei dazu verpflichtet, jedem Musiknutzer die Rechte anzubieten.

1 Cent pro Video

Wie so oft geht es bei dem Streit zwischen YouTube und GEMA ums Geld. Die GEMA möchte pro abgerufenem Video einen Cent an Gebühr. Was im ersten Moment nicht viel klingt, kann bei einem Video das mehrere Millionen Mal abgerufen wird, doch eine beachtliche Summe ausmachen. Darum will YouTube die GEMA lieber an den Werbeeinnahmen beteiligen. Möglicherweise will das die GEMA aber nicht, weil hinter YouTube der milliardenschwere Internetkonzern Google steckt und der Rechteverwerter sich nicht zu billig verkaufen möchte.

Der Streit zeigt, wie schwierig es ist, die Distributionswege des 21. Jahrhunderts mit dem veralteten Urheberrecht in Einklang zu bringen. Ob es zu einer Einigung im Streit kommt oder ob das Gericht schlichtend eingreifen muss, wird sich zeigen.

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17 Postings
Frodo Der Hobbit
00
24.8.2011, 22:45
macht der EU beine!

das ist eine sache wo die EU gefragt ist, und wenn sie nicht mal das kann, dann fragt sich aber wozu überhaupt..

es geht nun mal überhaupt nicht, in einer EU die bürger verschiedener länder verschieden zu behandeln, wenn sie ein internetportal besuchen.
die nationalisierung der portale ist ein fake, denn der zweck des internets ist das gegenteil. der besucher will aus seinem land raus und eine internationale quelle nutzen.
was tut die wirtschaft mit ihren streitereien? den kunden in mauern einsperren.
digitaler mauerfall jetzt!!!

Gert Bachmann
 
02
22.8.2011, 13:10
Gesamtrechnung gefragt

Ich bin mir ziemlich sicher das bei einer Gesamtrechnung dessen, was für Datenträger, Drucker, Leer CD, PC und dergl. bereits alles an Aufschlägen an die Verwertungsgesellschaften abgeführt wird, nur weil man all dies zum Konsum dieser Produkte nutzen könnte, diese und die anderen Parsiten (Abmahnrechtsverdreher) längst bestens bedient sind.
OK ich bin auch bereit pro download zu zahlen (zb Amazon mp3 sind günstig genug, da zahlt man gerne) dann will ich aber keinen müden Cent an irgendeiner weiteren "Gebühr", nicht mal GIS, zahlen müssen. Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie halbwegs gerecht ein Rückfluss an die Künstler erfolgte.
Diese Mehrfachabzocke ist einfach nur noch frech und da erwarte ich mit entsprechende Gesetze.

Peter Pichler
 
00
21.8.2011, 17:50
Es bräuchte Gesamtmodelle für die Verbreitung digitaler Inhalte..

... die Preise sind so weit von den Kosten entfernt...

... derzeit geben illegale Plattformen den komfortabelsten Zugang zu Informationen...

Der ORF und die ORF Gebühren sollten so umgebaut werden, dass Netz (Funk, IP) und Inhalt getrennt werden.

Es sollten Systeme entwickelt werden, mit denen alle Inhalte anbieten können - die für alle Ösis frei zugänglich sind, für die aber (aus den Gebühren) gezahlt werden.

Das Netz könnete zwei Zugangsformen anbieten - eine bei der man dazuzahlt und dafür keine Werbung sehen muss- eine bei dem man nur eine Grundgebühr (im jetzigen Ausmaß) zahlt, und dafür auch Werbung in Kauf nehmen muss.

Damit wäre Werbung von Inhalten getrennt - und sicherstellen, dass die ProduzentInnen gerecht entlohnt werden.

yoghurtinator
 
00
13.8.2011, 14:36
Schau einer an

Man hadert mit Beharrlichkeit und Festhalten an überkommenen Strukturen ? Die Musikindustrie wird doch nicht dazugelernt haben ?
Dabei hat es nur 15 Jahre gedauert, bis die MI gecheckt hat, wir haben ein neues Medium, das völlig neue Rahmenbedingungne geschaffen hat. Bei den Verwertungsgesellschaften, fürchte ich, wirds noch mal so lang dauern, bis die das checken. Und in der Zeit lukrieren sie halt statt der geforderten höheren Tarife gar keine, sodass fraglich ist, ob es sie am Ende üebrhaupt noch geben wird.
Die größte Unverschämtheit ist ja, dass ein Künstler für die Veröffentlichung seiner eigenen Musik Gebühren zahlen soll, sogar dann, wenn er nicht mal Mitglied bei AKM/GEMA ist.

leaping frog
00
12.8.2011, 08:15
na dann sollten wir konsumenten

uns bei sony & co beschweren.

dann bekommt GEMMA noch mehr druck. ;-)))

doko
00
11.8.2011, 11:16
bei uns gibt es ja auch so eine verwertungsgesellschaft

gibt es da eigentlich eine gebarensbericht. wie bekomme ich als kuenstler geld von denen? (bin keiner daher weis ich es nicht. wuerde mich aber interessieren wer da wieviel abcasht).

Jamesy
00
11.8.2011, 01:45
Mich würd intressieren was die AKM dazu sagt ;)

benny20
00
11.8.2011, 20:44

die macht das, was die gema macht

selbst denken nicht erlaubt.

Mr. Bubbles
01
10.8.2011, 21:57

das geschäftsmodell der verwerter ist aus den 80ern. und genau dort ist das verständnis der eintreiber stehen geblieben.

moderne blutsauger. ohne daseinsberechtigung.

Das Furunkel auf der Rübe
00
10.8.2011, 18:42
Weg mit allen "Verwertungsgesellschaften"!

Die sind ein Fossil aus dem vorigen Jahrtausend!

subbatyp
00
10.8.2011, 17:01
Imme wieder lustig wenn zwischen den Zeilen der Eindruck der "bösen" GEMA geschaffen wird

Tatsache ist allerdings, dass Youtube ohne die Michael Jacksons und Lady Gagas nur eine Plattform für Katzenvideos etc. und somit äußerst uninteressant wäre.
Warum sollten also die Contentlieferanten leer ausgehen während youtube Milliarden mit Internetwerbung scheffelt?

Mr. Bubbles
00
10.8.2011, 21:59

geld für künstler: ja.
geld für digitale heeler: warum? welche leistung erbringt die gema?

joebufu
00
10.8.2011, 21:27

LOL, also solange ich es noch weiß, hat youtube immer rote Zahlen geschrieben, bis sie so viel Werbung reingemacht haben. Ich glaube mittlerweile machen die Kohle mit, aber was denkst du was die Server kosten und jede Sekunde 24Stunden Video upload, das ist nicht gerade wenig. Also der Streit war 2009, damals war youtube noch nicht profitabel und trotzdem kam es zu keiner Einigung. Und dann noch die Frage, wieso können sich alle mit youtube einigen außer die GEMA???

DieFizinuss
01
10.8.2011, 18:23

weil sie die ersten waren und das, was sie machen, gut machen. was leistet denn die GEMA tolles? die können ja schwer mehr geld verlangen, als über werbeeinnahmen lukrierbar ist. wenn sie vor 10 jahren, statt rieseige mengen an geld in anwälte zu pumpen, selbst ein vernünftiges musik und videonetzwerk aufgebaut hätten, könnten sie jetzt 100% einstreichen.

panta ray
02
10.8.2011, 15:43
Ein Satz, der den ganzen Artikel zusammenfasst

"...Der Streit zeigt, wie schwierig es ist, die Distributionswege des 21. Jahrhunderts mit dem veralteten Urheberrecht in Einklang zu bringen..."

Dieter Schoenstett
 
00
10.8.2011, 22:27
Richtig!

Das Urheberrecht ist uralt, nicht bzw. nur schwer auf die moderne technologisch fortgeschrittene Welt anzuwenden.
Ich persönlich finde das Urheberrecht sowieso zum größten Teil schwachsinnig.

Teiwaz
05
10.8.2011, 16:04
Bedingt richtig, denn der Streit zeigt nur, wie gierig diese Verwertungsgesellschaften (bzw. deren Manager, immerhin geht's um deren Prämien) sind.

Sekundär wird dann - wiederholt - deutlich, dass Urheberrechtsgesetze (oder allgemein Gesetze) von vor 100 Jahren in keinster Weise mehr angebracht sind.

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