Hacker auf Sicherheitskonferenz outeten Lion als schwächeres Betriebssystem - "Falsche Annahme, dass Mac User unverwundbar sind"
Auf der Black Hat Conference wurden in einem Hacker-Test die Betriebssysteme von Microsoft und Apple einem Vergleich unterzogen. Dabei stellte sich heraus: Auf Windows 7 sei punkto Sicherheit mehr Verlass als auf Mac OS X Lion. "Es ist eine falsche Annahme der Mac User, sie seien unverwundbar, und Apples irreführende Werbung diesbezüglich ist auch nicht hilfreich", erklärt Sicherheitsexperte Alex Stamos von iSec Partners bei seinem Vortrag.
Fünf Angriffe
Bei dieser Präsentation wurden fünf gezielte Angriffe durchgeführt. In zwei Fällen kam es zu einem Gleichstand, drei der fünf Attacken wehrte Microsofts Betriebssystem erfolgreicher ab.
Sicherheitslücken nutzen
Im ersten Angriff, in dem der Nutzer einen Link aktivieren soll, damit eine Sicherheitslücke genutzt werden kann, sind die Abwehrmethoden von Windows 7 und Mac OS X Lion gleich wirksam. Zum Einsatz kommen Sicherheitsfeatures wie ASLR (Address Space Layout Randomization), die die Ausnutzung von Sicherheitslücken in Computersystemen erschweren.
Lokaler Angriff
Beide Systeme weisen gleichermaßen Sicherheitsmängel auf, wenn man Zugriff auf den PC oder den Mac hat, und an die Admin-Rechte heran will.
Server im Test
Beim Server-Vergleich steigt der Windows Server 2008 R2 besser aus als OS X Server Lion. Führt man eine Standard-Installation aus, öffnet der Apple Server zu viele Ports. Weitere Mängel weisen die Protokolle Bonjour und Apple Remote Desktop auf.
Malware nach dem Neustart
Wie leicht können sich Schädlinge auf dem System festsetzen, um nach einem Neustart des Geräts immer noch da zu sein? Dank mehrerer Möglichkeiten, wie etwa Forensik-Programmen, spürt Windows die Malware besser auf, so Stamos.
Export
Getestet wurde auch, wie einfach Angreifer an weitere Informationen gelangen und diese exportieren können, wenn sie Zugriff auf Windows und OS X haben. Der Punkt geht wieder an Microsoft. Die Windows-Firewall hat einerseits auch den ausgehenden Datenverkehr im Auge und andererseits schützt Active Directory besser vor nicht autorisierten Nutzern.
Das Fazit des Sicherheitsexperten Stamos lautet: die beiden Betriebssysteme stünden in Sachen Sicherheit nahe bei einander. (ez, derStandard.at, 10. August 2011)