Nicht jede Fehlsichtigkeit lässt sich mit dem Laser korrigieren
Berlin - Seit mehr als 25 Jahren können Augenärzte Fehlsichtigkeiten mit einem Laser korrigieren. Trotz aller Erfahrung handelt es sich dabei um einen operativen Eingriff, der auch Risiken birgt. Patienten sollten sich deshalb in Zentren behandeln lassen, die eine geprüfte Qualität bei der Diagnostik und Behandlung nachweisen können, betont die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres Jahreskongresses.
Die Lasertherapie von Fehlsichtigkeiten ist ein Schwerpunkt des Kongresses. In jeder größeren Stadt bieten Laserzentren heute eine Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit an. Auch Hornhautverkrümmungen lassen sich so beheben. Die Behandlung dauert weniger als eine halbe Stunde. Dennoch sei die Laserbehandlung kein Verfahren, dem man sich "mal schnell" unterziehen könne, sagt Augenspezialist Thomas Kohnen, 1. Vorsitzender der Kommission Refraktive Chirurgie. "Trotz aller Routine und Sicherheit handelt es sich um eine Operation", betont Kohnen. Denn wie bei jeder Operation gebe es Risiken, auch wenn diese bei der Laserbehandlung sehr gering seien - sofern alle Standards eingehalten werden.
Nicht jede Fehlsichtigkeit ist Laser-tauglich
Die Standards betreffen die Hygiene im Operationsraum, die genutzten Geräte und die Ausbildung des Augenarztes. Gesetzliche Regelungen für Laseroperationen gibt es nicht. Entscheidend für den Erfolg des Eingriffs ist auch die richtige Auswahl der Patienten. Nicht jede Fehlsichtigkeit lässt sich mit dem Laser korrigieren. Behandelbar sind Kurzsichtigkeiten bis etwa -8 bis -10 Dioptrien, Weitsichtigkeiten bis circa +3 bis +4 Dioptrien und Hornhautverkrümmungen bis etwa 5 Dioptrien, so die DOG. Neben diesen Grenzwerten spielen auch die Pupillengröße sowie die Dicke und Beschaffenheit der Hornhaut eine Rolle. Der Chirurg sollte seine Patienten zudem nicht nur über Laserverfahren aufklären. "Nicht für jeden Fehlsichtigen ist dies die beste Wahl", betont Kohnen. Viele Patienten seien mit der Implantation von Kunstlinsen zusätzlich zur oder als Ersatz der natürlichen Augenlinse besser beraten. Bei anderen scheide ein refraktiver Eingriff ganz aus. (red)