Europäischer Währungsfonds: fünf dringende Maßnahmen

Kommentar der anderen | 9. August 2011, 19:02
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    Symptomkuren nützen nichts mehr. Um die Wirtschaft vor den Finanzjongleuren zu retten, braucht es neue Spielregeln und eine stabilere Spielfläche.

Die Dynamik auf den Finanzmärkten treibt die Schulden in die Höhe. Was tun? - Von Stephan Schulmeister

Rekapitulieren wir zunächst die vier Hauptursachen der Euro-Krise:

Erstens: Nach der Finanzkrise weiteten die "Finanzalchemiebanken" wie Goldman und Deutsche Bank die Spekulation mit "credit default swaps" (CDS) auf Staaten aus. In einer Art Doppelpassspiel mit den Ratingagenturen wurden die CDS-Prämien und damit die Zinsen in die Höhe getrieben. Dabei dienen reale Probleme als Begründung, also kamen zuerst Griechenland und Irland dran, dann Portugal und Spanien, zuletzt Italien.

Zweitens: Die hohen Zinsen verschlechtern die Wirtschaftsaussichten der "Problemländer", Anleger steigen aus deren Anleihen aus und in jene der "ordentlichen" Länder ein. Folge: Je stärker die Zinsen in Griechenland, Spanien oder Italien steigen, desto mehr profitieren Deutschland, Holland oder auch Österreich von sinkenden Zinsen. Dies unterminiert den europäischen Einigungsprozess.

Drittens: Auf den Anstieg der Staatsverschuldung reagierte die Politik mit harten Sparmaßnahmen. Denn die Einsichten in die systemischen Ursachen der Staatsverschuldung - einst gewonnen durch Aufarbeitung der Weltwirtschaftskrise - sind vergessen. Folge: Die Sparpolitik vertiefte die Krise und ließ Risikoprämien und Zinssätze zusätzlich steigen.

Viertens: Die Kombination hoher Zinsen mit einer Kürzung der Staatsausgaben führt direkt in einen ökonomischen Kollaps. Je mehr nämlich der Zinssatz die Wachstumsrate übersteigt, desto stärker senken die Unternehmen Kreditaufnahme und Realinvestitionen. Budgetkonsolidierung durch Sparen ist unter dieser Konstellation nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv ("Sparparadox").

Die Ausbreitung der Finanzkrise ist nicht Folge des Versagens einzelner Sündenböcke ("gierige" Banker etc.), sondern Ausdruck eines Systemversagens: Jeder Akteur - die Profit suchenden Banken, die vorsichtigen Unternehmen, die sparenden Politiker - handelt entsprechend der Logik seines Subsystems. Erst die Interaktion der Verhaltensweisen lässt das System implodieren.

Ich habe schon im Mai 2010 anlässlich der Schaffung des Rettungsschirms für Griechenland an dieser Stelle geschrieben: "Damit sendet die Politik den 'Alchemisten' das Signal: Wir habe Munition, um gegen euch zu kämpfen. Das implizite Signal lautet: Wir spielen mit, wenn auch gegen euch! Das ist ein Fehler. Dieses Spiel an sich muss beendet werden."

Mein Gegenkonzept war und ist: Der Rettungsfonds wird zum "Europäischen Währungsfonds" (EWF) ausgebaut. Dieser stellt den Euroländern Finanzmittel durch Ausgabe von Eurobonds zur Verfügung, garantiert von allen Mitgliedsländern. "Risikoprämien" verlieren daher ihre Berechtigung. Die Zinshöhe wird nicht vom Markt bestimmt, sondern vom EWF, und zwar etwas unter der nominellen Wachstumsrate, also derzeit auf zwei bis drei Prozent. Die Vergabe der Mittel an die einzelnen Mitgliedsländer wird an Bedingungen geknüpft ("Konditionalität"), die aber nicht (nur) restriktiv sind (sie sollten auch "Marshallplan-Komponenten" enthalten).

In der Zwischenzeit sind CDS-Prämien und Zinsen weiter gestiegen (für Spanien und Italien deutlich über sechs Prozent). Die Beschlüsse des EU-Rats vom 21. Juli haben die Einsatzmöglichkeiten des Rettungsschirms EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) erweitert. Das geht zwar in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus. Der Schuldenkompromiss im US-Kongress verdeutlicht dies: Dass die USA zehn Jahre lang die Staatsausgaben im Ausmaß von 1,5 Prozent pro Jahr kürzen sollen, hat die Börsen auf eine spektakuläre Talfahrt geschickt: Da Steuererhöhungen und damit Konsolidierungsbeiträge der Vermögenden ausgeschlossen sind, würde eine fast permanente Sparpolitik das Wirtschaftswachstum des USA senken und damit die Deckung ihrer Schulden.

"Bild"-Zeitung und Zinsvorteil

Gleichzeitig suchen Billionen Finanzkapital vermeintlich sichere Anlagen, Schweizer Franken, Gold, deutsche Anleihen boomen, die Zinsen in Spanien und Italien steigen weiter, deutsche Politiker wollen diesen Ländern nicht durch den EFSF helfen lassen (bedacht auf Bild-Zeitung und den eigenen Zinsvorteil), es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Belgien und Frankreich ins Visier der Finanzakrobaten geraten. Damit würden die Achse Deutschland/Frankreich und der politische Stabilitätsanker der EU gefährdet.

Die Herabstufung der USA durch Standard & Poor's gibt der Implosion der finanzkapitalistischen "Spielanlage" einen weiteren Schub, der dramatische Verfall der Aktienwerte setzt sich fort und damit die Entwertung des Pensionskapitals von hunderten Millionen Menschen. Wie schon 2008 wird der gleichzeitige Verfall der Rohstoffpreise den Abschwung nicht bremsen, sondern beschleunigen.

In dieser Situation nützen die Symptomkuren von 2009 nichts mehr, auch ist das fiskalische Pulver längst verschossen. Jetzt braucht es systemische Therapien, welche die "Spielanlage" verändern: Sie muss unternehmerisches Handeln (wieder) mehr honorieren als Finanzakrobatik. Voraussetzung dafür ist, dass die zwischen der Real- und Finanzwirtschaft vermittelnden Preise (im Raum: Wechselkurs, in der Zeit: Zinssatz) stabilisiert werden, entsprechend den Gleichgewichtswerten der (neoliberalen!) Wirtschaftstheorie (Zinssatz = Wachstumsrate, Wechselkurs = Kaufkraftparität). Denn auf den Finanzmärkten leidet die "unsichtbare Hand" nicht nur an manisch-depressivem Irresein (längerfristige Preisschwankungen), sondern gleichzeitig an schwerem Parkinson (kurzfristige Volatilität).

Jetzt braucht es Leadership in der Politik, um folgende Maßnahmen rasch durchzusetzen:

  • Umwandlung des Rettungsschirms in einen Europäischen Währungsfonds, welcher den Märkten die Bildung der Zinsen für Staatsanleihen aus der Hand nimmt.
  • Öffentlich kundgemachte Vereinbarung zwischen den wichtigsten Notenbanken, die Wechselkurse zu stabilisieren (dies hat in Europa zwischen 1986 und 1992 gut funktioniert, erst als die Bundesbank "ausstieg", brach das System stabiler Kurse zusammen).
  • Ankündigung von langfristigen Preis- und Lieferabkommen zwischen der EU, der Opec und Russland und anderen Rohstoffproduzenten zwecks Stabilisierung der Preise für erschöpfbare Rohstoffe, insbesondere von Erdöl.
  • Beschränkung/Verbot jener Praktiken der Finanzakrobaten, die erwiesenermaßen den Implosionsprozess beschleunigt haben, durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)
  • Einführung einer generellen Finanztransaktionssteuer in der EU bzw. im Euroraum. Dies dämpft kurzfristige Spekulation und entlastet die öffentlichen Haushalte.

Die wirtschaftswissenschaftlichen Bedenkenträger möge man getrost ignorieren, es fehlt die Zeit. Die an Finanzkapital Reichen und daher Mächtigen mögen bedenken: Wenn der Implosionsprozess jetzt nicht gestoppt wird, so werden sie große Vermögen verlieren. Dafür kann man schon eine Abkehr von der Marktreligiosität in Kauf nehmen. Schließlich hat der Neoliberalismus seine Schuldigkeit längst getan, Gewerkschaften und Sozialstaat sind nachhaltig geschwächt. (Stephan Schulmeister, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.8.2011)

Autor

Stephan Schulmeister (64) ist Wirtschaftsforscher in Wien.

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Franz_Josef
00
29.8.2011, 13:54
Juhu, die erste EU Steuer kommt, dann der ESM Vertrag

Steuern, die dann hintenrum erst wieder den Banken gegeben werden, sind natürlich DIE Lösung.

Gratuliere zur intellektuellen Meisterleistung.

Es ist aber viel viel schlimmer:

ALARM - ALARM : ESM-VERTRAG = ÖSTERREICH WIRD UNFREI
Der ESM Vertrag nimmt allen europäischen Staaten ihre Budgethoheit und stellt die Institutionen der EZB-Finanzelite über nationales Strafrecht!
http://julius-hensel.com/2011/07/a... veranitat/
http://www.freiewelt.net/blog-3321... rags!.html
Hier ist der "Besatzungsvertrag", für alle die es nicht glauben können.
http://www.peter-bleser.de/upload/PD... ag_ESM.pdf

Karl Krammer
00
18.8.2011, 20:16
mag sein, daß die Buba 1992 zuerst ausgestiegen ist,

aber das Pfund war heillos überbewertet. Eine Währungsunion ohne Finanzausgleich funktioniert nun mal nicht. Aber mit wem will man heute überhaupt fixe Wechselkurse ausmachen? die Schweizer kümmern sich schon selbst um die Stabilisierung des Franken und der Dollar schwankt eh von alleine in einer engen Bandbreite.
Sonst aber volle Zustimmung, ob man das Ding EFSF, ESM oder EMF nennt: Eurobonds sind zwingend notwendig.

postdesperado
01
16.8.2011, 17:12
eurobonds für eu(ro)-staatsbürger

ich präferiere 2,5%ige eurobonds, mindestbehaltefrist 6 monate,danach täglich einlösbar. provisions- und spesenfrei bei an- und verkauf. vertriebsstellen ezb und landes- nationalbanken. ausschließlich für natürliche (!) euro-eu-personen. den privaten finanzinstituten sollte sukzessive die staatenfinanzierung entzogen werden, sie erwiesen sich als verantwortungslos. sie wären jedweder spekulation entzogen.

die gelder werden von der ezb aktuell für diverse schutzschirme einbehalten, zum ankauf von staatsanleihen (griechenland etc.) verwendet und um den iwf (der amerikanische einfluss ist zu groß) aus europas schuldenregulierung "rauszukaufen". einmischung von außen ist unerwünscht. nach sanierung der euro-europäischen finanzmisere sollte die ezb mi

postdesperado
00
16.8.2011, 17:16
eurobonds ausschließlich für euro-staatsbürger

mit den geldern wie immer ihren hausaufgaben nachgehen und schlechthin souveräner gewährleisten können.
ich halte den euro-raum für den erfolgreichsten und sozialsten wirtschaftsraum aller zeiten.
ich traue der ezb mehr als jeder privatbank. mein sparbuch würde ich zugunsten von eurobonds auflösen. die banken würden durch abzug der spargelder ihre risiken verringern müssen und sich neu sortieren. dem ziel, die systemische gefahr einzudämmen, kämen die euro-gesellschaften näher.

die "macht" der ratingagenturen wäre reduziert.

die euro-eu staatsbürger finanzieren europas zukunft, das nenne ich identitätsstiftend.

Roland Rabe
00
15.8.2011, 17:00

Lieber Herr Schulmeister, Sie sind einer der zahlreichen Dinosaurier des Keynesianismus, die an der Misere des Westens Hauptschuld sind. Nicht die Banken sind Schuld mit Kauf von Ausfallsversicherungen, sondern die Politik in dem sie den Boden für diese Trades aufbereitet haben; wer ein bisserl was von Realwirtschaft verstand (also Sie Elfenbeinturmhocker nicht) sah, dass Griechenland zwangsläufig auf die Insolvenz zusteuerte. Und wissen Sie was ? Viele eurp Staaten tun dies auch, denn de-Industrialisierung, kippende Alterspyramide und Schulden für Konsum und unsinnige Konjunkturprogramme führen in einer globalisierten Wettbewerbswirtschaft garantiert auch hier irgendwann zu Käuferenthaltung bei Anleihen.

Von Lenin lernen heißt siegen lernen
 
02
14.8.2011, 21:09
Er verschweigt, dass das Finanzkapital das Fünfzigfache der Realwirtschaft ausmacht, und das umkreist nun den Erdball

Solange die Banken nicht dieses irrsinnigen Kaptals beraubt werden und ihnen erlaubt wird, mit Finanzprodukten, die nur virtuell sind, das Finanzsystem der Realwirtschaft weiter zu unterminieren, können sie alle Ihre guten Ratschläge in den Kamin picken.

Maximilian Maier
01
10.8.2011, 18:26
Herr Schulmeister sieht in niedrigen Zinsen das Heilmittel,

doch gerade dadurch wurden viele Staaten verleitet über ihren Verhältnissen zu leben. Sinken nun, durch gemeinschaftlich gedeckte Wertpapiere, die Zinsen, kann die Ausgabenpolitik der Staaten fortgesetzt werden. Die Korrektur des Marktes würde fehlen.
Die EZB hat Spanien aufgefordert die Einkommen der Beamten zu senken. Laut Auskunft des Infrastrukturministers verdienen die Fluglotsen im Schnitt (median) 370.000 Euro im Jahr, bei 24 Stunden Arbeitszeit. Am 4. Dez. wurde gestreikt, da Überstunden eingefordert wurden. Wie erklärt Herr Sch., dass nun Arbeitnehmer des ehemaligen Ostblockes, welcher für die gleiche Tätigkeit ca. 3% des span. Kollegen verdienen, für die Misswirtschaft Spaniens bürgen soll? Er verlängert damit den Missstand bloß.

Andreas Prucha
03
11.8.2011, 02:36

Ein Staat ist kein "gewinnorientiertes" Unternehmen und nicht der Feind der Bürger. Den Staat in hohe Zinslasten zu treiben hilft niemanden ausser den Banken. Ich wäre im Gegenteil dafür die Staaten auf 0-Zinsen zu setzen, aber im Gegenzug die Maximal-Schulden laufend zu reduzieren. Davon würden die Bürger und die Staaten profitieren.

Roland Rabe
00
15.8.2011, 17:04

Die Staaten genießen deutlich zu niedrige Zinsen, die historisch locker 5% zu niedrig sind und keinesfalls die Risikosituation widerspiegeln sondern eher die Geldflutungspolitik der FED und EZB. Italien bei 120% offizieller(!) Schulden / BIP würde bei einer stabilitätsorientierten Notenbank und fehlenden Stützungskäufen (=Marktmanipulation) sicher nie unter 6% zu finanzieren sein.

Oh my God !
00
10.8.2011, 17:56
Die Gewerkschaften haben sich selbst "geschwächt"

da haben die bösen Neoliberalen nur zugeschaut und dann hat die "Heuschrecke" aus Mitleid noch die BAWAG gekauft, so schaut's aus.

Marcus Maccabaeus
01
10.8.2011, 17:41
In der ganzen Analyse kein Wort zum Kreditgeldsystem!

Das ist eine Meisterleistung, Hr. Schulmeister!

fsiggi
03
10.8.2011, 17:29
Unsinn bleibt Unsinn

Wer soll das denn zahlen, Herr Schulmeister? Selbst Deutschland kann sich das alles nicht mehr leisten.

CDS zur Absicherung deutscher Staatsanleihen haben sich seit Juli verdoppelt. Schweden muss seit 50 Jahren zum ersten Mal weniger Zinsen zahlen als Deutschland.

Deutschlands Verschuldung stiege durch ihren tollen EWF auf 110% zum BIP, Frankreichs auf 130%.

Merken Sie was, Herr Schulmeister?

Andreas Prucha
00
11.8.2011, 02:38

Das ganze Kreditgeld und Zinssystem ist Schwachsinn: Um so wackeliger um so höher die Zinsen. Nur dadurch steigt die Last und auch die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Ja, ich weiss, das sind die "Marktmechanismen", nur leider ziemlich destruktive Marktmechanismen. Eigentlich die von Kredithaien.

Oh my God !
01
10.8.2011, 17:48
also die 5 Jahrespläne für :

" langfristige Preis- und Lieferabkommen zwischen der EU, der Opec und Russland und anderen Rohstoffproduzenten zwecks Stabilisierung der Preise für erschöpfbare Rohstoffe, insbesondere von Erdöl usw...." könnt ich mir schon vorstellen..... wenn alle mitmachen, werden die mitmachen?? und Gorbatschow macht den Ehrenpräsi ;-)

Friedel Marksteiner
 
02
10.8.2011, 16:12
Forts./ Ende Schuldenabbau

Also sparen müssen wir dort, wo sich Privilegien (im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung) angesammelt haben: z.B. in der Überbesetzung des politischen/ Beamtenapparats, im Gesundheitswesen, bei den Renten; Umschichten müssen wir bei den Steuern (Erbschafts-, Vermögens- Finanztranaktionssteuer);
dagegen müssen wir investieren in Bildung, Infrastruktur (Energie, Verkehr) und Forschung.
Das wird schwer genug, denn da sind große Teile der Bevölkerung dagegen, nicht nur bei uns.
Aber nur wenn wir den Schuldenabbau von all diesen Seiten in Angriff nehmen, werden wir ihn auch erreichen.

Friedel Marksteiner
 
00
10.8.2011, 16:02
Der Schuldenabbau

muss real werden. Und Sparen muss ein Teil des Schuldenabbaus sein. Schulmeister hat sicher recht, dass bei den Sparorgien bisher falsch vorgegangen wird. Es wird an der falschen Stelle gespart, nämlich bei denen, die sich am wenigstens wehren können, vor allem bei den .
Die, die sich wehren können, haben auch noch die Lobby der 'Wirtschaftswissenschaft', also des gesammelten Sachverstands im Rücken, dessen sich die Politik bedient. Und es werden auch die belohnt, die an den Turbulenzen verdienen

Maximilian Maier
44
10.8.2011, 15:58
Herr Stephan Schulmeister nervt fürchterlich und zeigt immer wieder seine Unkenntniss

Warum darf St. Schulmeister eigentlich noch immer seine abstrusen Ideen verbreiten? Das spricht nicht für die Wirtschaftskompetenz des Standards.

Möchte einmal die Ideen Herrn Schulm.s anhand eines Bsp. darstellen, um zu zeigen, wie abstrus sie sind.

Vergleichen wir die EU mit einer Großfamilie. Dabei gibt es ein schwarzes Schaf. Seine Einkommen sind geringer, aussparen wollem wir die Frage, ob dies seine Schuld ist, oder fremdverschuldet. Dieses schwarze Schaf verschuldet sich durch den Kauf einiger Porsche, die Bank finanziert. Nach einer Risikoanalyse werde die Zinsen angepasst, das schwarze Schaf verschuldet sich weiter, die Zinsen steigen ebenfalls. Nachdem Zahlungsschwierigkeiten auftreten rät nun Herr S.Sch. die Familie sollte bürg

Elio Ambrosi
 
01
10.8.2011, 17:08
es geht

darum, dass das schwarze Schaf nicht doppelt so hohe Zinsen für seinen Kredit zahlen soll, als der Vater für das Familienauto und außerdem muss der Junior laufend seine Finanzen gegenüber der gesamten Familie offenlegen

europa fassen
13
10.8.2011, 16:28
Ja, so stellt sich Maxi die Welt vor

Er glaubt, es gäbe nur schwarze und weiße Schafe und kommt nicht auf die Idee, mal zum Augenarzt zu gehen um seine Farbenblindheit kurieren zu lassen.

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
33
10.8.2011, 16:18

Erstens sind Familien keine Volkswirtschaften sondern Haushalte. Die monokausal, 0,1seitige und deshalb falsche Darstellung der Sachverhalte blendet im Gegensatz zu Schulmeister 99,9% des Problems aus.
Es müsste dem Denkenden schon zu denken geben, dass Leute, die 25% EK-Rendite erzielen wollen dies auch tun, völlig losgelöst von realwirtschaftlichen Entwicklungen tun (die sie hier argumentativ anführen) und vor allem, dass es nicht mehr das mühsam erkämpfte politische System ist, das die Rahmenbedingungen vorgibt sondern anonyme Leute, die niemand gewählt hat.
Das einzige was hier nicht in den Standard passt, sind Posting auf diesem Niveau.

Maximilian Maier
02
10.8.2011, 18:47

wenn sie schon wissen, dass Haushalte keine VWen sind, sollten sie auch wissen, dass gerade in der VW mit Modellen gearbeitet wird. Ich habe einen Haushalt gewählt, um die Problematik anschaulich zu machen.

Sie meinen wahrscheinlich nicht monokausal, denn dieses Wort meint, dass eine Wirkung genau auf einen Auslöser zurückzuführen ist. Wahrscheinlich meinten sie, ich hätte eine dichotome Sichtweise.

25% Zinsen werden dann gezahlt, wenn über den Referenzzinssatz zusätzlich Risiko abgedeckt werden muss. All diese anonymen Leute sind übrigens Marktteilnehmer. Sie können jederzeit für weniger Zinsen an Griechenland Geld verleihen.

Ihre Einschätzung, meine Niveau passe nicht zum
Standard, lieber wäre mir gewesen "zu diesem Artikel" ehrt mich

notanickname
01
10.8.2011, 15:54

Die Keynesianische Geldtheorie ist einfach ein Schwachsinn, da versucht man Staat und Wirtschaft zu entkoppeln, gleichzeit muss der Staat selbst aber bei Privatbanken Kredit nehmen..... und macht sich damit selbst zum Sklaven des Systems....
sieht man ja wie toll das überall funktioniert

Andreas Prucha
00
11.8.2011, 02:40

Keynes liegt nicht falsch. Zumindest teilweise. Aber das Problem, dass der Staat zwar einerseits das Geldmonopol innehat, sich das Geld aber bei privaten "investoren" gegen Zinsen ausleihen muss, ist tatsächlich krank.

Friedel Marksteiner
 
00
10.8.2011, 15:54
Schulmeister schreibt viel Richtiges, hat aber nicht die richtige Rezeptur

Seinen Einlassungen über die bisherige Krisenpolitik und den Schwachsinn unseres Finanzsystems ist kaum etwas hinzuzufügen. Er hat recht, dass 'unsere Politik unternehmerisches Handeln (wieder) mehr honorieren muss als Finanzakrobatik'.
Nur werden durch einen europäischen Währungsfonds kaum die Fundamentalvoraussetzungen für Abhilfe geschaffen - eher das Gegenteil ist abzusehen.
Ich glaube, die Politik muss konkret werden, um konkrete Probleme zu lösen. Und das muss heißen,
a) kleinere Einheiten zu schaffen, um dort die adäquaten Lösungen zu finden und die Hebel für die Finanzakrobaten aus der Welt zu schaffen. D.h. in der EU, den Euro-Raum in Zonen der gleichen Geschwindigkeit aufzusplitten, und
b) Schuldenabbau

LadyDoolittle
13
10.8.2011, 15:43
Die Weltwirtschaftskrise wird kommen!

Die Frage ist nur: Wann?

Gelingt es der Generation, die derzeit die Welt leiten, auch dieses Problem - wie so viele andere - an die nächsten Generationen zu "vererben"?

Einmal sind es 10.000 Generationen für Atommüll zu bewachen (Kosten!!!), dann die Probleme mit der Umweltverschmutzung und den Klimawandel und dann mit dem Schuldenberg. In Folge die sozialen und wirtschaftlichen Probleme, Arbeitslosigkeit und Pensionisten ohne Pension (Opfer der Aktienkrise). Die Krawalle in GB können als Muster dienen.

Wir sind längst an einem Punkt "no return" angekommen.

An alle Kritiker: Sie kennen natürlich die Lösung der "Herausforderungen". No problem!

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