Soziale Netzwerke

Warum auch Facebook-Seiten von Unternehmen ihre "Freunde" haben

14. August 2011, 12:00

Deutsche Forscherin ging den Motiven der Nutzer nach und fand eine ganze Bandbreite

Dortmund - Auf den ersten Blick scheint es paradox: Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Xing wurden eigentlich für den privaten Gebrauch konzipiert, was sich in ihrer Nomenklatur ("Freunde" usw.) ausdrückt. Dennoch sind hier auch Unternehmen - inklusive dem unsrigen - vertreten. Das Interesse von Unternehmen liegt auf der Hand: Sie finden hier eine weitere Plattform, auf der sie ihre Produkte päsentieren können. Doch was bringt eigentlich Privatpersonen dazu, solche Angebote anzunehmen?

Eine Diplomandin der Technischen Universität Dortmund ist dieser Frage nachgegangen und fand eine Bandbreite an Motiven, die vom durchaus Emotionalen bis zu purem Pragmatismus reicht. "Social Media sind ein zentrales Marketinginstrument in der heutigen Medienlandschaft, deren Potenziale noch immer nicht vollständig erfasst ist", sagt Hartmut H. Holzmüller, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing der Dortmunder TU. "Die Arbeit hat sich intensiv mit den Motivationen der Kunden bezüglich der Nutzung von Social Media-Angeboten von Unternehmen beschäftigt. Sie hilft uns, die Kundenseite besser zu verstehen", kommentiert er die Ergebnisse seiner Diplomandin Sonja Willamowski.

Motive

Für ihre Arbeit hat Willamovski ausführliche Interviews mit zehn Facebook-Nutzern und fünf Händlern, deren Unternehmen bei Facebook aktiv sind, geführt. Zusätzlich wurden mehr als 250 Personen online befragt. Im Fokus der Befragung stand, warum Menschen "Freunde" eines Unternehmensprofils werden und was sie sich von den Unternehmensprofilen erhoffen. Mehr als drei Viertel der Teilnehmer der Online-Befragung gaben an, einem Unternehmen auf Facebook zu folgen, weil sie auf diesem Wege stetig über Neuigkeiten, wie zum Beispiel neue Produkte, informiert werden möchten.

Kaum weniger, nämlich 61 Prozent der Befragten, gehen über diese Nutzenorientierung jedoch auch hinaus. Sie wollen mit ihrem "Fan-Sein" die Marke unterstützen. 26 Prozent der Befragten ist der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig, sei es über die Kommentare oder die "Gefällt-mir" Funktion. "Einige der Befragten haben über die Unternehmenswebseiten neue Freunde kennengelernt, einfach Menschen, die die gleichen Interessen hatten und die gleichen Dinge toll fanden", berichtet Willamowski.

Gewünschtes und Unerwünschtes

Hinsichtlich der Gestaltung der Unternehmensseiten erwarten die Facebook-Nutzer vor allem Übersichtlichkeit: Informationen über Produkte oder Aktionen sollen auf einen Blick zu finden sein. Ein Großteil der Befragten bezifferte die ideale Anzahl von Postings auf drei bis vier pro Woche. Bei einer höheren Frequenz würden sie die Mitteilungen des Unternehmens als Spam auffassen.
Und was wünschen sich Facebook-Nutzer von Unternehmensseiten? In erster Linie wird nach Informationen gesucht, etwa über aktuelle Entwicklungen, Produktneuigkeiten und Aktionen. Zudem wünschen sich viele, dass die Seite ihre Fans direkt anspricht, etwa mit exklusiven Facebook-Aktionen oder Berichten.

Trotz des klar kommerziellen Hintergrunds der Unternehmensprofile bei Facebook sind sich die meisten Nutzer darin einig, dass der direkte Verkauf und zu offensichtliche Werbung nicht zu Facebook passen. "Für viele steht das Verkaufen im direkten Widerspruch zu dem eigentlichen Sinn von Facebook - Kommunikation und das freie Teilen von Informationen", so Willamowski. Zudem gab es auch Bedenken über die Zahlungssicherheit, vor allem vor dem Hintergrund des schlechten Images von Facebook in Bezug auf Datenschutz.

Besonders bei den Interviews zeigte sich, dass die Nutzer Social Media- Plattformen als reinen sozialen Freizeitbereich betrachten, in dem sie keine "kommerziellen Störungen" wünschen. Die Unternehmen, von denen sie Fan werden, zählen sie somit zu ihrer sozialen Lebenswelt. (red)

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14 Postings
Thomas Hendele
 
00
17.8.2011, 12:03
IBM Studie zeigt etwas anderes

Entgegen der hier veröffentlichten "Forschungsergebnisse" zeigt eine aktuelle IBM Studie, dass Fans in erster Linie Rabatte wollen.

Bei der Studie (Befragung unter 1.056 Unternehmen und 351 Konsumenten) kam heraus, dass zwischen Unternehmen und Konsumenten ganz gravierende Wahrnehmungsunterschiede herrschen.

Unternehmen sollten nun aber keineswegs ihren Fans unentwegt Rabatte einräumen, sondern sich vielmehr auf die Bedürfnisse der Community einstellen, deren Erwartung nicht all zu weit von der der Unternehmen abweicht, beispielsweise Informationen oder Kundensupport.

Einen Artikel, der sich näher mit der IBM Studie befasst, gibt's unter http://www.hotel-newsroom.de/social_me... n-rabatte/

Heavyweather
02
15.8.2011, 15:32

Fan und Freund ist ein Unterschied...
Ein Unternehmen hat keinen Zugriff auf das Profil seiner Fans.
Wieder eine Arbeit die die Welt nicht braucht...
Gewinnspiele sind auch ein gewichtiger Grund Fan zu werden.
Ich schaue regelmäßig ob meine Freunde bei der FPÖ oder anderen zweifelhaften paramilitärischen Vereinen Mitglied sind...die werden dann gleich gekickt, online und nach Rücksprache auch alle anderen sozialen Kontakte.

Wenn schon ein Unternehmen dann will ich dort auch etwas kaufen können...

faust
02
15.8.2011, 11:48

die fb-seiten von unternehmen werden zunehmende von marketing- und/oder publizistik-studenten zugemüllt, die für ihre bätschelerarbeit facebook-"recherche" betreiben...

Ulrike Reiter
44
14.8.2011, 17:18
Wie man es macht ...

Neulich beim Bewerbungsgespräch bei Firma A:
„Zählt unser Unternehmen bei Facebook zu Ihren Freunden?“
„Ich glaube, ich verstehe nicht ganz ...“
„Na dann wollen wir doch mal Ihr Facebook-Profil anschauen.“ HR-Depp ruft die Profilseite des Bewerbers auf und stellt fest, dass er das Unternehmen nicht zu seinen Freunden zählt. „Ja, das tut mir jetzt leid, aber Sie scheinen sich, uns gar nicht verbunden zu fühlen.“

Neulich beim Bewerbungsgespräch bei Firma B:
„Zählt unser Unternehmen bei Facebook zu Ihren Freunden?“
„Nein.“
Sicherheitshalber ruft der HR-Typ das Facebook-Profil des Bewerbers auf und stellt fest, dass er kein Unternehmen zu seinen Freunden zählt. „Gut! Wir wollen nur sicher gehen, dass wir keine Volltrottel einstellen.“

Kräuterpfarrer Escobar
21
15.8.2011, 08:36

So ein Stumpfsinn.

F. Ritzl
111
15.8.2011, 07:51

bei mir wäre es Lösung C:

"Zählt unser Unternehmen bei Facebook zu Ihren Freunden?"
"Ich habe keinen FB-Account"

*g*

Countblue
00
15.8.2011, 17:18
ACK

Kickstarter
10
17.8.2011, 00:39
ack bist du cool

Countblue
00
15.8.2011, 17:18
ACK

DerMäx
25
14.8.2011, 21:34

Ich glaube nicht, dass ich bei einer Firma abeiten wollen würde, die mich auf sowas anspricht, oder die FB-Geschichten gar als Teil der Entscheidungsgrundlage über Job ja/Job nein ansieht. - Selbst wenn das für mich "positiv" ausgehen sollte hätte sich diese Firma als potenzieller Arbeitgeber disqualifiziert.

Wenn das schon so anfängt kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Zusammenarbeit länger gut gehen könnte...

John Denver
23
14.8.2011, 20:25
wie?

wie soll jemand (der Rekruter), der mit mir nicht befreundet ist, sehen wen ich als Freund habe? Okay, manche haben ihr Profil öffentlich, aber DIE sollte man wirklich nicht einstellen.

syd barrett
030
14.8.2011, 13:42
-656731-
04
14.8.2011, 17:46

Die aus dem violetten Bereich machen sich nach dem Studium selbständig und arbeiten dann im roten Bereich...

Club-der-dichten-Toten
00
14.8.2011, 13:46

;-)))

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