Dirndl: Arbeitskleid & Abendkleid

Ansichtssache

Das Dirndl erlebt einen wahren Boom - nun ist ein neues Buch  über das frühere Arbeitskleid erschienen

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foto: apa/epa/stache

Das Dirndl erlebt seit einigen Jahren einen wahren Boom, immer mehr Firmen abseits der "Trachtenecke" bringen eigene Dirndlkleider in ihren Kollektionen heraus. Eine der ersten, die dem Dirndl zu neuen Ehren verhalf, war Designerin Lena Hoschek (Mitte), die auch selbst häufig im Dirndl zu sehen ist, wie hier am Ende ihrer Modeschau in Berlin vor zwei Jahren.

 

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Carmen Miranda meets Pippi Langstrumpf. Ja das kann man ins Buero anziehen

nichts, aber auch gar nichts bringt mich in ein dirndl, und sei es noch so pop-stylish oder sonstwas.

Huuuuch Dirndl

musste ich als Kind als "Festtagstracht" in der Schule tragen - sonst hatten wir Schuluniform. Das hat gereicht fürs restliche Leben :-P

PS: Übrigens kann man auch heute jedes "Trachtenkleid" (eigentlich ist das nur ein geknöpftes Stoffkleid!) ohne Schürze tragen, erst seit den letzten Jahrzehnten glaubt man, die Schürze gehöre immer dazu.

Das "Dirndl" war nichts anderes als ein Kleid mit einer Schürze. Um das Kleid zu schonen und nicht ständig waschen zu müssen, trug man oben eine (auskochbare) Bluse (urspr. ein langes Hemd, eine Pfoat), und eben die Schürze (Arbeitsschütze). Frauen mussten früher bekanntlich viel und schmutzig arbeiten! Die "Tracht" mit besseren Stoffen war eine reine Festtagstracht für Wohlhabendere.

Mit der Erfindung der Waschmaschine und leistbare Kleidung sowie der Trend hin zu weniger schmutzigen Arbeiten in Beruf und Haushalt kann man sich natürlich auch anders anziehen.

An Sternchen100

Können schon, aber ned meng;-)

Alpenburka

Die geografisch nächsten, die außer uns ÖsterreicherInnen die Agrarklamotten früherer Jahrhunderte als außerhalb geschlossener Folkloreveranstaltungen salonfähig betrachten, sind die BewohnerInnen der Landstriche zwischen - ich sag mal - Amman und Dhaka, vulgo Mittlerer Osten. Und vielleicht die Schotten.

Erst mal: auf die Idee, Rock + Mieder oder Weste bzw. Kleid mit Schürze und Hemd zu kombinieren, kam man bekanntlich in der gesamten nördlichen Hemissphäre bis nach China und den nahen Osten. Die einzigen Unterschiede sind dabei die Farben und Stoffen und ob man die Schürze ständig trägt oder wirklich nur zur jeweilgen Arbeit. Denn es war in Wahrheit nur die Alltagskleidung der Frauen! Am Hof eben (meist) ohne Schürze, dafür aber aus Seide und Damast, getragen.

Die Lederhose ist die haltbarere Variante der bürgerlichen Stoffhose, die man nicht mal waschen muss. Die Adeligen trugen sie nur aus Seide oder Samt. Da man meist Stiefel trug (außer Haus oder zum Reiten), war die Hose halblang, mit Strümpfen. Im Haus trug man Halbschuhe.

Leuten wie Ihnen gönne ich diesen Trend von ganzem Herzen. In einer Zeit in der alles toll ist das fremd und exotisch ist, besinnt sich ausgerechnet die Jugend auf alte Traditionen. Dirndl, Lederhosen und lange verwaiste Trachtenvereine spriessen aus dem Boden.

Die ersten Mädels, die mit Dirndl in Wien in die Disco gehen habe ich auch schon getroffen. Nicht einmal im weltofffenen Wien können sich die Damen diesem Trend entziehen. Vielleicht liegts auch daran, dass die Kleider einfach toll aussehen?

Ja, ja, eh Trend zur Tradition...

..., das machen auch die Damen etwa im weltoffenen London so, die sich dem Trend zur Burka nicht entziehen können. Besinnen sich halt auf ihre Wurzeln. So wie unsere Trachtenpärchen.

Im Ernst: Mir macht das irgendwie Bauchgrimmen, dieses ganze Traditionswischiwaschi.

Dirndl vs. Gwand

Also, mir gehen definitiv die "echten" Details an den ultramodernen Massendirndln billigster Machart ab. Die haben Reißverschlüsse hint, seitlich und voran. Durchgängig glänzende Stoffe, die eher für eine Sari taugen und schwarze Einheitsröcke. Und erst der Schnitt. Na, ihr könnt´s des meinetwegen Dirndl nennen, aber a Gwand is des nimmer.

gebts dem armen ding von bild 2 sofort ihre puppe wieder zurück! des tschopperl fangt ja gleich an zu weinen.

naja

Es wird halt schnell sehr kitschig.

Es gibt Geschäfte, die auf traditionelle Trachten, dh. Dirndl, die sich noch auf einen Herkunftsort zurückführen lassen spezialisiert sind, zB Tostmann.
Schaut supa aus und ist nicht so überkitschig, wie die Bilder, die in dieser Ansichtssache vorkommen.

na klar

und mittlerweile wissen das auch H&M, New Yorker und sogar NKD. Die Dinger kosten gar nix mehr und jede muss eines haben ;) Naja. Ich find sie auch nicht so schlecht.

Dirndl ist etwas Feines.

Es betont das Dekolletee, kaschiert eventuell zu breite Hüften und der Rock ist schnell gehoben.
In der Algierfranzösischen Republik ist das Dirndl daher sehr beliebt!

Also ich trag mein Dirndl sehr gern...

Irgendwo zwischen ...

... Eva Braun und DJ Ötzi. Passend zum Zeitgeist. Ein Schritt vor und zwei zurück.

Sehe ich anders. Wenn das Dirndl modern interpretiert wird und modisch ist, hat das nicht mit Rückständigkeit zu tun. Nur wenn plötzlich Wienerinnen traditionelle Ausseer Trachten tragen, wird es peinlich.

Nur wenn plötzlich Wienerinnen traditionelle Ausseer Trachten tragen, wird es peinlich

Wieso ist es peinlich, wenn Wienerinnen traditionelle Trachten tragen?
Es findet ja auch niemand was dabei, dass die Arbeitskleidung von Kuhhirten sich mittlerweile zu einem quer über alle Kontinente und quer durch alle Schichten gerne getragenen Kleidungsstück entwickelt hat.
Das Tragen von Kleidung aus einem fremden Kulturkeis (Aussee) könnte doch auch als Lob gesehen werden.
;-)

Dirndl waren die Alltagskleidung der gesamten Gesellschaft bis hin A. 20. Jhd., es war einfach ein Kleid bzw Rock+Mieder, dazu warme Weste (bzw. Rückentuch) und Arbeitsschütze (bei Bedarf). Und darunter trug man ein Hemd, bei besseren was das ein Spitzenhemd (eine Bluse).

Da Frauen damals Hüte zu tragen hatten, kam es irgendwann zu regional und ständisch bevorzugten Hüten, Farben und Stoffen. Während die normale "Tracht" der Männer, nämlich Hose, Jacke, Hemd, Tuch (daraus wurden später Fliege und Krawatte!) und Gilet sich einfach zum Anzug weiter entwickelten und die Lederhose (weil Arbeitshose der Schwerarbeiter, vor der Erfindung der Jeans) für Bürger aus der Mode kam.

Das Dirndl spaltet die Modegeister

Abgesehen davon, dass es den ewigen Streit um das "echte" Dirndl gibt, finde ich es sehr erfreulich, dass Österreich in Bezug auf die Weiterentwicklung des ländlichen Alpenkleides mit Designern wie Lena Hoschek, Tanja Pflaum (Ploom) und Gabriela Urabl (Dirndlherz) wirklich eigenständige Wege geht. Leicht betrübt bin ich darüber, dass für das offizielle Wiesndirndl für die 1. Wiener Wiesn (Farben: Rot-Weiß-Braun) ein deutscher Trachtenhersteller bemüht werden musste: http://dirndl-mode.com/auf-zur-w... esn-fieber

am traurigsten ist aber

daß wir eine "1. Wiener Wiesen" brauchen, als ob es eine Notwendigkeit gäbe lokale Volksfeste zu exportieren

Jedes Jahr wieder "Das Dirndl kommt wieder"

und wir werden es 2012 hören, und 2013, und 2014 usw. usf.

Und es wird sich nix ändern.

Dirndlanteil auf x-beliebigem Volksfest im Salzburger Land:

2005: Ca. 10% (Meist angehörge von Vereinen)
2008: ca: 30%
2009: ca: 40%
2010: ca: 60%
2011: ca: 80% (Mit frechen Damenlederhosen fast 90% Trachtanteil)

2012: Das Dirndl kommt nach Wien!

Naja, wenn das Dirndl gut war,

darf es eh wieder kommen!

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