Schengen

Dänemark will Teile von Grenzanlage auf deutschem Boden errichten

9. August 2011, 14:23

"Völliges Unverständnis" über geplanten Baubeginn in deutschem Außenministerium

Flensburg/Berlin - Der dänische Zoll will Teile einer Grenzanlage, die auch für die umstrittenen neuen Kontrollen innerhalb des Schengenraums genutzt werden soll, in Schleswig-Holstein errichten. Wie der Direktor der dänischen Zollbehörde, Erling Andersen, dem "Flensburger Tageblatt" vom Dienstag sagte, sollen Baufirmen im September damit beginnen, vor dem Autobahnübergang Ellund elektronische Tafeln zur Geschwindigkeitsreduzierung, Stopplichter und Schranken zu installieren. Auf der dänischen Seite der Grenze soll der Verkehr demnach mit Tempo 40 auf eine asphaltierte Fläche geleitet werden, die noch aus der Zeit vor Dänemarks Beitritt zum Schengen-Raum stammt.

Mit einem Betriebsbeginn der Anlagen sei mit Jahresende zu rechnen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die dänischen Straßenbaubehörden. Das Parlament in Kopenhagen habe die nötigen 1,43 Millionen Euro bereits im Jahr 2008 in den Haushalt eingestellt. Ziel sei, bei stichprobenartigen Kontrollen die Verkehrssicherheit zu erhöhen, erläuterte Zolldirektor Andersen. Auch wenn die Entstehungsgeschichte nichts mit den im Juli begonnenen intensiveren Grenzkontrollen zu tun habe, werde die Technik "natürlich für die neue Form der Kontrollen genutzt". "Es ist klar, dass wir die Anlage darin einbeziehen", sagte Andersen.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Ankündigung der dänischen Zollbehörden, in Kürze mit dem Bau der Anlagen zu beginnen, stoße auf "völliges Unverständnis". Den Parlamentarischen Staatssekretär im deutschen Innenministerium, Ole Schröder (CDU), zitierte das "Flensburger Tageblatt" mit den Worten: "Unabhängig davon, ob die Kontrollen am Ende so ausgestaltet werden, dass sie mit dem EU-Recht in Einklang stehen oder nicht, ist eine Verkehrslenkung, die Staus und Auffahrunfälle verhindert, vernünftig." Eine Sprecherin des Verkehrsministerium in Kiel bezeichnete die Pläne in dem Blatt als "einfache Verwaltungsgeschichte". (APA)

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24 Postings
xxx...yyy...
00
11.8.2011, 11:01
wie will man das eu-konform gestalten?

entweder gelten grundsätze oder sie gelten nicht. obwohl das ja auch bei anderen dingen nicht so genau genommen wird ;-)

armin delmenhorst
 
01
15.8.2011, 20:34
Ja, einverstanden!

Dann müssen aber auch die Griechen dafür sorgen, dass die Grenzen dicht werden und jene, die eindringen, nach geltendem Recht versorgen und nicht wie jetzt unter unmenschlichen Bedingungen wie Tiere halten - wahrscheinlich in der Hoffnung, dass sie schnell in den Westen reisen. Gleiches gilt an der Südflanke in Italien, wo sich dieser Clown einen Scherz nach dem anderen erlaubt.

Natürlich mutet es ein wenig seltsam an, wenn zwei nordische, zivilisierte Länder wieder ihre Schlagbäume aufstellen. Vielleicht ist das ein Wink, dass mit der Erweiterung Schluss sein muss. Man erinnere, Brüssel möchte Schengen auf BG und RO ausdehnen!! Anstatt sich zu schämen, diese Länder in diesem Zustand überhaupt aufgenommen zu haben.

sepp schilehrer
05
11.8.2011, 08:45

Niemand kann was gegen mehr Kontrollen in Grenzgebieten haben, was aber nicht bedeutet dass man wieder Schlagbäume aufrichten muss. Man wird ja wohl einen Mittelweg zwischen dem offenen Scheunentor, wie es unsere Operettenrepublik praktiziert und neuen Schranken finden

Am Grenzübergang Suben an der A8 in Richtung Passau steht in 8 von 10 Fällen eine deutsche Zivilstreife nach dem ehemaligen Übergang (auf österreichischem Boden). In umgekehrter Richtung hab i noch nie jemanden gesehen.

Also - aufhören mit dem Gegacker und Ruhe bewahren. Die Kommission soll endlich feststellen, ob Verträge gebrochen werden oder nicht und ggf die nötigen Maßnahmen einleiten. Mehr Kontrollen ja, deswegen muss man aber keine neuen Grenzen aufziehen!

Wolfgang Bieber
44
10.8.2011, 10:13
Angriff auf das Fundament

Die Freizügigkeit der EU ist eine ihrer größten Errungenschaften – sie infrage zu stellen, ist gleichsam ein Angriff auf das Fundament der Union:
http://bit.ly/mijxGT

Ravenhorst
00
EU ist europäische Uneinigkeit

na, vielleicht kommt bald eine Neuauflage des Deutsch-Dänischen Krieges

Allmächtiger Satan
114

D sollte auf dänischem Boden und in die Fahrtrichtung D immergrüne Ampeln und ein paar "Willkommen in D", "Gute Reise, schönen Aufenthalt"-Schilder aufstellen.

Rechtsrecken trifft man am besten, wenn man sich über sie lustig macht.

armin delmenhorst
 
00
15.8.2011, 20:46
Ist für mich nicht nachvollziehbar

Glaube eher, Rechtsrecken produziert man, wenn die Bev. geknechtet und gedemütigt wird. Gegenvorschlag: Dänemark sollte an der Grenze statt den von Ihnen vorgeschlagene Schildern Mitglieder der einschlägigen Industrie aufstellen. Diese könnten ja die braven, traumatisierten, jedes westliche Land bereicherende Wesen in ihrer Art poltisch korrekt darüber aufklären, wie sie sich in dem Land zu verhalten haben und unter welchen Bedingungen sie einen Fuß auf diesen Boden setzen dürfen und unter welchen nicht.

Bin mir sicher, nach einem Jahr Frontdienst könnte man hier sicher mit ihnen besser diskutieren. . Ja, man könnte gemeinsam an ner Verbesserung arbeiten, da bin ich mir sicher.

evilweevil
22
10.8.2011, 12:31

wieso gibt's dafür rote stricherln?

Pessimist-Realist
 
11
10.8.2011, 10:16
Um guten Humor zu erschaffen, braucht man aber Hirn...

Tut mir leid dir das sagen zu müssen.
Und weso ein Land mit derartigen Tafeln angreifen, dass JAHRE als Vorbild für die EU diente?

Allmächtiger Satan
30
10.8.2011, 13:46

Weil es nicht mehr als Vorbild dient, sondern Rechtsreckentum und Dreibierbestellungen fördert.

Poldi Fesch
10
demnach mit Tempo 40....

aber es sind ja keine Behiderungen geplant

Granny
01
15.8.2011, 00:33
Beim Grenzübergang...

...von Passau nach Ö dürfen Sie auch maximal 60 fahren.

Poldi Fesch
00
15.8.2011, 11:41
ja, ist

fast das Doppelte. Da ich die Oertlichkeit nicht kenne, kann ich auch nicht ueberpruefen, ob das sachlich gerechtfertigt ist

Sun Zi der II
03
Naja sie könnens ja errichten...

....als deutsche Behörde würde ich die Tafeln allerdings danach demontieren und wo anders verwenden. Den Rechtsstreit will ich dann sehen.

The_new_number_2
00
18.8.2011, 11:22

Nachdem Tafeln im Vergleich zu den Auf- oder Abbaukosten praktisch nichts kosten, ist dies eine sehr leere Drohung. Eine Rechnung über die Kosten des Abbaues würde halt einfach nicht bezahlt werden.

Mathias
 
36
Dänemark will Teile von Grenzanlage auf deutschem Boden errichten

Diese "Volk braucht Raum"-Politik ist wohl bei allen rechtspopulistischen Regierungen gleich ...

Pessimist-Realist
 
00
10.8.2011, 12:37

Länder wie N-Korea oder China sind also rechtspopul. ... interessant.

Ponticus
02

Geh bitte so ein Schwachsinn, die wollen den Grenzposten nur an der Stelle weil genau da schon einmal einer war. Warum unnötig schwer machen?

Chien de Pique
10
Naja, das Gebiet war ja über Jahrhunderte dänisch (genauer als Herzogtum Schleswig ein dänisches Lehen, das vom dänischen König schließlich als Herzog selbst regiert wurde); es gehörte nicht einmal zum HRR,

anders als Holstein und Lauenburg. Das blieb so bis zum Deutsch-Dänischen Krieg 1864 infolge der berühmten Schleswig-Holsteinischen Frage - so kompliziert, dass nur drei Leute sie jemals verstanden haben - Prince Albert, der gestorben ist, ein deutscher Professor, der darüber verrückt wurde, und Lord Palmerston, der die Zusammenhänge glücklich vergessen hat.
Preußen hat das Gebiet in Komplizenschaft mit den Ösis annektiert (immerhin wurde nach dem Ersten Weltkrieg das Volk befragt, aber nur Nordschleswig entschied sich für DK). Den Raum haben da also eher die Deutschen gebraucht (auch wenn das Volk überwiegend die Loslösung von der dänischen Krone wollte).

Mathias
 
11
10.8.2011, 09:57
Ironie?

Sonst müsste man auch fordern können, daß Südtirol, das Sudetenland, Nordirland usw. wieder "zurück dürfen" ;-)

Chien de Pique
00
10.8.2011, 14:30

Ês geht um kein Zurück (da die Bevölkerung das so wollte, ist der status quo hier völlig in Ordnung), aber wenn nun Österreich eine solche Grenzanlage bauen würde, mit Nutzung von Südtiroler Boden, dann wäre es auch nicht ganz angebracht, Österreich Expansionsgelüste vorzuwerfen, angesichts der tatsächlichen erfolgreichen italienischen. Und natürlich sind sowohl Südtirol, als auch Nordirland wichtige politische Themen, wo in unterschiedlichem Maße zweifelhaft ist, ob sie wirklich endgültig gelöst sind, natürlich darf man eine Rückkehr fordern.
Beim Sudetenland ist der Zug freilich (wie bei Schleswig) abgefahren und die territoriale Sache mit jedem Recht erledigt, aber über die Beneš-Dekrete kann und sollte man durchaus noch einmal reden.

Mathias
 
00
11.8.2011, 09:23
aber über die Beneš-Dekrete kann und sollte man durchaus noch einmal reden

Tja darüber sind sich die meisten Europäer schon einig gewesen - darüber darf nicht mehr gesprochen werden!

Finde ich genauso übel, als wenn die braunen Recken meinen, es darf nicht über die NS-Zeit gesprochen werden.

Was konnten denn die ganzen Sudeten dafür, daß eine Ideologie der Meinung ist, diese Landesteile gehören zum Reich, nur weil die dort lebende Bevölkerung auch zufällig noch Deutsch spricht.

Ursprünglich war das auch noch "Koloniegebiet" der K&K Monarchie. Also stellt sich auch die Frage, wie Deutschland darauf Ansprüche stellen konnte.

Chien de Pique
00
11.8.2011, 23:48

Richtig; Österreich hätte diese Gebiete zu Beginn der Ersten Republik ja auch gerne eingegliedert bzw. behalten.
Nach dem II. Weltkrieg wollte man aber in Österreich mit den sudetendeutschen Flüchtingen dann mieserweise nichts mehr zu tun haben und hätte sie am liebsten alle nach Deutschland verbracht. Und das, obwohl sie sogar zur Tomate "Paradeiser" sagten.

torch
 
00
13.8.2011, 07:55

... und viele von denen noch in k. k. Österreich geborene worden waren, also waschechte Österreicher waren ...

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