Protest

"Unternehmensschädigender" ORF-Rat

8. August 2011, 17:30
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    foto: standard/corn

    Hier geht's in die zweite Runde: Alexander Wrabetz auf dem Weg in den Stiftungsrat, der ihn Dienstag für fünf weitere Jahre zum ORF-Chef wählt.

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    grafik: der standard

    Die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats

Der Stiftungsrat verlängert ORF-Chef Wrabetz um fünf Jahre - Der Redakteursrat findet Wahl und Räte "bedenklich", den SP-Fraktionschef "völlig ungeeignet" - Peter Pilz warnt den grünen Rat vor Wrabetz' Wahl

Wien - Nur ein ern sthafter Kandidat für die Führung des größten Medienunternehmens im Land. Und das ist nicht die einzige Sorge des Redakteursrats in einer Montag veröffentlichten Protestnote, die Fritz Wendl, Eva Ziegler und Dieter Bornemann zeichneten.

Anlass ist offenkundig Niko Pelinka, SPÖ-Fraktionssprecher im Stiftungsrat des ORF: "Realitätsferne Wichtigtuerei" und "unternehmensschädigend" nennen sie, dass Pelinka "so versucht zu tun, als hätte er Einfluss auf Entscheidungen von ORF-Redaktionen". Die Redakteure betonen: "Wär's so, wär's ein Skandal und eine grobe Verletzung des ORF-Gesetzes." Die ORF-Journalisten ließen sich aber "selbstverständlich keine Eingriffe in ihre Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit gefallen".

Ein Magazin zitierte Pelinka im Zusammenhang mit Gästelisten von Im Zentrum, er telefoniere "ziemlich häufig" mit ORF-General Alexander Wrabetz.

Die Aussagen nimmt der Redakteursrat als "überdeutliches Zeichen völliger Uneignung": "Bleibt die Frage, wie lange sich das jene Mitglieder seines ,Freundeskreises', die durchaus Qualifikation für ihre Stiftungsratstätigkeit mitbringen, noch gefallen lassen?"

"Nicht weniger bedenklich" finden die Redakteure Stiftungsräte, deren hauptberufliche Tätigkeiten "im Zusammenhang mit dem ORF stehen"; und dass Stiftungsräte "nichts dabei finden, an einer Generaldirektorswahl teilzunehmen, um danach vom Gewählten in eine ORF-Führungsposition befördert zu werden".

Betriebsrat und Stiftungsrat Michael Götzhaber (SP) etwa wird als möglicher Technikdirektor gehandelt; Stiftungsrat Helmut Krieghofer (VP) als Tiroler Landesdirektor (Artikel rechts unten).

Mit passenden Landesdirektoren und Direktoren holte Wrabetz längst VP-Länderstimmen, bevor die Volkspartei die Suche nach einem Gegenkandidaten aufgab.

"Regierungsabhängigkeit"

So konnte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (auch für seine unabhängige Stiftungsrätin) öffentlich erklären, dass es ja keine ernsthafte Alternative zu Wrabetz gibt. Mit breiter Mehrheit für den sicheren Sieger Wrabetz ist also zu rechnen, Stimmen lassen Dank erwarten.

Der grüne Stiftungsrat wählt Wrabetz - als "am besten geeigneten" Bewerber. RTL-Boss Gerhard Zeiler trat nach einem Gespräch mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig nicht an. Grün-Abgeordneter Peter Pilz warnt: "Das ist das Schlechteste, was dem ORF im Moment passieren kann. Wrabetz' Wahl ist ein Zeichen für Parteibuchwirtschaft und Regierungsabhängigkeit" - das "Spiel der SPÖ". Pilz fordert "ein klares Nein zu jeder Art medialer Parteibuchwirtschaft". (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 9.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 199
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meineid
00

Österreicher sollten doch weltweit führend sein in der Medienlandschaft wenn nicht der ORF wäre, der durch sein massives Auftreten wertvolle Ressourcen verschwendet.
Nur in Israel und in Österreich gibt es ein Volk mit solcher Allgemeinbildung und guter Ausbildung zugleich.

werwolfi
01

Wrabetz ist also nach Bacher erst der zweite GI, der eine wiederwahl schafft.

warum muss dieses ereignis ausgerechnet mit dieser knallcharge eintreten?

Ent-täuscher
00
60 Prozent d. Österr. meinen, der ORF bevorzuge rot,

Ich vermisse die "unabhängigen" Stimmen von SOS-ORF! Oder wäre das in den Augen dieser Leute kein Missstand?

Aung San Suu Tschi
 
02
Qualtinger: Der Papa wird's scho richten

Ein Poster hat mich auf die Aktualität des Textes aufmerksam gemacht. Danke !

http://www.youtube.com/watch?v=hTS6-lt9UBo

Besonders am 1:33 wird's interessant. Der Papa hat die supergeilen Verbindungen und weiß genügend über alle, die ihm daher gefällig sein müssen. In der nächsten Stufe wird erwähnt, dass der Sohnemann nicht auf einer normalen Uni ist.

Naja...

hurchzua
02
Es ist nicht zu fassen

Wrabetz hat auf allen Linien versagt: der Marktanteil ist massiv gesunken; dafür wurden die Finanzen ruiniert und die Qualität deutschen Privatsendern angeglichen.

Und was ist der Lohn- er wird verlängert. Das einzige, das zählt ist: "Das ist ein ROTER".

Rose Bud
00
Das ist alles so widerlich...

Eine Klassensprecherwahl im Grossen samt Packelei, Intrigen, Erpressungen und Bestechungen...

aktuelle Epoche: DesInformationszeitalter
00

Bei dem Schauspiel bin ich ja nur froh noch nie GIS bezahlt zu haben und diese Komiker "nur" durch Steuergeld finanziert zu haben.

imho falsch!
00
Logisch...

muss man das ganze betrachten...

Gut, der Pelinka ist inkompetent, das ist kein Geheimnis. Aber macht's einen Untschied, welcher inkompetente Schlumpf auf dem Posten sitzt?

Inkompetent bleibt inkompetent, egal ob 24, 34 oder 44 Jahre alt.

C:\>rm -rf
00
Nur ein ern sthafter Kandidat für die Führung des größten Medienunternehmens im Land.

In diesem Satz sind eine ganze Menge Aussagen versteckt die sehr gut die Wichtigkeit dieses Themas einordnen.

Alastair McKenzie
 
08
Unter allen schlechten Lösungen ...

... für die Wahl der ORF-Führung ist die derzeitige wohl die schlechteste der Geschichte. Was sich hier abspielt, spottet jeder Beschreibung. Wenn ein Bursche wie Pelinka junior, der nur wegen der guten Beziehungen seines Vaters überhaupt zu seinem Posten gekommen ist, über die Strategie und Führung des ORF entscheiden kann, dann spottet das jeder Beschreibung.
Das Problem dabei: Auch mir fällt kein Wahlmodus ein, der zum tatsächlich bestgeeigneten Kandidaten führt. Aber selbst ein reines Zufallsprinzip wäre die bessere Alternative zur bestehenden.

citationX
24
Befreit den ORF !

Ein öffentlich rechtlicher Rundfunk hat in einer Demokratie eine äusserst wichtige Funktion. Alle die nach einer Privatisierung des ORF schreien scheinen das nicht zu kapieren oder/und können mit einer gelebten Demokratie nichts anfangen. Daß aber ein solches Medium auch ein gutes Programm abliefern kann, beweisen uns Sender in vielen anderen Ländern. Dazu braucht es aber verantwortungsbewußte Politiker und kompetente Medienmacher. Derzeit sind aber leider nur die "Schwafler" am Ruder. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß eines Tages wieder ein echter Medien-Mann/Frau mit Rückrat die Führung des ORF übernimmt. Das wäre nicht nur gut für die Zuseher, sondern auch wichtig für die Demokratie.
Also Wrabetz & Co. raus und echte Profis rein.

Trustme78
01

öffentlich rechtlicher Rundfunk ist bitte schön nicht gleichzusetzen mit einer öffentlich finanzierten Propaganda-Marionette der Politik.

Sowas kann man sehr wohl unabhängig und kritisch gestalten, wie Beispiele in anderen Ländern zeigen.

Bluestone
02

Welche demokratiepolitische Funktion hat ein zwangsfinanzierter Sender, der von den Regierungsparteien kontrolliert wird?

good vibration
12
Das Problem ist die schwarze Krake sprich: der Raika gehört das Land

wie kann es sonst sein, daß ein produktiver, Gewinnbringender Zweig wie die Senderbetriebsgesellschaft (ORS) über Nacht zur Hälfte der Raika gehört??
Zudem kann mit Molterer-Starsser-Pröll-Pühringer-Konrad-Scharinger-Gesinnung sowieso weder Demokratie gedeihen noch ein Unternehmen florieren...

Kontrahent1
00
Sprechen Sie wirklich

vom österreichischen 'Rotfunk'? (Wie kann eine Partei, welche an dritter Stelle liegt, so einflussreich sein, wie Sie es an die Wand malen?) Und dass die Banken die Welt regieren, weiß doch wirklich schon jeder Drittklassler.

Rose Bud
01
Die ÖVP...

...wird das Land auch mit 8% Stimmenanteil noch kontrollieren

Kühnemund
25
Und weitere 5 Jahre SPÖ Propaganda für 23 Euro/Monat!

Strpüpl Kotu
11
grasl ist ja sowas von spö

sie hirnederl.

edurkheim
04
Wrabetz ist ungeeignet und politik-höhrig - das ist das Problem

Pelinka ist auch ungeeignet und eingebildet, aber der Untergang des ORF und seine politisch propagndistische Instrumentalisierung in bisher ungeahnten Ausmaß wird von Wrabetz betrieben.

Lasst euch nicht ablenken.

dünneseis
00
vor allem ungeeignet, politikhörig waren alle

miriam7
01
der Untergang des ORF und seine politisch propagndistische Instrumentalisierung in bisher ungeahnten Ausmaß

Aber ganz so sieht das der Redakteursrat mit der "politisch propagandistischen Instrumentalisierung" offensichtlich doch nicht:

"Die journalistische Unabhängigkeit gilt so allgemein auch als größtes Plus der zu Ende gehenden Geschäftsführungsperiode. "

Der kleine Pelikan ist zwar unsäglich - aber offensichtlich auch unfähig. Und die politische Berichterstattung im ORF lässt auch durchaus nicht darauf schließen, daß hier die SPÖ besonders erfolgreich interveniert.

Ganz offensichtlich versucht sich hier nur ein kleiner Niemand wichtig zu machen - so what?

Eisherz
015
Ich bin sprachlos

"[…] dass Stiftungsräte "nichts dabei finden, an einer Generaldirektorswahl teilzunehmen, um danach vom Gewählten in eine ORF-Führungsposition befördert zu werden". Betriebsrat und Stiftungsrat Michael Götzhaber (SP) etwa wird als möglicher Technikdirektor gehandelt; Stiftungsrat Helmut Krieghofer (VP) als Tiroler Landesdirektor (Artikel rechts unten)."

Es ist unfassbar, mit welcher Selbstverständlichkeit und in welcher Öffentlichkeit in dieser GI-Wahl die Pfründe verteilt werden. Das mag es immer in einer Form gegeben haben, aber *so* wenig geniert dafür, wie es die genannten Zwerge rund um den GI-Zwerg tun, hat sich in meiner Erinnerung noch keiner.

Extrem schwach in der Performance, unverschämt im Bedienen.

dünneseis
00
vor allem weil krieghofer schon 60 ist und orfler normalerweise mit 61 in pension gehen...

kauf nix
06
RTL-Boss Gerhard Zeiler trat nach einem Gespräch mit Grünen-Chefin Eva Glawischnig nicht an.

hat sie ihm was erzählt das er nicht wusste? oder war es einfach demotivierend??

Alastair McKenzie
 
02
Sie hat ihm gesagt, ...

... das er bzgl. einer Unterstützung durch die Grünen keine Chance hat - als Mann.

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