Laut Armeevertretern gibt es auch Todesopfer
Johannesburg - Auf den Diamatenfeldern im Marange-Gebiet im Osten von Simbabwe werden einem Medienbericht zufolge Zwangsarbeiter in einem Gefangenenlager von Soldaten und Polizisten gefoltert. Augenzeugen berichteten dem britischen Rundfunksender BBC in einem am Montag veröffentlichten Bericht von Gewalt und sexuellem Missbrauch an einem Ort namens Zengeni nahe der Marange-Minen. Laut der BBC zwingen die Sicherheitskräfte Zivilisten zur Arbeit in den Minen. Menschen, die sich widersetzten oder einen Teil der Einnahmen aus dem Diamanten-Geschäft verlangten, würden in die Folterlager gebracht.
Ein mit Stacheldraht gesichertes Lager befindet sich laut dem BBC-Bericht nur wenige hundert Meter von der Hauptmine Mdaba entfernt. Ein zweites Lager befindet sich demnach nahe Muchena. Einer der ehemaligen Häftlinge, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der BBC, er sei morgens und abends mit jeweils bis zu 40 Peitschenhieben bestraft worden. Er könne seitdem einen seiner Arme nicht mehr benutzen und nur mit Mühe gehen. Außerdem seien Hunde auf die mit Handschellen gefesselten Gefangenen gehetzt worden. Mehrere Ex-Gefangene sagten, Frauen seien vergewaltigt worden.
Mehrere Armeevertreter, die ebenfalls anonym bleiben wollten, bestätigten die Folterungen. Ihren Angaben zufolge gab es in dem Lager auch Todesfälle. Die Regierung in Simbabwe wollte der BBC keine Fragen beantworten. Auch die Nachrichtenagentur AFP konnte zunächst keinen Sprecher für eine Stellungnahme erreichen.
2008 hatte das simbabwesische Militär gewaltsam die Kontrolle über die wertvollen Minen des Marange-Gebiets übernommen. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen rund 200 Menschen ums Leben. 2009 wurde der Handel mit Diamanten aus den Minen durch den sogenannten Kimberley-Prozess zur Bekämpfung des illegalen Diamantenhandels untersagt. Auf massiven Protest von Menschenrechtsorganisationen stieß die Entscheidung der Führung des Kimberley-Prozesses von Ende Juni, den Export von Diamanten der Marange-Mine durch zwei Unternehmen wieder zuzulassen. (APA)