Uni bestätigt

Kein Aufnahmetest für Publizistik an Uni Wien

8. August 2011, 12:36

Bei Publizistik weniger Bewerber als Studienplätze - Psychologie verzeichnet mit fast 2.000 Anmeldungen neuen Anmelderekord

An der Universität Wien wird es keine Aufnahmeprüfung im Fach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft geben. Die Uni Wien hat einen derStandard.at-Bericht vom Freitag nun in einer Aussendung bestätigt. Für Publizistik haben sich 839 Personen bei 1.123 freien Plätzen angemeldet. Die Bundesregierung hatte 2010 Zugangsregeln für Publizistik beschlossen und eine Maximalzahl von Studierenden an den Universitäten in Wien, Salzburg und Klagenfurt festgesetzt. Die Anzahl wurde damals anhand des Durchschnitts der Studienanfänger aus den vergangenen drei Studienjahren von 2006 bis 2009 errechnet.

Rekord bei Psychologie

Während es in Publizistik weniger Bewerber als Plätze gibt, ist beim Psychologie-Studium der Uni Wien das Gegenteil der Fall. Hier gibt es mit 1.989 Anmeldungen einen neuen Rekord. Der Aufnahmetest für die 600 Plätze, die zu vergeben sind, wird am 1. September stattfinden. Die Studenten-Höchstzahl für Psychologie wurde bereits 2006 von der Regierung anhand von Verordnungen der Rektorate der betroffenen Universitäten festgelegt. 

Anteil der Deutschen unwesentlich höher

"Beim Studium Publizistik senkt möglicherweise allein die Ankündigung eines Aufnahmeverfahrens die Zahl der Anmeldungen", heißt es in der Aussendung der Uni Wien. Vor der Einführung der Zugangsregeln hatten im Jahr 2009 noch 1.600 Studenten ein Publizistik-Studium begonnen.
Der Anteil der Anmeldung von deutschen Studenten ist laut Uni Wien unwesentlich gestiegen. Für Publizistik haben sich 164 deutsche Staatsbürger angemeldet, das sind 22 Prozent aller Anmeldungen. Beim Psychologie-Studium liegt der Anteil der Deutschen mit 621 Anmeldungen bei 33 Prozent.

Die Uni fordert in ihrer Aussendung, die Studienplatzfinanzierung voranzutreiben. "Die Universität Wien hat 32 Prozent der österreichischen Studierenden mit nur 15 Prozent des Gesamtbudgets der Universitäten zu betreuen", sagt Heinz W. Engl, der ab 1. Oktober 2011 das Rektorat übernimmt.

ÖH: "Regeln sind absurd"

Dei ÖH der Uni Wien bezeichnete in einer Aussendung die Zugangsregeln als "absurd". Dass es nun in Publizistik erneut weniger Bewerber als Plätze gebe zeige, "dass Versuche, die Anzahl der Studierenden im Vorfeld festlegen zu wollen, nicht funktionieren".

Uni Salzburg hat wesentlich mehr Bewerber

An der Uni Salzburg, wo die Anmeldefrist am 15. Juli geendet hat, gab es sowohl für Psychologie als aus Publizistik deutlich mehr Anmeldungen als Plätze: 1.156 Personen werden um die 200 Psychologie-Plätze rittern, darunter rund 77 Prozent Deutsche. Für die Aufnahmeprüfung für die 226 Publizistik-Plätze haben sich 584 Personen angemeldet, davon kommen rund 61 Prozent aus Deutschland. Die Prüfung wird wie an der Uni Klagenfurt am 2. September stattfinden.

Großer Andrang in Innsbruck

Noch bis Ende der Woche läuft die Anmeldefrist Psychologie an den Unis Graz und Innsbruck. In Innsbruck haben sich bis Montag 617 Personen für die 284 Plätze angemeldet, davon kommen rund 63 Prozent aus Deutschland. In Graz gibt es bisher 639 Voranmeldungen für die 230 Plätze, unter den Bewerbern sind 17 Prozent Deutsche.

An der Uni Klagenfurt, wo die Anmeldefrist noch bis zum 19. August läuft, hält sich der Andrang vorerst in Grenzen. Für die 115 Psychologie-Plätze haben sich bisher 114 Interessenten zur Prüfung angemeldet, davon 43 Deutsche. Hier werde die Zahl der Interessenten vermutlich das Angebot übersteigen, meint der für Lehre zuständige Vizerektor Hubert Lengauer zur APA. Zum Zug kommen jene 115 Studenten, die beim Test am besten abschneiden. Für die auf 180 Studienanfänger begrenzte Medien- und Kommunikationswissenschaft haben sich bisher lediglich 52 Personen angemeldet, darunter fünf Deutsche.

Im Gegensatz zur Uni Wien wird die Uni Klagenfurt die Prüfung auch dann durchführen, wenn es weniger Anmeldungen als Plätze gibt. Es könne schließlich nicht zu viel verlangt sein, dass die Maturanten sich mit ihrer Studienwahl auseinandersetzen, begründet Lengauer. (APA/red, derStandard.at, 8.8.2011)

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Posting 1 bis 25 von 111
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Pflaster ohne Trost
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10.8.2011, 14:29
Vielleicht sollteb die derzeitigen Publizistikstudenten verpflichtet werden, 20 statt bisher 15 Semester zu studieren,

damit kein Loch entsteht............

redcruiser
01

Warum haben wir eigentlich im letzten Schuljahr nicht mehr Unterstützung?Man beschäftigt sich mit der Matura, lernt, feiert ide Nächte durch und dann irgendwann muss man wissen wie es weiter geht....

Das ganze beginnt schon sehr früh...also wie wäre es ab der 6. oder 7. Klasse mit einem Wahlfach für alle jene die sich nur über das Studieren informieren wollen?

3dGeist
01
Droht ein Publizistik Fachkräftemangel?

Wer soll dann die ganzen unbezahlten Praktika übernehmen?

m.schmidler
00
Es wäre höchst interessant

warum ein Land wie Österreich derart bildungsfeindlich ist und im Bezug auf seine wirtschaftliche Zukunft so fahrlässig agiert. Gibt es von Seiten der EU hier keine Initiativen, die dem Bildungsabbau dagegenhalten?!

Oh my God !
11
das sind genau jene Studien die unser Land konkurrenzfähig machen

damit wir auch gegen China bestehen können. Wir sollten mehr in Bildung investieren ;-)

n. urser
00
planungsproblem der unis

also von planung haben die unis auch noch nichts gehört. dass man sich da so verschätzen kann mit dem rechenschieber oder dem würfel...

annanuss
11

spricht es sich schön langsam bis nach deutschland durch, wie scheiße die uni wien ist?!

Got Your Nose!
00

witzigerweise ist sie nach wie vor nicht schlecht...top auf gar keinen fall, nicht einmal nahe dran, aber besser als manch andere in europa.

annanuss
00
10.8.2011, 00:01

das mag bezüglich forschung stimmen. aus meiner sicht (studentin in einem mint fach) sicher nicht.
wenn ich alleine darauf, dass der mich bei der bakkarbeit betreuende prof, auf meine emails antwortet, 1,5 monate warten muss oder ich mehr als 2 semester auf einen übungsplatz warten muss, die dann in den sommerferien stattfindet, dann erlaube ich mir zu schreiben, dass die uni wien keinerlei wert auf ihre studenten legt

epix
00
164 von 839 sind nicht 22%

...Pisa laesst gruessen

curricula
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Aufnahmetest für Publizistik?

Wieso muss ich gerade an den Taxischein denken? :)

Miguel Sanchez
00

Ich hab grad an einen Würschtlstand gedacht.

santiago nasar
21
weil sie von

simplem gemüt sind?

Springender Jakob
11
Gestern noch hoffnungslos überlaufen, heute ein Orchideenstudium?

So schnell kanns mit medialer
Berichterstattung gehen.
Und soviel zum Thema, dass man
auf diesen Grundlagen stabile
Arbeitsmarktprognosen oder gar
Gebühren einführen kann.

kleinerpinguin
01

Orchideen sind selten, wertvoll und bei Kennern sehr beliebt.
Publizistik...

120 Jahre Karl Schranz
00
ähm...

mit 700 anmeldungen allein in wien ist es bis zum das wort "orchideenstudium" wohl noch ein wenig hin.

und die zahlen haben sich nicht zufällig fast halbiert, sondern allein schon weil man einen test angekündigt hat. das sagt über die prognostizierbarkeit rein gar nichts aus.

Litt eratus
 
07
Mathematik und Statistik

Nach Ankündung von Aufnahmetest brauchts noch im ersten Semester ein Fach Statistik und Mathematik in Publizistik. Das wäre einerseits sinnvoll fürs Studium und andererseits würde das die Anzahl der Studierende nochmals reduzieren.

Das Publizistikstudium ist ein vollwertiges Studium und den Titel bekommt man nicht nachgeworfen, wie manche behaupten. Darum gibt es auch schon seit langem viel weniger Absolventen als Studienanfänger. http://www.wegweiser.ac.at/studium/k... ssenschaft

chucky1991
00
ja...

ich gebe Ihnen da vollkommen Recht...

Publizistik ist zwar ein interessantes Fach, und viele StudentInnen erhoffen sich dann die große Karriere in den Medien, leider schaffen das jedoch nur die Wenigsten...wie in jedem anderen Studium auch...leider...

Wobei ich jetzt gar nicht genau weiß, ob man nicht so und so ein paar LVs mit Statistik hat!??!! Also in einem späteres Semester...

Litt eratus
 
00
11.8.2011, 08:37

Ja hat man. Sogar ziemlich am Anfang, aber Statistik wird in einen der sogenannten STEP-Vorlesungen gelehrt.

Ich würde es gut finden, wenn man Statistik intensiviert und eine eigene Vorlesung dafür einführt.

santiago nasar
46
mich zipft

dieses einfältige publizistik-bashing durch leute, die vermutlich noch nie eine uni von innen gesehen haben schon dermaßen an. ja, ich hab publizistik- und kommunikationswissenschaften studiert und auch abgeschlossen, zwei andere studienrichtungen übrigens auch. es war eine interessante zeit, die mich persönlich und wissenschaftlich weitergebracht hat und in meinen brotberuflichen tätigkeiten immer ein vorteil ist. im übrigen bin ich nicht im beförderungsgewerbe tätig.

thatslife
12

du führst aber deine eigene argumentation ad absurdum indem du sagst du hast daneben noch zwei andere sachen studiert.
glaubst du jemand der z.b. mathematik, maschinenbau, elektrotechnik,... studiert macht da auch noch zwei andere?!

AlBundyFan
 
10
ich gratuliere dir zu deinem studienerfolg

aber du wirst doch wohl einsehen, daß du kein paradebeispiel für den durchschnittsstudenten bist.

du gehörst mit deinem fleiß einer kleinen minderheit an.
fast niemand macht 2-3 studien gleichzeitig.

ninette
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Vor der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudienpläne haben sehr wohl nicht gerade wenige Studenten zwei (oder sogar mehrere) Fächer parallel studiert. Das war zwar natürlich ein erheblicher Mehraufwand, ging aber wegen der großen Zahl an freien Wahlfächern in den alten Diplomstudienplänen, die man sich gegenseitig anrechnen lassen konnte, relativ gut.

Mittlerweile ist ein Doppelstudium wegen der rigiden und übervollen neuen Bachelor-Studienpläne ja leider fast zur Unmöglichkeit geworden (besonders dann, wenn man neben dem Studium auch noch einer Erwerbstätigkeit nachgeht).

formosa
01

aus eigener erfahrung, ja! ich habe selbst mathematik studiert und nebenbei weitere studien abgeschlossen. in meinem kollegenkreis war ich da aber keineswegs der einzige fall.

Tullner Liebe
00
Bitte etwas genauer:

Mathematik Bachelor an der Uni Wien oder was genau?
Und welche anderen Studien waren das dann? Altgriechisch oder Versicherungsmathematik?

Da ich selbst vor langen Jahren ein Technikstudium abgeschlossen habe, weiß ich, dass da nebenher nicht mehr viel geht - so etwa 220 Wochenstunden in fünf Jahren füllen die Zeit durchaus!

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