Linux-Zukunft

Gerade erst GTK+3 - schon auf dem Weg zu GTK+4?

Andreas Proschofsky, 7. August 2011, 20:48
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    screenshot: andreas proschofsky

    Eine der Änderungen in GTK+-3.2: Der Dateiauswahldialog zeigt beim Öffnen nun von Haus aus eine Liste der zuletzt benutzten Dateien da - und beim Speichern die aktuell verwendeten Verzeichnisse.

GNOME-Projekt sinniert über weitere Zukunft des eigenen Toolkits - Clutter könnte ins Zentrum rücken

Wenn sich die EntwicklerInnen des GNOME-Projekts zu ihrer jährlichen Desktop-Konferenz versammeln, geht es nicht nur darum Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen und bereits fertig entwickelte Programme zu präsentieren, ab und an wirft man auch mal noch recht rohe Ideen in den Raum, um sie zur Diskussion zur stellen.

Spekulativ

So im Falle von GTK+4: Im Rahmen des derzeit in Berlin abgehaltenen Desktop Summit präsentierten die Red-Hat-Entwickler Matthias Clasen - der dort auch die GNOME-Entwicklungsgruppe leitet - und Benjamin Otte ihre Überlegungen zu einer potentiellen nächsten Generation des Toolkits.

GTK+ 3.2

Zunächst warf man aber einmal einen Blick auf aktuelle Entwicklungen, immerhin hat man erst vor nicht all zu langer Zeit mit GTK+3 einen großen API-Bruch durchgeführt. Als nächste Release steht nun GTK+ 3.2 an, das wieder einige wichtige Verbesserungen mit sich bringt. Dazu zählen etwa zwei experimentelle neue Backends, eines für den X-Server-Ersatz Wayland sowie ein HTML5-Backend namens Broadway, mit dem GTK+-Programme direkt im Browser - und auch von einem anderen Rechner aus - dargestellt werden können.

Vermischte Neuigkeiten

Darüber hinaus hat man sich im aktuellen Entwicklungszyklus weiteren Verbesserungen am Dateiauswahldialog gewidmet und das mit GTK+ 3.0 begonnene CSS-Theming erheblich in seinen Möglichkeiten erweitert. Auch Performance war wieder einmal ein Entwicklungsfokus, so dass die kommende Release einige der Probleme von GTK+ 3.0 in diesem Bereich wett machen soll.

Zufriedenheit

Alles in Allem ist man mit der GTK+3-Serie bislang sehr zufrieden, wie die beiden Entwickler betonen, man sei sogar positiv überrascht, wie wenige Probleme - nicht zuletzt in Hinblick auf die Stabilität - durch den Generationswechsel bei dem Toolkit ausgelöst wurden. Zudem gebe es noch jede Menge Möglichkeiten, die aktuelle Architektur zu erweitern und zu verbessern.

Defizite

Warum denkt man dann trotzdem schon wieder über größere Veränderungen nach? Die Motivation für solche Überlegungen stammen indirekt aus den Erfahrungen mit dem aktuellen Wechsel, und den damit klar gewordenen, grundlegenden Defiziten der jetzigen Architektur. Für Animationen, Effekte und Transformationen müsse man bisher externe Bibliotheken heranziehen, was die Situation für EntwicklerInnen erheblich schwieriger mache. So wäre die Hauptmotivation für ein GTK+4 denn auch die Entwicklung von GNOME-Anwendungen zu vereinfachen - und so auch zu beschleunigen.

Clutter

Auch wenn in dieser Hinsicht derzeit noch alles offen ist, hat man zumindest schon einmal einen vagen Vorschlag, wie dies aussehen könnte. So denkt man darüber nach die von Intel entwickelte - und unter anderem als Basis für die GNOME Shell genutzte - 3D-Bibliothek Clutter direkt in das Toolkit zu integrieren. Natürlich gebe es bis dahin noch einige Details zu klären und diverse technische Probleme zu lösen - prinzipielles Interesse an einem solchen Zusammengehen wurde aber zumindest auch schon von den anwesenden Clutter-Entwicklern signalisiert.

Multi-Plattform adieu?

Zugleich stellt man aber auch andere bisherige Eckpunkte von GTK+ zur Disposition. So brüste man sich bisher damit ein Multi-Plattform-Toolkit zu sein, in der Realität zeige sich aber, dass der Windows und Mac-Support alles andere als optimal seien. Wolle man diesen weiter beibehalten würde es zusätzlicher EntwicklerInnen bedürfen. Das Kern-Team rund um GTK+ sei jetzt schon vollkommen ausgelastet - und verwende noch dazu selbst ausschließlich Linux.

Offene Fragen

Wann solch ein GTK+4 dann kommen könnte, ist also noch vollkommen offen, in den nächsten Wochen und Monaten will man aber zumindest die weiteren Pläne umreißen. Zudem bleibt natürlich die Frage, welche solch ein erneuter Generationswechsel auf den GNOME-Desktop haben würde, und ob man dort dann im Versionsnummernreigen mitziehen würde. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 07.08.11)

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12 Postings
Tofix67
00
GTK+ nicht mehr Multi....

... da fällt mir als erstes ein fetter Fisch Fisch unter den Anwendungen ein.

GIMP setzt voll auf GTK+

...kein GIMP mehr für Windows und....?

xyzasdf
10

oh ich glaub da gibts mehr fette fische.
Aber mal ehrlich von mir aus können die Windowser und Osxer sch***** gehn ^^

(etwas derb ausgedrückt, aber ich hab nix gegen linux only anwendungen)

Redaktion derStandard.at/Web
00

Das wurde aus dem Publikum auch eingeworfen, und die Entwickler selbst haben betont, dass sie das natürlich nicht wollen. Die Frage ist nur: Wer macht es?

apo

Tofix67
00
fetter Fisch..

Mir scheint hier auch einer zu viel aus dem Netz gesprungen zu sein ;-)

Fisch Fisch Fisch Fischi....

NONE
00

Wenn die Unterstützung für Windows wegfällt werde ich Qt verwenden.

Es ist unglaublich wie idiotisch die Entwickler vorangehen...

Not A. MS Troll
00

Man kann mit Entscheidungen über nötige Priorisierungen nicht einverstanden sein, das macht diese aber nicht gleich "idiotisch". Wer ein zurückgestuftes Feature unbedingt will, kann ja was dafür tun.

silwol
00

Ich hoffe nicht, dass die Windows- und MacOS-Unterstützung wegfällt. Dann müsste ich mir für meine Entwicklungen ein anderes Toolkit suchen, was sehr schmerzlich für mich wäre, da mir GTK trotz seiner Ecken und Kanten mittlerweile sehr ans Herz gewachsen ist.

unfrieden
05
Die Proschofsky-Woche!

:-)

Jesus W1
 
30
Die sollens mal auf C++ portieren...

fat albert1
00

Da wird's mit den Bindings für andere Sprachen dann aber um einiges schwieriger.

suka
22

Du weißt schon, dass es C++-Bindings für GTK+ gibt, oder?

grumbleduke
 
00
Sie kennen den Unterschied zwischen Bindings und der eigentichen Komponentenbibliothek?

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