Audi-Pilot feiert am Nürburgring nach 15 Monaten wieder einen vollen Erfolg - Spengler auch ein Sieger
Nürburgring - Erst fuhr der zweimalige DTM-Champion
Mattias Ekström die Konkurrenz auf dem Nürburgring in Grund und Boden,
dann legte der Schwede nach seinem 15. DTM-Sieg einen standesgemäßen
Burn-out auf dem Asphalt hin. Rauch stieg auf, Qualm umhüllte den Audi -
dann stieg Ekström nach dem Ende einer fast 15-monatigen Durstrstrecke
lachend aus seinem Siegerauto. "Phantastisch. Es ist ewig her seit
meinem letzten Sieg", sagte der 33-Jährige nach einem überlegenen
Start-Ziel-Sieg: "Der Erfolg fühlt sich besonders gut an, weil wir zu
Anfang der Saison ein paar Probleme hatten."
Ebenfalls als
Gewinner darf sich Vorjahressieger Bruno Spengler fühlen - trotz Platz
zwei in der Eifel. Lange Zeit hing der Mercedes-Pilot aus Kanada hinter
Audi-Konkurrent Mike Rockenfeller (Altnau) auf Rang drei fest. Zwei
Runden vor Schluss leistete sich Rockenfeller dann bei seinem Heimspiel
an identischer Stelle wie schon im Qualifying einen Fahrfehler - und
musste Spengler noch vorbeiziehen lassen.
"Er hat einen Fehler
gemacht, ich hatte ein bisschen Glück. Ich bin sehr zufrieden", sagte
Spengler, der seine Führung in der Gesamtwertung auf Audi-Pilot Martin
Tomczyk (Rosenheim) auf sieben Punkte ausbaute. "Bruno hat an Punkten
gewonnen", stellte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zufrieden fest:
"Er hat Druck auf Rockenfeller gemacht, der hätte sich sonst nicht
verbremst. Es war eine meisterhafte Leistung."
Ganz anders war
hingegen Rockenfeller zumute. "Die Kurve hatte es mir gestern schon
angetan. Ich war noch nie so enttäuscht über einen dritten Platz", sagte
der Sieger von Zandvoort: "Ich hatte Probleme mit den Hinterreifen,
aber das ist keine Entschuldigung."
Neben Ekström und Rockenfeller
brachte Audi fünf weitere Fahrzeuge in die Top Ten, stellte mit Tomczyk
aber auch den Verlierer des Tages. Denn der Zweite der Gesamtwertung
büßte durch seinen fünften Platz in der Eifel an Boden auf Spengler ein.
Nach sechs von zehn Wertungsläufen führt Spengler mit 47 Zählern vor
Tomzzyk (40) und dem zweimaligen DTM-Champion Timo Scheider (Audi/ 29
Punkte), der auf dem Nürburgring auf Rang vier landete.
Dennoch
war Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich zufrieden. "Mattias ist zurück.
Es war ein perfektes Rennen von ihm", sagte Ullrich: "Dass Martin nicht
so ganz das erreichen konnte, was er sich vorgestellt hatte, kann jedem
passieren. In der Gesamtwertung sind fünf Audis hinter Spengler. Das
zeigt, dass wir im Team ausgeglichen stark sind."
Ein Wochende zum Vergessen für Ralf
Nahtlos an die
Vorstellung des Qualifyings knüpfte derweil Ex-Formel-1-Pilot Ralf
Schumacher (Mercedes/Kerpen) an. Der Bruder von
Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher ging als Vorletzter ins
Rennen - und schied als Erster nach einem Kontakt mit Markenkollege
David Coulthard (Schottland) bereits in der ersten Runde aus.
"Ich
habe etwas zu spät gebremst und bin David zuvor leicht hinten drauf
gefahren. Das hat ihn wahrscheinlich leicht geärgert", sagte Schumacher:
"Die DTM ist hart, aber das ist kein Drama. Ich habe das Rennen selber
versaut."
Aber auch für Coulthard blieb der Vorfall nicht ohne
Folgen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer beschädigte sich beim Kontakt mit
seinem Markenkollegen die Motorhaube und beendete das Rennen schließlich
auf dem letzten Rang. (SID)