Die EU in der Komplexitätsfalle

Kommentar der anderen | John L. Casti, 7. August 2011, 17:18

Gibt es ein Entkommen aus der Eurokrise? Zukunftserwartungen bestimmen wesentlich die Entwicklung mit - Von John L. Casti

Zukunftserwartungen bestimmen wesentlich die Entwicklung mit - und je komplexer ein System wird, umso eher gerät es in Gefahr zu scheitern.

***

Politische Kommentatoren, Kolumnisten, Finanzexperten und andere Visionäre und Träumer zeigen kollektiv mit dem Finger auf eine Vielfalt von Gründen für das finanzielle Schlamassel, aus dem sich die Europäische Union im Moment herauszuziehen versucht. Die mutmaßlich Schuldigen sind demnach die Bequemlichkeit der Griechen, die Habgier der Banken, die Unersättlichkeit der Immobilienhaie, die Gedankenlosigkeit der Bürokraten in Brüssel sowie die Inkompetenz der Politiker aller Lager. Doch mit solchen "Erklärungen" verhält es sich wie mit Ärzten, die Symptome anstelle der Ursache einer Krankheit bekämpften.

Denn die Ursache für die Krise der EU liegt viel tiefer. Die Causa Causorum liegt nämlich in zwei tief im Sozialverhalten der Menschen verankerten Faktoren, in der kollektiven psychologischen Erwartung, die eine Gruppe von ihrer Zukunft hat, und der Tatsache, dass die immer größer werdende Kluft in der Komplexität zwischen interaktiven menschlichen Systemen fast zwanghaft durch eine "Schocktherapie" - meist in Form eines "extremen" Ereignisses - wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann.

Umfassendes empirisches Beweismaterial unterstützt die Behauptung, dass die Erwartungshaltung einer Gruppe, die ihrer Zukunft optimistisch entgegenblickt (positive "soziale Stimmung"), einen starken Einfluss auf die Art der kollektiven Ereignisse hat, die sich aus dieser Gruppe entwickeln. Wenn die Stimmung positiv ist, können wir Ereignisse erwarten, die in der Alltagssprache als "verbindend", "erfreulich", "global" etc. bezeichnet werden. Wenn die soziale Stimmung ins Negative umschlägt, erleben wir meist das Gegenteil, Ereignisse, die als "trennend", "unerfreulich" und/oder "lokal" charakterisiert werden.

Die Entstehung der EU kann sicherlich als "verbindendes, globalisierendes" Ereignis gesehen werden. Trotz einiger Rückschläge bei der Zustimmung zur Verfassung der EU in den Jahren 2005-2008 (übrigens eine Zeit kurzfristiger negativer sozialer Stimmung) zeigt der geschichtliche Verlauf der EU seither eher eine Tendenz nach oben - bis jetzt!

Indem die langfristige soziale Stimmung im Westen vom Positiven ins Negative umschlägt, wie anfangs in den USA und nun auch in Europa, verstärkt sich der Trend in Richtung "Trennung", "Ablehnung". Dieser Umbruch manifestiert sich in Ereignissen, die von der Weigerung wohlhabenderer EU-Staaten, die Finanzen der schwächeren Staaten zu stützen, bis hin zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen, um dem Ansturm unerwünschter Wirtschaftsflüchtlinge Einhalt zu gebieten, reichen.

Der Weg zum Kollaps

Die Frage ist, wie lange es dauern wird, bis diese absteigende Tendenz ihren Tiefpunkt erreicht. Da der Aufschwung drei Jahrzehnte gedauert hat, ist nicht zu erwarten, dass sich die negative Stimmung in unmittelbarer Zukunft wieder verflüchtigen wird. Fraglich ist nur, ob die Stimmung noch umschlägt, bevor die EU unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbricht. Diese Überlegungen führen uns zur zweiten Ursache der EU-Misere, nämlich zur Diskrepanz in der Komplexität der Systeme.

Wenn sich Organisationen - und besonders Staaten - mit Problemen konfrontiert sehen, werden diese gewöhnlich durch Steigerung der Komplexität der jeweiligen Organisation gelöst. Wenn sich die Probleme häufen, dann steigert sich die Bürokratie bis zu dem Punkt, an dem alle Ressourcen einer Organisation aufgebraucht werden, nur um ihre gegenwärtige Struktur aufrechtzuerhalten. Wenn das nächste Problem auftritt, läuft das Fass über, und die Organisation bricht in sich zusammen.

Um dieses Prinzip im Zusammenhang mit der EU zu veranschaulichen, denke man an die Mitgliedsstaaten der Eurozone als ein mit der übrigen Weltwirtschaft in Wechselwirkung stehendes System. Wären die Länder nicht in der Eurozone, hätten sie viele Optionen zur Verfügung, um eine Zeit wirtschaftlicher Veränderungen zu bewältigen. Sie könnten zum Beispiel ihre eigenen Währungsprobleme regeln, ihre Zinsen anheben oder senken, Zölle einheben usw. Kurz gesagt hätten sie, gemessen am Grad ihrer wirtschaftlichen Handlungsfreiheit, eine hohe Komplexität. Dieser Grad an Komplexität wäre dann mehr oder weniger auf demselben Niveau wie der der Wirtschaftsmächte außerhalb der Eurozone.

Jedoch ist der Grad der Komplexität in den Ländern der Eurozone stark eingeschränkt, da kein Land einseitig agieren kann, sondern sich jedes Land dem Diktat der Europäischen Zentralbank fügen muss. Also entsteht eine Diskrepanz zwischen der hohen Komplexität des einen Systems (der Welt) und der niedrigen Komplexität des anderen (der Mitgliedsstaaten der Eurozone). Anleihen von den wohlhabenderen Ländern der Eurozone und Bemühungen der EZB, diese Diskrepanz in der Komplexität zu überbrücken, werden ziemlich sicher dazu führen, dass "dem schlechten Geld gutes hinterhergeworfen wird", eine Lösung des Problems, die gemäß der menschlichen Natur ihrem natürlichen Verlauf überlassen wird, dem Verlauf zum Extremfall, zum Zusammenbruch des Euro.

Hätte die Kluft ohne Zusammenbruch des Euro überbrückt werden können? Vielleicht. Aber nur, wenn die EU einen politisch unpopulären, aber notwendigen "Treffer" gelandet hätte, als die Schuldenkrise entstand, statt zu versuchen, sich den Weg aus einem Problem herauszukaufen, das mit Geld nicht zu regeln ist. Nun ist es dafür viel zu spät. Die einzige offene Frage ist noch, ob sich die EU - analog zum Euro - schließlich selbst als Experiment erweisen wird, das zwar gut gemeint, aber im Endeffekt ein Fehlschlag war. (John L. Casti, Übersetzung: Ingrid Teply-Baubinder, DER STANDARD, Printausgabe, 8.8.2011)

JOHN L. CASTI ist Wissenschafter am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse in Laxenburg bei Wien und Gründer des Kenos Circle, einer Gesellschaft für Zukunftsforschung mit Sitz in Wien.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2
Keohane
00
alle jahre wieder

Immer wieder verwunderlich das es doch wirklich Menschen gibt die ernsthaft der Meinung sind, das nachdem die EU und der EURO abgeschafft wurden ein Zustand von Friede, Freude, Eierkuchen herrscht. Seids ihr wirklich so deppert? Man kann doch nicht wirklich so blöd sein oder?

Solemnly Somnambulating Soliloquist
00
TOTAL BLÖDSINNIGER VERWIRRUNGSARTIKEL

es ist alles nicht so kompliziert wenn man folgendes bedenkt:

warum sprechen wir nicht darüber wie kreditgeld geschöpft wird und von wem.

wieviel im umlauf befindliches geld ist notengeld und wieviel ist privatgeschöpftes giralgeld das sich des hoheitszeichen des notengeldes bemächtigt?

wofür gibt es einen interbanken markt?

was ist fraktionelle reserve?

wie hoch ist die barreserve einer bank (nur 2%?) und die daraus entstehende hebelwirkung.

wo kommt das geld für zinsen her - ist wachstum gleich zinsen?

steht geldvermögen immer eine schuld gegenüber?

verschwindet geld wenn schuld getilgt wird?

teifl eini
00
einzelstaaten komplexer als eu?!?

also ich kann mit dem autor nicht ganz mit! wenn einzelstaaten mehr handlungsalternativen haben sollen als die eu, dann bedeutet das nicht mehr komplexität, sondern höhere kompliziertheit. ganz abgesehen davon, dass einzelstaaten viel leichter ein opfer von hedgefonds werden können.

die bildung von staatengemeinschaften verfolgt doch genau das ziel einer komplexitätssteigerung, denn nur so kann man den global playern gleichgewichtig gegenübertreten.

Gerald Nessmann
00
Die EU ist schlicht und einfach in einer Sozialismusfalle!

Welch Mensch mit halbem Hausverstand wuerde eine Waehrungsunion aufbauen in der den undisziplinierten Laendern ein Freibrief ausgestellt wird und wo Angaben der Laender nicht einmal hinterfragt werden?

Es ging halt mehr um die Umverteilung (weil diese sinnlose Idee auf Staatsebene noch nicht daemlich genug erschien) auf internationale Ebene.

Und nun ist die Seifenblase am zerplatzen ....

Fischotter
10
".....sich die EU - analog zum Euro - schließlich selbst als Experiment erweisen wird, das zwar gut gemeint, aber im Endeffekt ein Fehlschlag war."

Nicht von ungefähr liest man für die EU immer öfter das Synonym EUdSSR.

wer wenn nicht er
01
Problem beschrieben. Wo ist die Lösung?

Kärnten z.B. hat nicht einmal Steuerautonomie, ist somit sogar noch zig-fach eingeschränkter als Griechenland oder Italien, die nur ihre Haushalte in Ordnung bringen müssen, um ihre Probleme zu lösen.

Und dennoch wurde ohne großes Getue besagtes Kärnten und seine 18 Milliarden EUR Haftung für die einzige große Pleitebank Österreichs gerettet, indem der Bund diese Bank rettete.

Somit bleiben zwei Wege:
- Entweder die EU wird wieder in Einzelstaaten zerlegt, mit Zöllen, Grenzen, Mini-Währungen usw. Das wäre gut für USA, China, Russland, Indien etc., denn uneinige Zwerge sind leicht ausspielbar.
- Oder man nimmt sich an der Nase und schafft Strukturen die funktionieren, macht Spielregeln an die sich alle halten müssen, und hilft einander.

Fischotter
10
Absurd ! Auf die vermeintlich Sicherheit bietende EU-Titanic können wir verzichten

1.) Ein wirklich geeintes Europa könnte es nie geben, ist reine Utopie. Weil erstens Europa dafür viel zu heterogen ist und zweitens es bei der EU nur u.a. um Europa geht. Zuerst die Türkei, dann Nordafrika soll auch eingebunden werden, usw.

2.) Wie man beim Thema Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich sieht: Mit vielen "kleinen" Nationen haben die USA viel mehr Probleme als mit einer GLEICHGESCHALTETEN (und damit viel einfacher in die gewünschte Richtung manövrierbaren) EU. Vgl. die EU-freie Schweiz mit dem EU-Mitglied Österreich in Sachen Gentechnik.

wer wenn nicht er
02

Die Grenzen der EU sind nicht mit jenen eines Kontinents deckungsgleich sondern mit jenen der demokratisch liberalen Kultur.

Ehe Algerien ein EU-Mitglied wird, könnten Neuseeland oder Kanada beitreten. Rein Theoretisch.

Die Stärke Europas war immer seine Heterogenität bei gleichzeitigem Blick in Nachbars Garten: Jeder versucht es auf seine Weise, doch am Ende setzt sich durch was besser funktioniert.

Kalifornien, Montana, Georgia, Hawaii und Alaska sind aber vermutlich kaum weniger heterogen als Deutschland, Schweden, Frankreich und Griechenland.
Sprache oder Religion allein müssen nicht trennen, siehe z.B. auch Graubünden, Genf, Zürich und Tessin.

Gegenbeispiel zu Ihrem Beispiel Gentechnik: Todesstrafe in Maine versus Texas und in EU.

Gerald Nessmann
00
Europa haette eine Wirtschaftsunion bleiben sollen

wo es keine Zoelle, aber dafuer doch Grenzen gibt, die fuer Gueter und EU-Buerger relativ durchlaessig sind, jedoch nicht fuer Nichtbuerger.

Die Waehrungsunion war mE ein grosser Fehler - besser waere es gewesen die Kosten des internationalen Zahlungsverkehrs innerhalb der EU gegen null herabzusetzen und Lokalwaehrungen beizubehalten. Der ehemalige ECU waere durchaus eine alternative Handelswaehrung fuer kleinere Staaten geworden. Dies alles haette mehr Disziplin der einzelnen Staaten gefordert und die Versager unter ihnen haetten sich nicht 5 oder 10 Jahre lang durchschwindeln koennen.

wer wenn nicht er
00
Mit dem selben Argument könnte man aber auch separate Währungen je Region fordern

Die Unterschiede zwischen nördlichem Waldviertel und Wien sind etwa gleich hoch wie jene zwischen ärmeren und reicheren EU-Staaten.

Weshalb also gerade die Nationalgrenzen, die zuvor bestanden?

Mindestens ebenso logisch wäre es gewesen, die DDR zu erhalten, Süditalien vom reichen Norden abzutrennen usw.

All das macht aber wenig Sinn: Die Abwertung Italiens vor wenigen Jahrzehnten hat Österreich damals ca. 40.000 Jobs gekostet, nachdem die Interventionen Deutschlands & Co zum Erhalt der Lire im festen Wechselkurs zu DEM, ATS usw. zig Milliarden verschlungen hatte.

Nun gibt es kein Abwerten mehr, daher gibt es andere Marktmechanismen. Aber auch innerhalb dieser Regeln kann man einfach spielen, etwa indem man den Haushalt stabilisiert.

cannery row
00
man kann sich nur wundern..

eu-kritik in den artikeln, eu-kritik und teilweis blanker hohn in den posts darunter. war bis vor kurzem natürlich völlig anders. da gabs den gleichen blanken hohn höchstens für die kritiker des "ohne-ihn-gehts-nicht"-euro.
wie sich die zeiten ändern. ich persönlich warte heute noch auf weitere weltuntergangsartikel, das kann unmöglich alles gewesen sein.

biobert
00

...alles was zu groß wird, lässt sich nicht mehr steuern!

Au Weh
00

Der Euro ist aus massivem Metal und kann gar nicht zusammenbrechen.

Vielleicht ist aber mit dem Zusammenbruch auch etwas anderes gemeint. Es könnte sein, dass der Euro an Wert verliert. China und USA probieren ihre Währungen mit allen Mitteln niedrig zu halten. Europa probiert den Euro hoch zu halten. Wo ist da die Logik?

Was ist jetzt aber wirklich der Zusammenbruch des Euro?

naihoit
00
Höchst eloquent, der Herr Casti.

Reden kann er schon, sich mitteilen wird er hoffentlich auch noch lernen.

Heefcleeve
21

Ein Entkommen gibt es erst, wenn die Schuldenkrise ebenso als Guthabenkrise wahrgenommen wird. Wird Zeit, langsam die Scheuklappen abzunehmen und den verwendeten Code für Prozesse der Informationsverarbeitung zu hinterfragen (vor allem von den Medien):
http://www.weissgarnix.de/2011/08/0... -schulden/

mikromalist
 
00
Ich glaube wichtiger wäre

zu verstehen, was geschieht, wenn aus der "codierten" Schuldenhysterie plötzlich eine Tilgungshysterie wird. Das rasch und unerwartet zurück gezahlte Geld stirbt nämlich und Gläubiger müssen sich kurzfristig (noch) schlechtere Schuldner suchen, es wieder zu beleben.
Das Risiko frühzeitiger Tilgung wird oft ignoriert.

wer wenn nicht er
00
Nur: Woher kommt das Geld für die Kreditrückführung?

Wenn der Staat Schulden abbauen will, muss er doch entweder Leistungen kürzen oder Einnahmen heben. Richtig?

Da aber die Ersparnisse der Bürger direkt oder indirekt in den Staatsanleihen dieser Welt veranlagt sind, müsste im Fall obiger Maßnahmen zum Schuldenabbau entweder die Sparquote sinken, womit wir in einem Nullsummenspiel exakt gleich starke Rückgänge bei Anleihenausgaben und Anleihennachfrage hätten.
Oder der Konsum wird zunächst reduziert, um weiterhin sparen zu können. Das führt zu so weit sinkenden Zinsen, bis ausreichend viele Bürger die niedrigen Zinsen nutzen: Die einen weil sie mangels Ertrag nicht mehr sparen, die anderen weil sie dank niedriger Zinsen Schulden machen.

Heefcleeve
00

Eine Tilgungshysterie ist nun wirklich nicht zu befürchten. Mit dem Horten kompensiert der Mensch Urängste. Darum ist das Thema auch so hart anzusprechen.
Unternachfrage hat bei hoher Verschuldung Crash-Charakter, da die hohen Kredittilgungen zwar zeitlich determiniert sind, nicht aber die reale Nachfrage aus den hohen Guthaben (wobei Guthaben=Schulden - vgl. Saldenmechanik). Mit zunehmender Akkumulation wird das Nachschuldnerproblem des Kapitalismus immer brutaler.
Es ist also genau andersrum. Tilgung (aus Guthaben!) ermöglicht erst die Fortführung des Spiels (nämlich indem Eigentum nun erneut belastet bzw. verpfändet werden kann). Hierzu ein schönes Inselbeispiel:
http://www.global-change-2009.com/blog/2011/08/

mikromalist
 
00
Sorry, das sind statische Gleichgewichts-

Sandkasternspiele. Ginge es nur so hätten wir nie ein ernsthaftes Problem.
Alles wäre determinierbar, nichts zufällig.

Zinsen und Tilgung beeinflussen einander ko-evolutionär. Tilgungshysterie kann von den Schuldnern (Angst vor Zinsenexplosion) oder Gläubigern (Angst vor Default) entfacht werden.

Bei der Subprime Krise waren es die Gläubiger, mi ihrer Verbriefung der Schulden, weil sie vergessen haben, dass die Hypothekarfloater ein Putoptionsrisiko bergen.

Bei Krediten gibt es eben nicht nur ein Defaultrisiko, sondern auch eines der vorzeitigen Tilgung.

Heefcleeve
00
Aha

Was ich beschreibe ist einfach eine Identität, die sich aus der Saldenmechanik ergibt:
„Der Netto-Kreditbedarf der Unternehmer zur Aufrechterhaltung der Liquiditätskonstanz ist in jeder empirischen Wirtschaft stets genau gleich den Einnahmeüberschüssen der Nichtunternehmer.“ (Stützel)
In einem Kreditgeldsystem gibt es ohnehin nie ein Gleichgewicht, sondern nur nur spiralförmige Ausweitungen/Kontraktionen.

p.s. Jetzt verstehe ich aber zumindest, was Sie unter "Tilgungshysterie" verstehen. Das ist im Prinzip dasselbe, was ich unter den Begriff "Blockierung von Schuldtilgungsmitteln" subsumieren würde. Womit wir wieder beim Schulden/Guthaben-Code wären...

mikromalist
 
00
Ich glaube in einem sind wir uns einig.

Die Bedeutung von Information und ihrer Codes. Reuters möchte deshalb Good/Bad News modellieren (als Mathematiker bin ich da sehr skeptisch, well in Der Finanz ein prognostizierter Preis sich selbst verändert)

Übriges, das habe ich soeben (spät) gefunden:

http://www.examiner.com/finance-e... nformation

Tunte von Unten
01
die Komplexität

dieses Beitrags ist nicht zu unterschätzen. Offenbar hat in diesem Fass noch eine Menge Komplexität Platz.

Bin ich nun klüger? Vielleicht.

furman
01

Platz? Keinesfalls. Ein Tropfen Komplexität mehr und das "extreme Ereignis" tritt unwillkürlich ein. Das wäre dann ziemlich lokal, wie ich als Nutzer der Alltagssprache immer zu sagen pflege.

Tunte von Unten
01

Sie haben recht. Ein lokales Ereignis in einer komplexen Umgebung ist extrem schwer zu steuern. Den Verantwortlichen bleibt dann nur noch die Flucht aus dieser Umgebung. Sofern ein Fluchtweg vorhanden ist.

Nur, es stellt sich die Frage, der wievielte Tropfen ist zuviel?

wer wenn nicht er
00
Ja, ein Tropfen zu viel in einem Lokal bringt manchen zum Platzen

Aber das ist nicht gerade extrem komplex ;-))

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.