Zentralbank: Verkaufen Dollar-Bestand nicht
Moskau - Russlands Zentralbank wird trotz der Herabstufung der
US-Kreditwürdigkeit seine Dollar-Bestände nicht auf den Markt werfen. Es sei
nicht geplant, kurzfristig Änderungen bei den ausländischen Währungsreserven
oder den in Dollar angegebenen Gold-Reserven vorzunehmen, zitierte die
Nachrichtenagentur Ria den Vize-Präsidenten der Notenbank, Sergej Schwetsow, am
Samstag. Schwetsow äußerte sich nicht dazu, was mittel- beziehungsweise
langfristig geschehen könnte.
Im Gegensatz zu China sieht Russland den Verlust der Spitzenbonität bei
Standard & Poor's gelassen. "Das ist solch eine leichte Korrektur, dass sie
für eine lange Zeit unter Investitionsgesichtspunkten missachtet werden kann",
sagte Vize-Finanzminister Sergej Stortschak der Nachrichtenagentur Interfax.
China hatte die USA scharf kritisiert und von einer Schuldensucht des Landes
gesprochen.
Russland gehört zu den zehn Ländern, die am meisten in US-Staatsanleihen
investiert haben. Etwa ein Drittel der Reserven das Landes in Höhe von 535
Milliarden Dollar sind in Dollar-Instrumente angelegt.
Standard & Poor's hatte in der Nacht zu Samstag die langfristige
Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft um eine Stufe auf AA+ gesenkt.
Die Ratingagentur zog damit Konsequenzen aus dem langwierigen Schuldenstreit in
den USA. Es ist das erste Mal, dass die USA ihre Spitzenbonitätsnote bei einer
führenden Ratingagentur verloren. (APA/Reuters)