AWS-Geschäftsführer Moser unterstützt Beyrer-Pläne
Wien - In SPÖ-Kreisen zeigt man Sympathie für die Überlegungen von ÖIAG-Chef Markus Beyrer, der staatlichen Beteiligungsgesellschaft die Funktion als Risikokapitalgeber für Wachstumsunternehmen zu übertragen. Er würde Beyrer unterstützen, wenn sich die ÖIAG verstärkt in der Energie- und Nachhaltigkeitsindustrie engagiere, sagt Johann Moser, roter Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice (AWS), einer Förderbank für den heimischen Mittelstand, im Standard-Gespräch.
Beyrer hatte zuletzt dafür plädiert, einen Teil der ÖIAG-Erträge für befristete Eigenkapitalhilfen an Wachstumsbetriebe und Unternehmen in Zukunftstechnologien einzusetzen. Als Vorbild nannte er Staatsfonds in Singapur oder Norwegen.
Vom Prinzip her ähnlich sieht das Moser. "Im Grunde ist das ja nur das Aufwärmen der Strategie der 90er-Jahre." Eine starke Industrie habe sich während der Wirtschaftskrise bewährt. "Und Volkswirtschaften, die eine ressourcenschonende Produktion haben, werden in Zukunft einen Vorteil haben."
Moser plädiert aber dafür, dass sich die ÖIAG nicht nur mit einer Minderheit an Unternehmen beteiligt. Einfach nur befristet Kapital bereitzustellen könne man jetzt mit den Instrumenten des AWS auch schon. "Man muss das Geschäft operativ führen." Denkbar sei auch, dass die ÖIAG in zwei, drei Themenschwerpunkten - etwa Elektromobilität oder Recycling - mehrere Unternehmen aufkaufe und daraus Cluster bilde. Selbst die Gründung von Betrieben sei denkbar. Schließlich seien auch in der Vergangenheit Unternehmen wie die Vamed, Amag oder Austria Microsystems aus der ÖIAG entstanden.
Entwickle sich die Österreichische Industrieholding AG in diese Richtung, sei er optimistisch, dass Beyrer mit der SPÖ auf einen grünen Zweig kommt, sagt AWS-Geschäftsführer Moser.(Günther Oswald, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 6./7.8.2011)