Innere Kündigung

Anwesend, aber nicht dabei

5. August 2011, 17:29
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    foto: norbert leipold / www.pixelio.de

    Ohne Respekt und Anerkennung der Führungskraft steigt die Gefahr, dass Mitarbeiter ihrerseits auch die Leistung reduzieren und Arbeit als Mittel zur Einkommenserzielung gesehen wird.

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Obwohl innere Kündigung als Phänomen bekannt ist, werden nach wie vor keine konsequenten Schlüsse gezogen

"Wenn sich die Mitarbeiter zum Mittel reduziert sehen, reduzieren sie ihrerseits die Arbeit zum Mittel der Einkommenserzielung und sehen sich letztlich nur noch sich selbst verpflichtet." Präziser, als es der inzwischen emeritierte Ordinarius für Organisation, Führung und Personal am Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum der Universität Basel, Professor Werner R. Müller, einmal tat, lässt sich das Kernproblem der inneren Entfremdung vom Betrieb in seinen Konsequenzen kaum in wenige Worte fassen.

Der Gedanke dahinter war für Müller: In der gängigen Umstrukturierungs-, Turnaround-, Fusions-, Verkaufs- und Weiterverkaufs, Verschlankungs- und Flexibilisierungspraxis werden die Mitarbeiter auf ihre wirtschaftliche Funktionalität reduziert. Sie erfahren sich als Objekte ohne Selbstwert. Das führt zu zwei unguten Erfahrungen: 1.) Die Mitarbeiter erleben kein konsistentes, also beständiges, widerspruchsfreies Handeln seitens des Unternehmens. 2.) Sie erfahren keine Wertschätzung als Person. "Beide Elemente sind aber Voraussetzung für eine leistungsfördernde berufliche Vertrauensbeziehung."

Buch mit mehreren Auflagen

Exakt seit dem 18. Jänner 1982 ist diese Problematik nun in der Diskussion. An diesem Tag erschien in dem zu seiner Zeit viel beachteten, vor Jahren eingestellten FAZ-Wirtschaftsblatt Blick durch die Wirtschaft der Beitrag "Die innere Kündigung - ein schlimmes Problem". Verfasser: der 2000 verstorbene Gründer und Leiter der Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft, Staatsrechtler Professor Reinhard Höhn. Das Echo darauf war derart groß, dass Höhn der Sache weiter auf den Grund ging und 1983 ein ganzes Buch dazu vorlegte, das rasch mehrere Auflagen erlebte: Die innere Kündigung im Unternehmen.

Was hatte der zu seiner Zeit als Managementlehrer gefragte, allerdings stets mit seiner politischen Vergangenheit kämpfende "Erfinder" des Harzburger Modells der Führung im Mitarbeiterverhältnis mit Delegation von Verantwortung erkannt? Dass innerbetrieblich augenscheinlich zwei Ereignisse aufeinandertreffen und sich zu einem dritten vermengen können: 1.) Die Mitarbeiter sind vorzugsweise mit ihren immateriellen Arbeitsbedingungen unzufrieden und entsprechend enttäuscht. 2.) Sie haben aber aus unterschiedlichen Gründen keine für sie akzeptable Alternative zu ihrer derzeitigen Arbeitsstelle. 3.) Sie distanzieren sich innerlich von ihrem Betrieb, wahren nach außen den Anschein normalen Mitarbeitens, zahlen dem Betrieb ihre Enttäuschung aber mit ausgeprägter getarnter Leistungsverweigerung heim.

Ohne Engagement

Innere Kündigung ist mithin ein Synonym für reine Pflichterfüllung, für Mitarbeit ohne Engagement und Eigeninitiative. Also ohne das, was Höhn in seinem 1966 erstmals erschienenen Führungsbrevier der Wirtschaft als eine der wesentlichen Mitarbeiterpflichten beschrieb: "Der Mitarbeiter ist verpflichtet, seinen Delegationsbereich zu intensivieren, d. h. ständig darüber nachzudenken, wie das, was heute besteht, morgen verbessert werden kann, damit optimale Ergebnisse erzielt werden. Er muss sich also in seinem eigenen Delegationsbereich unternehmerisch verhalten und darf ihn nicht lediglich verwalten."

Das, was in dieser "Mitarbeiterpflicht" gefordert wird, das wird nun im Fall der inneren Kündigung nur im Rahmen des zum Selbstschutz Notwendigen demonstriert. Statt Eigeninitiative zu zeigen und sich einzusetzen, wird versucht, es dem Vorgesetzten recht zu machen, Engagement im Umfang des für die Erhaltung des Arbeitsplatzes Unumgänglichen vorzugaukeln. Verhaltensweisen, die für Betriebspsychologen so etwas wie eine Ultima Ratio darstellen, ein aus tiefster Enttäuschung und Empörung, innerer Auflehnung und tatsächlicher oder vermeintlicher Alternativlosigkeit geborenes letztes, äußerstes Mittel zum emotionalen Selbstschutz.

Aus dieser Sichtweise wird die innere Kündigung auch als larvierter, versteckter Hilferuf von Menschen gewertet, die sich in die Rolle von Betriebsstatisten geflüchtet haben, weil sie vorher über einen längeren Zeitraum wie Betriebsstatisten behandelt wurden oder sich so behandelt gefühlt haben. So gesehen ist die innere Kündigung Ausdruck einer massiven und anhaltenden Störung des Selbstwertempfindens von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie sehen ihr soziales Selbst nicht mehr geachtet, ihren Stellenwert in der betrieblichen Gemeinschaft.

Unschwer ist Müllers Diagnose des Ursprungs der Erosion des Leistungswillens erkennbar: Wenn sich die Mitarbeiter zum Mittel reduziert sehen, reduzieren sie ihrerseits ihre Arbeit zum Mittel der Einkommenserzielung und sehen sich letztlich nur noch sich selber verpflichtet.

Aus den Forschungen zum Thema Selbstwert ist bekannt: Ein zentraler Faktor unter anderem für die psychische Gesundheit wie für die Motivation ist, sich selbst als wertvoll und wichtig zu erleben. Hierzu gehört auch, in den Augen von anderen Respekt zu genießen und soziale Anerkennung zu bekommen. Und: Wird dieses soziale Selbst bedroht, reagiert der Körper genauso mit Stress, wie wenn das physische Selbst bedroht wird. Womit auch im Seitenblick auf die offenbar ansteigenden Krankschreibungen infolge psychischer Störungen zumindest ein Erklärungsfenster geöffnet ist.

Stärkung durch Respekt

Und die Worte des sozial engagierten Göttinger Hirnforschers Professor Gerald Hüther noch mehr Gewicht bekommen: "Damit das psychische System den Anforderungen der heutigen Arbeitswelt standhalten, die Seele sozusagen gesund bleiben kann, muss es wie das Stoffwechselsystem mit entsprechender Nahrung versorgt und auf diese Weise immer wieder gestärkt werden. Fehlt diese Stärkung durch Respekt und Anerkennung, durch das ganz bewusste Empfinden der Zugehörigkeit zu einer Betriebsgemeinschaft, ist der arbeitende Mensch in emotionaler Hinsicht unterernährt."

Und diese emotionale Unterernährung ist allem Anschein nach das Grundgefühl, das die Arbeitswelt über das Phänomen der inneren Kündigung ans Tageslicht bringt. Ein Zufallsgriff ins Zettelarchiv: Finnische Studien beispielsweise haben nachgewiesen, dass eine erhöhte Zufriedenheit mit der Führungskompetenz des Chefs die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern um den Faktor 3,6 verbessert hat im Vergleich zu denen, die mit ihrem Chef unzufrieden waren!

"Das WAS bedenke, mehr bedenke WIE": "Wie die Belegschaftsmitglieder im unmittelbaren Führungsgeschehen angesprochen, wie sie informiert werden und von Veränderungen in Kenntnis gesetzt werden, wie sie mit ihren Anliegen, Meinungen, Vorschlägen und auch Wünschen Gehör finden, wie sie mit ihrem je spezifischen Wissen und Können nicht nur leistend, sondern insbesondere auch beratend in das betriebliche Geschehen einbezogen werden", all das, sagt Zusammenarbeitsspezialist Thomas Weegen, Coverdale Unternehmensberatung, München, "ist für das Selbstwertempfinden und das Gefühl, am Arbeitsplatz mehr zu sein als nur ein beliebig austausch- oder abbaubarer Kostenfaktor von entscheidender Bedeutung."

Die innere Kündigung ist das Resultat eines langwierigen Prozesses vieler einzelner kleiner Nichtbeachtungs-, Zurücksetzungs- und/oder Zurückweisungserlebnisse. Dann geht es nicht mehr - bei dem einen früher, dem anderen später. Das Empfinden massiver Enttäuschung gewinnt Oberhand. Die Seele beginnt zu rebellieren. Der psychische Leidensdruck wird übermächtig. Um daran nicht irre zu werden und schließlich zu zerbrechen, klinken sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerlich einfach aus, fliehen dem Betrieb gegenüber in die innere Unverbindlichkeit. Das ist ihr Ausdruck einer tiefen Verletzung ihres Selbstwertgefühls und gleichzeitig Selbstschutz als Reaktion auf die unterentwickelte Respektierung ihres Eigenwertes.

Gift für das Vertrauen

2005 veröffentlichte Christine Scheitler ihre Dissertation Soziale Kompetenzen als strategischer Erfolgsfaktor für Führungskräfte. Ein Zitat daraus: "Die für die Zukunft ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren für Unternehmer wie Führungskräfte liegen im konstruktiven Umgang mit Menschen und - auf dieser Basis - in der Fähigkeit, Veränderungen zu bewirken und zu gestalten. Um hier dauerhaft erfolgreich sein zu können, sind ausgezeichnete soziale und personale Kompetenzen unverzichtbar." Die Führung auf dieser Basis, fand Scheitler heraus, "stellt einen Schlüsselfaktor dar, um den persönlichen Erfolg einer Führungskraft wie den Unternehmenserfolg in einer sich permanent verändernden Wirtschaft zu gewährleisten. Maßgebend dafür ist vor allem die Tatsache, dass wertorientierte Führung Menschen nicht nur über den Verstand anspricht, sondern vor allem auch über die für die Motivation und die seelische Gesundheit so wichtige Gefühlsebene." Eben über ihr Selbstwertgefühl!

"Für die Mitarbeiter ist der Betrieb ein Beziehungsgeflecht, in dem sie sich verankert sehen", gibt Müller zu bedenken, und entsprechend verletzlich empfänden sie sich. Seine Schlussfolgerung: "Diese Verletzlichkeit in Verbindung mit der inzwischen allenthalben herrschenden Unsicherheit ist Gift für das Vertrauen in das Unternehmen und dessen Management."

Im Blick auf das Phänomen "innere Kündigung" gilt mithin nach wie vor, was der Autor vor Jahren in dem Tagungsband Innere Kündigung - Ursachen und Lösungsansätze schrieb: "Das Gespenst der inneren Kündigung kann ganz einfach deshalb sein Unwesen in den Unternehmen treiben, weil den zwischenmenschlichen Beziehungen noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt wird." (Hartmut Volk, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
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hugo herrlich
 
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der artikel müßte pflichtlektüre für jeden firmenchef sein

nur ist es den oberbossen wohl beim arsch egal, solange alle vier jahre das nächste fette dienstauto und die prämie für die letzte entlassungswelle stimmt

francis79
 
01
17.8.2011, 15:28
wieso "innere kündigung"? wär ich unternehmensberater oder HRler würd ich meine derzeitige Situation so beschreiben.

ich evaluiere derzeit die marktsituation. wenn ich die möglichkeit sehe, meine leistung bei einem anderen mitbewerber besser entlohnt zu bekommen und es woanders mehr anerkennung, respekt und gestaltungsmöglichkeiten gibt, dann muss ich wohl restrukturieren und meinen ex-arbeitgeber durch meine kündigung gesundschrumpfen.
bis dahin sehe ich keinen nutzen darin resourcen in die derzeitige situation zu outzusourcen und kostbares knowledge zu sharen.
natürlich stärke ich durch das von mir "less to success" genannte prinzip meine ich-marke:
schliesslich bin ich ein treuer teamplayer.
ich wechsle nicht wegen jedem scheiss sondern erst wenns woanders besser ausschaut und solange mach ich hier so wenig wie alle anderen.

Ab Null Euro
05
Der CEO meiner Firma erhält 10Mio EUR pro Jahr

Dafür mußte ich 4 Monate "von Pontius zu Pilatus" rennen um ein Fachbuch bestellen zu können, bis alle 19 Unterschriften und Bestellnummern eingeholt waren.

Dafür quält man die Leute mit "Office Konzepten", wobei der Platz/MA auf das absolute gesetzliche Minimum reduziert wird, Null-Privatspäre herrscht und es gibt nichtmal ein Telephon (nur ein 1EUR Chinaheadset zum VoIP Tel. über den PC). Dafür 65 Pers/Raum, aber hochqualifizierte Arbeit sollte dort geleistet werden!

Kopierer oder Aktenschrank müßte man sein, die haben Einzelzimmer;-)

Jetzt hock ich da, als Bürozombie, und erfülle meine Pflicht, so gut das es gerade nicht auffällt. Der nächste Sozialplan kommt bestimmt, da will ich dabei sein.

2012 Showdown
 
00
Innerlich Gekündigt haben fast alle

Vorgesetzte Volltrotteln die den Schleimern Vertrauen!

Was solls am 1. gibts Geld und ob die Firma Pleite geht ist den meisten auch egal irgendwo kommt man ja immer unter.

tan
00
http://www.youtube.com/watch?v=8OhKA_EdnIc

Passt zwar nicht 100 %ig, aber was solls ...

A guats Nächtle ...

Woodpecker
011
Schaden der inneren Nicht-Emigration bei Leiharbeitern und anderen Hacklern

Stellen Sie sich mal vor, so als rumgeschubster Leiharbeiter oder sonstiger Hackler würde man versuchen, sich mit einem Betrieb zu identifizieren, gar versuchen gut(gemeint)e Ideen einzubringen ... das würde schon den Vorarbeiter düpieren, oder den Großraumbürowächter oder Abteilungsleiter vor den Kopf stoßen.
Ein Schreibtischtäter, der so gute Vorschläge bringt, daß er gleich selbst oder zumindest die Hälfte seiner Mitarbeiter wegrationalisiert werden können dafür, mag 2 Etagen oberhalb Wohlwollen finden, aber sicher nicht bei den Mitarbeitern und auch nicht beim unmittelbaren Chef, der ja Kompetenzverlust fürchtet.
Am Ende wird es richtig teuer - Psychotherapie oder/und Pillen, vielleicht ein Amoklauf ...

Es gibt nur vorwärts
00
treffend

wohl kaum treffender zu kommentieren...

Die Fee Morgaine
03
könnt man diesen artikel bitte dem ögb weiterleiten ...

bei einem gut funktionierenden betrieb (spö-nah) wurde die leitung von der geschäftsführung ausgetauscht:
grund: sie pflegte einen demokratischen führungsstil, motivierte die mitarbeiterInnen zu leistung - und huch, erlaubte, dass ein sehr gutes betriebsklima herrscht und freundschaften entstanden...
den teilweise entsetzten mitarbeiterinnen, und denen, die noch blieben, wurde von seiten der geschäftsführung, unterstützt durch den betriebsrat (der seinerseits die ablöse dieser führungskraft betrieb) erklärt: Ihr sollt nur euren dienstvertrag erfüllen, wir wollen keine freundschaften am arbeitsplatz - und schon gar kein sinnerfülltes arbeiten ....
... denn die dummheit hat gesiegt ...

Dilbert
03

Das Schlimme ist, dass die Führungskräfte und da vor allem die Halbleiter das Problem gar nicht erkennen.

Carlos Clementin
00
Klingt nach Halbleiterindustrie :-)

Chocoholic
71
"auf der Party ists so fad, keiner unterhält mich..."

el magnifico
00
eher

"machen das noch, und das und das"
"es gibt leider kein geld für mehr gehalt, aber das brauchen wir noch von ihnen bevor sie in urlaub gehen. aja, fahren sie weg oder sind sie notfalls telefonisch erreichbar?"

rainpert
019
wertschätzung und respekt...

...gegenüber den untergebenen/mitarbeitern ist seitens einer person die sich in einer führungsposition befindet gefragt. in meinem konkreten fall habe ich gsd schon erkannt, dass ich mich in der innern kündigungsphase befinde und bin auch schon dabei mir einen neuen job zu suchen. ich finde es schrecklich, wenn man von führungspersonen belogen, hintergangen und einfach nicht ernst genommen wird, besonders dann wenn einem, so wie mir, der eigentliche job spass macht. leider ist für mich die situation durch die inkompetenz der leitung unerträglich geworden. ich sitz jetzt einfach noch meine zeit ab bis ich das 14. monatsgehalt hab und dann tschüss.

Radlerwahn68
710
Arbeiten um zu Leben!

menschen die sich in die arbeit vertiefen und ohne nicht können sind sozial und emotional zu bemitleiden!

you dont see me
64

von beruf sohn und erbe?

sterngucker
 
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Workoholic?

Keine Sorge, Therapie hilft!

you dont see me
00

sie können sich leben ohne zu arbeiten leisten ?

auch erbe ?

sterngucker
 
00
Ein kleiner Tip

Zu dem, was der Diskussionspartner tatsächlich sagt, Stellung zu beziehen, und frei erfundene, untergriffige Vermutungen ad personam zu vermeiden erhöht die Qualität des Diskurses enorm.

Weder Radlerwahn68 noch ich haben auch nur im geringsten angedeutet, daß wir Lohnarbeit finanziell nicht nötig hätten. Es ging - wie im Artikel, auf den sich die Postings beziehen - lediglich um Prioritäten und Motivation.

you dont see me
00

wie sollte ich die aussage "menschen die ... ohne nicht können sind sozial und emotional zu bemitleiden!" deuten ?

es würde auch zum diskurs beitragen wenn sie akzeptieren würden, dass nicht jeder der viel arbeitet
dies aus (eigen)motivation tut.

ich kritisiere diese aussage, da verallgemeinernd.

sterngucker
 
00
Ich habe die Aussage so verstanden:

Menschen, für die ihr Job zum einzigen Lebensinhalt wird, die alles andere dafür aufgeben, die im Urlaub alle fünf Minuten am iPhone hängen, um ja nichts zu versäumen, und die in ein tiefes Loch fallen, wenn es einmal mit der Arbeit vorbei ist, sind arme Schweine.

Ich denke, niemand hier hat die Absicht, Menschen zu diskreditieren, die viel arbeiten, weil sie zum Beispiel eine Familie zu versorgen haben.

you dont see me
00

daran sieht man, wie unterschiedlich pauschalierte aussagen interpretiert werden können.

darum is diskussion wichtig :-)

G. Bitte!
02

Pisa-Opfer oder nur leseschwach?

you dont see me
00
???

ich kann tatsächlich nicht ohne arbeit, da ich und meine familie sonst obdachlos, hungrig, etc.. wäre.

mit geld, das mir jemand anderer zur verfügung stellen würde, wüsste ich mio. dinge an stelle der arbeit.

etwas pauschaliert die meldung.

§83SPG
04

Ein Mensch deffiniert sich sehr wohl über seine Aufgabe. Man kann natürlich auch Aufgaben außerhalb der Arbeitswelt finden. Der häufigste, in unserer Gesellschaft gebräuchlichste Weg ist aber über die Ausbildung und den Beruf.
Der arbeitende Mensch verbingt sehr viel Zeit mit dem Broterwerb. Wer da einen tieferen Sinn nicht zumindest sucht, vertut sein Leben und ist zu bemitleiden.

ChesneyB
00

"Wer da einen tieferen Sinn nicht zumindest sucht..."

Suchen tu ich, nur gefunden hab ich bis jetzt noch nichts.

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