Streichungen ab Graz

Geplante Kürzungen im ÖBB-Angebot stoßen auf Kritik

5. August 2011, 16:18

Streichung von Direktverbindungen nach Salzburg, Innsbruck und Maribor ab Dezember stößt auf Ablehnung

Graz - Durchwegs auf Kritik ist die Ankündigung der ÖBB gestoßen, mit Fahrplanwechsel im Dezember direkte Bahnverbindungen von Graz nach Salzburg, Innsbruck und Maribor zu reduzieren. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) ortete einen Rückschlag in den Bemühungen, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, die Grünen stellten Protestmaßnahmen in Aussicht, ablehnende Stellungnahmen kamen auch von KPÖ und BZÖ.

Der VCÖ sieht den Bund gefordert, für den Fernverkehr in Österreich ein Mindestangebot zu definieren und dafür Sorge zu tragen, dass dieses erfüllt wird. Der VCÖ ortet einmal mehr die Gefahr, dass im Zuge der Liberalisierung nur noch gewinnträchtige Strecken bedient werden. Die Reduktion von Bahnverbindungen stehe im krassen Widerspruch zu den Umwelt-Appellen der Politik, so der VCÖ.

Der Verkehrssprecher der steirischen Grünen, Lambert Schönleitner, warf Verkehrsministerin Doris Bures vor die Aufrechterhaltung der Zugverbindungen zwischen Graz und Salzburg zugesagt zu haben. Besonders "absurd" findet Schönleitner, dass gerade die Ennstalstrecke im Vorfeld der nahenden Schi-WM 2013 massiv geschwächt werde: "Millioneninvestitionen in die Bahnhöfe Schladming und Liezen werden getätigt und parallel dazu soll nun die Taktdichte auf der Strecke gegen Null gefahren werden. Das ist betriebswirtschaftlicher Unsinn."

"Fatales europapolitisches Zeichen"

Die geplante Ausdünnung der Zugverbindung zwischen Graz und Maribor sieht Schönleitner auch als "fatales europapolitisches Zeichen": Maribor sei 2012 europäische Kulturhauptstadt, und die ÖBB streiche vier von sechs Zugverbindungen." Kritik übte der Grün-Mandatar auch an der "Reformpartnerschaft" im Landes, die "stillschweigend zusieht, wie der Rest der Mobilitätsversorgung im Land den Bach runter geht." Im Bezug auf angedrohte Protestmaßnahmen schloss Schönleitner nicht aus, auch die Westbahnstrecke "ins Visier" zu nehmen.

Nicht das Ende, sondern "nur eine Etappe des Kahlschlagkurses" ortet die Grazer KPÖ. Nach Stadträtin Elke Kahr werde auf Kosten der Mehrheit der Menschen und der Bediensteten gespart, während die Verantwortlichen für Fehlspekulationen in Milliardenhöhe ungeschoren blieben: "Der Eindruck verstärkt sich, dass man hier ein Unternehmen für die Privatisierung zurichtet." Zu den aktuellen Streichungen bemerkte Kahr, dass es künftig weniger Zugverbindungen zwischen Graz und Maribor geben werde als zu den Zeiten des "Kalten Krieges". Das Zusammenwachsen der Regionen Graz und Maribor finde im Rahmen der EU im öffentlichen Verkehr nicht statt.

Wenn ÖBB Versorgungsauftrag aufgebe, dann muss sie auch - bis auf das Schienennetz - privatisiert werden, reagierte der steirische BZÖ-Chef Abg. Gerald Grosz. Er werde parlamentarisch alle Möglichkeiten ausschöpfen und kündigte eine Anfrage an die Verkehrsministerin an. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 29
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Gilgamesh
00
10.8.2011, 08:17

Eine Frage als Laie, hat die ÖBB (da ja immer noch staatlich) nicht einen Beförderungsauftrag?

Wozu bekommen diese "feinen" Herren unser Geld, wenn sie uns als Kunden nicht wollen?

der_kleine_pariser
 
00

den hat sie nur, wenn das ministerium oder die entsperchende Landesregierung bestellt und bezahlt.

Was hier der fall ist : das ministerium kürzt die Bestellung und die ÖBB fahren seltener.

Bertel Mann
03
Na - da kann ja die Westbahn sofort übernehmen

So wie sie ja sofort eine Direktverbindung Graz - Linz angeboten hat.

cannery row
00
das ist einfach ein sauhaufen..

der von grund auf neu strukturiert gehörte.
schlechtere verbindungen, schlechteres service, unpünktlichkeiten ohne ende. nach unten gibts scheinbar keine grenze mehr. sitze übrigens gerade in einem regionalzug, der mittlerweile 50 min wegen eines defekts verspätet ist. in eichgraben hätte noch die möglichkeit bestanden, auszusteigen oder auf einen anderen zug umzusteigen, das wurde aber nichtmal durchgesagt. kommentar des schaffners: dann wäre de andere zug zu voll gewesen. kundenservice a la öbb.

Mathias
 
00
Geplante Kürzungen im ÖBB-Angebot stoßen auf Kritik

Wieso wird die ÖBB nicht vor unfähigem Management geschützt??

FFluXXuSS
00
Erwartete sich die Bundesregierung Lob für diese Aktion der BUNDESbahn?

Angiv fast stedsangivelse
22

Ich hasse die besch... Bundesbahnen.

Komplett unfähig, defizitär seit dem Bestehen, einziges Bemühen ist die Westbahn. Wäh.

Heinz Anderle
 
61
Die 32 Fahrgäste jeden Tag von Graz nach Salzburg...

... haben bequem in einem komfortablen Reisebus Platz.

Allerdings fehlt bis heute die Ennstalschnellstraße S8 zwischen Liezen und Radstadt.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

sepp schilehrer
00
24.8.2011, 14:59

Freigeistiger Tiefflieger, schon mal auf die Idee gekommen, dass man nicht nur von Salzburg nach Graz fahren kann, sondern nach Hallein, Golling, Werfen, Bi'hofen, Radstadt, Schladming, Stainaich, Liezen, Selzthal, Rottenmann, Leoben.

Und zwischen all diesen Bahnhöfen fahren auch Leute hin und her. Das Argument ist das schwächste überhaupt - wer bitte benutzt den Railjet auf der ganzen Strecke von Zürich nach Budapest...?

Aber diese Orte kennt er ja wahrscheinlich gar nicht...

exilsteirer
01
24.8.2011, 09:58

Wer nix anbietet, hat auch keine Nachfrage.

Stephan W.
11

Wundert's wen wenn das Angebot ständig zurückgefahren wird und der Bahnverkehr im Ennstal seit Jahren regelmäßig und über Monate aus Schienenersatzverkehr ohne Anschlusssicherung besteht?

Da erstaunt es viel eher, dass sich das tatsächlich noch jemand antut (allerdings: mehr als die genannten 32, das sind nur die die tatsächlich die ganze Strecke durchfahren - Teilstreckenfahrgäste gibts schon noch ein paar mehr).

Gemma Preciosa Balanzoni di Palermo
00

Das ist ein klassisches hysteron-proteron.

Phoenixx
 
00
ÖBB endlich sanieren und jeden Bürger gratis fahrenl lassen!

nach einer "wirklichen" Sanierung könnte jeder Österreicher GRATIS Bahn + Bus fahren - dann hätten wir wenigstens VIEL weniger Verkeht, die KIOTO-Ziele erreicht und müssten da nicht auch noch drauflegen.

carbonara
60
ÖBB verkaufen und jedem Österreicher Benzingutscheine geben

Taschenkalender
10
am besten

alle 10 Minuten von überall einen Zug nach überall, topmoderne Züge, guter Service, kosten solls nix und dann wundern wenn man hohe Verluste schreibt..

Aber Hauptsache wir haben irgendwann mal unseren schönen Koralmtunnel, nur fahren bis dahin wahrhscheinlich keine Züge mehr dort..

Wie meinte Leitl: Was nichts kostet ist nichts wert..

thatslife
01
und da baut man noch den koralmtunnel

da werden dann vermutlich fünf personenrzüge und zehn güterzüge pro tag durchfahren.

wirbelwind8
00
29.8.2011, 13:47

so viele?????

Quim Barreiros
10

Nein, da werden deutlich mehr Züge durchfahren, unter anderem die Schnellzüge Wien-Klagenfurt, die dann aber nicht mehr über Leoben und Friesach fahren werden.

BraS
 
00

ob es dann überhaupt noch andere Züge als Wien - Salzburg und ein paar Schnellbahnen und Pendlerzüge rund um die großen Städte geben wird?

Stephan W.
00

Wobei sich da aber gut ein kombinierter Takt ausgehen sollte; in Wien eine halbe Stunde versetzt abfahren, durch die längere Fahrzeit etwa gleichzeitig in Villach ankommen und von dort wieder unterschiedlich weiter - z.B. einer nach Lienz und der andere nach Slowenien oder Italien (wenn uns die irgendwann mal wieder fahren lassen wollen). In Leoben könnte man dann auch eine Vertaktung mit IC (Prag-)Linz-Graz(-Maribor) oder Innsbruck-Liezen-Graz anbieten.

Ja, und dann bin ich irgendwann aufgewacht... :-(

HerrUnmut
50

Ja bitte - also was sich da die Politik wieder einmischt super klasse, aber dran denken dass die ÖBB auch wirtschaftlich fahren müssen - leere Züge kosten auch was!

fluffer
00
public transport for free!

Nelly Niedlich
 
02

Die Schweizer geben mehr Geld für die Bahn aus - und sind stolz auf die SBB

Landbus Bregenzerwald
07

Nur, je weniger Züge fahren, umso leerer ist der einzelne Zug. Klingt komisch ist aber so.

Stephan W.
00

Insbesondere wenn es seit Jahren auch noch regelmäßig fast mehr Schienenersatzverkehr als Zugsverkehr gibt und die Fahrzeiten immer länger statt kürzer werden.

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