Märkte in Turbulenzen

Billionen an Wertverlust? OK Computer!

Kommentar | Hermann Sussitz, 5. August 2011, 16:14

Wie Computersysteme und Spekulanten an der Krisenschraube drehen

An Tagen wie diesen bestimmt der Computer die Schlagzeilen. Dass die Märkte aus Sorge um die Eurozone ins Trudeln geraten, ist zu verstehen. Die Kursstürze der letzten Tage - Buchverluste in Billionenhöhe inklusive - sind es aber nicht.

Nun kann man einwerfen, dass die Märkte per se nicht rational reagieren. Schließlich kann morgen alles anders sein. Für die gegenwärtigen Massenverkäufe an den weltweiten Börsen könnte aber maßgeblich der Computer verantwortlich sein.

Genauer die sogenannte "Stop loss"-Funktion vieler Handelsprogramme. Bei jedem besser sortierten Investmentmanager im Programm, erlaubt sie es dem Anleger, seine Aktien automatisch zu verkaufen, sobald sie unter einen bestimmten Wert fallen. "Stop loss" steht für so viel wie "den Verlust beenden" und sorgt dafür, dass sich bei fallenden Kursen Abwärtstrends zu Abwärtsspiralen entwickeln können.

Nun stellt sich die Frage, ob sich dieser Domino-Effekt rein aus dem Herdenverhalten der Anlegerprofile erklärt. So mancher Experte glaubt daran, schließlich seien im Juli und August viele Privatanleger auf Urlaub und würden auf diese Verkaufsautomatik setzen.

Parallel dazu kommt die "Short-Selling" genannte Anlagetaktik von Spekulanten. Dabei werden Wertpapiere über die Börse verkauft, um sie kurz danach wieder zu erwerben. Mit dieser Strategie kann der Verkäufer von fallenden Aktienkursen profitieren.

Profi-Anleger haben jedenfalls ein Interesse daran, die im Wert gefallenen Titel von realwirtschaftlich hochsoliden Unternehmen wie ThyssenKrupp, Volkswagen oder der Allianz, in einigen Tagen oder Wochen günstig zu kaufen.

Ob sie auch die Finanzkraft haben, durch gezielte Massenverkäufe den Ausgangstrend entscheidend zu verstärken und die Börsen zu Tale rasseln zu lassen, ist nach wie vor umstritten. Eine feine Nase für die Psyche der Marktteilnehmer dürften sie aber haben. (derStandard.at, 5.8.2011)

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scepticist
00
How algorithms shape our world

Sehr guter ted talk zu dem Thema:

http://www.ted.com/talks/kev... world.html

Rauscher, der Hundefreund
01
Wirklich kein Mitleid, bei diesen virtuellen

... Spielereien und Verlusten. Der Blechtrottel macht auch nur, was man ihm eingibt. Und wenn die Gier Überhand nimmt, dann kommt halt solch ein Schlamassel heraus.

Leland Gaunt
00
Es nicht die Krise...

...es ist das System !

CouchDB
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Parasitenprobleme.

Börsengewinne sind parasitäre Gewinne die keinen Bezug zu irgendwelcher real erbrachter (Wirtschafts-)Leistung haben. Nicht die "Märkte" - sind das Problem sondern das sich die Politker von den Protagonisten dieses (künstlichen) Konstruktes vor sich her treiben lassen...

mr.nice.
01
stimmt.

Die, die von von ein paar hundert Euros im Monat leben müssen, werden Sozialschmarotzer genannt.
Die echten Sozialschmarotzer sind jene die massive Gewinne erzielen indem sie z.B. auf fallende Kurse in Griechenland setzen, das dann wieder mit Steuergeldern von uns allen gerettet werden muss.

Aber so etwas nennt man dann komischerweise einen erfolgreichen Investor.

Ich habe mich letztlich dagegen entschieden eine aktiven Rolle in Casinokapitalismus zu spielen, denn selbst wenn man sich persönlich daran bereichern kann, darf man sich letzen Endes höchstens auf die eigene Schulter klopfen und stolz behaupten, seinen Beitrag zum Zusammenbruch des Systems beigetragen zu haben.

unruly passenger
00
Nun kann man einwerfen, dass die Märkte per se nicht rational reagieren.

Dazu ist nur eines zu sgen und jedem der an der Börse aktiv ist wärmstens zu empfehöen:

der Kurs hat immer recht.

Wer das nicht aktzeptieren kann oder will wird bald pleite sein

amber103
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Am Ende lauert der Tod

Vor allem sollten sich Anleger niemals der Phantasie des ewigen Lebens von Aktien und des ewigen exponentiellen Wachstums hingeben.
Das logische Ende jeder Aktie ist nicht ein unendlich hoher Wert, sondern die Insolvenz und damit null! Nichts Menschliches währt ewig. Aktienkapital ist Risikokapital, und wird niemals zurückgezahlt. Der Aktionär bekommt bloß eine Dividende aus den laufenden Gewinnen. Der Barwert aller zukünftigen Dividenden ist damit der eigentliche Wert der Aktie.

Zwischenzeitliche Kursgewinne werden durch Kursverluste überkompensiert. Das sollte jeder verstehen, der "Reise nach Jerusalem" als Kind gespielt hat.

Ben Ohm
01

Auch ein Radiohead-Fan?

ghandi2000
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is nur zufall, honey!

amber103
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Angloamerikanische Bilanzierungsstandards

Im Angloamerikanischen Steuersystemen stamm ein Gutteil der Steuereinnahmen aus Unternehmens und Vermögenssteuern. Um diese Steuereinnahmen zu steigern, und die Berechnungsgrundlage einfach zu halten gilt überall das "fair value/ market to market accounting". Das unterscheidet sich grundlegend vom deutschen Minstestwertprinzip, und führt bei Blasenblidung zu enormen fiktiven Gewinnanstiegen aber zu realen Steuereinnahmen. Platzen die Blasen ist der Staat nahe am Bankrott, denn die Finanzminister legen weniger Reserven an, als mein Hund Wurstvorräte.

Bei Banken führt das market to market Prinzip zusätzlich zur Ausdehnung des Kreditgeschäfts, da das Eigenkapital scheinbar zunimmt. Bankenkrisen sind daher logische Folge solcher Systeme.

amber103
01
Selten so einen Unsinn gelesen.

Stop loss in einem Programm führt mit Garantie zu dauerhaften Verlusten. Gute Programme basieren auf Wahrscheinlichkeitsrechnung. Stop loss verwenden Kleinanleger um Verluste zu begrenzen. Programme nutzen dieses Verhalten aus, um die Gewinne zu steigern.

Jedes short selling Geschäft braucht unbedingt einen Handelspartner, der exakt der gegenteiligen Meinung ist, sonst kommt das Geschäft gar nicht zustande. Da es sich dabei um eine Wette handelt, bleibt das gemeinsame Vermögen der beiden Spekulanten exakt gleich, nur zwischen den Beiden gab es eine Verschiebung.

Profianleger kennen die Endlichkeit, wissen dass jede Aktien langfristig gegen null tendiert (Insolvenz ist der natürliche Tod jeder Aktie), und achten daher auf Dividenden.

Sam Uncle
00
George Soros wegen Verdacht auf Insider-Handel angeklagt

peace & love
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hintergrundinformation dazu :

http://www.acting-man.com/?p=627

Tintifax der ... Druide!
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Was soll an den Marktbewegungen irrational sein?

Die Revision sämtlicher GDP-Zahlen der USA der letzten 5 Jahre, nahezu alles nach unten, soll keinen sell-off auslösen? DAS wäre irrational. Die Märkte gingen von einer Wirtschaft aus, die mit 2% oder mehr anualisiert wächst, und plötzlich stellt sich heraus, dass es eher 0,2 % sind... Wenn das nicht in einem Kurssturz resultiert, was dann?

Wenn tatsächlich Stopp-Loss oder dergleichen für den überwiegenden Anteil der Abwertungen verantwortlich wären, dann würden wir in den nächsten Wochen einen erneuten starken Anstieg der Kurse sehen (weil festgestellt werden würde, dass der Sturz eigentlich nicht begründet war). Angesichts der Fundamentaldaten wage ich diese Theorie zu bezweifeln...

Elio Ambrosi
 
02
Sie sind Lebensmittelgroßhändler

und haben zuviel Reis gekauft. Sie lancieren eine Pressemeldung über eine bevorstehede Missernte an Reis in China und die Befürchtung er könnte knapp werden. Wenn Sie das professionell genug machen, kaufen deutlich mehr Leute Reis und Ihr Lager wird leer und es wird der Reis tatsächlich knapp.

Wo ist mein Geld
00
Das geht eben nur mit Leuten die sich nicht genau informieren oder keine Ahnung vom Produkt haben das sie (ver)kaufen

...oder eben keinen Bezug zur Produktion haben, eine schlechte "Reisernte" kündigt sich meist schon einige Monate vorher an.

Elisabeth Stein
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Bei der Geschwindigkeit mit der die Marie um den Erdball rast

ist fast jeder Blödsinn eine gewinn-oder verlustträchtige Information.

stoned monkey
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Was macht dieser Kaffehaus-kommentar

im standard.at Wirtschaftsressort?
Gibt es da keine Zensur?

Elisabeth Stein
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Sektbar statt Kaffeehaus?

Gleiche Ratlosigkeit.

Karl Krammer
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würde mich nicht wundern, wenn bei einigen großen Brokern die Händler

Zugriff auf die Stop-Loss-Orders haben. Da wäre es natürlich ein leichtes, Aktien gezielt zu shorten.
Bei Bonds wie denen von Italien ist es aber trivialer: da werden zuerst große Mengen Anleihen geshorted und dann werden ein paar Presseaussendungen von den Analysten und Ratingagenturen lanciert um Angst zu schüren. In den nun fallenden Markt werden die shorts gecovert. Da gibts sicher private Absprachen zwischen Händlern, Analysten, Mitarbeitern aus Rating-Agenturen und vielleicht irgendwelchen Behörden. Blue Horseshoe Loves Anacott Steel.
Als einfacher Kleinanleger kann man halt nur reagieren. Da wartet man schon mal monatelang bis sich was tut und nutzt so Gelegenheiten wie jetzt um wieder einzukaufen. Insofern erweisen mir die Shortie

Solemnly Somnambulating Soliloquist
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wenn sie das nicht verstehen warum arbeiten sie nicht am bau?

die geldmenge m3 wird dadurch reduziert
das ist ein unfreiwilliger gläubigerverzicht bei dem der depotbesitzer auf einen wert seiner forderung verzichtet nur weil ein kleiner kreis von händlern eine kleine menge von aktien eines unternehmens auf den markt wirft bzw nicht wie üblich kauft und erst ab einem gewissem zeitpunkt wieder niedrigvolumigen kaufwillen zeigt. auch der wert der zb. 90% nichtgehandelten aktien im depot des braven kleinanleger sinkt mit wenn z.b: 10% der aktien gehandelt werden und dabei der preis ohne transaktion durchrunterfällt unter ein stopp-loss limit.

dieser oberflächliche artikel hält den leser dumm und will mit begriffen wie die märkte eine mystifizierung erreichen. warum sagen sie nicht einfach händler?

Papa Radzy
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ja schon möglich das ein paar "stops" getriggert wurden, aber das erklärt noch lange nicht diesen abverkauf.
ich denke eher viele haben hier ihre gewinne mitgenommen in der angst, dass in den nächsten wochen (aha welch zufall usa abgestuft) die kurse weiter sinken werden.
werden wir ja am montag sehen wohin die reise geht, ich denke mal gen süden. ;-)

Rudine Karell
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Du meinst also, das ein ganzer Haufen Leute schon gewusst hat das am Wochenende das AAA Rating fällt?

Logisch wäre es, denn es würde wunderbar die Verkaufswelle erklären?

Elisabeth Stein
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Also wenn sogar ich das für wahrscheinlich gehalten hab, n habe.

kann's nicht so schwer gewesen sein. Dazu muss man nur den Politbasar den die Reps als Teaparties veranstaltet haben wahrgenommen haben.

weil ich nicht mehr an euch glaube
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die agenturen haben diesbezüglich eigtl nicht nebel geworfen, da war schon die vorhersage, dass das rating runtergehen könnte.

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