Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler
Die im Zuge der CO2-Diskussion oftmals gestellte Forderung nach Abschaffung der Kraftfahrzeugpendlerpauschale erscheint vernünftig, da eine Förderung des Autoverkehrs grundsätzlich nicht leicht zu erklären ist, wenn es den CO2-Ausstoß zu verringern gilt.
Jene, die weit weg von ihrem Arbeitsplatz wohnen und auf ihr Auto angewiesen sind und womöglich ohnehin schon am finanziellen Limit leben, könnte dies allerdings arg ins Schleudern bringen. Andererseits: Die Wahl des Wohnorts und des Verkehrsmittels ist selten rein schicksalhaft. Schnippisch könnte man sagen: Selbst schuld, wer glaubte, dass Autofahren immer billig bleiben würde und sein Haus irgendwo weit abseits jeglichen Geschehens in die Pampa stellte.
So einfach ist das nun auch wieder nicht, weil hohe Mobilität von Arbeitskräften durchaus eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens darstellt und der öffentliche Verkehr in der Fläche eher zurückgefahren wird als ausgebaut.
Die Fehler aus der Vergangenheit wiegen jedenfalls schwer: Gemeinden und ganze Bundesländer versuchten (und versuchen noch immer) sich die Einwohner durch hohe Förderungen von Einfamilienhäusern gegenseitig wegzuschnappen. Einkaufszentren auf der grünen Wiese sollten Geld in die Steuerkassen spülen.
So schön ein Einfamilienhaus aus Sicht des Einzelnen sein mag, CO2 sparen wird man eher, wenn die Menschen dichter beisammenwohnen. Da kann man leichter heizen und besser öffentlichen Verkehr installieren. Und man braucht gar keine Pendlerpauschale mehr. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/05.08.2011) rudolf.skarics@laggers.at