Pendlerpauschale ade?

5. August 2011, 16:52
  • Artikelbild
    foto: apa

    Sind die Pendler selbst schuld?

Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

Die im Zuge der CO2-Diskussion oftmals gestellte Forderung nach Abschaffung der Kraftfahrzeugpendlerpauschale erscheint vernünftig, da eine Förderung des Autoverkehrs grundsätzlich nicht leicht zu erklären ist, wenn es den CO2-Ausstoß zu verringern gilt.

Jene, die weit weg von ihrem Arbeitsplatz wohnen und auf ihr Auto angewiesen sind und womöglich ohnehin schon am finanziellen Limit leben, könnte dies allerdings arg ins Schleudern bringen. Andererseits: Die Wahl des Wohnorts und des Verkehrsmittels ist selten rein schicksalhaft. Schnippisch könnte man sagen: Selbst schuld, wer glaubte, dass Autofahren immer billig bleiben würde und sein Haus irgendwo weit abseits jeglichen Geschehens in die Pampa stellte.

So einfach ist das nun auch wieder nicht, weil hohe Mobilität von Arbeitskräften durchaus eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens darstellt und der öffentliche Verkehr in der Fläche eher zurückgefahren wird als ausgebaut.

Die Fehler aus der Vergangenheit wiegen jedenfalls schwer: Gemeinden und ganze Bundesländer versuchten (und versuchen noch immer) sich die Einwohner durch hohe Förderungen von Einfamilienhäusern gegenseitig wegzuschnappen. Einkaufszentren auf der grünen Wiese sollten Geld in die Steuerkassen spülen.

So schön ein Einfamilienhaus aus Sicht des Einzelnen sein mag, CO2 sparen wird man eher, wenn die Menschen dichter beisammenwohnen. Da kann man leichter heizen und besser öffentlichen Verkehr installieren. Und man braucht gar keine Pendlerpauschale mehr. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/05.08.2011) rudolf.skarics@laggers.at

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 379
1 2 3 4 5 6 7 8 9
maggo22
00
22.10.2011, 19:18

Gehört sofort abgeschafft. Leben im Häusl im grünen und werden fürs Autofahren auch noch gefördert. Die Städter haben dafür den Gestank und Lärm.

Das Furunkel auf der Rübe
10
21.8.2011, 09:26
20m² Wohnklo am Rennbahnweg?

Niemals!
Ich kann es mir leisten auf 310m² Wohnfläche samt Wintergarten, Pool und Park im Speckgürtel (Wienerwald) zu wohnen!
Übrigens, ich bin Selbständig und bekomme für meinen SUV kein Pendlerpauschale!
CO2? Pffft! Interessiert mich Nüsse!
Wiel ich es mir wert bin und ich es mir leisten kann!
So schaut's aus!
Neidgesellschaft!

mediocrity
00
Ironie, bist du's?

?

Autobahnraser
12
15.8.2011, 10:35
Was ist mit den Pendlern die kaum mit den Auto fahren???

Mit dem Auto zum Bahnhof, dann ÖBB usw. ???

WARUM soll ich in der Stadt wohnen, wenn ich da nicht wohnen will ???

Ich lasse mir sicher nicht vorschreiben wo ich lebe.

WARUM glauben manche, die Situation würde sich bessern, wenn es keine PP gäbe???
Glauben diese Leute, das Pendler zum Spaß im Stau stehen oder vielleicht, weil SIE KEINE ANDERE WAHL HABEN ???

Marilynn E.
04
13.8.2011, 23:30

ganz einfach: ein haus am land kostet einen bruchteil von einem haus in der stadt (gleiche größe, gleiche grünruhelage). die mehrkosten, die der städter durch die gleichwertige wohnung hat, betragen oft ein vielfaches von den kosten, die ein pendler durchs pendeln hat. wieso die einen dsa von der steuer absetzen können sollen und die anderen nicht, ist nicht wirklich einzusehen.

stefan1981
15

Ja, aber wer wohnt schon gerne in einem mehrfamilien-wohnklo (das ist genau das was sich die meisten leisten können wenn alle in die Stadt wollen) wenn sie ihr eigenes Haus haben können? CO2 Ausstoß my Ass!

Marilynn E.
41
13.8.2011, 23:31

klar. aber wieso soll die allgemeinheit das häuschen im grünen finanzieren?

Bertel Mann
34
Richtig! Zehn Quadratemeter pro Person müssen reichen!

Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder dahergelaufene Arbeitnehmer ein Haus leisten will.
Leben wie die Ziegelbehm - das spart CO2!

P.S.: Die Pendlerpauschale steht übrigens auch den CO2-sparenden Öffi-Benutzern zu.

Marilynn E.
22
13.8.2011, 23:33

wieso soll die allgemeinheit dem pendler das autofahren subventionieren? sie zahlt dem städter ja auch nicht die teurere wohnung in der stadt. sich in der stadt kein haus leisten zu können, dafür billig am land zu bauen (meistens übrigens unversteuert im pfusch) und dann sudern, daß das auto fahren was kostet und von der allgemeinheit verlangen, daß sie diese kosten mitträgt - das geht halt ned.

oder leider schon im auotfahrerparadies österreich.

Timodad
00
16.8.2011, 10:03
Landflucht

Die armen Großstadtbewohner!
Wenn ein derartiges System wünschenswert sein sollte, wird die Landflucht noch gewaltiger und alle Menschen wohnen nur noch in Großstädten!
Wenn dieser Städter dann zu seinem Wochenendhäuschen aufs Land fährt, beschwert er sich dann, dass es doert keinerlei Infrastruktur wie Geschäfte und Gastronomie gibt, weil ja niemand mehr dort wohnt/arbeitet?
In kleineren Städten (unter 100.000 Einwohnern) ist man auch auf eigene Mobilität angewiesen, da das Öffi-System nicht lückenlos abgedeckt wird!

Almi66
42
Pendlerpauschale nur bei Unzumutbarkeit!

Ich fahre taeglich quer durch Wien, allerdings mit der U-Bahn. Dafuer bekomme ich, als braver CO2-Einsparer, keinen Cent.

Wer aber, trotz Schnellbahn in Gehnaehe, mit dem Auto die Luft verpestet, der wird belohnt....!?!?!

kauf nix
02
naja - belohnen ist auch übertrieben...

...wenn sie die realen kosten pro KM aufrechnen und die pendlerpauschale gegenüberstellen wird ein ziemliches ungleichgewicht erscheinen. und zu ihrer information - es gibt auch außerhalb wiens arbeitnehmer, die ihren arbeitsplatz erreichen wollen und keine u-bahn oder ein anderes öffentliches verkehrsmittel zur verfügung haben.

Marilynn E.
10
13.8.2011, 23:33

park & ride.

kauf nix
00
14.8.2011, 18:35
es gibt auch außerhalb wiens arbeitnehmer...

...die außerhalb wien arbeiten und leben - war gemeint. oder kennen sie park & ride in attnang puchheim, sinablkirchen oder obergurgl???

Marilynn E.
00
14.8.2011, 22:13

naja, bis zur nächsten bahnstation fahren und dort das auto stehen lassen. irgendwo wird´s ja eine bahn geben, oder?

Timodad
00
16.8.2011, 10:08
Wien ist anders

Versuchen sie mal irgendwo in der von ihnen wohl genannten Pampa wie dem Waldviertel oder auch in den Länlichen Regionen der Steiermark, Tirols usw. eine Eisenbahn beim Wohnort zu finden und dann vielleicht auch noch einen Bahnhof der selben Bahnstrecke möglichst in der Nähe des Arbeitsplatzes!

kauf nix
00
18.8.2011, 08:31
marilynn kennt wahrscheinlich auch nur lila kühe.

Der Österreicher
01

Natürlich bekommen sie Geld. Sie sparen sich nämlich schon eine Menge, weil sie auf ein Fahrzeug verzichten. Die Pendlerpauschale ist ein sehr überschaubarer Betrag. Service, Versicherung, Sprit, Verlust des Anschaffungswertes, das läppert sich.

So mancher Pendler vertankt 20% seines Nettogehalts im Monat, nur um in die Arbeit zu kommen.

Dimple
01
Irrtum

Sie bekommen € 291,00 (Verkehrsabsetzbetrag), d.s. deutlich mehr, als die Anerkennung der Jahreskarte der Wr. Linien kosten würde. D.h. sie steigen positiv aus.

Die Pendlerpauschale ist übrigens unabhängig vom Verkehrsmittel und steht jeder und jedem, die/der mehr als 20 km vom Wohnort entfert arbeitet, zu - FahrradfahrerInnen, JoggerInnen (ok: täglich zwei Halbmarathone sind schon was), Öffi- und AutonutzerInnen.

lg
Dimple

Hubert Ungeist
 
00
Nur ist in IHrer Berechnung

die öffentliche Fahrt nach Wien noch nicht drinnen.

Manahmanah
00
Differnzierung ist ihre Sache nicht.

"Das große Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt ist, denen aber die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder nicht zumutbar ist."

Das bedeutet, dass jene mehr gefördert werden, die sich nicht an guten öffentlichen Verkenrsmitteln wohnhaft machen.

Dimple
00
Nochmals

Es wird nicht gefördert, sondern die Kosten für die Fahrt zum Arbeitsplatz sind, so wie das km-Geld bei Fahrten für den Arbeitgeber (so diese nicht ersetzt werden) oder privat gezahlte Weiterbildungskosten oder die Sozialversicherungs-Zahlungen (DN-Beitrag) steuerlich anzuerkennen.

Die für den Staat einfachste und billigste Variante, sind pauschale Anerkennungen (Verkehrsabsetzbetrag, Pendlerpauschale). Da der Staat aber nicht für mich entscheiden darf, wo ich wohne bzw. arbeite, hat er kein Recht, zu entscheiden: Der Arbeitsweg von Pers. 1 ist OK, der von Pers. 2 ist nicht mehr OK.

Was viel einfacher wäre, als die Pendlerpauschale zu ändern, wäre einfach alle Kfz_Abgaben auf die MinÖlSt zu legen (und hat viel mehr Effekt).

lg
Dimple

Marilynn E.
00
13.8.2011, 23:37

wieso sind die eigentlich steuerlich anzuerkennen? ich finde das nicht zwingend. ich kann genausogut sagen, daß die privat veranlaßt sind, weil man sich eben privat so ein haus, dsa weit weg vom arbeitsplatz ist, ausgesucht hat.

sagen wir A und B arbeiten bei der gleichen Firma. A siedelt sich in der Nähe an, hat wohnkosten, die um 500 Euro über B´s liegen und fährt mit der Straßenbahn in die Arbeit. B baut sich am Land ein komplett gleichwertiges haus und hat pendelkosten von 200 Euro im Monat.

Wieso sind die Pendelkosten von B anzuerkennen und die Mehrkosten fürs Wohnen von A nicht? Beides privat veranlaßt oder gleichermaßen beruflich, wenn A sich wegen der Arbeit dort angesiedelt hat.

Timodad
00
16.8.2011, 10:19
Entfremdung

Bei ihren Überlegungen verfessen sie auf Tatsachen wie familieres- und soziales Umfeld, von dem man sich möglicherweise nicht komplett trennen möchte um in der anonymen Großstadt einsam vor sich hin zu depremieren nur um einen wahscheinlich ohnehin unterbezahlten Job nachzugehen!

Manahmanah
00

Übrigens: Zustimmung zum letzten Absatz.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 379
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.