Leogang

Pistenzauber auf zwei Rädern

7. August 2011, 17:09

Leogangs Skiberg wird im Sommer zum rasanten Bikepark. Auch normale Radler kommen auf ihre Kosten

Skiberge im Sommer sind kein wirklich schöner Anblick. Zwischen Liftstützen, Pistenschneisen und leeren Skibars ist von einer Bergidylle wenig zu spüren. Aber manche Wintersportorte machen aus der Not eine Tugend und verschreiben sich ganz dem einen Sportgerät, mit dem man ähnlich rasch ins Tal rasen kann wie mit Skiern - dem Mountain-Bike.

So hat die Pinzgauer Gemeinde Leogang auf ihrem Hausberg, der Asitz, den größten Bike-Park Europas errichtet. Rund um die Talstation tummeln sich junge Männer - Frauen machen sich bei diesem Vergnügen rar - in eine moderne Ritterrüstung, die sie auf dem waghalsigen Ritt über die steilen, oft schlammigen Hänge vor dem Schlimmsten schützen soll. Für gewöhnliche Radfahrer und Mountain-Biker, die ihr Gerät mit der extra für Räder ausgerüsteten Gondeln auf den Berg hieven, reicht schon der Blick auf die Reifenspuren, die vertikal den Berg hinunterlaufen, um sich im Bikepark aufs Zuschauen zu beschränken.

Sanfter Weg ins Tal

Aber es gibt auch andere Wege, um den Berg auf zwei Rädern zu erleben. Auf Forstwegen - das Pendant zur blauen Piste - kann man sanft ins Tal rollen. Noch schöner ist eine etwa 30 Kilometer lange Route, die entlang eines Grates oberhalb von Saalbach führt und wunderschöne Blicke ins Tal bietet. Über mehrere idyllisch gelegenen Almen gelangt man ins Tiroler Hochfilzen gelangt, von wo ein Talweg nach Leogang zurückführt.

Hochfilzen ist der erste Stopp auf einer Salzburger-Tiroler Radtour, auf der man gar nicht auf die Berge muss. Er führt 67 km lang rund um die Leoganger und Loferner Steinberge durch das Pillerseetal nach Waidring und weiter nach Lofer, von wo man parallel zu Straße nach Saalfelden und Leogang radelt. Weil entlang des Wegs lokale Schulen und Künstler interessante und zum Teil auch witzige Kunstwerke aufgestellt haben, wird der Weg "Skulpturen-Radweg genannt". Die Steigungen auf dem Weg sind auch für ungeübte Biker gut zu schaffen, besonders für all jene, die sich ein E-Bike ausgeborgt haben. Aber auch dann gehen die vielen Kilometer ganz schön in die Beine.

Ähnlich lang ist der Radweg rund um den Zeller See, der mit einem Abstecher in das pittoreske Stadtzentrum von Zell am See verbunden werden kann.

Die Mischung aus Berg- und Talwegen und die vielen radgeeignete Gondelbahnen - neben der Asitz sind vier Bahnen in Saalbach-Hinterglemm im Betrieb - machen das Gebiet zu einem der besten Raddestinationen in Österreich. Aber auch Wanderer kommen in Leogang auf ihre Kosten.

Zahlreiche Wanderwege beginnen von der Bergstation der Asitz weg, die noch schöneren aber führen auf der anderen Talseite in die Steinberge. Traumhaft ist der 1200-Höhenmeter Aufstieg über das Birnbachloch, wo auch im Sommer etwas Schnee liegt (die Bezeichnung Gletscher ist etwas übertrieben) auf die Passauer Hütte, von der man einen Blick auf die gesamte Hohen-Tauern-Kette hat und leicht zu zwei anspruchsvollen Klettersteigen gelangt.

Hotellerie auf hohem Niveau

Als Ort ist das in die Länge gezogene Leogang zwar mäßig attraktiv, aber das wird durch die prachtvolle Landschaft zwischen den schroffen Steinbergen und den schmiegsamen Kitzbühler Alpen mehr als wettgemacht. Und die kleine Tourismusgemeinde bietet inzwischen eine hervorragende Hotellerie auf höchstem - vier Stern superior - Niveau.

Neben dem bekannten Krallerhof bietet der etwas kleinere Forsthofgut im Winter eine Lage gleich neben der Bergbahn (die Talabfahrt führt tatsächlich durch das Hotel) und im Sommer den vielleicht schönsten Badeteich in den Alpen. Das ganze Jahr begeistert eine spannende Küche und ein ungemein freundliches Personal. Was bisher im WaldSpa gefehlt hat - ein ordentliches Hallenbad - wird im Dezember eröffnet.

Und auch kulturell ist Leogang nicht so im Eck, wie die geografische Lage suggeriert. So zeigt das ambitionierte Bergbau- und Gotikmuseum in diesem Sommer Teile der Gotiksammlung des verstorbenen Kunstsammlers Rudolf Leopold. Und das nahegelegene Saalfelden lockt mit seinem Jazzfestival jeden Sommer Tausende Musikfans in die Region. (Eric Frey/DER STANDARD/Printausgabe/06.08.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
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maxmaxmax
01
meine erfahrung...

...der friedlichen koexistenz von wanderern und mountainbikern sieht folgendermaßen aus:
http://www.youtube.com/watch?v=3JeD4yp9JqQ
(man beachte besonders ab 1:16) ;-)

Hans Laschnig
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Genial, super gemacht und schöne technische Fahrskills hab ihr :D

freilaufend
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geil!
wo im Toten Gebirge ward ihr denn unterwegs?

soulknot
 
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der braucht aber auch mindestens 5 sätze bremsklötzal, so wie der da runtergurkt. ziemlich gäi.

Nerdrage
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bissl OT, aber aus aktuellem anlass: hab vor ca 1 monat ein neues mtb in wien gekauft, ich sag jetzt nicht wo, aber es hatte weder rückstrahler noch licht dabei.

beim kauf wurde ich auch nicht drauf hingewiesen, dass man das braucht.

bin damit schon ein paar mal der polizei begegnet, einmal (bei tag) sogar hinterhergefahren und gestern (bei nacht) gerade noch rechtzeitig abgesprungen und geschoben.

aber jetzt hab ich gelesen, dass neue mtb mit rückstrahlern und licht verkauft werden müssen, und dass man bei einem mtb sogar bei tag rückstrahler braucht, während rennräder ausgenommen sind?!!

so gesehen hab ich bei tag bisher glück gehabt. wieso sind rennräder bei rückstrahlern ausgenommen und mtbs nicht? und wieso werden die räder rechtswidrig verkauft?

und wenn ich das rad wie einen roller (auf 1 pedal)benutze gilt das als schieben?

http://www.bmvit.gv.at/verkehr/s... radvo.html

jeffk
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beim neukauf bekommens normalerweise ein sackerl dazu wo diese ganzen stvo nötigen dinge drinnen sind
gehen sie einfach noch mal zu ihrem verkäufer und fragen sie danach

Nerdrage
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11.8.2011, 02:12

ein sackerl hab ich bekommen, aber da steht nur manuals drauf und da sind auch nur manuals drin.

aber ich werd nachfragen wenn ich zum erstservice geh, thx.

jeffk
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beim neukauf bekommens normalerweise ein sackerl dazu wo diese ganzen stvo nötigen dinge drinnen sind
gehen sie einfach noch mal zu ihrem verkäufer und fragen sie danach

spitzenkandidat.2.0.
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soweit ich weiß müssen (und das eigentlich eh schon länger) Mountainbikes - genauso wie Stadträder etc... – Vorder- und Hinterbremse, Rückstrahler und Glocke haben.

Das jemand deswegen gestraft wird hab ich allerdings noch nie gesehen. Ich fahre das ganze Jahr über jeden Tag mit dem Rad zu Arbeit, fahre in meiner Freizeit ebenfalls viel, und mache auch Einkäufe etc mit dem Fahrrad und bin bisher noch kein einziges Mal irgendwie aufgehalten worden, obwohl weder Mountainbike, noch Stadtrad, noch Dirtbike und BMX richtig ausgestattet sind ...

Selbst wenn man in der Nacht ohne Licht erwischt wird, wirst du höchstens gebeten dein Fahrrad zu schieben. Ich bin allerdings auch schon öfters in der Nacht der Polizei begegnet und da haben Sie nich

Nerdrage
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eine bekannte hat mir erzählt das es vor kurzem eine aktion scharf gegeben hat, wo es innerhalb von 2 wochen 500 strafmandate gegeben haben soll.
eine bekannte von der bekannten musste wegen fahren am gehsteig zahlen.

Craig Christ
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@Zahlen muessen

Freund von mir musste damals 100Schilling pro fehlendem Strahler zahlen, weil er durch die Grazer FuZo gefahren ist und erwischt wurde (Er musste zur Fruehschicht, es war so gegen 0530, also zig Fussgaenger untyerwegs). In Summe waren das dann 800 Schue.

Nerdrage
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wäre ihr freund ein mensch 1. klasse gewesen (rennradfahrer) hätte er nur wegen des fahrens in der fuzo zahlen müssen.

ich frag mich wann sich mal jemand durch die instanzen durchkämpft und gleiches recht/gleiche pflicht für alle radfahrer fordert?

stumpjumper
04
wenig-kein Verständnis

der Artikel + diverse Postings zeigen, dass es immer noch kaum-kein Verständnis für Mountainbiker in Österreich gibt. "gar nicht auf die Berge muss", "parallel zu Straße". Das interessiert doch keinen MOUNTAINbiker. Regionen wie Saalbach oder Kitzbühel haben das kapiert und das wirtschaftliche Potential für die magere Sommersaison erkannt. Leider findet man sonst immer noch fast überall Fahrverbote und wenn sind Radwege nahezu ausschliesslich auf langweilige (für die Abfahrt) Forstwege verbannt. Kein Wunder, wenn das nicht funktioniert.

konichiwa
 
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Ich wär froh wenn ich hier in der Steiermark wenigstens Forstwege benutzen dürfte.

natoll
02

die sind auch sonst überall "verboten". ausgenommen die freigegebenen. ein hohn.

Hefeweizerlbier
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In Tirol gibt es 5.600 km freigegebene Bikerouten.

http://www.tirol.gv.at/themen/sp... ke/modell/

Praktisch auf jede Alm kann man rauffahren und ist auch gerne gesehen. Teilweise sind es schon mehr Radfahrer als Wanderer.

Das Problem sind eigentlich nur die Downhiller auf engen steilen Waldwegen. Aber auch nur da, wo man mit Bus oder Bahn das Rad mitnehmen kann.

stumpjumper
07

davon spreche ich. 5600 km Bikerouten - die fast ausschliesslich auf Forstrassen sind. Bergauf mag das ja noch interessant sein. Aber spätestens wenn's bergab geht will sich der Grossteil der Mountainbiker für die Anstregnungen bergauf mit einer ansprochvollen Abfahrt belohnen. Das verstehen sie in Kanada, USA, am Gardasee, Kitzbühel oder Leogang. Der Rest lebt immern noch in der Vergangenheit und glaubt durch eine hohe Zahl an theoretischen Routen-Kilometer irgendwetwas bewirken zu können.

Hans Laschnig
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Danke, super ausgedrückt *daumenhoch*

bernd12345
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Schon etwas übertrieben

Vertikal gehen die Reifenspuren nicht runter.
Habe auf der Strecke (nicht der Forststrecke) sondern im Bikepark auch schon ganze Familien angetroffen.
Ich kanns nur empfehlen !

jeffk
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die freeridestrecke ist schon familientauglich, die downhillstrecke würde ich nicht empfehlen;-)

yoda3
70
denke auch dass

sich im sommer die pisten eher erholen sollten als durch noch mehr beanspruchung mehr erosion usw ausgesetzt werden sollten. mountainbiker rauf auf die forstwege, von denen es eigentlich genug gäbe um spass zu haben. fährt ja auch keiner mit seiner ktm auf der piste. aber die touristiker vermieten sogar die badewanne als bett, wenns geht.

rutluk
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Ich weiß ja nicht, ob Sie im Sommer schon einmal in einem Schigebiet waren, aber ein paar Mountainbiker sind da echt auch schon egal. Die Hänge sind durch die Schipisten eh schon total ruiniert und können sich in ein paar Monaten nicht wirklich davon erholen.

Club-der-dichten-Toten
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Sorry, aber das ist kompletter Unsinn.
Es werden gerade in Österreich extreme Anstrengungen unternommen, die Schipisten im Sommer begrünt zu haben, da gab's und gibt's Versuche, Kokosmatten mit Rasensamen, Bewässerungen etc.

Wer im Sommer abseits von Wanderwegen quer über irgendwelche Schipisten fährt (sei's mit dem Motorrad oder mit dem Mountainbike) macht ziemlich viel Arbeit einfach zunichte...

rutluk
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Okay, aber was genau bringen ein paar Monate Alibirasen? Gras und Ähnliches wächst auch ohne große Anstrengungen, vielleicht nicht ganz so grün. Wirklich dauerhaft wachsen kann dort sowieso nichts, Bäume und Sträucher sind auch schon weg.

Ich bleib dabei: Schifahren ist eine ökologische Katastrophe (ich hab das Jahrzente selbst gemacht, meine das also nicht übermäßig abwertend). Wo Mountainbiker fahren sieht es wesentlich besser aus.

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