Gewitter löst keine Migräne aus

5. August 2011, 12:24
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    foto: uta herbert/www.pixelio.de

    Neurologen am AKH Wien empfehlen Migräne-Vorbeugung durch Überdenken des Lebensstils.

    Foto: Uta Herbert/www.pixelio.de

Das Wetter hat keinen Einfluss auf Kopfschmerzen - Erwartungshaltung kann jedoch eine Attacke auslösen

Wien - Die Erwartungshaltung "das Wetter schlägt um, da bekomme ich sicher Migräne" teilen viele Menschen, die an Migräne oder anderen Formen von Kopfschmerzen leiden. Aber lösen bestimmte Wetterlagen, Wetterwechsel oder Faktoren wie Temperatur, Luftdruck oder Niederschlag tatsächlich vermehrt Attacken aus?

Eine kürzlich publizierte Studie, die an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien am AKH Wien in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik an 238 Patienten durchgeführt wurde, untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Wetter und Migräne. Das Ergebnis war überraschend. Weder einzelne Wetterfaktoren, wie Temperatur, Luftdruck, Niederschlag oder Sonnenscheindauer noch die typischen in Wien vorkommenden Großwetterlagen hatten einen Einfluss auf das Auftreten oder die Dauer von Migräneattacken oder anderen Kopfschmerzen.

Besonders auffällig war, dass auch ein Wetterwechsel nicht zu einer Zunahme der Migräne oder Kopfschmerzen führte. Ganz klar zeigte sich jedoch, dass andere Faktoren zur Auslösung von Migräneattacken beitragen: Menstruation oder psychische Anspannung. Das Wetter kann ja auch nicht beeinflusst werden. Wenn die Erwartung "bei Wetterwechsel bekomme ich Migräne" im Vordergrund steht, wird sie sich auch erfüllen. Daher ist eine erfolgreiche Strategie zur Vermeidung von Migräneattacken ein Überdenken des Lebensstils. (red)

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20 Postings
Werner Auer
 
00
13.3.2012, 21:52
Auf eine Tiefdruckfront reagieren viele bereits Stunden vorher

Bei einer Schlechtwetterfront sterben mehr Menschen als bei Hochdruckwetter - kann leicht mit den Zeitungsanzeigen verglichen werden. Warum?
-Eine Tiefdruckfront reduziert das Sauerstoffangebot bis in die Zellen hinein plötzlich. Damit können im Körper bis zu 40 Parameter (Blutdruck, Hormonwerte, Enzyme, Botenstoffe, Sauerstofftransport im Blut bis in die Nervenzellen- es bleibt dann noch weniger Suerstoff zur Verfügung oder Gegendruck auf den Kopf - das Gehirn dehnt sich gering aus, usw.) beeinflußt werden. Bereits Prof. Dr. Dr. Varga hat bereits 1985 auf die Wetterfühligkeit hingewiesen. Beispiel: Reifendruck bei warmen Wetter und dann nochmals gemessen in der kalten Tiefgarage - vielleicht nutzt dieser Vergleich zum Verständnis

isai
00
"Neurologen am AKH Wien empfehlen Migräne-Vorbeugung durch Überdenken des Lebensstils."

Ich denk von den Neurologen hatte noch keiner ständig Migräne :/

Sogar wenn man "gesund" lebt, Stress (soweit möglich) vermeidet, Bewegung, frische Luft usw., können einen diese Migräneattacken einholen.

meinemeinung7
01
Interdisziplinäre Abstimmung mit der Meteorologie wär kein Fehler gewesen

die Innsbrucker lehren seit Jahren, daß die Squall-Lines von Frontsystemen durchaus Auslöser für Migräne sein können. Bei mir treten auch - wie bei einigen Vorpostern - Migräneattacken bei starken Druckveränderungen auf, auch wenn ich keinen Wetterbericht gesehen hab (mehrfach leidvoll "überprüft"...)

nichtkaefer
41
§1 Die Wissenschaft hat immer Recht.

§2 Sollte die Wissenschaft einmal nicht Recht haben gilt §1.

Miss Spock
02
da hat man sich sicher die falschen Studienbeispiele geholt, denn.....

Man spürt das Wetter so sicher, so wie die Luft zeitweise elektrisch geladen ist. Man spürt die Luftfeuchtigkeit ebenso, wie diverse Luftströumgen und Druckverhältnisse. Manche Menschen sind bessere Wetterfrösche, und selbst ich hatte regelmässig vor Schneefall Kopfweh.

FraKrawa
10
ein erhöhter Grundstresspegel

macht leider empfindsam, man reagiert dann auf Ausseneinflüsse und meint, diese wären die Auslöser, wenn man es allerdings schafft, seinen Stress dauerhaft zu reduzieren, wird man merken, wie widerstandsfähig man auf einmal diesen Wetterschwankungen gegenüber ist.

kein Koffein mehr ist ein gutes Mittel, auch wenn es am Anfang etwas mühselig ist, aber die dadurch gewonnene Lebensqualität ist es wert

h 90
01

bei mir hilft "kein Alkohol"
Wenn ich nur bisserl zu viel trinke, in der Frueh einen leicht dumpfen Kopf habe und dann Stress bekomme ich leicht Migraene.

Chocoholic
111
Bledsinn. WEnn das Wetter umschlaegt habe ich alle moeglichen Zustaende,

obwohl ich nicht weiss, dass das Wetter umschlaegt. Hab ich die Symptome, dann schau ich nach und siehe da> spaetestens ein paar Stunden spaeter regnets.
Hab aber die Symptome ned immer, wenns regnet und bin auch viel zu faul heraus zu finden, wann genau was passiert mit dem Wetter, dass ich "das Wetter spuer".

Rafflesia
 
01

Ich hatte die Migräne immer 48 bis 34 Stunden vor einem drastischen Wetterwechsel. Und merkwürdigerweise hörte sie mit Erreichen der Wechseljahre geradezu schlagartig auf und kam nie wieder.

nääs
14

Wuerd mich fuer Details interessieren, wie die Studie durchgefuehrt wurde. Vermute nämlich ganz stark, dass es nicht am Luftdruck selbst, sondern an der Geschwindigkeit der Veränderung des Luftdruckes liegt. Wurde das auch in der Studie beråcksichtigt?

Natuerlich liegts es auch an Stress und Mensturation, aber die Ursachen sind sicher vielschichtiger. So einfach kann man sichs dann nicht machen.

Rafflesia
 
00

Mir scheint, die iom standard veröffentlichten Studien machen es sich alle sehr leicht, da eine der anderen widerspricht.

t 3
 
117
aha.

ich weiß, dass das wetter umschlägt, deswegen hab' ich also kopfscherzen. eigenartig ist nur, dass ich oft nur _wegen_ der kopfschmerzen ahne, dass eine stärkere wetteränderung bevorsteht.

nun sind kopfscherzen != migräne, aber die schlussfolgerung da oben erscheint mir in ihrer felsenfestigkeit doch ein wenig vorschnell...

harry haller1
 
00

Das könnte aber auch auf selektive Wahrnehmung zurückzuführen sein:

Man hat Kopfschmerzen, es kommt kein Gewitter -> es waren nur Kopfschmerzen, man vergisst es.

Man hat Kopfschmerzen, es kommt ein Gewitter -> aha, deswegen die Kopfschmerzen. Das erscheint logisch, man merkt es sich.

suche prov.freie(!) 3ZiWhg in/um Wien
01

1) Kopfschmerzen und Migräne sind zwei Paar Schuhe.

2) Migräneauslösende Wetterumschwünge müssen sich nicht unbedingt in einem Gewitter manifestieren, es scheint mehr die Art (Geschwindigkeit?) der Änderung zu sein, die Anfälle auslöst.
Wenn Sie erhitzt aus der Sauna kommen und sich plötzlich eiskalt duschen ist der Effekt auch ein anderer, als wenn Sie sich langsam mit heißem über lauwarmen bis hin zum kalten Wasser herunterkühlen würden. -> So ähnlich dürfte das aus meiner subjektiven Laiensicht auch bei Migränikern sein: langsame Veränderung - keine/kaum Beschwerden; rasche, starke Veränderungen: Migräne.

hlg
00
10.9.2011, 08:24
die beschreibung trifft es nicht ganz...

das wetter ist noch völlig konstant und man bekommt migräne...

ein bis zwei tage später schlägt das wetter um...

so ist bei mir der zusammenhang.

es liegt definitiv nicht am luftdruck, der temperatur und der luftfeuchte im augenblick...

sondern in der zukunft.

...ich würde gerne wissen WAS man da spüren kann, tag(e) vorher...

suche prov.freie(!) 3ZiWhg in/um Wien
17

Das sehe ich genau wie Sie.
Ich kann aufgrund auftretender, nicht stressabfallbedingter Migräne sagen, dass in ca. 20-30 Stunden das Wetter umschlägt (wobei bei mir "nur" größere Schwankungen Migräne verursachen). - Ohne dass ich mich vorher über das Wetter erkundigt hätte, denn Wettervorhersagen nehme ich nur seltenst wahr, da mich im Normalfall lediglich das aktuelle Tageswetter interessiert.

Weiters konnte ich objektiv beobachten, dass ich in Wien bei gleichem Stresslevel viel häufiger mit Migräne zu kämpfen habe als in Gebieten mit anderen klimatischen Verhältnissen. Aber vielleicht bin ich ja eine der berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen ... ;-)

Werner Auer
 
00
17.3.2012, 21:48
Sie haben recht - der Druckabfall kommt meist später, aber..

bei Aufziehen einer Kalt- Warm- oder Gewitterfront ändern sich schon, zum Teil Tage bevor, verschiedene Frequenzen (siehe Schumannwellen - TU München und Prof. Dr. König) und die Sferics-Tätigkeit (Mikroentladungen in der Luft).
So gibt es eine "Schönwetterfrequenz",liegt bei etwa 8,7 Hz, also im Alphawellenbereich des EEG.
Werden diese Frequenzen bzw. deren Intensitäten mehr oder weniger stark geändert, dann registriert unsere Hypophyse auf diese Änderungen und schüttet bzw. passt die Botenstoffe des Körpers an die neue Umgebungssituation nunmehr an (Regelmechanismus).
Ein plötzlicher Druckabfall jedoch ändert in unseren Körper (Hormone,Botenstoffe, Enzyme etc.) bis zu 40 Parameter wie Blutdruck, Sauerstoffaufnahme der Zellen etc.

Rafflesia
 
00

Nein, Ausnahme siund Sie keine, mir ging es genauso. Und in Stuttgart hatte ich jeden Tag Migräne, weil die Stadt in einer Mulde liegt.

Fritz Meyer
12
Stimme Ihnen zu.

Leider sind solche Studien meist viel zu unflexibel, um auf solche Aspekte genauer einzugehen.

Es klingt eben einfach reisserischer, wenn man behauptet, dass es Gewitter (angeblich) NICHT sind.

Rafflesia
 
01

Bei den meisten dieser studien kommt es wohl eher darauf an sich mit reißerischen Schlagzeilen wichtig zu machen als eine Sache wirklich zu erforschen. "Experte beweist: Feuerwehrautos sind grün!" ist eben ein Hingucker.

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