Hungersnot

Lage spitzt sich zu: Fast 30.000 tote Kinder

5. August 2011, 11:33
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    foto: reuters

    Die Menschenschlangen bei Essensausgaben werden immer länger - wie hier in der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

Afrikanische Union verschiebt Geberkonferenz, unterdessen sterben immer mehr Menschen

Addis Abeba/Nairobi - Die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika droht sich weiter auszubreiten. In Somalia haben die Vereinten Nationen inzwischen in fünf Regionen eine Hungersnot ausgerufen. "Wir fürchten, dass sich diese Situation noch auf andere Landesteile ausweiten wird", sagte der neue Direktor des Welternährungsprogramms in Äthiopien (WFP), Abdou Dieng, am Donnerstag in Addis Abeba.

Nach Auffassung der UNO gibt es allerdings Wege, sich besser auf künftige Dürrezeiten vorzubereiten. Regierungen vor Ort und die internationale Gemeinschaft müssten mehr in Nahrungsreserven und Wassermanagement investieren, sagte Dieng. Nur mit dem Aufbau von "Sicherheitsnetzen" könne Lebensmittelknappheit verhindert werden.

Geberkonfernz auf Ende August vertagt

Die Afrikanische Union (AU) kündigte für den 25. August eine Geberkonferenz in Addis Abeba an. Das ursprünglich für kommenden Dienstag anberaumte Treffen war offensichtlich zu kurzfristig geplant worden. Eingeladen sind Vertreter aus der Privatwirtschaft, humanitäre Organisationen und AU-Partner. "Die Afrikanische Union hat ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, Ressourcen zu mobilisieren, um umgehend auf die Situation zu antworten und Leben am Horn von Afrika zu retten", hieß es.

Mit der Konferenz in der Hauptstadt Äthiopiens reagiert die AU auf Kritik, die afrikanischen Länder seien angesichts der Krise weitgehend untätig geblieben. Die Staatengemeinschaft hat bisher nur 500.000 Dollar (knapp 350.000 Euro) für die Hungernden gespendet.

Somalia hat keine "Sicherheitsnetze"

Insgesamt sind nach UN-Angaben zwölf Millionen Menschen in Ostafrika von der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren betroffen. Äthiopien und Kenia sind nach Einschätzung des WFP bisher weniger schlimm von den Folgen der Dürre betroffen als Somalia, weil die politische Lage in beiden Ländern stabiler ist. Äthiopien hat zudem bereits in den vergangenen Jahren damit begonnen, "Sicherheitsnetze" mit Nahrungsmittelreserven aufzubauen. Diese reichten aber nicht aus, um der derzeitigen Krise zu begegnen, so Dieng.

"Es gibt Nahrungsreserven im Land, aber sie sind mittlerweile fast aufgebraucht", erklärte der Senegalese. Dennoch erwartet er nicht, dass in Äthiopien oder Kenia in absehbarer Zeit offiziell eine Hungersnot ausgerufen werden muss. In Somalia werde sich die Situation aber voraussichtlich weiter verschlimmern.

Klimaforscher spricht von Versagen und Ignoranz

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif warf der internationalen Gemeinschaft Versagen und Ignoranz im Umgang mit der Hungerkatastrophe vor. Die Dürre in der Region sei seit über einem Jahr absehbar gewesen, sagte der Wissenschafter am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel dem "Flensburger Tageblatt" (Freitag). Regierungen in aller Welt hätten Zugriff auf die entsprechenden Daten gehabt. Nur gehandelt worden sei nicht.

Die UNO hatte am Mittwoch in drei weiteren Regionen Somalias eine Hungersnot ausgerufen, darunter die Hauptstadt Mogadischu, in die immer mehr Hungernde aus anderen Landesteilen fliehen.

Unicef stockt Hilfe auf

Das Kinderhilfswerk Unicef stockt seine Hilfen für hungernde somalische Kinder in den kenianischen Flüchtlingscamps weiter auf. Fast die Hälfte aller Kinder sei beim Eintreffen in den Dadaab-Lagern unterernährt, teilte die Organisation am Freitag mit. "Berichte von Kindern, die auf dem Weg oder kurz nach Erreichen der Camps sterben, sind beunruhigend häufig", hieß es.

Die lebensrettenden Maßnahmen umfassten unter anderem Lebensmittel, medizinische Versorgung, Wasser und Sanitäreinrichtungen. Etwa 80 Prozent der 1.300 Somalier, die täglich im Durchschnitt die Lager erreichten, seien Frauen und Kinder.

29.000 Kinder in Somalia verhungert

Unicef arbeitet auch mit Partnern an Ort und Stelle zusammen, um im Grenzort Liboi Ernährungszentren zur Erstversorgung einzurichten. "Viele somalische Familien, die in Liboi die Grenze nach Kenia überqueren, wissen nicht, dass sie weitere 100 Kilometer laufen müssen, um die Dadaab-Camps zu erreichen", sagte Olivia Yambi von Unicef. Der Gesundheitszustand vieler Kinder sei dabei so prekär, dass sie Soforthilfe brauchten: "Sie können nicht warten, bis sie in Dadaab behandelt werden."

Mittlerweile leben über 400.000 Menschen im größten Flüchtlingscamp der Welt. Zahlenmäßig seien die Lager damit die drittgrößte Stadt Kenias.

Am schlimmsten bleibt die Situation aber nach wie vor in Somalia selbst. Der arabische Sender Al-Jazeera zitierte US-Regierungsbeauftragte, wonach allein in den vergangenen 90 Tagen 29.000 Kinder in dem Bürgerkriegsland verhungert sind. Kurz zuvor hatten die Vereinten Nationen in drei weiteren somalischen Regionen offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Damit wurden mittlerweile fünf Regionen zu Hungerzonen erklärt. (APA)

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pago1
01
da brauchts sofort eine charity

fressen der reichen für die armen

der_gote
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Schlimm, wenn es um die Rettung von

Superreichen (Banken und deren Eigentümer geht) sind die Politiker aller Nationen schnell mit den Geldern anderer (Steuergelder) zur Hand.

Wenn es um Kinder geht die Verhungern interessiert das nicht........

Sch.... Welt, Sch ... Gesellschaft

freeye
01
bla bla

hauptsache nicht auskennen und äpfel mit birnen vergleichen.

prusiner
00
Geld, Nahrungmittel, Personal

alles schon im Einsatz oder unterwegs, vielleicht zu wenig, nicht schnell genug aber es ist;

in den Flüchtlingslagern in Kenia herrscht Armut und Elend, aber nicht der Tod (sofern die Ankömmlinge nicht schon todgeweiht waren)

in Äthiopien herrscht Armut, Elend und Mangelernährung, nicht aber der Tod

in Somalia herrscht der Tod ..

Allmächtiger Satan
28

Was meint die Kirche zu diesen postnatalen Abtreibungen, die sie durch Kondomverbote fördert?

andreas lamers
 
02
die frage sollten sie eher

den muslimischen milizen stellen. die herrschen dort. nicht das der vatikan eine symphatischer verein ist. aber er ist auch nicht an allem schuld, schon gar nicht am buergerkrieg in somalia.

Carlo Maier
01

Und was hat das mit der Kirche oder dem Papst zu tun? Das ist eine Hungersnot und Katholiken gibt's in Somalia sowieso keine. Also was soll dieser völlig deplatzierte Beitrag?

freeye
10
kirchenbashing

is hier immer beliebt, wurscht worums geht.
normalerweise bin ich da auch gern dabei, aber hier sollte man schon die richtigen personen (warlords) und auch die richtige religion (islam) angreifen.

Allah
00
als ob die dann benützt würden,

da sind wir uns alle sicher.

pago1
20
der zyniker ratzinger läßt ein stoßgebet

DerAndere34
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:-)

hätt mich jetzt auch gewundert wenn da nicht der westen oder die westliche kirche schuld wären ...

islamische milizen? - nö
korrupte warlords? - niemals
dürre - gibts nicht, is eine erfindung

niewieder nett
 
00

schließt sich ja alle nicht aus.

niewieder nett
 
11

das ist der vorteil den die katholen haben: gehst einfach mal beichten und alles ist wieder gut.

Montgomery McFerryn
14

Also hat die UNO und die Hilfsorganisationen massiv versagt wenn man das schon hat seit langem kommen sehen. Und das sind aber die selben Typen denen wir seit Jahrzehnten das Geld in den Rachen werfen und nichts ändert sich, alles wird nur noch schlimmer in Afrika.
Jeder der Spendet macht sich mitschuldig daran das Leid zu verlängern und das kranke System aufrechtzuerhalten.

Allmächtiger Satan
02

Die UNO ist wie die EU nur die Summe der Dummheit ihrer Mitgliedsstaaten. Die Organisationen an sich sind wunderbar und fortschrittlich, das nationalinterssierte Personal jedoch eine Behinderung ohnegleichen.

Geoffrey of Monmouth
32

Hilfe zur Selbsthilfe ist ein Mythos in Gebieten, die ständig von irgendwelchen Kriegen heimgesucht werden.

Die momentane Lage dort hat sich heuer nur durch die Trockenheit zunehmend verschärft.

Und jeder der spendet, hilft, das Leid zu lindern, und nicht umgekehrt, oder wieviele Kinder würden Sie verhungern lassen, damit das "kranke System" fällt oder man dort "lernt"?

Aus Ihrem Post spricht einfach nur eine wohlgenährte Abgestumpftheit für das Leid anderer, frei nach dem Motto: "Wenn es mich nicht betrifft, ist es mir egal." Ihr Post birgt keine vertretbare Meinung und sollte Sie nach erneutem Durchlesen eher beschämen.

Montgomery McFerryn
04

Wenn sie das Leid durch Nahrungsmittel aus dem Ausland lindern erhöht sich die Bevölkerung nur und in 10 Jahren ist die nächste Hungersnot. Das Spiel läuft seit Jahrzehnten in Afrika und die Bevölkerung steigt.
Es ist zwar hart aber die einzig logische Lösung sonst hört das Spiel mit der Entwicklungshilfe nie auf.

andreas lamers
 
00
also ist ihre loesung

eine absolute entvoelkerung der gegend. intressant. sie hatten aber noch nie hunger oder?
dort herrscht krieg weil einige der meinung sind ihnen steht mehr zu als dem rest und die die sterben sterben eben weil es so im buch geschrieben steht oder weil es allahs wille ist (die spinner hatten wir in europa auch, von wegen gottes wille usw) das land koennte die menschen ernaehren. aber mal rein wirtschaftlich gedacht, europa ist weit ueberbevoelkert, schon mal die entwicklung der letzten 100 jahre angesehen? ohne ausnutzugn anderer laender koennte man nur 2 drittel ernaehren (gibt da einen stickstoffregel) also sollte man alles auf natuehrlich mass reduzieren, oder doch nicht wenns bei ihnen greifen soll?

Montgomery McFerryn
01

Sie scheinen mich nicht verstehen zu wollen und bieten auch keine Lösung an außer das behandeln von Symptomen.

andreas lamers
 
00
weil ich keine loesung kenne

einmaschieren und die leute niederzuknueppeln hilft zwar das problem zu beheben aber eben nur so lange jemand dort ist, aber die menschen die unschuldig an dem ganzen sind weil sie einfach dort gebohren wurden sterben zu lassen wiederstrebt mir trotzdem. loesungen habe sie auch keine ausser weg sehen und die menschen sterben lassen.

Geoffrey of Monmouth
02

Trotzdem können Sie dafür nicht zehntausende Tote, deren Großteil Kinder sind, in Kauf nehmen wollen, nur damit dieses "Spiel" aufhört. Und in humanitären Fragen ist Logik oft fehl am Platz, da es zwar logisch erscheinen mag, die Menschen solcher Gebiete sich selbst zu überlassen, damit sich etwas ändert, menschlich ist dies aber kaum vertretbar. Besser auf kurze Sicht geholfen, als die Zahl der Verhungerten in astronomische Höhen steigen zu lassen.

Montgomery McFerryn
01

Ich plädiere nur dafür das Spiel ein für alle mal zu ändern mit welchen konsequenzen auch immer um in dem Land endlich mit einem normalen Leben und Entwicklung anfangen zu können. Ich bin dagegen das wir die Menschen dort die nächsten hundert Jahre weiter hungern lassen wollen, denn mehr als das notwendigste zum Leben kommt ja nicht und sobald das vorhanden ist steigt die Bevölkerung wieder, also nix mit Bildung Fortschritt und so weiter.

andreas lamers
 
00
hat man versucht

erst die uno truppen dann die amerikaner, erfolgreich waren nur die aethopier die einmaschiert sind. klar soldaten und kolonialisierung, das funktioniert ja so gut in afghanistan und irak. bloed das die milizen dort automatische waffen haben, ein krieg gegen afrikaner macht mehr spass wenn man manschienengewehre hat und die anderen speere und schilde. so schiessen die alle zurueck. da macht auch krieg spielen keinen spass.

turn of a friendly card
01

Humanitäre Ideen hochzuhalten ist ja gut und schön, aber der Realität sollte man sich gleichzeitig auch stellen.
Brecht sagte, zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.

Sehen sie sich zB die Menschen hier an:
Beim Thema Börsentalfahrt sinds bald 1000 Posts.
Es bleibt ihnen unbenommen zu glauben, dass wir schon so weit entwickelt sind um uns um humanistische Fragen zu kümmern. Ich sehe eher einen Trend/eine Rückkher zur Verrohung und zur Primitivität.

Den dortigen Warlords ist mit (mE geheucheltem) Humanismus sicherlich nicht beizukommen. Die freuen sich über unsere Naivität und reizen diese extrem aus. Verhungernde Kinder sind schrecklich, aber die Gesamtumstände bzw. -zustände ändern kann nur die dortige Bevölkerung selbst.

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