Der Krieg der Worte rund um das Wettbieten von Patenten geht weiter
Im Krieg der Worte von Google und Microsoft geht es in die zweite Runde. Was war passiert? Googles Chef-Jurist Dave Drummond äußerte in seinem Blog seinen Unmut, über den Zusammenschluss von Apple und Microsoft mit anderen Firmen im Bieterwettstreit um die Nortel- und um die Novell-Patente. Er bezeichnete das Vorgehen, als „feindlich organisierte Kampagne" und als „wettbewerbswidrgie Strategie".
Microsofts Antwort
Microsoft antwortete über Twitter. Brad Smith meldete, dass Microsoft Google gefragt hat, ob sie gemeinsam für die Novell-Patente bieten wollen, aber Google hat Nein gesagt. Um diese Aussage zu beweisen, hat Microsofts Kommunikations-Chef, Frank Shaw, eine E-Mail, mit der Absage Googles, getwittert.
Google schlägt zurück
Nun war also Dave Drummond wieder an der Reihe, um zurückzuschlagen. Er fügte seinem Blogeintrag ein paar Zeilen hinzu. In diesen erklärt er, warum Google den Vorschlag Microsofts ausgeschlagen hat. Ein gemeinsames Bieten hätte Google und Herstellern von Android-Geräten keinen Schutz vor Patentklagen gebracht, da sowohl Microsoft als auch Google im Besitz der Patente gewesen wären. „Sicherzustellen, dass wir nicht in der Lage sind, die Patente geltend zu machen, um Android zu verteidigen - und auch noch für dieses Privileg zahlen - muss ihnen, wie eine geniale Strategie erschienen sein", schreibt Drummond.
Justizministerium bestätigt Google
Googles Chef-Jurist schreibt weiter, dass das US-amerikanische Justizministerium Microsoft gezwungen hat, die gekauften Patente wieder zu verkaufen und von der siegreichen Gruppe (Microsoft, Oracle, Apple, EMC) forderte, dass sie eine Lizenz an die Open-Source-Gemeinschaft vergeben. Das Justizministerium sagte, das sei wichtig, um den Wettbewerb und die Weiterentwicklung in der Open-Source-Gemeinschaft zu schützen.
Durch diesen Urteilsspruch fühlt sich Drummond bestätigt, dass die Mitbewerber einen Patent-Krieg führen und verhindern wollen, dass Google an Patente kommt und so den Wettbewerb ebenbürtig gestalten könnte.
Microsofts erneute Antwort
2:1 für Google. Nun musste Microsoft zum Gegenschlag ansetzen. Es war wieder Frank Shaw, der in mehreren Tweets zurück schoss. Ein einem davon schreibt er, warum Google nichtgemeinsam bieten wollte. Google wollte etwas kaufen, das sie benutzen könnten, um es gegen andere geltend zu machen.
Damit dürfte Shaw bei Google einen Nerv getroffen haben. Denn diese Aussage steht im krassen Gegenzug zu Googles Ziel, sich mit dem Kauf von Patenten nur vor Klagen schützen zu wollen. Man wird sehen, wie Google darauf reagiert. (soc)