Dezimierte Violette kassierten nach 2:0-Vorsprung noch den Ausgleich, fixierten aber den Aufstieg gegen Laibach durch ein Elfmetergeschenk
Wien - In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Partie hat die
Austria den Kopf noch aus der Schlinge gezogen. Die Wiener standen in der
dritten Qualifikationsrunde gegen Olimpija Ljubljana vor dem Aus, ehe sie nach
einem 1:1 in Slowenien in der Vorwoche mit einem 3:2-(1:0)-Zittersieg in der
heimischen Generali Arena am Donnerstag den Aufstieg ins Play-off fixierten.
Die Austria lag nach einem Doppelpack von Nacer Barazite (18., 46.) bereits
2:0 voran, ehe eine Gelb-Rote Karte gegen Alexander Grünwald die Wende brachte.
Ljubljana schaffte binnen zehn Minuten durch Dare Vrsic (54.) und Boban Jovic
(59.) den Ausgleich. Barazite mit seinem dritten Tor an diesem Abend per
schmeichelhaftem Foulelfmeter (69.) schaffte aber noch den entscheidenden Treffer für die
Violetten.
Austria gesetzt
Die Austria schaffte damit als dritter Club nach Salzburg und Ried den Sprung
ins Play-off der Europa League. Dieses wird am Freitag (13.30 Uhr) in Nyon
ausgelost. Die Wiener dürfen sich als gesetztes Team auf eine wohl machbare
Aufgabe einstellen. Spieltermine für die vierte und damit letzte Runde vor der
Gruppenphase sind der 18. und 25. August.
7.568 Zuschauer durften nach 93 Minuten einen dramatischen Sieg feiern. Nach
den zuletzt dürftigen Vorstellungen in Ljubljana und in der Meisterschaft in
Innsbruck hatte die Austria zunächst eine klare Leistungssteigerung gezeigt.
Aggressiv im Zweikampf und mit schnellen Pässen nach vorne war die ohne den
gesperrten Peter Hlinka angetretene Elf von Karl Daxbacher kaum
wiederzuerkennen. Dass sich auch die nach dem Hinspiel zum Agieren gezwungenem
Slowenen nicht am eigenen Strafraum verschanzten, kam der Austria zusätzlich
entgegen.
Doch die Favoritner mussten von Beginn an bangen. Omladic (15., 17.) stellt
Torhüter Pascal Grünwald zweimal vor Probleme. Fast im Gegenzug schlug die
Austria aber zu. Ein Fernschuss von Zlatko Junuzovic wurde von Olimpijas
Schlussmann Dzafic noch zur Ecke gedreht, der anschließende Corner saß aber.
Barazite setzte sich am kurzen Eck durch und köpfelte den Ball aus wenigen
Metern in die Maschen.
Der hinter Solo-Spitze Roland Linz aufgebotene Tomas Jun (24.) und erneut der
agile Junuzovic (42.) hätten noch vor der Pause nachlegen können. Olimpija
deutete in einige Aktionen aber an, dass das geringste Zurückstecken bestraft
werden könnte.
Als Barazite den ersten Angriff der Austria nach 15 Sekunden der zweiten
Spielhälfte zum 2:0 abschloss, schien die Partie dennoch gelaufen. Doch die
Austria schwächte sich selbst. Der bereits aufgrund eines unnötigen Hands
verwarnte Grünwald sah vom russischen Schiedsrichter Jeskow die Gelb-Rote Karte.
Daxbacher brachte mit Alexander Gorgon für Linz einen zusätzlichen Mann für das
Mittelfeld, doch Olimpija fackelte in nummerischer Überzahl nicht lange.
Austria in den Seilen
Vrsic und Jovic beförderten die Gäste auf Play-off-Kurs, die Austria hing in
den Seilen. Erneut stand aber Jeskow im Mittelpunkt, als er ein Halten von
Olimpija-Verteidiger Andjulkovic an Jun als Foul ahndete und auf Elfmeter
entschied. Barazite traf zum 3:2 in Unterzahl, für den Niederländer waren es
bereits die Tore vier, fünf und sechs im laufenden Bewerb.
Dem nicht genug gingen die Kartenspiele auch aufseiten der Slowenen weiter.
Andjelkovic wurde vom russischen Referee nach einem Dutzend-Foul an Jun
ebenfalls des Feldes verwiesen. Im Duell zehn gegen zehn wankte die Austria
weiter und musste sich in der 75. Minute bei der Glücksgöttin Fortuna und Pascal
Grünwald bedanken. Vrsic traf zunächst die Stange, bei der anschließenden Chance
von Delamea rettete der Austria-Keeper in extremis. In der 93. Minute klatschte
ein Eckball von Vrsic darüber hinaus noch an die Latte.
(APA)
FK Austria Wien - NK Olimpija Ljubljana 3:2 (1:0). Wien, Generali
Arena, 7.568 Zuschauer, SR Jeskow/RUS.
Torfolge:
1:0 (18.) Barazite
2:0 (46.) Barazite
2:1 (54.) Vrsic
2:2 (59.) Jovic
3:2 (69.) Barazite (Foulelfmeter)
Austria: P. Grünwald - Klein, Margreitter, Ortlechner, Leovac - A. Grünwald,
Suttner (82. Rogulj) - Barazite (88. Koch), Jun, Junuzovic - Linz (52. Gorgon)
Olimpija: Dzafic - Jovic, Delamea, Andjelkovic, Salkic - Radujko - Omladic,
Vrsic, Lovrecic (74. Bozic), Fink (56. Valencic) - Cadikovski (86. Smiljanic)
Gelb-Rote Karten: A. Grünwald (50./Foulspiel) bzw. Andjelkovic
(71./Foulspiel)
Gelbe Karten: Junuzovic, Leovac bzw. Radujko, Fink, Delamea, Bozic