Einserkastl Rau

Kein Gestaltungswille

Einserkastl | Hans Rauscher, 4. August 2011, 18:24
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    foto: apa/epa/gambarini

Die europäischen Spitzenpolitiker, besonders Merkel, scheinen die unhaltbaren Verhältnisse einfach zu akzeptieren

Angela "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste" Merkel. Nicolas "La Grande Illusion" Sarkozy. Die führenden Politiker der Europäischen Union verfügen über wenig Autorität und kaum mehr Vertrauen. Merkel wird von der eigenen CDU als zu diffus und gestaltungsunwillig kritisiert, Sarkozy von den eigenen Gaullisten als zu erratisch und egozentrisch.

Man darf nicht ungerecht sein. Merkel, Sarkozy und ein paar andere haben zuerst in der Weltfinanzkrise, dann in der Staatsschuldenkrise im letzten Moment gehandelt und das Schlimmste abgewendet. Aber es ist wohl nicht ungerecht, ihnen vorzuwerfen, dass sie keinen Plan, kein Konzept haben, wie es mit Europa weitergehen soll. Hätten Kohl und Mitterrand, Helmut Schmidt und Giscard d'Estaing es besser gemacht? Sie glaubten an die unbedingte Notwendigkeit Europas, das tun Merkel und Sarkozy wohl auch, aber sie sind nicht bereit, Risken einzugehen. Vielleicht wäre das im Moment auch gar nicht die richtige Haltung, vielleicht ist dieses Durchwursteln angesichts der Lage der Weltfinanzwirtschaft sogar die einzige Möglichkeit.

Aber die europäischen Spitzenpolitiker, besonders Merkel, scheinen die unhaltbaren Verhältnisse, die uns in diese Lage gebracht haben, einfach zu akzeptieren, ohne Suche nach einem Paradigmenwechsel. "Die Märkte" - die sind halt so. Den Klientelismus kann man nicht antasten. Es gibt keinen Gestaltungswillen. (DER STANDARD, Printausgabe, 5.8.2011)

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Posting 1 bis 25 von 49
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Dilbert
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Sarkozy erinnert mich an den Wüdn mit da Maschin.

laurelundhardy
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Wenn viele Wähler nicht so dumm wären, würden sie Politiker nur nach ihrer Kompetenz wählen!

Und diese mündigen Bürger würden ihre Politiker auch bei unpopulären, aber notwendigen Massnahmen wieder wählen - und nicht weil jemand eine schöne Frisur hat. Oder fehlerfrei hundertmal das Wort ''Politjustiz'' sagen kann.

Solche Bürger würden auch keine ''billigen'' Produkte kaufen, die eigentlich ihre eigenen Arbeitsplätze gefährden. Und alle Firmen boykottieren, die unseren Planeten ruinieren, weil auf dem wohnen schliesslich!

Der Papst...

...aber da hat Wecker gläutet und ich bin aufgewacht!

Schnurz Homunculus
10
Es gibt keinen Gestaltungswillen

und es gibt keinen Kommentar, in dem sich RAU für oder gegen oder dazwischen oder irgendwie entscheidet. Er fastelt halt (Gesudere (c) Gusenbauer)

Austrialix
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Die EU wurde ja primär als Pendant zur USA errichtet

Doch wo liegt der Unterschied, ausser dass Europa ein paar Sprachen und Kulturen mehr als die USA beherbergt? Genau: das Parlament in Brüssel vs. Weisses Haus. Eine Stimme (Obama) vs. 736 Abgeordneten und welcher "Spitze"? EU-Kommissare? Wohl kaum. Und dass einzelne Mitgliedsstaaten eine eigene Währung haben, wäre in der USA wohl undenkbar. Alles halt nur "halbschlau" - Nachbesserung wäre da wohl schon dringend notwendig. Wenn schon - denn schon...

Babette Biedermann
01
ja eh...!

O5
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Sehr viel "Gestaltungswillen" bräuchte man gar nicht. Man hätte nur die Maastricht-Kriterien einhalten müssen, dann gäbs jetzt weder eine Schuldenkrise noch die Notwendigkeit für etliche Rettungspakete.

uncle sam3
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ex-DDR

teflon Angy kann nicht anders.

gaisbock
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Herr RAU

ist das jetzt eine Erkenntnis?

WernaeI Spindelmann
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Am Willen wiürde es wohl nicht fehlen, aber die exzessive Verschuldung lässt keine Möglichkeiten!

Was will man machen?

Steuern erhöhen? Und damit der Wirtschaft den Todesstoß versetzen?

Sozialleistungen und Beamtengehälter kürzen? Wäre sinnvoll, aber in einer Demokratie nicht durchführbar.

So bleibt nur hie und da ein wenig aufs Lenkrad zu tappen und zusehen, wie der überschuldete Zug mangels vorhandener bzw. betätigbarer Bremsen in den Abgrund rast.

Gerhard Gilnreiner
 
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...."Den Klientelismus kann man nicht antasten".....

.....ich gratulier RAU für diesen - beinahe versteckten - ganz wichtigen Inhalt.....

sportliches Postingdings
51

seit dem Trauma der deutschen Führerschaft, liegt der politische Gestaltungswille auf dem Eis des unbegrenzten Wachstums der Wirtschaft.

Dabei hat die Wirtschaft mitsamt Ihren großen Köpfen im damaligen Krieg etliches gewonnen. Die Führerschaft hat nur Ihre Köpfe ausgetauscht - ist aber noch genau so diktatorisch. Es gibt zwar keine KZ aber HarzIV und sozialer Niedergang ist halt auch eine Form von Misswirtschaft.

Das man immer nur an denen misst, denen es eh irgendwie gut geht ist nicht der goldene Maßstab.

Fernando António Nogueira Pessoa
00

Ich finds ja in Ordnung, dass Sie versuchen, in großen Dimensionen zu denken, vielleicht wird ja noch was draus. Aber derzeit ists noch ziemlich unausgegoren.

Krei
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Selten blödes Posting

Wenn du glaubst, dass kein Unterschied zwischen einem Hitler und Merkel ist, und wenn du meinst, KZs sind heute auch noch aktuell, dann wage ich zu behaupten, dass du entweder extrem dumm bist - oder du verniedlichst hier bewusst die Greuel der Nazizeit, um zu sagen: so schlimm waren die eh nicht... In einem Fall wärst du ein gutes FPÖ Parteimitglied - und im anderen auch.

sportliches Postingdings
40

vor den Toren Europas - so weit sehe ich - haben wir größere KZ

aber sie sind wohl nur ein kleines Wiener Stadtwürstchen ohne Weitblick

systemfehler1
01
Bei Ihnen geht wohl die Distanz

zwischen Brett und Kopf gegen Null - kein Wunder, dass sie einen äußerst eingeschränkten Horizont haben.

mikromalist
 
12
Übrigens, die Märkte sind

halt NICHT so. Sie würden keine ruinoesen niedrigzinslichen Hypothekarfloater mit idiotischen Besicherungsmodellen erfinden, keine Kommunalkreditbank in die Welt setzen, keine Geldflutung zur Befeuerung der Haushaltsdefizite einsetzen, keine AKWs betreiben, keine Dominanz frasserzeugender, industrieller Landwirtschaft zulassen, keine dominanten militärischen Wirtschaftskonmplexe, ... wären sie nur frei.
Sind sie aber nicht. Sie befinden sich im Würgegriff von politischen und privaten Monopolisten, die in einem schäbigen Spiel mit Subventionen und Almosen für Arbeit operieren.
Das Pendant zu freien Märkten ist direkte Demokratie. Es gäbe viel des Wahnsinns nicht, würden wir selbst entscheiden, ob wir uns ins eigene Knie schiessen.

Fernando António Nogueira Pessoa
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Was Sie alles wissen, was die Märkte tun würden, wenn sie täten. Respekt.

Sie gäben vermutlich einen trefflichen Theologen ab.

mikromalist
 
00
Sie haben insofern recht,

als es kein reales Prototyping gegeben hat. Märkte wurden immer gekapert.
Aber zumindest sind einige Theoretiker Meinung, die neoklassische WiTheorie mit Gleichgewichten und sinkenden Erträgen gegen Sättigung, ob Keynes oder Friedman, sind für den Papierkorb.

Und ich trau mich einfach mich dem anzuschliessen, weil ich in der Theorie der komplexen Systeme nicht ganz unwissend bin.

zB http://tuvalu.santafe.edu/~wbarthur/

DrBelacqua
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Warum würden "Märkte" keine AKWs betreiben, wenn sie Profit bringen?

mikromalist
 
01
Weil die Grundkonstruktion

marginale technologische Innovation, gefährlich (keine Versicherung versichert ein AKW), mit gefährlichen Ausscheidungen und hohen sozialen Kosten (Sicherheit) unbezahlbar gewesen wäre.
(heute hat die Bevölkerung schon geblecht - sie sind "abgeschrieben" und deshalb "profitabel", ohne Entsorgungs- und Sozialkosten natürlich, die sind im Staats-Budget).
Die Österreicher habe völlig zurecht gesagt, NO. Ein leuchtendes Beispiel der Weisheit der Vielen.

DrBelacqua
00

Sie haben den zweiten Teil des Konditionals überlesen.

Den "Markt" kümmern solche Dinge wie Sicherheit, Ethik usw. nicht, wenn das "Ding" Profit - kurz-, mittel- oder langfristig - abwirft.

mikromalist
 
00
Ich befürchte, Sie verstehen "Markt" nicht.

Der Markt ist nicht ein Platz an welchem Dinge getauscht werden, sondern der Austausch selbst.
Güter materalisieren dort als Preise und in diesen steckt alles, von der Ethik bis zum möglichen Profit.

Es sind die Kapitalisten, die versuchen diese "Reinheit" zur Akkumulierung von Kapital unterwandern. Mit kräftiger Mithilfe politischer Abhängiger.
Musterbeispiel: die monopolartige Aufteilung der Energiemärkte in DE, mit kräftiger Überpreisung.

Dort wo Politik gefragt wäre? Bei der Verteilung.
Und genau da tut sie nichts mehr, sonst könnte die Schere nicht so auseinander gehen.

DrBelacqua
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Ich denke, Sie verstehen "Markt" nicht.
Wenn Ethik Teil des Produktes sein soll, darf es kein auseinander fallen von Produkt und Ethik geben - und es eigentlich auch keine wirtschaftsethischen Probleme geben darf. Das wollen Sie aber sicher nicht behaupten.

Auch Kapitalismus verstehen Sie nicht - denn ein Kennzeichen ist gerade, dass Produktion und Verteilung auseinander fallen.

mikromalist
 
00
Sie analysieren den Markt der

nicht frei ist und sagen freier Markt funktionieret nicht, weil sonst hätten wir keine wirtschaftlichen Probleme???
So wie Schnupfen nur an Grippekranken untersucht, mit der Erkenntnis Schnupfen ist unvermeidlich?

Viel Glück.

p.s. es gibt kein Produkt ohne Preis am Markt. Erst der Preis ist das Ergebnis von Gebrauchswert, Zufall, Mode, Liquidität, ...

DrBelacqua
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Ihre falsche Analyse wurde dialektisch von mir widerlegt.
Nochmals: wenn das, was Sie behaupten, wahr wäre, gäbe es die Probleme nicht, die Sie dem - freien oder unfreien Markt - unterstellen. Diese sind aber Voraussetzung für die Problemstellung.

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